Die Magie der Daten

Es ist bloßer Zufall, wann jemand geboren wird. Und wie dieser Tag benannt wird, hängt vom jeweiligen Kalender ab. Auch Zufall, dass wir uns irgendwann mal auf einen weltweiten Standard geeinigt haben. Nichtsdestotrotz haben Geburtsdaten und die Beschäftigung damit einen gewissen Reiz – zumindest für mich. Vielleicht liegt es daran, dass mir schon als kleinem Kind immer gesagt wurde, dass mein Geburtstag der Sommeranfang sei und der längste Tag des Jahres.

Später habe ich als Teenager enthusiastisch die Geburtsdaten (und Sternzeichen) meiner Lieblingsstars auswendig gelernt und – da ich ein sehr gutes Datums-Gedächtnis habe – man könnte mich auch heute noch nachts wecken und ich könnte mit 100prozentiger Sicherheit sagen, dass Barby Kelly am 28.04. geboren ist, Brad Pitt am 18.12., Johnny Depp am 09.06. oder Taylor Hanson am 14.03. Und wenn ich dann im realen Leben jemanden treffe, der an so einem Datum Geburtstag hat, fällt mir das natürlich auch immer sofort ein.

George Harrison war bei mir immer unter dem 25.02. gespeichert. Wie passend, dass dann auch mein Liebster dieses Datum als seinen Geburtstag führt. Ist nur leider falsch. Denn geboren wurde er tatsächlich am 24.02. kurz vor Mitternacht. Nur war der Arzt – vermutlich weinselig und gut gefüllt von einem mehrgängigen Abendessen – erst nach Mitternacht in der Lage, die Geburt offiziell zu registrieren. So feiern wir nun immer an beiden Tagen, was ja auch nichts schlechtes ist. Aber stellt Euch mal meine Reaktion vor, als ich bei unserem Liverpool-Trip im letzten Jahr während der Magical Mystery Tour erfuhr, dass neue Quellen belegen, dass George Harrison auch bereits am 24.02. geboren wurde! Ha!

Diese Gleichzeitigkeit von Geburtstagen ist ja auch so eine Sache. Es gibt in meinem Freundeskreis Tage, wo bis zu drei Leute Geburtstag haben. Und es gibt Tage, die gänzlich frei von Geburtstagen sind. Gibt es eine Statistik darüber, dass manche Tage geburtenintensiver sind, analog zu den Monaten? Wenn ich Leute kennenlerne, ist die Wahrscheinlichkeit zum Beispiel sehr hoch, dass sie am 09.01., 21.02., 01.07., 15.09. oder 11.11. Geburtstag haben.

Nur mein eigener Geburtstag, den hatte ich immer für mich alleine. Einzig ein alter Nachbar teilte ihn mir mir, den ich irgendwie nie mitzählte. Trotzdem waren mir immer Leute sympathisch, die irgendwie um meinen Geburtstag herum geboren waren. Die mussten ja irgendwas mit mir gemeinsam haben. Und dann traf ich vor fünf Jahren jemanden, der nicht nur am selben Tag Geburtstag hat wie ich, sondern auch noch im selben Jahr und zur selben Stunde geboren ist. 21. Juni 1983, halb 2 Uhr morgens. Er allerdings trotzdem eine Stunde später, denn er ist Engländer. Selbstverständlich wurden wir Freunde. (Wahrscheinlich würde ich mich auch mit Prinz William, Ian McEwan, John Paul Young, Michel Platini, Manu Chao und Juliette Lewis gut verstehen…)

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