12.11.2023 – Selbst ausgetrickst

Das war nicht schlau von mir, bis nach 2 noch fernzusehen, denn kurz vor 9 werde ich schon von Geräuschen im Haus wach. Der Mitbewohner war aushäusig und selbst die Katzen haben sich rücksichtsvoll verhalten, aber das kann ich wohl von den anderen Mietparteien nicht verlangen. Seufz. Ich fühle mich eigentlich nach einem weiteren Tag im Bett, aber auch nicht richtig krank, es ist kompliziert.

Nach morgendlichem Herumtrödeln und ausführlichem Telefonat mit dem Liebsten (u. a. über Die Linke, die US-Demokraten und die heilige Sonntagsruhe) stehe ich irgendwann gegen 12 auf, füttere die Katzen, mache mir Frühstück und gehe damit dann nicht zurück ins Bett, sondern esse es im Sitzen. Damit suggeriere ich meinem Körper, das heute eben kein Bett-Tag ist und erstaunlicherweise klappt das ganz gut.

Ich erledige dann nacheinander Haushaltsdinge und setze mich dazwischen immer wieder kurz hin: Wäsche abnehmen und zusammenlegen, Spülmaschine anstellen, Wäsche waschen, um mein Bett herum aufräumen, Katzenhaare wegsaugen. Dann gehe ich sogar noch einen Schritt weiter und hole meinen Papierkram hervor, der am Montag übrig geblieben ist, und breite ihn auf dem Bett aus. So kann ich nicht liegen, aber sortieren wäre jetzt relativ einfach. Dann telefoniere ich aber erstmal mit meinem Bruder und außerdem fragt der Lieblingsnachbar, ob wir spazieren gehen wollen. Auch noch mit Tageslicht und Aktivität manipulieren, gute Idee!

Ich ziehe mich untenrum richtig an, werfe oben wieder einen Hoodie über den Schlafanzug und dann kann es auch schon losgehen. Wir laufen etwa anderthalb Stunden durch den Pberg und unterhalten uns die meiste Zeit über den dieswöchigen Krankenhausaufenthalt des Lieblingsnachbars (ich habe eine Idee für eine Fernsehserie), dann über Büros und Arbeitskonzepte (die Firma, die er leitet, zieht demnächst um, meine evtl. im Sommer) und den merkwürdig unterschiedlichen Umgang der ehemals vernünftigen Leute mit Covid im Jahr 3. Dann stehen wir wieder vor meinem Haus, holen noch schnell seine Sackkarre aus dem Keller und dann gehe ich wieder nach oben.

Unterwegs habe ich Hunger bekommen und einen Essensplan gefasst. Ich koche tortellini tricolore, werfe nach zwei Dritteln der Kochzeit Tiefkühlerbsen dazu und mache in einem anderen Topf aus einer Dose Datteltomaten, Knoblauch, Kräutern und peperoncini eine schnelle Tomatensauce. Dann gieße ich das Wasser ab und die Sauce ein, verrühre alles und gebe auf dem Teller noch pecorino romano und etwas Olivenöl dazu. Sehr, sehr lecker!

Nach dem Essen widme ich wieder der Situation auf meinem Bett und verbringe knapp drei Stunden mit dem Sortieren und Durchdringen von Dokumenten. Kurz vor 20 Uhr habe ich für heute genug – der Posteingang von acht Jahren ist jetzt endlich durchsortiert. Was bleibt ist eine kleine To-Do-Liste und der Vorsatz, irgendwann nochmal neue Ordner zu kaufen und alles schön zu machen. Das ist dann aber Stufe 2, mit dem jetzigen Zustand kann man gut arbeiten und erstens Sachen schnell finden und zweitens neu dazugekommenes gleich richtig ein- und damit wegsortieren.

Jetzt habe ich so gut wie alles, was ich dieses Wochenende dringend machen wollte, erledigt. Yay! Ich gönne mir drei Folgen „The West Wing“, dann lege ich mich nochmal kurz in die Badewanne, esse noch eine Minischüssel Tortellini um nächtlichen Hungerattacken vorzubeugen und lese dann noch bis kurz nach halb 1 weiter in „Beyond that, the sea“.

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