Heute müssen wir erst einmal exakt gar nichts. Wir schlafen aus, so lange wir können (bei mir heißt das gegen 7, aber ich war ja früh im Bett), trinken Kaffee/Kräutertee im Bett und bleiben gemütlich liegen, bis wir Hunger bekommen. Es gibt also dann gegen halb 11 Frühstück. Bis dahin hat sich auch der morgens bedeckte Himmel aufgeklart und ich setze mich mit meinem Buch raus auf die Terrasse in die Sonne. Allerdings ist genau dann die zweite Waschmaschine mit unseren Roadtrip-Klamotten fertig und ich stehe direkt wieder auf, um die auf der Wäscheleine auf der Waldlichtung aufzuhängen. Als ich zurück bin, ist es zu windig, um draußen sitzen zu bleiben, also lese ich drinnen weiter.

Am frühen Nachmittag fahren wir hinüber in das Dorf auf der anderen Seite der Bucht. Hier findet dieses Wochenende eine Arts & Crafts Ausstellung von Künstler*innen aus der Gegend statt. Wir haben ja bei den meisten kleinen Dörfchen hier immer dieses „Stars Hollow“-Gefühl – die Landschaft und Architektur sind in Neuschottland ähnlich wie in Neuengland und dann ist jedes winzige Nest plötzlich Stars Hollow.

So auch heute wieder, gerade wenn das ganze Dorf für eine Veranstaltung zusammenkommt. In den Ausstellungsräumen kümmern sich Freiwillige im Schichtdienst um die Organisation, es gibt Auktionen für bestimmte Kunstwerke, ältliche Leutchen haben Kassendienst beim Verkauf von Postkarten und ähnlichem und halten mehr Schwätzchen als dass sie verkaufen… Man weiß, wo die Palladinos ihre Inspirationen hernehmen.



Meine Eltern treffen eine Bekannte, bei der meine Mama immer im großen Garten Beeren pflücken darf. Man unterhält sich über die lokalen Künstler*innen und wer in der Gegend am besten Bilder rahmt und einiges mehr. Insgesamt dreht sich die Welt hier ein bisschen langsamer und entspannter, wie wahrscheinlich überall auf dem Land. Aber hier dann dafür mit solchen Ausblicken vom Hafen aus:




Nach der Ausstellung fahren meine Eltern schon mal los, Kaffee und Tee kochen, während wir an der lokalen Feuerwehr noch den nächsten Geocache abhaken. Dann treffen wir uns alle auf dem Deck bei Pflaumenkuchen und Quarktorte.

Der Nachmittag wird dann wirklich sehr beschaulich, mit Lesen, Mittagsschläfchen, Buntstifte mit dem Messer anspitzen…

Irgendwann verschwinden Mama und Teilzeitkind in der Küche und machen Baba Ghanoush und Hummus, dann grillen wir Zucchini und ich kümmere mich um Bruschetta und Salat. Das Abendessen ist heute eine Art Antipasti-/Mezze-Buffet. Eine weitere willkommene Abwechslung nach all den Burgern und Pommes.


Nach dem Essen gewinne ich dann zum allerersten Mal eine Partie Sagaland, bevor sich die U60-Fraktion mit ihren Büchern und die Ü60-Fraktion mit ihren Laptops beschäftigt, bis es Zeit ist, schlafen zu gehen.