Zum ersten Mal wache ich gegen 7 wach, weil die Blase drückt. Ich bleibe aber noch liegen, bis ich nebenan das kleine Kind krakeelen höre und jemand anders auch aufs Klo geht. Dann gehe ich selbst schnell und kuschle mich danach wieder in meine warme Decke – es ist über Nacht sehr kalt geworden – lese und schlafe wieder ein. Kurz vor 9 bin ich endgültig wach, lese das Internet leer, blogge und mache dann – weil meine Cousine neben mir noch tief und fest schläft – Sprachübungen mit Kopfhörer und ohne Sprechen. Dabei unterbricht mich dann eine Nachricht meines Bruders, der gesehen hatte, dass ich schon gebloggt habe und mich drängt, zum Frühstücken zu kommen und den anderen vorzulesen.
Kurz danach stehe ich auf und gehe in die Küche, wo tatsächlich alle anderen bereits beim Frühstück sitzen respektive sogar schon fertig sind. Scheinbar hat der Rest weniger gut geschlafen als wir. Es gibt ähnliches Frühstück wie gestern, nur diesmal mit Rührei statt Pancakes und außerdem schöne reife Kaki. Als ich meinen Hunger gestillt habe, komme ich dem Drängen nach und lese meine Blogeinträge über die letzten beiden Tage vor, in denen die anderen vorkommen, und beantworte Fragen zum Wie und Warum der Tagebuchbloggerei. Als ob ich die beantworten könnte.
Als alle fertig mit Essen sind (meine andere Cousine war inzwischen auch längst dazugestoßen), machen wir uns bereit für einen Gang nach draußen, denn trotz Kälte lockt die Herbstsonne. Ich telefoniere zunächst kurz mit dem Liebsten und dem Teilzeitkind, dann spazieren wir zu einem dritten See in dieser Stadt, vorbei an schicken Stadtvillen und ersten Anfängen von Herbstlaub.


Die gefühlte Temperatur beträgt 6 Grad. Am Dienstag war es noch sommerlich warm gewesen, am Freitag hatten wir noch bis halb 1 draußen gesessen, heute am Sonntag ist Herbst. Am See gibt es einen Steg und einen Spielplatz und viel kalten Wind um Ohren und Nase.

Wie immer vertreiben wir uns die Zeit vor allem mit Reden, heute geht es u. a. um Finanzen und vage Pläne für die fernere Zukunft und Ideen für das Leben im Alter. Einige von uns gehen ja nun auf die 50 zu, da kann man sich darüber durchaus mal Gedanken machen, wenn auch noch sehr unkonkret.
Wieder zurück im Bahnhof begrüßen wir die Freundin des einen Cousins, die von ihrem Ausflug nach Berlin zurück ist und mir von der Nacht mit meinen Katzen berichtet. Dann wird es für die Reisegruppe Rostock langsam Zeit und so fangen wir dann alle an, unsere Sachen zu packen und übrige Lebensmittel aufzuteilen. Dann fährt die Reisegruppe Rostock im Auto los und die Reisegruppe Berlin schließt die Unterkunft ab und geht auf den Bahnsteig. Der Zug ist kurz nach 13:00 noch nicht übermäßig voll, aber einige von uns stehen trotzdem – zum Glück fahren wir ja nicht lange. Auf der Fahrt Gespräche über Kindersport im Allgemeinen und Schwimmen im Besonderen.
Am Gesundbrunnen steigen mein Bruder und ich aus und in die Ringbahn. Dann verabschieden wir uns, er nimmt die Tram nach Hause und ich laufe. Dort angekommen erwarten mich ein schöner Blumenstrauß und eine Flasche Cremant von der Freundin meines Cousins – was für eine schöne Überraschung! Ich packe meine Sachen aus, durchsiebe die Katzenklos und lege mich dann müde mit dem Laptop aufs Bett. Da ich früher zuhause bin als erwartet, habe ich jetzt ja noch diverse Sonntagsstunden vor mir und Zeit, in meinem Adulting-Projekt weiterzukommen. Ich schaue mir zwei Aufzeichnungen von Webinaren an, eins zu Konsumverhalten und eins zu Money Mindset, unterbrochen nur von einem kurzen Catch-up mit dem Mitbewohner.
Während des zweiten Webinars fange ich an zu kochen – es gibt einen angeblich schottischen Kartoffel-Weißkohl-Auflauf, mit dem ich zumindest ein Viertel des vom ehemaligen Mitbewohner hiergelassenen Kohlkopfs verbrauchen kann. Ich nehme fast die doppelte Menge wie im Rezept angegeben, das für vier Personen ausgelegt ist, es kommen am Ende aber nur zwei große Personen raus. Die eine esse ich gleich, die andere ist für das Mittagessen morgen.

Zum Essen und danach schaue ich eine Folge „Mad Men“. Dann räume ich die Küche auf und unterhalte mich nochmal mit dem Mitbewohner, der gerade nach Hause kommt. Schwups ist es 22 Uhr und statt noch irgendetwas Neues zu beginnen, mache ich mich direkt bettfertig, schlafe aber schließlich erst nach 23 Uhr ein.