13.12.2023 – Weihnachtsdings und kurz vor Tilt

Ich erwache wenige Minuten vor dem Weckerklingeln und stehe völlig abseits meiner Gewohnheit schon um 8 auf, denn heute heißt es, pünktlich um 9 im Büro zu sein. Damit das alles klappt, nutze ich den Fußweg (durch den gerade erst leicht heller werdenden Tag, mit ordentlich Regen) sowohl für das erste Telefonat mit dem Liebsten als auch zum Verzehr einer Lussekatte zum Frühstück, das passt, denn heute ist ja Luciatag. Die Tram hat Verspätung und ist sehr voll, so dass einige Leute sogar aussteigen, weil es ihnen too much ist. Ich nehme die nächste, die eine halbe Minute später kommt, und habe direkt einen Sitzplatz.

Im Büro angekommen habe ich einiges vorzubereiten, bevor um 10 der erste Teil unserer Weihnachtsfeierlichkeiten beginnt: Ich drucke mir eine Tabelle zum Mitschreiben und Abhaken aus, ich bereite Umfeld und Hintergrund für die hybride Veranstaltung vor (Ausrichten des Bildschirms in den Raum, so dass alle, die vor Ort sind, Platz haben und gesehen werden, Dekoration des Bildausschnitts mit weihnachtlichen Gestecken und von der Kollegin mitgebrachten Plätzchen, Einrichten einer Samstagabendshow-würdigen Sitzecke mit Couchtisch, Sesseln und Sofa – das ist so schwer, dass drei Kollegen mit anfassen müssen, darunter ein Fußballer und ein Handballer, Eröffnen des Meetings, Teilen der Präsentation, Mikrofontest, Reminder im Standort-Chat, kurze Absprache mit dem Geschäftsführer, wer das Intro macht (ich, denn er verspätet sich aus einem anderen Meeting), Heranholen und Sortieren diverser benötigter Gegenstände, Heranholen diverser Kolleg*innen, damit es pünktlich losgehen kann, Ziehen eines Cappuccinos aus der Kaffeemaschine, nebenbei Absprachen im Team-Chat darüber, was heute noch so ansteht, Fotos vom Setting machen.

Dann ist es 10 Uhr und wir fangen an mit unserer Auktion, deren Erlös an das Hospiz gehen wird, in dem unser verstorbener Kollege seine letzten Tage verbracht hat. Ein Kollege gibt den Auktionator und moderiert sich locker flockig durch 25 zu ersteigernde Dinge, ich habe einen Blick auf die Gebote der Remote-Kolleg*innen, bediene die Präsentation und schreibe nebenbei mit, wer was für wieviel ersteigert. Die Kolleg*innen haben die Spendierhosen an und ich selbst ersteigere mir ein Triptychon aus Katzenbildern, die neulich bei einem Team-Event entstanden sind, während ich mich von meiner Darmspiegelung erholte.

Nach einer Dreiviertelstunde ist alles weg und wir haben bereits mehr als 800 € gesammelt. Während die meisten der Kolleg*innen erstmal wieder zurück an die Arbeit gehen, räume ich mit meinen beiden Helfer*innen schnell auf und kehre dann an meinen Schreibtisch zurück. Ich übertrage meine Notizen in die elektronische Tabelle, rechne aus, wer wie viel zu zahlen hat und schicke eine E-Mail ans Team mit dem aktuellen Stand und den Instruktionen für die jeweils ersteigerten Gegenstände. Einiges kann direkt vor Ort übergeben werden, anderes versende ich per Mail, für wieder anderes müssen Versandadressen gesammelt und weitergegeben werden. Nebenbei trudeln stetig PayPal-Benachrichtigungen ein, wenn jemand seine Schulden bezahlt oder einfach einen Geldbetrag gespendet hat, was dann natürlich auch wieder transparent dokumentiert wird. Außerdem schreibe ich eine Mail an die globale Matrix-Organisation des verstorbenen Kollegen, informiere über die Aktion und die Möglichkeit sich zu beteiligen. PayPal meldet sich noch öfter als vorher.

Ich habe dann gerade noch Zeit, die E-Mails und Benachrichtigungen zu checken, die über Nacht eingetrudelt sind, da folgt der zweite Teil der Feierlichkeiten – die Gänsekeulen, die Klöße und das Rotkraut sind eingetroffen. Ich baue mit einem Kollegen das Büffet auf, stelle Sekt und Wein zurecht, organisiere eine Bluetooth-Box mit weihnachtlicher Musik, beauftrage eine Kollegin mit Bar-Erfahrung mit dem Öffnen der Sektflaschen und sage im Standort-Chat Bescheid, dass es Essen gibt. Kurz vor 13 Uhr sind alle in der Küche versammelt, laden sich die Teller voll und genießen das gemeinsame Essen. Ich mache erst Fotos und setze mich dann selbst dazu.

