05.09.2023 – Bett-Office mit Spätsommer-Noten #wmdedgt

Es ist der 5. und wie jeden Monat ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf. Die anderen Beiträge zu “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” findet Ihr hier.

Der Wecker weckt mich halb 8 und ich horche erst einmal vorsichtig in mich hinein – was machen die Kränklichkeitssymptome? Erstmal gar nichts, nach ein paar Minuten dann wieder Halskratzen, Nebenhöhlengedöns, Mattigkeit – aber alles im Rahmen. Ich mache einen weiteren Covid-Test, weiter negativ, werfe mir ein Halsbonbon ein und beschließe, auch heute noch im Bett zu arbeiten – morgen Abend ist Konzert und bis dahin will ich ja wieder fit sein. Vor der Arbeit beziehe ich noch das Bett neu, dusche, ziehe mich an (Tatsächlich arbeite ich heute auf dem und nicht im Bett.) und mache mir Müsli und Ingwertee.

Dass es mir schon besser geht, merke ich auch daran, dass ich das Müsli heute geradezu runterschlinge. Juhu. Gegen 10 Uhr fange ich dann offiziell mit der Arbeit an, arbeite E-Mails ab, reagiere auf Chat-Nachrichten, telefoniere mit einem Kollegen. Dann um 11 Uhr ein längeres intensives Meeting plus Nachbereitung.

Von 13-14 Uhr ist Mittagspause und die verbringe ich heute komme was wolle draußen in der Spätsommersonne. Ich bringe erst den Biomüll runter, der das auch gut gestern schon vertragen hätte, dann drehe ich eine kleine Einkaufsrunde. Italienischer Supermarkt für ein paar Basics (Pasta und für eine zukünftige Carbonara endlich Guanciale und Pecorino romano), Markt für Pflaumen und Heidelbeeren aus dem Spreewald (Tipp vom Verkäufer: „Wenn Sie mal zu viele Beeren haben, einfach Götterspeise drüberkippen. Das versiegelt die Beeren und dann halten die sich im Kühlschrank locker noch ne Woche. Meine Frau macht dann immer noch Eierlikör drüber…“ Wisst Ihr das jetzt auch.), Drogeriemarkt für Klopapier, Seife und Vitaminpräparat (ein Einkauf wie zu besten Pandemiezeiten).

Die Temperaturen und der blaue Himmel sind super, ich trage dünne Hose, dünnes Shirt und Flipflops – dies fürs Protokoll. Wieder zuhause verräume ich die Einkäufe, schnacke kurz mit dem Mitbewohner, mache mir Käsebrote und Gurkenmelone und lege mich dann wieder an den Laptop. Der Nachmittag verläuft zunächst sehr geruhsam im Vergleich zum Vormittag. Allerdings ist dann um 18 Uhr das von gestern hierher verschobene Team-Meeting, bei dem es doch so einiges zu besprechen gibt, so dass ich erst kurz nach 19 Uhr Feierabend machen kann.

Inzwischen fühle ich mich aber wieder so fit, dass ich mir ein richtig aufwendiges Abendbrot machen kann. Erst bastle ich mir einen Pflaumen-Crumble und stecke ihn in den Ofen, dann frittiere ich Zucchini-Scheiben, koche Pasta und mache aus beidem plus Pasta-Wasser und Pecorino romano eine Art Pasta alla Nerano (nicht ganz, weil es der falsche Käae dafür ist, aber seeeehr lecker, mit auseinanderfallender Zucchini, die auf der Zunge zergeht).

Zum und nach dem Essen gibt es jeweils eine Folge „Mad Men“ – die letzte der 4. und die erste der 5. Staffel, außerdem noch ein längeres Telefonat mit dem Bruder, der eine Wohnung gefunden hat. In Berlin. Und schön ist sie auch! Ein Wunder! Und dann ist auch schon Schlafenszeit.

04.09.2023 – Spontanes Bett-Office

Ich weiß noch, wie ich gestern dachte, dass ich ja schon lange nicht mehr so richtig erkältet gewesen wäre und möglicherweise wollte mir mein Unterbewusstsein da etwas mitteilen. Vielleicht aber auch nicht. Ich wache jedenfalls mit leichtem Halskratzen auf und meine Nebenhöhlen fühlen sich auch ein wenig unangenehm an, dazu wie eigentlich fast immer der Bauch. Es fühlt sich ein bisschen so an, als könnte ich vielleicht krank werden. Es kann aber auch an zu vielen eingeatmeten Katzenhaaren liegen oder vielleicht zu viel Histamin? Es ist jedenfalls nichts halbes und nichts ganzes und ich beschließe, nach Morgenroutine und Telefonat mit dem Liebsten, aufzustehen und das Beste aus dem Montag zu machen.

Angesichts des Wetters erscheint das Beste erst einmal Balkon-Office. Von den Temperaturen her passt es, aber die Sonne steht Septemberbedingt so tief, dass sie mich in jeder Position blendet. Mit halb geschlossenen Augen im Liegestuhl macht mich das direkt so müde und träge, dass an konzentriertes Arbeiten nicht zu denken ist. Also wechsele ich zerknirscht doch an den Schreibtisch. Doch auch da komme ich nicht richtig an, Sitzen ist heute nicht meins und Appetit auf mein Müsli habe ich auch nicht. Nächste Eskalationsstufe dank also Bett-Office und das fühlt sich dann ganz OK an.

