26.08.2023 – Jetlag-Samstag

Ich war ja schon um 21 Uhr im Bett, daher ist es zunächst nicht verwunderlich, dass ich gegen 1 aufwache und kurz aufs Klo gehe. Dann sind die Katzen wieder so glücklich, dass ich da bin und brauchen eine Weile wieder einzuschlafen – nur bleibe ich dann wach. Insgesamt mehr als drei Stunden, in denen ich Podcasts höre, Kreuzworträtsel mache, im Internet herumlese, ein bisschen Netflix laufen lasse… Nichts hilft, aber dann ist es irgendwann halb 5 und beim nächsten Podcast fallen mir doch die Augen zu und dann schlafe ich nochmal bis nach 12. Erst im morgendlichen Telefonat mit dem Liebsten wird mir klar, dass die zweite Schlafphase ungefähr mein Nova-Scotia-Schlafrhythmus war.

Der Liebste hingegen hatte sich extra einen Wecker gestellt, um mit dem Teilzeitkind schnell wieder im deutschen Alltag anzukommen. Seit halb 9 hatte er schon mehrfach angerufen (kam aber gegen meine Nicht-stören-Funktion nicht durch) und war danach schon letzte Schulsachen einkaufen und lauter andere Dinge, die er mir dann erzählt, während ich langsam wach werde. Außerdem haben die beiden heute noch zwei WG-Castings (seine Mitbewohnerin hatte über Beziehungen unvermutet schnell eine Wohnung gefunden, meiner sucht bisher Berlin-typisch vergebens).

Nach dem Telefonat mache ich mir zum Frühstück Müsli und Weißen Tee und lege mich erstmal wieder hin. Das Internet will leer gelesen werden, bei Duolingo und Babbel warten Aufgaben… Dann mache ich mir Gedanken über die bestmögliche Nutzung der verbleibenden Urlaubstage für dieses Jahr und habe eine ziemlich gute Idee, die ich aber noch mit dem Liebsten, ein paar Leuten auf Arbeit und meinem Bankkonto besprechen muss. Und mit mir selbst, wenn ich noch etwas mehr geschlafen habe – eine oder zwei Wochen gebe ich mir da noch.

Gegen 15 Uhr stehe ich dann auf, mache mich draußenfertig und verlasse das Haus. Erst bringe ich Müll weg, dann versuche ich mich erfolgreich an einem weiteren Geocache und dann gehe ich in den Supermarkt. Ich kaufe die üblichen „frischen“ Dinge, die mir durch die drei Wochen Abwesenheit fehlen – Obst, Gemüse, Eier, Milchprodukte, Brot und was für drauf. Beim Obst gibt es u. a. Mirabellen (die aber noch nachreifen müssen) und eine Gurkenmelone – der innere Foodie sagt: Ausprobieren! Außerdem gibt es eine Flasche Federweißer, der noch gar nicht auf meinem Einkaufszettel stand, weil in meinem Kopf noch Hochsommer ist. Aber nachher ist es so wie in dem einen Jahr, wo ich gar keinen mehr bekommen habe, weil ich in der entscheidenden Zeit nicht dazu kam, also lieber gleich kaufen und dann ggf. später nochmal.

Zusätzlich zu meinem Kram kaufe ich auch noch ein paar Dinge für den Lieblingsnachbar ein, der seit Montag mit Covid zuhause ist. Die hänge ich ihm samt seiner Post (diesmal hat er welche) an die Türklinke, bevor ich wieder nach Hause gehe. Dann erstmal Lebensmittel verräumen und kurz ausruhen. Weil ich für das Toastbrot Platz im Tiefkühlschrank brauche, esse ich auch direkt noch einen Flutschfinger, der von meinem Nachgeburtstagspicknick übrig war. Die weiteren Programmpunkte für heute sind Katzenklos säubern, Bett neu beziehen und Geburtstagsgeschenk für die Freundin einpacken, die morgen nachfeiert.

All das erledige ich irgendwann im Laufe des Nachmittags und Abends, dazwischen mehrere Telefonate mit dem Liebsten und weiteres Herumsandeln im Internet. Irgendwann gibt es Stullen und Apfel zum vermeintlichen Abendbrot, danach lege ich mich mit Podcast und einem Glas Federweißer (Rosé, aus Apulien, noch kaum vergoren und daher fast nur sehr süßer Traubensaft) in die Badewanne, um müde und bettschwer zu werden.

Das klappt noch nicht so ganz und ein Hüngerchen habe ich auch noch. Also öffne ich nach der Baderei noch eine kleine Tüte Knabberkram (geröstete Mais-Kringel aus Japan, aus dem Snack-Abo, das ich von meiner ehemaligen Chefin zu Weihnachten bekommen hatte – ich bekam Snacks von den Philippinen, aus Taiwan und aus Japan und es sind immer noch eine ganze Menge da, weil ich ja selten Snacks esse) und gucke eine Folge Mad Men. Und noch eine und noch eine – die dritte Staffel zu Ende, da ist es 1 Uhr. Ich gehe Zähne putzen, mache das Licht aus und gucke dann „zum Einschlafen“ noch die erste Folge der vierten Staffel. Und die zweite, bei der schlafe ich dann aber wirklich ein, irgendwann zwischen 2 und 3 Uhr morgens. Not too bad!