Nach dem Essen (und Aufräumen) verfallen ein Kollege und ich erst einmal ins Suppenkoma. Ich versuche mich am Abarbeiten einiger Aufgaben aus E-Mail-Postfach, Projektmanagement-Tool und Team-Chat, werde aber immer wieder rausgerissen durch das Operationalisieren nach der Versteigerung und durch gesprächige Kolleg*innen, deren Zungen durch Sekt, Wein und allgemeine Ausgelassenheit gelockert sind. So schaffe ich nicht allzu viel von meinen sonstigen Aufgaben, bis es Zeit für das einzige Meeting des Tages ist – mit Ostfriesland, Berlin und Paris, gefolgt vom Auswertungstelefonat mit Ostfriesland. Als das vorbei ist, ist es halb 5. Ich telefoniere ein weiteres Mal mit dem Liebsten und fange dann an, ernsthaft Dinge abzuarbeiten, während sich das Büro nach und nach leert.

Ab 17 Uhr bin ich einigermaßen im Flow (und alleine im Büro) – ich schreibe eine Reihe von Textbausteinen für einen Kommunikationsplan vor und muss dafür mehrere Dokumente abgleichen. Zwischendurch ruft der Liebste an und braucht moralische Unterstützung, die ich wohl gerade nur unzureichend geben kann. Ich bastle versuchsweise an einer Seite im Intranet und schicke das Zwischenergebnis an meine Kollegin in Südengland, ich erstelle eine komplette Seite im Intranet neu. Dann ist es 18:30 Uhr und mein Kopf raucht. Ich melde mich im Teamchat bis morgen ab (da werde ich aus Gründen schon um 8 anfangen), packe meine Sachen zusammen, nehme das eingenommene Bargeld mit und hinterlasse alles so, dass ich dieses Jahr nicht mehr zwingend ins Büro kommen muss.

Auf dem Heimweg in der Tram – Maske, Kopfhörer, Rucksack und die drei ersteigerten Bilder jonglierend – schreibe ich mit dem Liebsten und bin weiter wenig hilfreich. Zuhause angekommen hole ich ein Paket von der Nachbarin ab (weitere Weihnachtsgeschenke), lege meine Sachen ab, halte kurz Smalltalk mit dem Mitbewohner, rühre Porridge für morgen früh an, trinke ein Glas Sanddornsaft, stelle meinen Katzenbilder dekorativ auf eins der Bücherregale im Wohnzimmer und telefoniere dann mit dem Liebsten. Wir hatten beide einen stressigen Tag und in meinem Kopf zumindest ist es immer noch kurz vor Tilt. Ich erledige dann noch meine Biokistenbestellung für die Woche (Deadline heute), arbeite meine Sprachlern-Apps durch (dafür war morgens keine Zeit), mache mir überbackenen Apfeltoast zum Abendbrot (immer noch Raclette-Käse da) und trinke einen Anti-Stress-Kräutertee.

Eigentlich hatte ich geplant, heute nur noch in die Badewanne und dann ins Bett zu gehen, da ich morgen so früh raus muss. Uneigentlich ist mein Kopf noch viel zu aufgedreht und nach einem letzten Telefonat mit dem Liebsten für heute bediene ich mich seiner bervorzugten Entspannungsmethode – auf einem Bildschirm Fernsehen (diverse YouTube-Videos), auf dem anderen Spielen. Irgendwann gegen Mitternacht fühle ich mich nicht mehr auf Adrenalin 180 und gehe ins Bett. Mit dem Einschlafen dauert es dann noch ein Weilchen und nach knapp 4 Stunden ist die Nacht wieder vorbei. Wann ist Weihnachten?

12.12.2023 – Bürodienstag und Yoga

Heute morgen sind der Lieblingsnachbar und ich eigentlich für einen gemeinsamen Schulweg verabredet. Wenn wir beide ins Büro fahren und er dafür nicht das Rad nimmt, benutzen wir nämlich die gleiche Tram. Aber wie der Hase zu sagen pflegt: „Eigentlich ist eigentlich ein schönes Wort“ – der Lieblingsnachbar verschläft und ich ziehe dann doch alleine los. Dienstags ist bei uns im Büro nicht allzu viel los, nur eine Handvoll Leute ist da. Eine der „Stammgästinnen“ liegt mit Corona im Bett. Ein anderer Kollege, der mit abklingenden Erkältungssymptomen da ist, meint dazu „Ach, davon hört man ja gar nichts mehr“. Ich frage mich, wo der lebt und hoffe, dass er uns keine Viren mehr mitgebracht hat. (Ich bin seit heute – leicht verspätet, I know, wieder mit Maske im ÖPNV und beim Einkaufen unterwegs).