Nach dem ersten Call bekomme ich mein Müsli herunter und fühle mich bis auf eine gewisse Mattigkeit und Wattigkeit eigentlich ganz in Ordnung. Es folgen noch drei weitere Calls, einer wird unabhängig von mir auf morgen verschoben, und ich erledige noch ein paar Kleinigkeiten. Ansonsten lasse ich es ruhig angehen. Zum Mittag mache ich mir Käsebrote mit Radieschen. Nach dem letzten Call, gegen 16 Uhr, stimme ich mit meiner Chefin einen frühen Feierabend zum Auskurieren ab, muss dann allerdings kurz danach doch nochmal telefonieren.

Dann ist aber wirklich Schluss für heute. Ich genieße das im Bett liegen und von Katzen bekuschelt werden, mache zwischendurch auch mal einen (negativen) Corona-Test, versuche mich am Lesen (heute nicht) und lande schließlich wieder bei „Mad Men“. Das geht dann gut. Zum Abendbrot mache ich mir eine große Schüssel Salat und Tomatenfischbrot und esse auch auch das mit Genuss.

Dass ich nicht so richtig krank bin, merke ich auch daran, dass mir nicht ständig die Augen zu fallen, stattdessen zwinge ich mich dann irgendwann, den Laptop zuzuklappen, nehme Nasenspray und eine Schmerztablette und hoffe auf eine erholsame Nacht.

03.09.2023 – Lazy Sunday und andere Klassiker

Wir schlafen gemütlich aus und bleiben im Bett liegen, bis der Frühstückshunger siegt. Da heute der Schritt „Einkaufen“ ausfällt, sind wir 13:30 Uhr schon fertig mit dem Essen anstatt wie gestern erst damit anzufangen. Danach packe ich meinen Kram zusammen und fahre zurück in den Prenzlauer Berg, wo mich mein Sofa und die Katzen schon sehnsüchtig erwarten. Auch wie gestern kümmere ich mich erst um die Sprach-Apps und falle dann in einen tiefen Mittagsschlaf. Ach könnte ich das doch nur auch während der Woche immer einbauen!

Ab etwa 17 Uhr bin ich dann wieder richtig wach und lese aufmerksam und zielstrebig in „Catch-22“ weiter. Es geht immer noch langsam voran, ich erinnere mich eigentlich nicht, dass die deutsche Ausgabe, die meinen Eltern im Regal stand, sonderlich dick war. Trotzdem brauche ich heute mehrere Stunden für 12 Prozent des eBooks. Zum ersten Hüngerchen zwischendurch gibt es Trockenobst (Aprikosen, Feigen, Ananas) und Nüsse. Zum zweiten mache ich mir aus einem trockenen Brötchen, das ich beim Liebsten eingesteckt hatte, zwei Tomaten und viel Olivenöl eine Art Friselle.

Außerdem habe ich Lust auf einen abendfüllenden Spielfilm und starte – witzigerweise um 20:15 Uhr – auf Netflix „Taxi Driver“, den ich ebenfalls noch nie gesehen habe. Er ist erwartungsgemäß gut. Und verstörend. Und Jodie Foster wirkt deutlich älter als 12, ob das nun an der Rolle liegt oder daran, dass das nur zwei Jahre mehr sind als das Teilzeitkind oder eben daran, dass Jodie Foster als Person eine ganze Menge Assoziationen mitbringt?

Nach dem Film mache ich mich bettfertig, lese noch kurz weiter, bis mir die Augen zu fallen und höre dann doch noch erstaunlich viel Hörbuch, bis ich wirklich einschlafe.

02.09.2023 – September, Samstag, Südberlin

Wir schlafen aus, oder versuchen es – mit Alkohol im Blut ist das ja immer nicht ganz so einfach. Aber jedenfalls bleiben wir nach dem Aufwachen dann einfach im Bett liegen – mit Kaffee und Internet. Irgendwann müssen wir dann aufstehen, wegen sozialer Verpflichtungen. Die Mitbewohnerin des Liebsten zieht heute aus und wir helfen ihr und ihrem Freund, die letzten Sachen rauszutragen, verabschieden uns dann herzlich und auf ihrer Seite mit Tränen und dann haben wir die Wohnung für uns. Die neue Mitbewohnerin kommt erst am Freitag, das Teilzeitkind ist bei Mama.

Damit wir nicht übermütig werden, kommt dann aber direkt die beste Freundin des Liebsten vorbei, um etwas abzuholen. Sie bringt mir Flötenlollis mit, die sie im Urlaub entdeckt hat und bei uns beiden nostalgische Gefühle ausgelöst hatten. Ich muss noch schauen, wie ich die mit dem Teilzeitkind teile.

