16.08.2023 – Kühe, Küstenstraße, Wale, Wasserfall und Meeresfrüchte

Nach dem Aufwachen – der Liebste hatte sich die zweite Nacht ein Bett mit dem Teilzeitkind geteilt, weil das weniger Platz einnimmt als ich (zumindest in der Theorie, wer mit Kindern schlafen kennt, weiß, wie viele bewegliche Teile die über Nacht entwickeln) – machen wir den Deal, das ich heute Nacht mit Kind schlafen werde und er vor dem vielen Autofahren morgen ein Bett für sich alleine haben wird. Und dass wir zukünftig versuchen werden, immer mindestens ein Queensize-Bett im Zimmer zu haben. Nun aber erst einmal Frühstücksbüffet, zum ersten Mal auf dieser Reise frühstücke ich u. a. Oatmeal und French Toast. Dann packen wir unsere Siebensachen, checken aus und fahren zunächst einmal auf die Chéticamp vorgelagerte Insel.

Dort am Leuchtturm, zwischen den Kühen, soll es einen Cache geben, den wir aber nicht finden. Doch alleine wegen Aussicht, Landschaft und vorwitzigen Kälbchen hat sich der Ausflug gelohnt.

Danach gibt es ein Trosteis (Sea Salt Caramel für mich) und wir fahren los und hinein in den Cape Breton Highlands Nationalpark. Während der Liebste den Eintritt bezahlt, finden das Teilzeitkind und ich hinter dem Gebäude der Parkinformation endlich einen Cache und der Tag ist vorerst gerettet. Auf der spektakulären Küstenstraße des Cabot Trail fahren wir eine Dreiviertelstunde bis in den nächsten Ort, Pleasant Bay, der bereits unser heutiges Ziel ist. Zwischendurch müssen wir aber auch zweimal anhalten um uns an der Aussicht zu erfreuen und viele Fotos zu machen.

In Pleasant Bay parken wir am Hafen, wo der Liebste in einer Stunde zu einer Whale Watching Tour aufbrechen wird. Da das Teilzeitkind letztes Jahr beim Whale Watching auf Brier Island seekrank wurde, ist es dieses Jahr nicht zu überreden und wir zwei bleiben (seit Monaten so verabredet) an Land. Wir spazieren durch den Hafen, der Liebste und das Teilzeitkind klettern am Strand herum, das Teilzeitkind sammelt Hagebutten für heimtückische Zwecke und dann ist es auch schon Zeit, den Liebsten ins Boot zu setzen.

Wir winken dem mutigen Seebären und gehen dann direkt ins Walmuseum nebenan. Dort gibt es Wissenswertes über Wale im Schnelldurchlauf, am interessantesten sind für das Kind die multimedialen Anteile – ein Zeitstrahl über die Evolution der Wale, ein Video über Walfang und das Anhören der verschiedenen Walgesänge. Dank vom Museum vorbereitetem Suchspiel ist es mehr mit dem Finden von Gegenständen beschäftigt als mit der Ausstellung selbst, aber mir soll es Recht sein. Im Shop kaufen wir dann noch eine neue Orca-Tasse für den Liebsten (sein Lieblingstier) und dann sitzen wir draußen vor dem Museum in der Sonne. Das Teilzeitkind nutzt das WLAN des Museums, um ausführlich auf meinem Handy zu zocken, ich beschäftige mich mit den Wanderkarten des Nationalparks. Und dann ist der Liebste auch schon wieder da – sie sind direkt nach dem Rausfahren auf eine Schule Pilotwale gestoßen und haben, nachdem alle ausführlich Fotos gemacht haben und der Großteil der Passagier*innen die Wale gefüttert hatte (der Liebste nicht), frühzeitig wieder umgedreht. So haben wir die heldenhafte Rückkehr des Seebären leider verpasst.

Wir fahren zu unserem heutigen Motel, beziehen unser Zimmer und gehen dann nebenan in den General Store und besorgen Chips und Limo für den Abend und ein Eis für den Liebsten (er hatte morgens keins), sowie ein zweites für das Teilzeitkind. Dann ruhen wir uns kurz aus, bevor wir zu einer kurzen Wanderung in der Nähe aufbrechen. An einem Bachlauf entlang geht es durch den Wald bis zu einem Wasserfall.

Diese Wanderung geht ohne größere Dramen oder Schlammlöcher ab und es kommen auch keine Kojoten vor, wir hätten aber für die auch Stöcke dabei gehabt. Als wir zurück am Auto sind, fahren wir direkt wieder hinunter ans Wasser und gönnen uns ein leckeres Abendmahl im Sonnenschein auf der Terrasse eines der Fischrestaurants hier.

Lokale Austern
Zitronenlimonade mit Blaubeeren
Salat mit Apfel, Mandeln, Cranberries und Mohn-Vinaigrette
Eine halbe lokale Schneekrabbe mit Butter, Kartoffelbrei und Coleslaw
Coconut Cream Pie

Nach dem Abendessen fahren wir zurück zum Motel. Der Liebste holt sich an der Rezeption noch ein Bier, für die anderen gibt es Limo und wir lassen den Abend mit Bergblick ausklingen. Nachdem die Sonne untergegangen ist, wird es schnell kühl und wir machen uns bettfertig. Halb 10 (!) geht das Licht aus. Der Liebste schläft, das Teilzeitkind hört Hörspiel und ich nicke auch bald über meinem Kreuzworträtsel ein.

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