Die Ü40-Generation im Gazebo auf dem Steg am See wacht früh auf, während das Teilzeitkind noch gemütlich schlummert und dann zeitnah gemütlich Hörspiel hört. Der Liebste läuft nach oben ins Haus, wo die Ü60-Generation auch noch schläft, und macht Kaffee und dann sitzen wir gemeinsam draußen und gucken aufs Wasser. Ich habe Mühe, die Augen aufzuhalten und Gedanken nicht nur zu denken, sondern auch zu artikulieren.

Der Liebste hingegen hat Lust auf eine „schnelle“ Paddeltour vor dem Frühstück. Da er mich nicht überreden kann, nimmt er erstmals das Kayak und landet beim Versuch einzusteigen prompt mit dem Hintern im Wasser. Er verlangt, das Teilzeitkind zu holen, damit es seinen nächsten Reinfall live miterleben kann. Die Aussicht auf einen in Klamotten plantschenden Vater ist genug, um das Kind aus dem Gazebo zu bekommen. Diesmal jedoch klappt es mit dem Einsteigen und Lospaddeln. Wir sind ein wenig enttäuscht. Der Liebste paddelt vorsichtig auf dem See, kehrt aber bei den ersten Wellen lieber schnell um – Kayak muss man erstmal bisschen üben, wenn man nur Kanu gewöhnt ist. Zum Glück bekommt er später noch ausreichend Gelegenheit dazu.

Erstmal geht es jedoch nach oben zum gemeinsamen Frühstück auf der Terrasse, inkl. Restewürstchen von gestern Abend. Danach machen wir das Kanu bereit – ich vorne, das Teilzeitkind in der Mitte und der Liebste hinten und drehen gemeinsam eine Runde über den See. Ob die Kinder der First Nations damals auch immer gemeckert haben, dass ihnen langweilig ist, wenn sie mit ihren Familien die kanadischen Flüsse entlang gereist sind? Wieder zurück am Steg beschließe ich die Paddelei für diesen Urlaub und schwimme stattdessen eine Runde, während die anderen beiden sich die große Seeschlacht vom Lac a Pic liefern: Der Liebste im Kayak, das Teilzeitkind auf einer Mischung aus Kinderkayak und SUP. Sie versuchen, sich gegenseitig zu rammen und ins Wasser zu werfen, scheitern aber kläglich. Nach einer kurzen Ausruhpause zum Sonnencreme nachlegen, wechseln sie die Gefährte, was lustig aussieht, aber auch keine Reinfälle mit sich bringt. Dann bekommt das Teilzeitkind ein Hüngerchen und schon werden uns bergeweise Waffeln, Butterkuchen, Apple Pie und Eis aufgefahren. Danach dürfen die anderen beiden nochmal aufs Wasser, während ich mich endgültig anziehe und anfange, das Auto zu beladen.

Gegen halb 4 brechen wir auf zu einer Eisdiele in der Nähe, die 40 Sorten – darunter 24 Sorten Softeis – hat. Ich entscheide mich für das Pfirsich-Softeis, die anderen nehmen Chocolate Chip Cookie Dough mit Erdbeere bzw. Orange. Wir geben unseren lieben Gastgeber*innen auch noch ein Eis aus und fahren dann die knapp zwei Stunden zurück zu meinen Eltern (nicht ohne zwischendurch noch einen schnellen Geocache einzusammeln und natürlich weiter das Känguru zu hören).

Zuhause räumen wir das Auto aus (Wir hatten Schlafsäcke, Isomatten, Schwimmwesten etc. dabei), hängen unsere nassen Sachen auf und ruhen uns ein wenig aus, bevor es dann das restliche Grillgut von gestern und Salat zum Abendessen gibt. Nach dem Essen gibt es wieder eine Runde Sagaland (ich gewinne zum dritten Mal hintereinander, wir sollten jetzt damit aufhören) und dann fallen wir kurz nach 10 alle hundemüde in unsere Betten.