Wir quatschen ein wenig und brechen dann gemeinsam Richtung Einkaufsstraße auf. Die Freundin braucht neue Arbeitsklamotten, der Liebste und ich gehen einkaufen. Vor und nach dem Supermarkt sehe ich eine ehemalige Kollegin, mit der ich seit ihrem Weggang damals keinen Kontakt mehr hatte. Sie wirkt aber beschäftigt, sieht mich nicht und mir ist heute Morgen noch nicht nach ungewohnten Sozialkontakten. Wir gehen in einen Supermarkt und holen ein paar Basics, dann geht es auf den Markt, für Brot, Eier, Aufstriche, Feigen, Pfifferlinge und Quarkbällchen. Der Quarkbällchenmann ist ein bisschen enttäuscht, dass das Teilzeitkind nicht mit ist.

Wieder zuhause gibt es dann ein sehr ausführliches Frühstück – gegen 13:30 Uhr. Danach geht der Liebste ein bisschen zocken, während ich den Tisch abräume (im Geiste „Clueless“ zitierend: „Es gibt ihr ein Gefühl von Ruhe und Überlegenheit in einer Welt voller Chaos“). Dann lege ich mich nochmal hin, kümmere mich um Duolingo und Babbel und schlafe für etwa 2 Stunden nochmal so richtig tief ein.

Irgendwann nach 17 Uhr bin ich wieder soweit munter und aktiv, dass ich nach draußen möchte – spazieren, Schrittziel vollmachen und ein wenig Geocachen. Ich bin eine gute Stunde unterwegs, finde vier von vier Caches und treffe auf dem Heimweg sogar noch das Teilzeitkind, das gerade von einem Geburtstag kommt. Wieder zurück kümmere ich dann bei guter Musik entspannt um das Abendessen – Pasta mit Pfifferlingen, in einer Sahne-Knoblauch-Weißwein-Sauce.

Wir essen gemütlich auf dem Sofa und schauen dabei die erste Staffel „Reservation Dogs“ zu Ende und fangen die zweite an. Dann muss der Liebste dringend weiter „Starfield“ spielen, und eigentlich will ich ja lesen, aber irgendwie hält mich ein Handyspiel fest und so lasse ich im Hintergrund einfach ein paar Folgen „Glamorous“ laufen und zocke selbst den Rest des Abends. Gegen halb 1 sind wir unabhängig voneinander fertig und bereit fürs Bett.

01.09.2023 – Herbstanfang auf der Dachterrasse

Völlig entgegen der Idealplanung entpuppt sich der Freitag als der arbeitsintensivste Tag der Woche. Zwischen 9:15 Uhr und 18:15 Uhr tummeln sich 6 (in Worten: sechs) Meetings, von denen ich immerhin schon länger weiß. Ungeplant kommen dann noch drei größere Aufgaben dazu – das Reviewen einer mehrseitigen Übersetzung, das Erstellen einer mehrseitigen Übersetzung, das Herumfummeln im komplexen Back End unserer Corporate Website… Alles etwas unentspannt. In der Mittagspause sitze ich deswegen einfach nur auf dem Balkon, esse den Rest Carbonara von gestern und bespiele Duolingo und Babbel.

Am späteren Nachmittag habe ich dann mal kurz 20 Minuten Luft, durchsiebe die Katzenklos und packe meine Sachen fürs Wochenende, denn nach der Arbeit ist direkt Aufbruch. Heute feiert einer der ältesten (also langjährigsten) Freunde des Liebsten Geburtstag. Obwohl wir in der gleichen Stadt leben und ich den Liebsten jetzt schon fast vier Jahre kenne, habe ich diesen Freund noch nie kennengelernt – Pandemie und so, dies das. Der Freund jedenfalls wohnt in einer Wohnung mit Dachterrasse und da wird heute gegrillt.

Pünktlich zum Sonnenuntergang sitze ich mit einem Aperol Spritz und dem Liebsten in einer großen, internationalen (Israel, USA, Uruguay, Brasilien, Mexiko, Ostwestfalen… Das sind die, die ich mitbekomme.), queerfeministischen, linksgrünversifften Berliner Bubble (die Gespräche sind entsprechend) und bin sehr zufrieden mit der Welt. (Ein schöner Moment ist, als sich zwei Latinos auf Spanisch neben mir unterhalten, und ich quasi kein Wort verstehe – bis auf „White Savior Barbie“ – ich hoffe, es bezieht sich nicht auf mich.)

Am Anfang scheint es noch so, als würden wir nicht bis in die Puppen bleiben, aber dann tauchen relativ spät noch der beste Freund des Liebsten und seine Frau auf und ich finde eine Decke, in die ich mich einwickeln kann und dann ist es plötzlich schon halb 3 und wir sitzen immer noch auf der Dachterrasse, inzwischen nur noch zu fünft. Kurz nach 3 steigen wir vor dem Haus des Liebsten aus dem Taxi, kurz nach 3 schlafen wir beide tief und fest.

31.08.2023 – Mal bisschen gebremst

Nach dem tollen Konzert schlafe ich sehr gut und tief, wenn auch nicht lang, denn halb 8 klingelt unerbittlich der Wecker. Da mein erstes Meeting erst um zehn ist, lasse ich mir gemütlich Zeit mit allem morgendlichen und stehe erst kurz nach neun auf. Zum Frühstück während des Meetings gibt es dann Porridge mit Apfel und schwarzen Tee mit Maracuja – eine ganze Kanne (1,7 l) voll, das reicht bis abends.