25.08.2023 – Zurück in Deutschland

Ich wache im Flugzeug auf und sehe schräg gegenüber auf dem Bildschirm einer Mitreisenden, dass wir uns inzwischen über Irland befinden, also in maximal 1,5 Stunden da sein sollten – ergo habe ich irgendwas um die 2, vielleicht 2,5 Stunden geschlafen. Jetzt weiterschlafen lohnt sich nicht mehr, bald wird es Frühstück geben – das Licht wird schon langsam wieder heller gedimmt. Um den „Wizard of Oz“ weiter zu gucken, bin ich zu müde und in der falschen Stimmung. Also beschäftige ich mich ein wenig mit Kreuzworträtseln und dann schaue ich zwei Folgen „Modern Family“. Zum Frühstück nehme ich nur einen Tee und stecke das „Tomaten-Ei-Sandwich“ für später ein. Und dann landen wir, der Verpätung entsprechend, etwa halb 9 in Frankfurt. Hallo Deutschland, wir sind’s wieder.

Wir verlassen das Flugzeug und dank des Teilzeitkinds werden wir dann recht schnell an der langen Einreiseschlange vorbeigelotst und sind bald an den Gepäckbändern. Jetzt heißt es erst einmal warten, die Zeit für Klogänge nutzen etc. Dann mit Gepäck weiter zur Gepäckaufbewahrung, wo ich gegen 4 € meine Powerbank wieder auslösen kann. Weiter geht es zum Bahnhof. Den erstmöglichen Zug haben wir wegen der Verspätung verpasst, aber bis zum nächsten müssen wir auch nur so 40 Minuten warten – genug Zeit, um uns mit Proviant einzudecken. Der Zug kommt fast pünktlich und dann bin ich auch bereit für Frühstück.

Während der gut vierstündigen Zugfahrt penne ich zweimal für ein halbes Stündchen oder so weg, ansonsten lese ich im Internet herum. Der Liebste und das Teilzeitkind sitzen eine Reihe vor mir und damit quasi in einer anderen Welt. Auch die beiden schlafen ein- zweimal kurz, ansonsten ist ja der Plan, uns so lange wie möglich wachzuhalten heute. Zwischen Halle und Berlin beginnen der Liebste und ich mit rührseligen Verabschiedungen, das Teilzeitkind findet uns peinlich, das finden wir witzig. In Südberlin steigen die beiden dann aus, ich fahre noch weiter bis zum Gesundbrunnen und nehme von da die Ringbahn nach Hause. Die Stadt fühlt sich so an, als wäre ich nie weggewesen, die letzten drei Wochen wie ein langsam verblassender Traum. Verrückt, wie das Gehirn manchmal funktioniert.

Zuhause werde ich von den Katzen empfangen, erst schüchtern – für etwa eine halbe Minute – dann stürmisch. Ich stelle kurz meine Sachen ab, setze mich erst einmal in den Liegestuhl auf dem Balkon und lasse mich dann bekuscheln und beschnurren. Auf den ersten Blick scheint es keine größeren Dramen in meiner Abwesenheit gegeben zu haben. Der Großteil der Balkonkräuter war vorher schon hinüber, dafür ist die einzige Frucht am Zitrusbaum doppelt so groß wie vor drei Wochen. Die Wohnung ist soweit geputzt, nur in meinem Zimmer gibt es einen leicht angetrockneten Katzenkotzefleck – da war der Mitbewohner halt nicht drin. An Post gibt es genau einen Brief – Dialogpost. Der Mitbewohner kommt kurz danach zwischen zwei Meetings aus seinem Zimmer und wir bringen uns fix auf den neusten Stand.

Danach lade ich kurz mein Handy auf, gucke, was seit meiner Ankunft in der Welt passiert ist, erstelle mir einen eigenen Geocaching-Account und befreunde ihn mit denen des Liebsten und des Teilzeitkinds, packe meinen Koffer aus und stelle die Waschmaschine an. Da wir ja auch im anderen Zuhause an der Bucht waschen konnten, kommt mit der letzten Dreckwäsche von vor dem Urlaub genau eine Ladung zusammen – inkl. der gestern neu gekauften Sachen. Dann gehe ich nochmal nach draußen – Aktivität gegen das Müdewerden, Schrittziel vollbekommen, ersten Geocache einsammeln.

Den zweiten angepeilten finde ich nicht, das probiere ich dann ein anderes Mal wieder. Währenddessen schickt der Liebste Fotos vom Teilzeitkind beim Stammitaliener – Urlaubsausklang bei Pizza und Pasta. Als ich wieder zuhause bin, schaue ich, was ich mir zum Abendbrot gönne und bestelle dann vietnamesisches Essen in Mehrwegdosen: Gebackene Frühlingsrolle mit Hühnerfleisch und Garnelen in Minz-Fischsauce und Vollkorn-Reisbandnudeln, Wasserspinat und Pak Choi in einer scharfen Tamarindenbrühe mit Tomate und Ananas. Dazu gibt es eine Orangen-Vanille-Limo aus dem Feierabendvorrat. Zurück in der Großstadt und (noch?) nicht (wieder?) auf Histamin-Entzug, das muss man doch ausnutzen!

Bis das Essen da ist, vertreibe ich mir die Zeit mit TikTok, dabei kippt mir schon mehrfach der Kopf weg. Zwischendurch ruft nochmal der Liebste an, jetzt auch völlig zerstört und halb 9 auf dem Weg ins Bett. Ich habe mein Essen um 9 aufgegessen, hänge noch schnell die Wäsche auf und gehe dann auch direkt schlafen.

