Ich wache gegen 6 auf, das ist angesichts der Bettgehzeit schon ziemlich OK, auch wenn im Urlaub länger schlafen natürlich auch schön wäre. Andererseits will man ja auch möglichst viel erleben und genießen, von daher alles OK. Ich lese das Internet leer und beginne zu bloggen. Der Liebste erwacht gegen 7, ich mache uns Kaffee und dann steht auch bald das Teilzeitkind in der Tür und verlangt nach meinem Handy. Ich lese ein bisschen in „Catch-22“ weiter und bespreche den Wetterbericht mit dem Liebsten. Der zeigt plötzlich ungewohnte morgendliche Aktivität, was dazu führt, dass wir gegen 8 und noch vor dem Frühstück zu dritt an den Strand fahren. Es ist der nächstgelegene, in einer anderen Richtung als gestern, und noch davor gibt es einen einfach zu findenden Geocache, den wir auch noch mitnehmen.

Der Strand ist so gut wie leer – eine Gruppe mit Hunden macht ganz am Anfang ein professionelles Fotoshooting, weiter hinten gibt es ein paar Surfer, davon abgesehen laufen außer uns nur noch drei, vier andere Menschen vereinzelt rum. Das Wasser ist noch eisig kalt, aber wir wollen jetzt ja sowieso nur mit den Füßen rein und ansonsten spazieren.



Hier am Strand wäre es nichts ungewöhnliches, wenn wir beim Spazieren auf bekannte Gesichter träfen – meinen Eltern passiert das regelmäßig und ich hatte auch schon mehrmals das Vergnügen. Scheint aber eher ein Nachmittagsding zu sein, heute kenne ich niemanden. Als wir genug haben, fahren wir wieder zurück und sind kurz vor 10 wieder zuhause, perfekte Zeit zum Frühstück! Danach sitze ich erstmal auf der Terrasse und blogge zu Ende. Als ich gerade anfangen will, mich um die Sprach-Apps zu kümmern, brauchen der Liebste und das Teilzeitkind Hilfe, um das Kanu zu Wasser zu lassen (man muss es immer erst über die Steine am Ufer tragen, dafür braucht es zwei Menschen, die größer als das Teilzeitkind sind. Danach hänge ich mit meiner Mama die Wäsche auf. Ein Pfeiler der Wäscheleine wurde seit dem letzten Herbst von Bibern zerlegt, wir können also nur den Teil der Wäscheleine nutzen, unter dem Poison Ivy wächst und müssen dabei Gummistiefel tragen. Nach getaner Arbeit sitzen wir zu zweit gemütlich auf dem Deck und erzählen, bis die Kanuten zurückkehren. Dann gibt es einen fliegenden Wechsel und der Liebste und ich paddeln raus zu den Robbenfelsen.



Wenn man zwischendurch aufhört zu paddeln, trauen sich die Robben recht nah heran, beobachten uns und tauchen dann gerne in dem Moment ab, in dem man sie fotografieren will. Dann paddelt man weiter und plötzlich hört man sie direkt hinter sich planschen, dreht sich schnell um und sie sind schon wieder weg und lachen sich ins Fäustchen. Niedliche, freche, unkooperative Biester, die! Fast wie Katzen eigentlich, nur größer. Als wir zurück sind, ist es Zeit für zwei Runden „Halt mal kurz“, von denen ich wieder eine gewinne. Dann gibt es wieder Kuchen und Eis draußen auf dem Deck, wo der inzwischen aufgekommene Wind angenehm die Mücken vertreibt. Danach wollen wir noch ein wenig Action und Bewegung und einigen uns darauf, in der näheren Umgebung noch ein paar Geocaches zu jagen. Wir fahren also mit dem Auto von Cache zu Cache (die Distanzen sind zu weit und die Straßen nicht fußgängerfreundlich) und suchen dann jeweils herum.

Zweimal sind wir nicht erfolgreich – Sturm und Überflutung haben die Caches wahrscheinlich davongetragen oder zumindest unerreichbar gemacht. Dann gibt es zwei recht leichte und gut erreichbare Funde mitten im Dorf – wenn man ein Teilzeitkind dabei hat, das bereitwillig durchs Nadelgehölz krabbelt, dann wieder zwei nicht Auffindbare und dann nochmal einen leichten, der aber aufgrund seiner Lage direkt am Highway mit Adrenalin verbunden ist. Dann hat das Teilzeitkind genug (bei mir war das schon deutlich früher der Fall, auch weil ich mir beim durchs Unterholz Kriechen meine neue Hose zerrissen habe) und wir fahren zurück nach Hause. Auf dem Rückweg lasse ich mich am Abzweig zu unserer Straße absetzen und laufe das letzte Stück, um meinem Schrittziel näher zu kommen.

Ganz reicht es nicht, ich muss also dann noch eine Runde ums Haus drehen und drinnen zweimal die Treppe rauf und runter und ein paar Mal vom einen Ende des Hauses zum anderen laufen, dann kommt endlich das erlösende Vibrieren am Handgelenk. Dann wird kurz ein wenig geruht, bevor Mama und ich das Abendbrot kochen. Es gibt Linguine mit einer Sauce als Auberginen, Zucchini und Tomaten, dazu Parmesan. Die App dreht durch wegen des vielen Histamins in den Auberginen, den Tomaten und dem Parmesan. Und dann auch noch Rotwein dazu! Ich merke dann später auch Symptome – ob die nun damit zusammenhängen, oder nicht. Kribbelnde Zunge/Gaumen, Brennen im Rachen, Hitze im Gesicht, Bauchschmerzen, Völlegefühl, Müdigkeit… Es ist eigentlich relativ offensichtlich, dass ich reagiere, die Frage ist, wie schwer ich das nehmen muss/sollte.

Nach dem Essen recherchieren der Liebste und ich wieder für die nächsten Tage, dann gibt es zwei Partien „Halt mal kurz“ und dann wird noch ein wenig still gelesen. Mein Papa geht als erstes ins Bett, dann der Liebste, dann meine Mama. Gegen 11 überrede ich das einnickende Teilzeitkind, gemeinsam mit mir Zähne putzen zu gehen und dann ist auch für mich Schlafenszeit.