In dem Meeting besprechen die Kollegin aus Paris und ich alles, was in den letzten sechseinhalb Wochen so passiert ist, in denen wir uns wegen insgesamt drei Urlauben nicht gesehen haben. Abgesehen von den Jobsachen berichtet sie also von ihrer Zeit als Volunteer in einem Flüchtlingslager in Malawi und dem Wochenende in London mit dem Notting Hill Carnival. Die Welt ist groß und vielschichtig. Nach dem Meeting gehe ich durch die E-Mails, die über Nacht eingetrudelt sind und dann ist es auch schon Zeit für unser Firmenbuchclub-Meeting.

Anwesend außer mir: Die irisch-schwedische Kollegin aus Dublin, die letztes Jahr um diese Zeit einen Monat bei uns in Berlin verbracht und an meinem Deutschkurs teilgenommen hat, eine französische Kollegin, die dieses Jahr von Dublin nach Madrid gezogen ist. Eine italienische Kollegin, aufgewachsen in einer italienisch-slowenischen Doppelstadt, die bis zum ersten Weltkrieg österreichisch war, heute ebenfalls in Dublin lebend. Die Welt ist wirklich groß und vielschichtig. Wir reden über Joseph Hellers „Catch-22“, aber nur eine von uns hat bisher geschafft, das Buch fertig zu lesen – ich hatte im Zug zum Flughafen bei 24 % vorerst aufgegeben. Die Diskussion macht aber, dass ich es jetzt doch zu Ende lesen will. Bald danach ist es Zeit für die Mittagspause und natürlich regnet es genau jetzt. Ich gehe also nicht raus, setze mich aber für Tageslicht und frische Luft mit dem Kindle und Nimbin raus auf den Balkon und lese 2 % von „Catch-22“.

Nach der Mittagspause dann das nächste Meeting – mit Franken, Ostfriesland und Lichtenberg. Sehr ergiebig, ich muss aber nach einer Stunde pünktlich weiter zum Meeting mit Chicago, Dublin, Nordengland und Paris. Aus diesem ergibt sich ein Folgemeeting eine Stunde später nur mit Nordengland und Paris. Die Zeit dazwischen nutze ich, um schon mal unsere gemeinsamen Gedanken in einem Übersichtsdoc zu konsolidieren, damit wir die dann in Folgemeeting weiter festzurren können. Nach dem Folgemeeting bearbeite ich das Doc weiter und mache es schön – erstmals seit dem Urlaub komme ich ein bisschen in Flow, bisher gab es nur stures Abarbeiten und viele Meetings. Jetzt wird es kreativ, konzeptuell und komplex. Kurz nach 18 Uhr bringe ich das Doc für heute zum Abschluss – morgen noch ein bisschen weiter plus ein weiteres Meeting und dann haben wir zum Wochenende etwas Fertiges.

Zwischendurch kommt eine Gewitterwarnung rein und meine Draußenpläne werden ein weiteres Mal torpediert. Ich hatte für heute eigentlich einen kleinen Einkaufsspaziergang zum Centro Italia samt Cache sammeln eingeplant. Der Liebste und das Teilzeitkind sprachen gestern über Carbonara und seitdem hatte ich Hunger darauf. Ich hätte Guanciale und Pecorino besorgt und entweder zum Mittag- oder Abendessen Carbonara gemacht. Und abends wollte ich eigentlich Schwimmen gehen, da wegen des Konzerts gestern ja das mittwöchliche AquaFitness ausfallen musste. Andererseits bin ich ja aber auch supermüde, so dass Schwimmen im Laufe des Tages unwahrscheinlicher wurde. Aber wenigstens die Nummer mit Centro Italia und Geocache hätte ich nach Feierabend gerne gemacht. Nun aber Gewitter- und Regenankündigung für genau die Zeit, die noch rechtzeitig vor dem Abendbrot gewesen wäre.

Ich beuge mich der höheren Gewalt, tröste mich damit, dass ich in den letzten drei Tagen so viel gelaufen bin, dass das im Durchschnitt reicht, um das Schrittziel für heute abzudecken, und verziehe mich auf die Couch. Dann bestelle ich mir Carbonara und Antipasti in Mehrwegdosen und vertreibe mir die Wartezeit mit TikTok. Das Essen kommt sehr schnell und es ist überraschend viel und gutes Focaccia-ähnliches Brot dabei. Außerdem Carpaccio, Vitello Tonnato, Caprese mit Pesto, gegrilltes Gemüse, getrocknete Tomaten, Jalapeños (wieso?) und interessanterweise Linsensalat. Sehr lecker alles. Die Carbonara ist OK – nicht mit Guanciale, sondern irgendeiner anderen Art Schinken, dafür aber so viel, dass es noch für morgen zum Mittag reicht.

Nach dem Essen trinke ich den restlichen Federrosé aus (inzwischen sehr sprudelig und weniger süß, aber ein bisschen mehr Gärung wäre noch gegangen) und lese 7 % weitere Prozent „Catch-22“. Danach geht es in die Badewanne und kurz vor elf ins Bett, diesmal schlafe ich trotz Hörbuch langsamer ein (der Tee?), aber irgendwann gegen Mitternacht ist es soweit.