24.08.2023 – Der verflixte Rückflugtag

Ich wache kurz nach 6 Uhr erholt, aber nicht zufrieden auf – heute müssen wir zurückreisen! Der Morgen beginnt jedoch erst einmal gemütlich, mit Internet leer lesen, kuscheln und bloggen und Kaffee trinken im Bett. Gegen halb 9 stehe ich dann auf, gehe duschen und packe dann meinen eigenen Koffer. Dann sitze ich eine lange Weile draußen auf dem Deck, sinnend auf die Bucht blickend und mich innerlich verabschiedend. Irgendwann kommt der Liebste dazu und wir überlegen gemeinsam, wann und wie wir vielleicht das nächste Mal hier sein werden. Währenddessen deckt meine Mama drinnen den Frühstückstisch und dann gibt es nochmal ein gemütliches Familienfrühstück zu fünft.

Nach dem Essen wird weiter gepackt und immer wieder quer durchs Haus gelaufen und immer noch etwas gefunden. Als wir endgültig fertig sind, beladen wir das Auto und dann ist es Zeit für die traditionellen Abschiedsfotos. Dann reißen wir mit einem Ruck das Pflaster ab, bzw. uns los, und fahren kurz vor 12 Uhr los. Mit dem Känguru auf den Ohren geht es in guten anderthalb Stunden nach Halifax, wo wir downtown in einem Parkhaus parken. Dann kraxeln wir für das heutige Touri-Erlebnis den Berg der Zitadelle hinauf und schauen uns dort ein wenig um – inklusive Wachablösung.

Dann spazieren wir ein wenig durch die Innenstadt und bleiben dann im Patio eines Pubs hängen, aus dem laute Musik schallt. Zum Mittagessen gibt es für den Liebsten Bruschetta (oder was man in Nordamerika dafür hält), für das Teilzeitkind und mich Burger, Pommes und Cranberrysaft. Am letzten Tag des Urlaubs esse ich nun also meinen ersten Burger hier und das hat sich richtig gelohnt – nicht nur ist das der „originale“ Dirty Burger aus Trailer Park Boys, er ist auch total lecker! Am Nebentisch übrigens Speaker*innen der gerade stattfindenden ICPE, passend zur neuen Covid-Welle.

Nach dem Essen schlendern wir runter zur Waterfront, für einen letzten obligatorischen Programmpunkt in Halifax – Eis bei Cows (außer für mich, ich bin mit Burger verdauen beschäftigt) und Merch für alle – eine Plüschkuh für das Kind, einen Hoodie für den Liebsten und ein T-Shirt für mich.

Dann geht es an der Waterfront entlang zurück zum Auto.

Wir fahren hinüber zum Flughafen – wegen eines Navifehlers aus Versehen über die mautpflichtige Brücke und nicht einmal um den gesamten Hafen herum. Aber so haben wir die Brücke auch mal von oben gesehen und jetzt als To Do fürs nächste Mal, hier mal zu Fuß rüber zu laufen – ich will Fotos vom Hafen machen, der mich aus der Höhe an den von Sydney erinnert und der Liebste will sich in Ruhe die Fregatten der kanadischen Marine begucken, die unter uns vor Anker liegen.

Am Flughafen geben wir ganz unkompliziert unser Auto ab, checken unser Gepäck ein und kommen in Rekordgeschwindigkeit durch die Security. Dann haben wir noch anderthalb Zeit bis zum geplanten Boarding. Wie letztes Jahr lege ich eine kleine Shoppingpause ein – ich bekomme einen Schal im Nova Scotia Tartan Look, der Liebste eine dazu passende Boxer Shorts und das Teilzeitkind eine Kette mit Sand Dollar „und Blau!“.

Dann noch Wasserflasche auffüllen und wie auf dem Hinflug ein Parfümpröbchen im Duty Free Shop abgreifen, gegen Schweißgeruch im Flugzeug. Diesmal ist das Teilzeitkind mit am Start und wir entscheiden uns für Acqua Gioia. Währenddessen kauft der Liebste nochmal lokale Alkoholika als Mitbringsel für anstehende Geburtstage. Dann sind wir bereit fürs Boarding, aber das Flugzeug noch nicht. Anderthalb Stunden länger müssen wir sitzen und warten, weil es zwei Stunden zu spät aus Frankfurt eingetroffen ist. Das Boarding beginnt dann also erst 20:30 Uhr. Bis wir sitzen, fliegen und das Abendessen serviert ist, ist es wahrscheinlich schon fast 22 Uhr. Ich schaue zum Essen „Das Menü“, ein ziemlicher Kontrast zum Flugzeugessen.

Danach mache ich mir zum Runterkommen den Wizard of Oz an und schlafe irgendwann für anderthalb oder zwei Stunden ein.

23.08.2023 – Besorgungen, Abschiede, Abendessen

Heute ist der letzte volle Tag in Kanada und das finden zumindest der Liebste und ich so gar nicht in Ordnung, das Teilzeitkind ist ambivalent und freut sich auch schon wieder auf zuhause, Familie, Geschwister, andere Kinder usw.

Der morgendliche Blick beim Kaffeekochen

Beim Frühstücken machen wir Pläne für den Tag. Danach treffe ich telefonisch eine Verabredung für später und reserviere für abends einen Tisch in einem Restaurant ein paar Städtchen weiter, das Teilzeitkind telefoniert mit Mama und Geschwistern, der Liebste liest, mein Papa mäht den Rasen und meine Mama passt auf, dass er es richtig macht.