Zum Frühstück gibt es wieder eine Lussekatter, Pfeffernüsse und Clementinen, dazu einen Caffè Latte aus der Maschine – bin heute zu faul für Hafermilch-Umwege. Bis zum ersten Meeting um 11 habe ich schon einiges abgearbeitet. Dann anderthalb Stunden Palaver mit Berlin und Ostfriesland, direkt im Anschluss nochmal eine halbe Stunde nur mit Berlin. Und schon ist es Zeit für die Mittagspause. Heute habe ich keine Reste dabei, sondern hole mir im Supermarkt ein Fertiggericht für die Mikrowelle (die Salatbar ist außer Betrieb). Es gibt veganes Butter Chicken, das ganz OK schmeckt.

Draußen dann plötzlich strahlend blauer Himmel und Sonne, diese Momente muss man im Berliner Winter festhalten. Ich finalisiere die Präsentation für morgen, und hole mir letzten Input für das neue Organigramm der Führungsebene, das ich fürs Intranet bastle. Dann Meeting mit Nordengland, Chicago und Madrid. Hinterher gehe ich nach unten zum Empfang und hole die Getränkebestellung für morgen ab, die währenddessen angekommen ist – die Weihnachtsfeierlichkeiten finden aus Gründen morgens und mittags statt, daher nur (weihnachtliche?) Mate und Wein bzw. Sekt.

Ich habe dann noch einiges auszudrucken und vorzubereiten. Ein weiteres Meeting mit Madrid, Chicago und Nordengland (größtenteils andere Besetzung als das davor) wird abgesagt und auf den Januar verschoben, das verschafft mir unverhofft Zeit. Ich finalisiere das Organigramm und lade es hoch. Aufgrund der neuen Visualisierung (und der Beförderung meiner Chefin), bin ich jetzt auch darauf zu sehen, nur zwei Stufen unter dem CEO und damit sozusagen ranghöchste Mitarbeiterin in Deutschland. Wer hätte das vor 13,5 Jahren gedacht? Dienstälteste Mitarbeiterin in Deutschland bin ich ja mit einem anderen Kollegen inzwischen auch. Fühle mich kurz wichtig und mächtig.

Dann noch ein Telefonat mit der Kollegin in Südengland, in dem wir uns über die To Do‘s der nächsten Tage abstimmen und dann ist es plötzlich 18:30 und ich muss los zum Yoga. Ich fahre mit der U-Bahn zurück in den Pberg. Die Yoga-Runde ist heute auch klein, aber fein. Der Yogi, dessen Kind letzte Woche Corona hatte, ist da und berichtet, dass alle wieder wohlauf sind. Die Stunde läuft sehr gut, ich kann nur wie immer die Balance-Sachen nicht und muss bei einigen anderen Asanas vereinfachen oder kürzen. Und Abschalten klappt auch nicht wirklich, zu viele Gedanken am Start. Trotzdem bin ich danach deutlich erholter und entspannter als vorher.

Ich laufe nach Hause und telefoniere unterwegs mit dem Liebsten (auf dem Weg von der Arbeit zur U-Bahn auch schon, heute Morgen hatte er wieder keine Zeit). Zuhause angekommen ein kurzer Schnack mit dem Mitbewohner. Dann mache ich mir Rührei, Toast mit Hiddenseer Wildschweinleberpastete und saure Gurken mit Erdbeersaft zum Abendbrot. Ich beschäftige mich ein Stündchen ausgiebig mit dem Internet, dann öffne ich heute angekommene Pakete – eins mit Weihnachtsgeschenken und eins mit Kleidung, alles sehr erfreulich. Plötzlich ist es dann schon 23 Uhr und also Schlafenszeit.

11.12.2023 – Neue Woche, neues Glück?

Endlich ist mal wieder einer dieser entspannten Montage. Mein erstes Meeting ist erst um 10:30 und das letzte ist erst recht spät, also starte ich ganz langsam in den Tag, um Überstunden vorzubeugen. Im Adventskalender gibt es Eierlikörcreme mit Erdbeergeschmack, eine kurze Internetrecherche ergibt, dass man die nicht einfach als Dessert löffeln, sondern eher als Topping verwenden sollte. Mal gucken, was mir dazu einfällt.