30.08.2023 – Arztbesuch, Stullentag und Feist

Nachdem die Nacht wieder viel zu kurz war – vielleicht war das viele Koffein in Kombination mit dem Jetlag nicht die beste Idee – beginnt immerhin der Morgen gemütlich. Entspannte Morgenroutine mit allem was dazugehört, zumal ich um 10 einen Arzttermin habe, vor dem es sich nicht wirklich lohnt, sich an den Schreibtisch zu setzen. Das deutsche Team ist mit Aktivitäten im Büro beschäftigt, der Rest eh noch nicht arbeitend. Ich behalte also nur die Mails auf dem Diensthandy im Auge und gehe dann kurz nach 9 los – auch ohne Frühstück, falls nochmal Blut abgenommen werden soll und das irgendwie relevant wird.

Ich spaziere dort hin und höre nebenbei weiter den spannenden „Alles gesagt“-Podcast mit Alena Buyx – beeindruckend tolle Frau, große Empfehlung für diese Folge! Am Ende habe ich noch ein wenig Zeit vor meinem Termin und gucke – erfolglos – nach einem Geocache. Manche muss man eben mehrfach angehen. Mit der Ärztin bespreche ich dann zunächst die Histamin-Sache und wir einigen uns auf das weitere Vorgehen:

  • Kein Komplettverzicht, sondern fleißiges dokumentieren von Mahlzeiten und Symptomen, um herauszufinden, was ich vertrage und was nicht
  • Essverhalten dementsprechend anpassen
  • Sollte ich zu keinen Ergebnissen kommen, schickt sie mich zu einer unterstützenden Ernährungsberatung (manchmal sind es versteckte Zutaten, auf die man nicht kommt)
  • Sollte das nicht reichen, verschreibt sie mir Tabletten mit dem fehlenden Enzym, die ich dann vor dem Essen bestimmter Sachen einnehmen kann (sie kosten 1 € pro Stück und man braucht bis zu 3 damit es wirkt)
  • Sollte all das nichts bringen, reden wir über die dauerhafte Einnahme von Antihistamin-Tabletten

Klingt fair und machbar für mich. Als nächstes gibt es noch Planung und Unterweisung für die nächste anstehende Untersuchung im Oktober – wieder mit viel Vorbereitung, zu beachtenden Dingen, Timingaufwand usw. und dann gehe ich wieder heim und mache mir noch auf dem Weg eine Mate auf. Dort dann erstmal Frühstück – Stulle mit Apfel-Minz-Gelee bzw. Pistaziencreme und Mirabellen. Außerdem Pfefferminztee – ich bleibe bis auf die eine Mate heute koffeinfrei. Danach entspanntes Abarbeiten mit viel Austausch mit Kolleg*innen.

In der Mittagspause sitze ich auf dem sonnenbeschienenen Balkon und kümmere mich um die Sprachlern-Apps. Am frühen Nachmittag gibt es dann weitere Stullen – Frischkäse, vegane Schinkenspicker, Gouda, mit Tomate und Möhren. Die letzte Amtshandlung beginnt um 18 Uhr mit einem Glas Federrosé in der Hand: Kurzes Meeting mit dem Team, weil die Kollegin in Südengland heute 7-jähriges hat. Das ist das erste virtuelle Wiedersehen nach den ganzen Urlaubszeiten und dementsprechend ein bisschen emotional und rührselig (und lustig).

Hinterher noch eine weitere Stulle der obigen Art zum Abendbrot und dann fahre ich auch schon los Richtung Feist-Konzert in der Verti Music Hall. Sehr schöne Location übrigens! Wegen des Anstiegs in den Corona-Zahlen habe ich während des Konzerts eine Maske – FFP2 in Gelb, die letzten FFP3 hebe ich mir für den Winter auf – auf. Mit meiner besten Freundin und ihrem Mann erlebe ich ein wundervolles Konzert, geradezu ein audiovisuelles Gesamtkunstwerk mit spannender Dramaturgie, Wow-Effekten, Poesie und natürlich zauberhafter Musik.

Feist ist übrigens in Nova Scotia geboren und hat später u. a. in der gleichen Gegend von Toronto gewohnt wie ich (zeitversetzt) und dann halt auch in Berlin. Just sayin‘. Statt ausführlichem Konzertbericht – über die Multitudes-Show ist schon so viel geschrieben worden, hier ein paar Highlights (darunter geht es weiter im Text):

Nach dem Konzert besprechen wir noch kurz im Schnelldurchlauf unsere jeweiligen gerade abgeschlossenen Urlaube, schmieden Pläne für weitere Treffen und machen uns dann alle schnell, weil müde, auf den Heimweg. Auf diesen bekomme ich dann schon wieder ein Hüngerchen. Zuhause krame ich die letzte Dose Tomatenfisch (mit Makrele) aus dem Vorrat, den meine ehemalige norwegische Mitbewohnerin mir vor inzwischen fast drei Jahren hinterlassen hat und dann gibt es die letzte Stulle des Tages. Gegen halb 1 mache ich das Licht aus und schlafe zu Hörbuch statt Podcast sehr schnell, tief (und durch) ein – trotz Vollmond.