Irgendwann brechen wir drei auf – erst in den Supermarkt. Dort gibt es Ahornsirup und des Liebsten Lieblingsbrezeln für zuhause, Proviant für die Reise und Saft, Waschmittel und Klopapier für meine Eltern. Weiter gehts ins Dorf, die Postkarten einwerfen, die das Teilzeitkind geschrieben hat. Im Dorfladen holen wir uns dann Eis bzw. alkoholfreien Pfirsich-Cider für mich, und setzen uns an den Fluss.

Nach obligatorischen Selfies auf der Brücke fahren wir weiter zu unserer Verabredung. Ich sitze bei guten Freund*innen und Nachbar*innen meiner Eltern auf der Terrasse, blicke aufs Meer und vergesse über dem Erzählen (das Leben zwischen Kanada und Deutschland im Allgemeinen und im Besonderen, inkl. Bürokratie, Gesundheitssystem, Klimawandelfolgen und jeweiliger politischer Partikularentwicklung), Fotos zu machen. Das Teilzeitkind und der Liebste klettern derweil mit Handschuhen bewaffnet über die Felsen auf dem Grundstück und halten unten beim Steg Füße (und einen Kopf) ins Wasser. Gegen 3 müssen die beiden los zu einem Termin und wir verabschieden uns bis zum nächsten Wiedersehen in Berlin. Wir gucken auf dem Heimweg noch schnell nach einem Cache, dann gibt es Kaffee und selbstgebackene Muffins auf der eigenen Terrasse.

Nach dem Essen werde ich schlagartig sehr müde und brauche ein Mittagsschläfchen auf dem Sofa. Danach machen wir uns für den Abend fertig und fahren eine gute halbe Stunde in ein idyllisches Städtchen (1064 Einwohner*innen), das einer ganzen Bucht ihren Namen gibt (oder andersherum). Da wir auf dem Weg weiter das Känguru gehört haben, reden der Liebste und ich die ganze Zeit wie Hertha, während wir die Caches der Stadt abgrasen, und sind dem Teilzeitkind peinlich. Jibt halt sone und solche, wa, wat willste machen. Und denn jibtet noch janz andere, aber dit sind die Schlimmsten!

Wir legen die Hertha erst ab, als wir ins Restaurant einkehren und dort meine Eltern wieder treffen.

Craftbeer und Cider direkt von hier aus dem Städtchen
Sommer-Spinatsalat mit Erdbeeren, Orangen, Mandeln und Mohn-Dressing
Pizza mit Hummer und Jakobsmuscheln
Mousse au chocolat aus Süßkartoffeln

Nach dem Essen fahren wir heim, lassen den Urlaub Revue passieren und nehmen noch einen Apple Brandy als Absacker und zum Anstoßen auf Oma, die heute 95 geworden wäre.

22.08.2023 – Die große Seeschlacht am Lac a Pic

Die Ü40-Generation im Gazebo auf dem Steg am See wacht früh auf, während das Teilzeitkind noch gemütlich schlummert und dann zeitnah gemütlich Hörspiel hört. Der Liebste läuft nach oben ins Haus, wo die Ü60-Generation auch noch schläft, und macht Kaffee und dann sitzen wir gemeinsam draußen und gucken aufs Wasser. Ich habe Mühe, die Augen aufzuhalten und Gedanken nicht nur zu denken, sondern auch zu artikulieren.

Der Liebste hingegen hat Lust auf eine „schnelle“ Paddeltour vor dem Frühstück. Da er mich nicht überreden kann, nimmt er erstmals das Kayak und landet beim Versuch einzusteigen prompt mit dem Hintern im Wasser. Er verlangt, das Teilzeitkind zu holen, damit es seinen nächsten Reinfall live miterleben kann. Die Aussicht auf einen in Klamotten plantschenden Vater ist genug, um das Kind aus dem Gazebo zu bekommen. Diesmal jedoch klappt es mit dem Einsteigen und Lospaddeln. Wir sind ein wenig enttäuscht. Der Liebste paddelt vorsichtig auf dem See, kehrt aber bei den ersten Wellen lieber schnell um – Kayak muss man erstmal bisschen üben, wenn man nur Kanu gewöhnt ist. Zum Glück bekommt er später noch ausreichend Gelegenheit dazu.

Erstmal geht es jedoch nach oben zum gemeinsamen Frühstück auf der Terrasse, inkl. Restewürstchen von gestern Abend. Danach machen wir das Kanu bereit – ich vorne, das Teilzeitkind in der Mitte und der Liebste hinten und drehen gemeinsam eine Runde über den See. Ob die Kinder der First Nations damals auch immer gemeckert haben, dass ihnen langweilig ist, wenn sie mit ihren Familien die kanadischen Flüsse entlang gereist sind? Wieder zurück am Steg beschließe ich die Paddelei für diesen Urlaub und schwimme stattdessen eine Runde, während die anderen beiden sich die große Seeschlacht vom Lac a Pic liefern: Der Liebste im Kayak, das Teilzeitkind auf einer Mischung aus Kinderkayak und SUP. Sie versuchen, sich gegenseitig zu rammen und ins Wasser zu werfen, scheitern aber kläglich. Nach einer kurzen Ausruhpause zum Sonnencreme nachlegen, wechseln sie die Gefährte, was lustig aussieht, aber auch keine Reinfälle mit sich bringt. Dann bekommt das Teilzeitkind ein Hüngerchen und schon werden uns bergeweise Waffeln, Butterkuchen, Apple Pie und Eis aufgefahren. Danach dürfen die anderen beiden nochmal aufs Wasser, während ich mich endgültig anziehe und anfange, das Auto zu beladen.

