27.09.2023 – Noch ein guter Tag

Die Woche gibt sich nach dem Montag wirklich Mühe, das muss ich ihr lassen. Die Nacht ist zwar etwas zerpflückt (Nimbin weckt mich alle zweieinhalb Stunden mit irgendwelchen Wünschen, beim dritten Mal bleibe ich dann wach), aber ich fühle mich ausgeruht genug. Die Morgenroutine wird heute durch viel Packerei bestimmt – Arbeitsrucksack, Sporttasche, Übernachtungskram, Frühstück und Mittagessen fürs Büro für zwei Tage… Ganz schön viel Orga für so früh am Morgen, aber ich bekomme es gut hin und die Tram fährt auch planmäßig und halb 10 bin ich im Büro.

Ich frühstücke beim E-Mails checken und breche dann direkt nochmal kurz auf in den Supermarkt nebenan, um für unser heutiges „Event“ einzukaufen. Um 12 Uhr treffen wir uns in der Küche zu einem Geschicklichkeitsspiel, werfen mit Tischtennisbällen in Becher und ich bin eine von zwei Personen, die das schaffen und einen kleinen Preis gewinnen, yay! Lag vielleicht am Zielwasser – es gibt Sekt, O-Saft oder beides, für mich also logischerweise eine Mimosa.

Danach geht es noch einmal fix zurück an den Schreibtisch, Dinge abarbeiten, bevor ich mich zur Mittagspause in die Küche setze, Zucchini-Carbonara löffle (gable?) und mir von einem Kollegen erzählen lasse, wie es mit den von mir erstellten Seriendruck-Zetteln noch heiter weiter ging. Außerdem habe ich durch meine Büro-Anwesenheit heute gewonnen:

  • Einem Kollegen das Drucken erklärt
  • Einem Kollegen, der sonst nur remote arbeitet, das Tech-Set-up im Büro erklärt
  • Einem Kollegen erklärt, wie er Dateipakete entpackt
  • Bei einem Projekt mitgeholfen, in dem ich in meine Rolle von vor über vier Jahren zurückschlüpfte und mit den beiden Tools von damals und den HTML-Tags von damals ein Problem löste. Ganz erstaunlich wie stark das Muscle Memory da noch ist, meine Finger tippten Sachen, die ich aus dem Kopf nicht hätte erzählen können und die Maushand wusste noch genau, welche Tricks es beim Drag & Drop zu beachten gibt, damit alles an seinen Platz kommt

Ein Kollege, der das alles mitbekommt, erzählt mir später, wie sehr er das bewundert, was ich alles kann, wie geduldig ich dabei bin, wie sehr er meinen Einsatz weit über meinen Aufgabenbereich schätzt und dass ich für ihn quasi so etwas wie das Herz des Standorts bin. Vielleicht kann ich ihn überreden, das mal meiner Chefin zu schreiben? Wobei die das ja auch weiß, vielleicht eher ihrem Chef, dem CEO? Aber ich schweife ab…

Ansonsten bleibt der Arbeitstag meetingfrei, wie geplant, und ich fummele weiter an meinem Backend-Projekt herum, feile mit Kolleg*innen an Texten, Konzepten und Planungen und dann ist es irgendwann auch schon 18 Uhr. Ich schließe meine Arbeitssachen weg, schnappe mir Übernachtungssachen und Sporttasche und fahre nach Südberlin. Mein mittwöchlicher AquaFitness-Kurs am Ostkreuz findet seit dieser Woche dienstags statt und da habe ich ja Yoga (also außer gestern, aber das wusste ich zu spät). Beim Liebsten um die Ecke gibt es aber einen Mittwochskurs und den probiere ich heute aus. Die Anfahrt dauert etwas länger, dafür geht es aber früher los und ist früher vorbei und danach wartet der Liebste auf mich, in der Gesamtabwägung also lohnenswert.

Der Kurs selbst ist hier etwas zackiger und schweißtreibender, das gibt wieder ordentlich Muskelkater, dafür entspricht das Publikum mehr dem Klischee: der Anteil älterer Damen ist deutlich höher als am Ostkreuz, wahrscheinlich entsprechend der Gesamtdemografie. Nach dem Kurs gehe ich noch in die Sauna und dann beeile ich mich mit dem Anziehen und spaziere zur Zweitwohnung, wo das Teilzeitkind gerade noch wach ist und mich zu sich ruft, um mir von seinem neuen Buch zu erzählen – es liest gerade Roald Dahl. Dann ist Zeit für Licht aus und der Liebste macht mir mein Abendbrot warm – Reis-Gemüse-Pfanne mit veganem Wiener Schnitzel. Dazu gibt es eine Rhabarberschorle, die das Teilzeitkind für mich organisiert hat. Wir erzählen uns unseren Tag, die Mitbewohnerin stößt auch dazu, dann gehe ich duschen.

Hinterher liegen wir auf der Couch, gucken zwei Folgen „Reservation Dogs“ und schauen nebenbei neidisch auf das Whalewatching-Bild, das mein Bruder aus Kanada schickt (Selfie vor spiegelglattes Meer, im Hintergrund zwei gut zu sehende Wale, gestochen scharf fotografiert).

Kurz vor 11 liege ich mit Hörbuch im Bett, während der weniger Schlaf brauchende Liebste noch eine Weile zockt.