29.08.2023 – Büro und so

Ich schlafe durch – bis auf einen völlig akzeptablen Klogang mit direktem Wiedereinschlafen und eine verstört miauende Noosa kurz vor 6, die dann aber kuscheln kommt und dann schlafen wir einfach weiter bis zum Weckerklingeln. Das tat gut, ist aber (Spoiler) immer noch nicht das Ende vom Jetlag. Der übliche Morgen inkludiert heute Müsli und Stullen vorbereiten, Rucksack packen und Weg-Mate mitnehmen, denn es geht ins Büro. Zum Einen, weil mindestens ein Tag pro Woche ganz gut ist und ich morgen, wo fast alle kommen, nicht kann. Zum Anderen, weil es Papierkram zu erledigen, das Feist-Ticket zu drucken und nach Elternpost zu schauen ist und die wohnen halt nah beim Büro.

Wegen Regens und weil ich auch nicht viel zu früh unterwegs bin, nehme ich heute die Tram und nutze die Zeit fürs Sprachen lernen. Im Büro angekommen erstmal kurze Begrüßungsrunde mit Nach-Urlaubs-Gesprächen und dann Cappuccino ziehen (mit doppeltem Espressoshot) vor dem ersten Meeting, heute mit Warschau. Die Kollegin erzählt dank, dass sie in ihrem Urlaub u. a. nach Minnesota fliegt, weil sie ja so ein Musikfan ist. Ich rate korrekt, dass sie in die Heimat von Bob Dylan möchte und sie ergänzt noch um das Haus und Museum zu Prince. Stimmt, ganz schön was los musikalisch in diesem Minnesota.

Nach dem Meeting wühle ich mich durch Papier- und elektronische Archive und scanne einiges ein, bevor es ins nächste Meeting geht – zu dritt vor Ort, Biesdorf und Ostfriesland zugeschaltet. Erst danach komme ich dazu, in Ruhe mein Müsli zu löffeln und meine heutigen Mails abzuarbeiten. Bis zur Mittagspause fange ich dann noch mit einem der vier Tabs von gestern an. Dann gehe ich mit einem Kollegen ins Draußen. Hunger habe ich noch keinen, aber wir holen für ihn einen Döner und setzen uns dann auf eine Bank an der Spree.

Nach der Pause beende ich den ersten Tab und habe dann spontan ein kurzes Face-To-Face-Meeting mit einem Kollegen, der mir enthusiastisch sein neues Projekt präsentiert und nach Input und Mithilfe fragt. Danach verfasse ich mit dem Mittagspausen-Kollegen eine E-Mail, drucke das Feist-Ticket aus und hole meine Stullen raus. Die verspeise ich, während ich mich mit den letzten drei Nach-Urlaubs-Tabs befasse. Zwischendurch immer wieder spontane Gespräche mit Kollegen (und ein weiterer Kaffee – Espresso Macchiato), Telefonat 3 und 4 mit dem Liebsten (nach morgens im Bett und mittags auf der Bank). Da mein halbes Team immer noch nicht da ist (erst morgen wieder) gibt es noch keine dringenden neuen To Dos für mich, so dass ich pünktlich Feierabend mache.

Trotz feinem Sprühregen laufe ich zu meinen Eltern, statt die Bahn zu nehmen. Das Schrittziel freut sich und außerdem laufe ich so gerne am Wasser entlang. Zwischendurch sammle ich sogar noch einen Geocache am Historischen Hafen ein.

Bei den Eltern nur kurzer Check, ob die Bewässerungsanlage für die Pflanzen Nachschub braucht (allet jut) und Abfotografieren zweier Briefe. Dann laufe ich zur U-Bahn, die seit Montag endlich wieder durchfährt. Am Alex steige ich in die eigentlich volle Tram um, aber dann sitzt da mein Bruder drin und lässt mich seinen (breiten) Sitz teilen. Wir quatschten, bis er aussteigen muss. Zuhause angekommen packe ich meinen Rucksack aus und verstecke ihn im Kleiderschrank (auf dem Boden liegend ist er ein beliebtes Katzenklo). Dann mache ich es mir erst einmal auf der Couch bequem, schließe meine Sprachlern-Aufgaben für heute ab und versinke dann auf TikTok. Obwohl ich erst keinen Hunger hatte, bekomme ich dadurch doch Appetit und werfe gegen 20 Uhr eine Zucchini, Tomaten und Büffelmozzarella in den Ofen. Die gibt es dann mit Streuobstschorle und Buch.

Ich versuche mich danach weiter im Buch lesen, aber jedes Mal, wenn ich schnell etwas Gelesenes nachrecherchieren will, versacke ich wieder im Handy. Kurz nach 10 mache ich mich bettfertig. Im Bett geht es mit dem Lesen dann besser, bis mir gegen 11 die Augen zufallen. Also Licht aus, Einschlaf-Podcast an und dann liege ich erstmal bis halb 3 oder so hellwach da…

28.08.2023 – Wie ging dieses Arbeiten noch?