Gegen halb 4 brechen wir auf zu einer Eisdiele in der Nähe, die 40 Sorten – darunter 24 Sorten Softeis – hat. Ich entscheide mich für das Pfirsich-Softeis, die anderen nehmen Chocolate Chip Cookie Dough mit Erdbeere bzw. Orange. Wir geben unseren lieben Gastgeber*innen auch noch ein Eis aus und fahren dann die knapp zwei Stunden zurück zu meinen Eltern (nicht ohne zwischendurch noch einen schnellen Geocache einzusammeln und natürlich weiter das Känguru zu hören).

Zuhause räumen wir das Auto aus (Wir hatten Schlafsäcke, Isomatten, Schwimmwesten etc. dabei), hängen unsere nassen Sachen auf und ruhen uns ein wenig aus, bevor es dann das restliche Grillgut von gestern und Salat zum Abendessen gibt. Nach dem Essen gibt es wieder eine Runde Sagaland (ich gewinne zum dritten Mal hintereinander, wir sollten jetzt damit aufhören) und dann fallen wir kurz nach 10 alle hundemüde in unsere Betten.

21.08.2023 – Mini-Roadtrip, Aliens und ein See

Wir sind ja inzwischen ganz gut darin, zu dritt in einem Zimmer zu mächtigen und schlafen angemessen lange aus. Als ich mich in die Küche schleiche, um Kaffee zu kochen, sitzt der Besuch schon mit Tee auf dem Deck und hat Kekse in die Küche gestellt. Unser Morgenritual sieht deshalb heute etwas festlicher aus (Man beachte das Eisbär-Tablett!).

Irgendwann später am Vormittag gibt es dann Frühstück zu siebt, bevor wir drei unsere Sachen für einen Mini-Roadtrip packen und uns wieder auf die Straße begeben – es läuft die Känguru-Offenbarung und alle sind’s zu zufrieden. Wir fahren schnell durch ein kleines Regengebiet durch und bei unserem ersten Stopp an einem kleinen Strand ist schon wieder alles trocken. Wir finden einen Cache und laufen dann den Strand entlang zu dem kleinen 500-Einwohner-Städtchen Lockeport, das auf einer vorgelagerten Insel liegt und somit fast komplett von Wasser umschlossen ist. Eigentlich wollten wir hier einen Kaffee trinken, aber es ist Montag und die beiden Restaurants haben zu. Also laufen wir nur umher, begucken und die bunten Häuser und lassen uns von einem Local anquatschen, der uns erzählt, dass die Leute hier sehr freundlich und gesprächig sind.

Dieser Eindruck bestätigt sich dann auch nochmal in der Touristeninformation samt Souvenirshop. Man ist wahrscheinlich einfach froh, wenn mal jemand da ist, mit dem man reden kann und den man noch nicht sein ganzes Leben lang kennt. Wir fahren dann recht schnell weiter in das nächste Städtchen, Shelburne, das ungefähr 16x so groß ist, viele historische Bauten hat und deshalb auch häufige Filmkulisse ist. Hier bekommen wir nicht nur Kaffee, sondern auch Sandwiches – Philly Beef ohne Käse für das Teilzeitkind, Smoked Meat mit Provolone für den Liebsten und ein Reuben für mich.

Nach dem Essen und einem Eis für das Kindelein spazieren wir durch das Zentrum, begucken uns die Häuser und sammeln noch einen weiteren Cache ein, bevor es zurück auf die Straße geht. Einige von uns turnen vorher noch.

Jetzt haben wir ein längeres Stück Highway vor uns, aber etwa nach der Hälfte sehen wir Schilder zu einem Ort, den wir aus diesem Internet kennen, und beschließen, die Gelegenheit zu nutzen – so tief im Süden der Halbinsel sind wir sonst selten. Je näher wir Shag Harbour kommen, desto einsamer, wilder und nebliger wird es da draußen. Hier ist 1967 ein unbekanntes Flugobjekt in das Hafenbecken gestürzt und bis heute hat man es weder gefunden noch sich erklären können, dass as das eigentlich war. Folgerichtig ranken sich vielfältige Theorien um den Ort und einige Enthusiast*innen haben sogar ein UFO Interpretative Center eröffnet, in dem man sich darüber informieren kann. Da der Eintritt aber 5 Dollar pro Person beträgt, ist uns das dann doch nichts und wir laufen nur ein wenig herum, fotografieren und sammeln einen Cache mit dem Namen „Beam me up, Scotty“ ein.

Dann fahren wir weiter nach Yarmouth, von hier fahren die Fähren rüber nach Maine, aber wir wollen eigentlich nur kurz einkaufen. Im Superstore decken wir uns mit Grillgut ein und fahren direkt weiter ins Landesinnere an einen See. Hier ist das Ferienhaus von Freund*innen meiner Eltern, die uns eingeladen haben und bereits mit meinen Eltern (und je einem Glas Gin Tonic) unten auf dem Bootssteg auf uns warten. Wir begrüßen uns herzlich, verstauen unser Gepäck im Gazebo auf dem Steg, wo wir drei heute Nacht schlafen werden und bekommen dann selbst Gin Tonic bzw. Sprite in die Hand gedrückt. Bis zum Sonnenuntergang bleiben wir auf dem Steg bzw. stürzen uns in und auf das gar nicht so kühle Nass.

Dann wird es Zeit für das Abendessen – die Dame des Hauses bereitet vier Lobster zu, während der Liebste sich an den Grill stellt und verschiedene Würste, koreanisch marinierte Grillspieße und Halloumi grillt. Dazu gibt es Salat, Möhrchen, Naan und Hotdog-Brötchen und hinterher Eis für alle, die wollen.

