05.10.2023 – Zurück nach Pberg über Pizza #WMDEDGT

Es ist der 5. und wie jeden Monat ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf. Die anderen Beiträge zu “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” findet Ihr hier.

Schon wieder unruhig geschlafen in Südberlin – vorm inneren Auge für lange Zeit kleine bunte umherfliegende Dingchen wie in dem Handyspiel, dem ich gerade verfallen bin, dazu immer wieder mal Bettdeckengefechte zwischen dem Liebsten und mir und halt eingeschränkte Bewegungsfreiheit auf 1,40 m. Ich muss einfach wieder öfter hier schlafen, dann gewöhne ich mich da auch wieder dran. Deswegen hatte ich irgendwann zu Beginn unserer Beziehung, als ich noch viel öfter zwischen den Wohnungen wechselte, die Regel aufgestellt immer mindestens zwei Tage am Stück am gleichen Ort zu schlafen. Vielleicht wieder einführen? Durch den neu hinzugekommenen Mittwoch wegen Sport bedeutet das aber viel mehr logistischen Aufwand als einfach am Wochenende. Ich muss darauf noch eine Weile herumdenken.

Jedenfalls bin ich dann schon um 5:39 endgültig wach – der Liebste schläft viel dunkler als ich, so dass mir die Einschätzung der Uhrzeit im Halbschlaf schwerer fällt und ich mir erlaubte, komplett munter zu werden, bevor ich das erste Mal auf die Uhr guckte. Also das Internet leer lesen und anfangen zu bloggen, dann steht um 6:30 das Teilzeitkind in der Tür, dessen Wecker eben geklingelt hat, und legt sich zu uns. Der Liebste ist noch nicht im Tag angekommen, aber ich bin ja zum Glück schon hellwach und kann mich mit dem ebenfalls hellwachen Kind angemessen unterhalten und mir das Wochenende in Hamburg mit Harry-Potter-Theaterstück, Miniaturenwunderland und Schokoversum erzählen lassen – mit sinnvollem Nachfragen! Dann geht es thematisch weiter zum Musikunterricht und dem Leben und Wirken von Vivaldi, das dann schon mit vom Liebsten gebrachten Kaffee.

Dreiviertel 7 verlässt die Mitbewohnerin das Haus und geht in die Kita, was wir um diese Uhrzeit noch ausreichend albern finden. Um 7 geht der Liebste ins Bad und das Teilzeitkind frühstückt und zieht sich für die Schule an. Halb 8 verlässt es samt Fahrrad das Haus, der Liebste checkt kurz seine Arbeitsmails und ich gehe ins Bad. Eine Viertelstunde später laufen wir gemeinsam zur Bahn, fahren noch drei Stationen zusammen und dann steigt der Liebste um und fährt bis fast-Brandenburg ins Büro. Ich steige an der Friedrichstraße um und fahre in mein Büro an der Spree.

Dort bin ich heute die erste, aber anders als letzten Donnerstag wird es im Laufe des Morgens noch voller. Im Fahrstuhl hängt ein Zettel, dass es heute am späten Nachmittag für alle Büros im Haus Pizza gibt (Bier sowieso immer ab 16 Uhr, aber das habe ich noch nie in Anspruch genommen). Da ich mir vorgenommen habe, mich mehr in das Sozialleben hier einzubringen und eh keine Abendbrotpläne habe, stelle ich mir einen Pizza-Blocker in den Kalender und plane damit einen frühen Feierabend – das passt auch zu meiner umfassenden Müdigkeit.

Dreiviertel 9 sitze ich mit dem zweiten Kaffee, Müsli und O-Saft im Meetingraum und lese kurz E-Mails, bis um Punkt 9 das erste Meeting losgeht, heute mit Warschau. Dann anderthalb Stunden „Themen abarbeiten“ im Großraumbüro. Unter anderem macht eine Kollegin Post auf, in der sich eine Tasche mit jeder Menge Papierfotos befindet – wir fühlen uns in die 90er Jahre zurückversetzt. Dann um 11 Meeting mit Paris, das um 11:30 mit Dublin wird spontan auf morgen verschoben, um 12 Meeting mit Berlin und Dortmund, um 12:30 mit Nordengland und dann ist schon Zeit für Mittagspause.

Ich mache mir die letzte Rindsbratwurst und das letzte Kartoffel-Möhren-Sellerie-Gemüse warm, esse dazu den letzten Rest Salat und das alles in der Küche, ein Kollege setzt sich auch kurz dazu. Aufgrund der frühen Feierabendpläne halte ich die Pause kurz, dann gehe ich zurück in meinen Meetingraum, erledige die Action Items aus den Vormittagsmeetings und habe dann um 14 Uhr noch eins mit Berlin, Nürnberg und Ostfriesland.

Ab 14:30 sitze ich dann wieder normal an meinem Schreibtisch im Großraumbüro, arbeite Dinge ab, lasse mich von ChatGPT bei einem Text unterstützen, recherchiere Dinge… Um 16 Uhr gehen einige Kolleg*innen und ich nach unten in die Lobby, aber die Pizzalieferung hat sich verspätet. Also schnell ein halbes Bier zapfen und nochmal kurz hoch an den Schreibtisch.

Ab kurz vor 17 Uhr gibt es dann wirklich sehr sehr leckere Pizza und höfliches Socializing. Kurz nach 17 Uhr packe ich meine Sachen (Arbeitsrucksack, Sporttasche mit Übernachtungssachen, Beutel mit inzwischen leeren Futterdosen) und gehe zur Bahn. Mit dem vielen Gepäck will ich nicht zu Fuß zu meinen Eltern laufen, um nach der Post zu gucken, auch wenn mir der Weg an der Spree entlang sehr gefällt. Kurz Post checken, per Foto nach Kanada schicken und dann mit U-Bahn und Tram zurück in den Pberg.

Ich stelle meine Sachen ab, füttere die Katzen und gehe dann nochmal schnell runter zur Nachbarin, die mein Müslipaket angenommen hat, weil der DHL-Mann den von mir vorgegebenen Abstellort „Wohnungstür“ nicht gefunden hat… Dann Sachen auspacken, Müsli verräumen und ab auf die Couch. Ich höre Podcast, spiele auf dem Handy und bin dann gerade auf TikTok angekommen, als der neue Mitbewohner hereinschneit, zwei weitere Taschen mit Besitztümern bringt, die in seinem Zimmer verstaut, sich kurz mit mir unterhält und dann schon wieder in die alte Wohnung fährt. Aktuell plant er, vielleicht am Wochenende zum ersten Mal hier zu schlafen, aber wir werden sehen. Als er wieder weg ist, lege ich mich mit Podcast in die Badewanne und dann kurz nach 10 ins Bett.