Die Nacht zu Montag läuft, sagen wir, nicht ideal. Nach etwa einer Stunde Schlafen wache ich wieder auf und liege dann gute drei Stunden wach – auch wenn das FitBit das nicht gemerkt hat, erinnere ich mich noch sehr gut, was ich in der Zeit so gemacht habe – mehreren Podcasts gelauscht, mit den Katzen gekuschelt, im Internet gelesen und natürlich versucht, wieder einzuschlafen. Als das dann klappt, komme ich nochmal auf so zweieinhalb Stunden Schlaf, bevor ich von alleine, bzw. eben nicht durch den Wecker, aufwache. Also abends einschlafen klappt gut, morgens aufwachen auch, nur nachts auch wirklich schlafen, das muss ich noch üben.

Für die ausführliche Morgenroutine fehlt mir ein wenig die Ruhe und Ausgeschlafenheit, deswegen muss ein Teil des Sprachen Lernens verschoben werden. Ich lese aber das Internet leer, blogge, telefoniere mit dem Liebsten, füttere die Katzen, fülle Wassernäpfe auf, gieße Balkonpflanzen und mache mir Müsli mit Apfel und eine große Kanne weißen Tee mit etwas Holunderblütensirup. Pünktlich um 9 sitze ich am Schreibtisch, fahre meinen Rechner hoch und erinnere mich sogar noch an mein Passwort. Was mich ungefähr erwartet hatte vorher schon das Diensthandy verraten: gute 400 Mails (Konversationen, teils mit mehreren Mails drin) plus Benachrichtigungen aus dem Projektmanagement-Tool und diverse Chat-Nachrichten. Dafür hat diesmal niemand versucht, mich im Urlaub anzurufen.

Ich verbringe den Vormittag größtenteils damit, mich durch diese Mails zu wühlen. Zwischendrin habe ich ein kurzes Meeting mit einem Kollegen und ein längeres Telefonat mit einem anderen. Als es Zeit für die Mittagspause ist, bin ich durch mit den Mails, habe die 11 beantwortet, die eine Antwort benötigten, zwei schnelle Aufgaben erledigt, die sich daraus ergeben haben und jetzt 36 offene Tabs mit Dingen, die ich in Ruhe lesen oder anschauen (Meetingaufzeichnungen) muss. Und ich habe gerade erst mein Müsli aufgegessen – es war eine große Portion, mein übermüdeter Körper hatte wenig Hunger und ich war halt auch beschäftigt.

Also erstmal kein Mittagessen, stattdessen tue ich Dinge – Waschmaschine anstellen, verwelkte Balkonpflanzen entsorgen, kurz im Drogeriemarkt und beim Haustierbedarf einkaufen (Bei Jetlag soll man beim höchsten Sonnenstand unbedingt draußen sein, um den Biorhythmus zu rekalibrieren, hab ich mal gehört.) Nebenbei höre ich wie schon den ganzen Morgen jetzt die 00er-Jahre Playlist vom gestrigen Sommersonntag durch.

Um 14 Uhr sitze ich dann wieder am Schreibtisch, wo sich ein ursprünglich für 30 Minuten angesetztes Meeting auf fast anderthalb Stunden ausdehnt. Dann mache ich mich an meine Tabs und bin damit mit zwei Unterbrechungen bis 18 Uhr gut beschäftigt. Zwischendurch gibt es ein kurzes Austausch-Meeting mit Menschen in Amerika – wir diskutieren über „Matriarchat vs Patriarchat“ und „Frauen, die Nazis werden“. Das sind dann wieder so Momente, wo ich meinen Job sehr mag. Kurz vor Feierabend telefoniere ich dann nochmal mit dem Kollegen vom Vormittag. Achja und aus einer der beantworteten E-Mails entspinnt sich auch noch ein interessanter Dialog über Alpakas in Brandenburg. Es ist ja nicht alles schlecht.

Um 18 Uhr klappe ich den Laptop zu – vier Tabs bleiben für morgen übrig. Dann geht es weiter mit Haushaltsdingen. Wäsche aufhängen, Müll runterbringen, Fußböden frei räumen, staubsaugen, Bad und Küche putzen… Insgesamt bin ich damit zwei Stunden beschäftigt, Musik hörend und gegen Ende nebenbei Kartoffeln aufsetzend. Zwischendurch zwei weitere Telefonate mit dem Liebsten (die zwei während des Arbeitstags hatte ich oben unterschlagen). Dann ist endgültig Feierabend – mit Pellkartoffeln, Quark mit Leinöl, ein paar Mirabellen zum Nachtisch und einem großen Glas Federweißer (bzw. Federrosé).