Wir schlemmen und erzählen und das Teilzeitkind übt sich im Lobsterscherenknacken (weigert sich aber, zu kosten). Später wechseln wir auf die Couch, erzählen noch mehr und drei von uns wagen sich an eine sehr lange Partie Scrabble.

Kurz vor Mitternacht gehen wir drei Zähneputzen und dann mit Taschenlampen bewaffnet hinunter in den Gazebo auf den Steg, wo wir in unsere Schlafsäcke krabbeln und zu Wasserglucksen, Grillenzirpen, Loon-Rufen und Harry-Potter-Hörbuch einschlafen.

20.08.2023 – Sonntag, Strand und Kamin

Der Sonntag beginnt mit der Frage nach einem Frühstücksei, die wir enthusiastisch bejahen. Da liegen wir schon zu dritt wach – das Teilzeitkind hat mir bereits mein Handy abgeschwatzt, der Liebste guckt in seins und trinkt Kaffee, ich lese im Buch und trinke meinen. Kurz danach heißt es „Hurtig Kinder, kommt zu Tisch“ und wir frühstücken ausgiebig und gemütlich. Danach chillen wir alle vor uns hin, ich blogge fertig und bediene die Sprachlern-Apps, der Liebste vertieft sich in sein Buch, das Teilzeitkind hört Hörspiel… Irgendwann kommt ein wenig Aktivität ins Spiel, denn nachher kommt Besuch.

Des Teilzeitkinds Protestaktion neulich hat gefruchtet, es muss nicht aus seinem Zimmer ausziehen. Dafür bekommt es uns als Zimmernachbarn. Der Liebste und ich packen also unsere Siebensachen und machen das Gästezimmer frei, beziehen das Bett des Teilzeitkinds (aber nur zum Schlafen, tagsüber bleiben wir dem Zimmer fern!) und das Kindelein bekommt eine Matratze auf dem Boden. Dann erst einmal wieder ausruhen und lesen, es ist schließlich Sonntag. Gegen halb 3 wird die Langeweile dann zu groß (dem Kind, nicht uns) und wir fassen einen Ausflugbeschluss. Schnell noch etwas Kuchen fassen und dann geht es Känguru-hörend die Küste hinunter zu einem Strand, an dem die beiden noch nicht waren.

Wir spazieren durch ein Waldstück an den Strand und dann über Steine und durch Priele ein wenig hin und her, dann entscheiden wir uns ein Stück Sandstrand. Außer uns sind nur zwei weitere Gruppen da, die eine ging, als wir kamen, die zweite geht jetzt. Wir haben den ganzen schönen Strand für uns alleine. Das Teilzeitkind badet mutig – und ist es zu frisch und windig. Dann baut es mit dem Liebsten an einer riesigen Sandburg, während ich weiter hinten in der Sonne liege und einfach nur bin. Nach guten zwei Stunden brechen wir schließlich wieder auf und fotografieren auf dem Rückweg noch die große Schlange, die wir dem Liebsten auf dem Hinweg verboten hatten, anzusehen.

Zuhause ist inzwischen der Besuch eingetroffen und es wird gekocht, Abendessen zu siebt mit drei Sorten Gemüse, damit alle etwas zu essen finden. Zum Nachtisch gibt es „bewaffneten O-Saft“ aka „Sanften Engel“.

Dann wechseln wir hinüber ins Wohnzimmer, während draußen das letzte Tageslicht verschwindet.

Ich gewinne eine weitere Partie Sagaland (whoopwhoop!) und dann lassen wir den Abend am Kamin ausklingen.

19.08.2023 – Faultag und Stars Hollow auf Kanadisch

Heute müssen wir erst einmal exakt gar nichts. Wir schlafen aus, so lange wir können (bei mir heißt das gegen 7, aber ich war ja früh im Bett), trinken Kaffee/Kräutertee im Bett und bleiben gemütlich liegen, bis wir Hunger bekommen. Es gibt also dann gegen halb 11 Frühstück. Bis dahin hat sich auch der morgens bedeckte Himmel aufgeklart und ich setze mich mit meinem Buch raus auf die Terrasse in die Sonne. Allerdings ist genau dann die zweite Waschmaschine mit unseren Roadtrip-Klamotten fertig und ich stehe direkt wieder auf, um die auf der Wäscheleine auf der Waldlichtung aufzuhängen. Als ich zurück bin, ist es zu windig, um draußen sitzen zu bleiben, also lese ich drinnen weiter.

Am frühen Nachmittag fahren wir hinüber in das Dorf auf der anderen Seite der Bucht. Hier findet dieses Wochenende eine Arts & Crafts Ausstellung von Künstler*innen aus der Gegend statt. Wir haben ja bei den meisten kleinen Dörfchen hier immer dieses „Stars Hollow“-Gefühl – die Landschaft und Architektur sind in Neuschottland ähnlich wie in Neuengland und dann ist jedes winzige Nest plötzlich Stars Hollow.

So auch heute wieder, gerade wenn das ganze Dorf für eine Veranstaltung zusammenkommt. In den Ausstellungsräumen kümmern sich Freiwillige im Schichtdienst um die Organisation, es gibt Auktionen für bestimmte Kunstwerke, ältliche Leutchen haben Kassendienst beim Verkauf von Postkarten und ähnlichem und halten mehr Schwätzchen als dass sie verkaufen… Man weiß, wo die Palladinos ihre Inspirationen hernehmen.

Meine Eltern treffen eine Bekannte, bei der meine Mama immer im großen Garten Beeren pflücken darf. Man unterhält sich über die lokalen Künstler*innen und wer in der Gegend am besten Bilder rahmt und einiges mehr. Insgesamt dreht sich die Welt hier ein bisschen langsamer und entspannter, wie wahrscheinlich überall auf dem Land. Aber hier dann dafür mit solchen Ausblicken vom Hafen aus:

Nach der Ausstellung fahren meine Eltern schon mal los, Kaffee und Tee kochen, während wir an der lokalen Feuerwehr noch den nächsten Geocache abhaken. Dann treffen wir uns alle auf dem Deck bei Pflaumenkuchen und Quarktorte.

Der Nachmittag wird dann wirklich sehr beschaulich, mit Lesen, Mittagsschläfchen, Buntstifte mit dem Messer anspitzen…

Irgendwann verschwinden Mama und Teilzeitkind in der Küche und machen Baba Ghanoush und Hummus, dann grillen wir Zucchini und ich kümmere mich um Bruschetta und Salat. Das Abendessen ist heute eine Art Antipasti-/Mezze-Buffet. Eine weitere willkommene Abwechslung nach all den Burgern und Pommes.

Nach dem Essen gewinne ich dann zum allerersten Mal eine Partie Sagaland, bevor sich die U60-Fraktion mit ihren Büchern und die Ü60-Fraktion mit ihren Laptops beschäftigt, bis es Zeit ist, schlafen zu gehen.

18.08.2023 – Rückfahrt im Regen

Diese Nacht war eher furchtbar. Zwar lagen der Liebste und ich wieder in einem Bett, aber dafür beide jeweils stundenlang wach – er wegen der Weiche des Betts, ich wegen Durchfall und Bauchschmerzen. Ob das nun dem Essen gestern Abend speziell geschuldet ist, oder die Gesamtmenge an Histamin der letzten Tage, oder irgendeinem anderen random Grund, weiß ich nicht zu sagen. Ausgeruht ist am Morgen jedenfalls nur das Teilzeitkind. Nach den vielen Sonnentagen unseres Roadtrips (seit dem R-Wort beim Powwow) war es trocken und meist eben auch blauer Himmel, gibt es heute am Rückreisetag folgerichtig Regen.

Wir packen schnell unsere Sachen zusammen, laden dem Teilzeitkind noch ein paar Hörspiele runter, solange wir noch WLAN haben, checken aus und halten dann gleich einen Kilometer weiter an einem unscheinbaren Diner, wo es dann aber ein hervorragendes Frühstück gibt. Es dauert lange und die Auswahl ist nicht so wahnsinnig groß, wenn man sich für süßes Frühstück oder etwa gar etwas Gesundes interessiert, aber was dann kommt ist wirklich, wirklich lecker.

Eggs Benedict, Homefries, Blaubeerpfannkuchen, Tee

Über diesem Foto entspannt sich ein Gespräch über das Essen hier auf Instagram und ja, man muss das so sagen: Die lokale Küche – zumal die in Restaurants – ist nordamerikanisch speziell. Wenn man kein Fan von Fisch und Meeresfrüchten ist, gibt es hauptsächlich Burger und Pommes, manchmal auch Sandwiches und Steaks. Fastfood-Optionen sind vor allem Pizza, Poutine und Donair – die Nova-Scotia-Variante des Döners. Wenn man Fisch und Meeresfrüchte mag, gibt es vor allem immer wieder die gleichen Standards, die je nach Restaurant besser und schlechter schmecken – Fish & Chips (mit Pommes und Coleslaw), Seafood Chowder, Jakobsmuscheln (meist mit Bacon umwickelt), Lobster am Stück, im Brötchen oder auf Mac‘n‘Cheese. In besseren Restaurants dann auch mal Lachs, Heilbutt, Miesmuscheln, frittierte Venusmuscheln, Austern oder eben Schneekrabbe. Und in den Beilagen dann eben traditionell Pommes und Coleslaw, manchmal auch Kartoffelbrei oder Salzkartoffeln und saisonales anderes Gemüse. Nach fünf Tagen Roadtrip habe ich mich da mit jeweils Vor- und Hauptspeise einmal durchgegessen, ohne mich zu wiederholen. Achja, Salate haben meistens Käse und/oder Fleisch dabei, etwaige Pasta- und Pizzagerichte auch. Wer also vegetarisch/vegan unterwegs ist, muss ganz schön herumlavieren, sich selbst versorgen oder in den größeren Orten (davon gibt es in Nova Scotia überschaubar viele) bleiben, wo es natürlich auch internationaleres Essen gibt und dann z. B. auch Bowls, Burritos etc. In dem Frühstückslokal gestern gab es jedenfalls keine einzige vegetarische Option, von vegan ganz zu schweigen. Von Histamin brauchen wir gar nicht anfangen, ich habe in diesen Tagen aufgehört, die App zu füttern, die sowieso täglich knallrot wurde. Nichtsdestotrotz habe ich in den meisten Lokalitäten lecker gespeist!

So, Ende des Exkurses. Nach dem Frühstück steigen wir ins Auto und fahren dann im strömenden Regen in etwa viereinhalb Stunden (verzögert noch durch Pinkelpausen, Tanken, Kaffee/Kakao holen bei Tim Hortons), Baustellen und langsam Fahren wegen Sturzregen und Aquaplaning zurück zu meinen Eltern. Unterwegs hören wir zuerst alle gemeinsam eine Folge „Die drei !!!“ und danach der Liebste und ich „Per Anhalter durch die Galaxis“ als Hörbuch, gelesen von Christian Ulmen.