Dann gehe ich nochmal für einen Spaziergang nach Draußen – Schrittziel vollkriegen und vor der Nacht hoffentlich so richtig auspowern – ich merke schon wieder, wie mein Geist hellwach wird gegen Abend. Ich drehe im Dunkeln eine größere Runde und komme auch so halb an einem Geocache vorbei, muss den aber nochmal in Ruhe im Hellen suchen, trotz Straßenlaterne und Taschenlampe. Dafür entdecke ich bei der Gelegenheit einen neuen spannenden Ort, den ich mir dann im Hellen auch nochmal in Ruhe begucken möchte. Außerdem spannend, was abends im Park los ist: Die Prenzlauer Berg Kids der Generation Corona trifft sich in großen Gruppen (10, 20 und mehr), nach Klassen und/oder Subkulturen sortiert (Es gibt z. B. wieder richtige Punks, aber mit Plateauschuhen und Smartphone) unter den Straßenlaternen, haben Bierkästen dabei und hocken einfach auf den Wegen oder stehen herum. Wahrscheinlich hören sie Musik (ich habe ja selbst Kopfhörer auf) und ansonsten tun sie halt, was Teenies tun: Rauchen, Trinken, Kiffen, Flirten und Hochwichtige Gespräche führen.

Kurz vor halb 11 bin ich wieder zuhause, genehmige mir noch was Pflanzliches zum Runterkommen und schlafe dann vor 23 Uhr – Spoiler: Diese Nacht wird deutlich besser.

27.08.2023 – Berliner Sonntag

Nach dem Einschlafen in den frühen Morgenstunden wache ich schon um 8:18 Uhr auf – vor dem Wecker – reibe mir verwirrt die Augen und halte meinen Jetlag für womöglich vorzeitig schon beendet (ha, haha, hahaha – Anmerkung der Chronistin). Ich liege gemütlich im Bett herum, telefoniere irgendwann gegen halb 10 mit dem Liebsten und dem Teilzeitkind und stehe dann um 10 auf. Halb 11 verlasse ich die Wohnung mit einer Weg-Mate Richtung Friedrichshain, wo ich zum Nachfeiern des Geburtstags einer Freundin zum Brunch verabredet bin.

Orangen-Ananas-Saft, „Dirty Chai“ mit Espresso-Shot, Bagel mit Feta, Nektarine und Rucola, Birchermüsli

Es werden gemütliche Stunden, in denen wir über alles Mögliche reden. Alle Beteiligten sind gerade aus dem Urlaub zurück und haben viel zu berichten, außerdem geht es allgemein um Urlaub mit Kindern, um Politik (die Nazis mal wieder und den desolaten Zustand der Linken), Feminismus, Arbeit, Geld… Worüber Frauen sonntags in Friedrichshain so reden. Nach dem Essen spazieren wir noch ein wenig durch den Kiez, drehen ohne etwas zu kaufen eine Runde über den Flohmarkt am Boxi und dann fahre ich mit der Ringbahn wieder zurück. Bereits auf der Hinfahrt hatte ich bei dem radioeins Sommersonntag zu den Nuller Jahren gelauscht, das setzt sich jetzt fort. Nebenbei schreibe ich mit meiner besten Freundin und beschließe spontan, sie und ihren Mann am Mittwoch zum Feist-Konzert zu begleiten.

Zuhause auf dem Balkon (gegen 15 Uhr) kaufe ich also fix noch ein Ticket, außerdem trinke ich ein alkoholfreies Radler und freue mich an der Musik. Mit dem Liebsten telefoniere ich auch ein weiteres Mal und dann ist es auch schon Zeit, wieder aufzubrechen. Ich bin mit meinem Bruder und seiner Freundin im Kollwitzkiez beim Italiener zu einem frühen Abendbrot verabredet – wie Berlin kann so ein Tag noch werden? Bereits auf dem Hinweg erreiche ich mein Schrittziel und als ich im Restaurant ankomme läuft gerade Platz 16 – „Feel Good Inc.“ von Gorillaz. Ich überreiche meinem Bruder den mitgebrachten Ahornsirup und bekomme von ihm die Tickets für Die Ärzte nächste Woche, die er heldenhaft für uns mitbesorgt hat, als sie letzte Woche spontan in den Verkauf gingen, während wir in Nova Scotia herumturnten.

Wir trinken Aperol Spritz, teilen uns Antipasti und dann gibt es Pasta für alle – für mich mit frischen Steinpilzen, schwarzen Trüffeln und Carpaccio. Neben dem normalen Tischgespräch verfolgen wir in der radioeins App den weiteren Verlauf der Nuller Jahre. Kurz nach dem Sieg von „Rehab“ (dem Tipp meines Bruders) vor meinem Tipp „Seven Nation Army“ gibt es zum Abschluss noch Grappa für die beiden und Limoncello für mich, dann spazieren wir noch eine kurze Runde um den Kiez, kehren kurz bei meinem Bruder ein, damit ich seinen Ersatzschlüssel für die neue Briefkastenanlage bekomme. Dann spaziere ich mit dem Känguru auf den Ohren nach Hause.

Ich telefoniere ein drittes Mal heute mit dem Liebsten, der mich unter anderem über anstehende Familientermine im Oktober, November und Februar informiert (er hatte mit seinen Eltern telefoniert). Dann schaue ich noch drei Folgen Mad Men bis kurz nach Mitternacht und schon sind der Sonntag, das Wochenende und der Urlaub endgültig zu Ende. (Die Katzen gucken noch eine vierte Folge, aber dabei bin ich schon eingeschlafen, wenn auch nicht für lange, siehe Anmerkung oben).