Am späten Nachmittag sind wir da, packen aus, werfen die erste Maschine Wäsche an (mit den verschlammten Schuhen und Klamotten von unserer Abenteuerwanderung) und berichten meinen Eltern detailliert von unserem Trip. Da sie hier mitlesen, habe ich dazu nicht allzuviel Neues beizutragen und richte mir nebenbei einen Bluesky-Account ein und beginne, Followings zusammenzusuchen. Erstaunlich, wie viele bekannte Gesichter von Twitter nicht zu Mastodon gekommen sind, aber jetzt dort sind. Ich halte mir das Plätzchen da mal warm und konsumiere passiv, Mastodon fühlt sich inzwischen schon ganz gut zuhause an. Dann chille ich auf dem Sofa, spüre den Bauchschmerzen nach, die immer noch da sind, trinke einen Brombeerblättertee dagegen und gucke raus in den Regen in der Bucht – gemütlich!

Heute ist außerdem der Tag, an dem wir uns gedanklich ausführlicher mit der ernsthaften Rückreise nächsten Donnerstag und der Rückkehr in den Alltag befassen. Schmöchte das nicht!, reserviere aber trotzdem schonmal zwei mögliche Zugverbindungen von Frankfurt zurück nach Berlin und gucke, ob ich das Rail & Fly Ticket herunterladen und die Sitzplätze im Flieger schon auswählen/buchen kann (beides nein, die Bahnseite streikt, der Online-Check-in ist noch nicht verfügbar).

Also weiter im Urlaubsmodus. Zum Abendbrot gibt es leckeren nachhaltig bio-gefarmten Lachs aus der Gegend (Wildlachs ist noch teurer und wird von der Westküste eingeflogen) mit viel Gemüse und Salat. Nach dem Essen spielen wir zu dritt noch eine Runde „Halt mal kurz“, ruhen uns aus und gehen dann kurz nach 10 todmüde ins Bett.

17.08.2023 – Bach sehen, Berg sehen, Meer sehen, See sehen

Wir haben dank des heutigen Arrangements (ich und Teilzeitkind in dem einen, der Liebste in dem anderen Bett), alle drei ganz hervorragend und lange geschlafen. Dafür ist das Frühstück im Motel in der Wildnis eher so lala, aber satt werden wir doch. Danach packen wir unsere Siebensachen ins Auto und fahren los, weiter über den Cabot Trail und in den Nationalpark hinein. Wir beginnen die Aktivitäten schon nach kurzer Zeit mit einem kurzen Spaziergang an einem Bachlauf entlang.

Darauf folgt eine längere Autofahrt durch die Berge, bevor sich die Straße wieder hinunter ans Meer windet.

Von da machen wir einen kurzen Abstecher zu einem Dorf außerhalb des Nationalparks und genießen den Ausblick und das schöne Wetter unten – das hier ist der nördlichste Punkt unserer diesjährigen Reise und auch beinahe der nördlichste von Nova Scotia.

Wieder zurück im Park machen wir die nächste Wanderung, an der Steilküste entlang und mit spektakulären Ausblicken.

Danach ist es Zeit für einen kurzen Eis-Zwischenstopp an einem General Store und dann eine längere Pause an einem Strand. Das Teilzeitkind geht baden, der Liebste hält zumindest die Füße ins Wasser. Mir ist es dafür aufgrund des eisigen Windes zu kalt, aber angeblich ist das Wasser ganz OK warm.

Während sich die beiden abtrocknen und wieder reisefertig anziehen, spaziere ich auf der Suche nach einem Geocache noch ein wenig an einem Süßwassersee hinter dem Strand entlang – leider ist der Cache nicht mehr da, aber der See ist schön.

Kurz hinter dem Strand verlassen wir den Nationalpark endgültig, aber die Straße schraubt sich nochmal bis hoch in die Wolken den Berg hinauf – die armen Radfahrenden, die wir hier immer wieder überholen, das ist wirklich kilometerlang alles sehr steil hier.

Wieder unten haben wir noch ein gutes Stündchen bis zu unserem heutigen Inn vor uns und gönnen uns erstmal eine Kaffeepause am See, mit Fudge Brownie für das Kindelein und Pfirsich-Zimt-Scone für mich. Dann hören wir alle drei zusammen ein „3 !!!“-Hörspiel, bis wir schon fast da sind.

Wir beziehen unser Zimmer, reservieren uns einen Tisch fürs Abendbrot und gehen dann nochmal eine Stunde lang am See spazieren – und drei von vier Caches auf der Route einsammeln.

Die Speisekarte heute hat neben Fisch, Meeresfrüchten und Burgern auch Pasta zu bieten, so dass die anderen beiden auch mal etwas Abwechslung von den ewigen Burgern und Fish & Chips haben. Ich bleibe weiterhin bei den lokalen Spezialitäten.

Überbackene Rockefeller-Austern
Mit Pilzen und Schneekrabbe gefüllte Seezunge, dazu ein halbes Schneekrabbenbeinchen, Kartoffelgratin und Gemüse
Crème brûlée, nicht lokal, aber immer lecker.

Dazu trinken der Liebste und ich einen akadischen Pinot Grigio von der Nordküste des Nova-Scotia-Festlands, der erstaunlich gut ist. Gegen halb 11 liegen alle satt und zufrieden in ihren Betten (heute Nacht wieder wir zu zweit und das Teilzeitkind alleine). Letzte Nacht unterwegs, bevor es morgen wieder zurück zu meinen Eltern geht!