Als ich morgens mit allem fertig bin – nur das Liebstentelefonat wird auf später verschoben, weil er heute in aller Frühe ins Büro muss, setze ich mich an den Schreibtisch und es ist halb 10. Ich frühstücke eine Lussekatte (korrekter Singular?) einen Apfel und zwei Clementinen, eine Pfeffernuss und drei Marzipankartoffeln. Man muss ja die Feste feiern, wie sie fallen.

Wir diskutieren kurz im Team, wie wir auf einen antisemitischen Kommentar bestmöglich reagieren können – das erste Ärgernis der Woche. Außerdem lektoriere ich eine Übersetzung (später noch eine zweite), übersetze selbst etwas für die französische Kollegin, die in Madrid wohnt und gerade im Zug zurück von einem Wochenende in Málaga ist (kurzer Fernwehmoment!). Dann Meeting mit Dortmund, die To-Do-Liste füllt sich. Ich bestelle Getränke für unser Weihnachtsevent am Mittwoch und muss dann auf Zuarbeit warten.

Die Zeit nutze ich, um eine Waschmaschine anzustellen, trockene Wäsche zusammenzulegen, das Katzenklo zu resetten und die Wassernäpfe aufzufüllen. Dann telefoniere ich mit einem Kollegen und bespreche Organisatorisches für die nächsten Tage, bevor ich eine frühe Mittagspause einlege. Ich bringe den alten Katzenklo-Inhalt zum Müll und gehe mir dann neue Hausschuhe kaufen. Die alten drehen gerade eine Runde in der Waschmaschine, weil jemand (ich) Sanddornsaft drüber geschüttet hat. Außerdem haben sie keine feste Sohle und eignen sich nicht so wirklich, um damit auch mal raus auf den Balkon zu gehen. Und an der weichen Sohle verfangen immer alle Katzenhaare der Wohnung. Die neuen haben eine feste Sohle und sind gelb, Fotos bei Gelegenheit. Außerdem hole ich noch schnell Brot, Käse, Äpfel und Kakis.

Zum Mittagessen gibt es dann Brot mit Bio-Gelbwurst und Raclette-Käse (leicht überbacken), dazu die Sauren Gurken mit Erdbeersaft. Dann Meeting mit Dortmund und Ostfriesland, das wir ordentlich überziehen. Dann ein bisschen dies und das arbeiten vor dem nächsten Meeting, mit London und Madrid. Das geht dann direkt über ins Team-Meeting mit Paris, Chicago, Nord- und Südengland. Die Engländerinnen verspäten sich, so haben wir Gelegenheit, über die Szene in Fargo zu reden. Der Kollege hat damals dafür zwei Tage in einem kalten Lagerhaus verbracht, musste die ganze Zeit rauchen und vor Schmerzen schreien. Hinterher war seine Stimme weg, der Großteil seines Textes wurde rausgeschnitten und was bleibt sind 1,5 Minuten, für die er monatlich 13 Dollar Tantiemen bekommt.

Das Team-Meeting selbst geht dann gar nicht so lange wie befürchtet, aber meine To-Do-Liste wächst und ich arbeite danach einfach noch ein bisschen was ab. Der Terminkalender füllt sich auch, nur noch 9 Arbeitstage bis Weihnachten…

Um 18 Uhr klappe ich den Laptop zu und mache mir die Hackfleisch-Mais-Bohnen-Reste von letzter Woche warm, überbacke auch die mit Raclette-Käse und verspeise sie mit Toast auf dem Sofa. Dazu schaue ich die zweite Staffel „Odio il Natale“, die italienische Weihnachtsserie, die in Chioggia spielt und ein Remake (darf man das so sagen, wenn sie fast zeitgleich entstehen?) des norwegischen „Weihnachten zuhause“ ist. Zwischendurch dann endlich Telefonat mit dem Liebsten, der einen langen und anstrengenden Tag hatte. Als die Staffel beendet ist, ist es kurz vor 22 Uhr und ich mache mich direkt bettfertig, um zu lesen. Meine Ellis melden währenddessen Stromausfall wegen Sturm (aka Bäumen auf der Leitung) und schicken später Fotos vom Abendbrot bei Kerzenschein. Ein Gute-Nacht-Telefonat mit dem Liebsten und dann fallen mir irgendwann beim Lesen die Augen zu.

10.12.2023 – Zweiter Advent

Der Sonntag kommt etwas weniger durchgetaktet daher als der Sonnabend, geht dadurch aber auch irgendwie schneller vorbei. Ich erwache kurz vor 6 aus einem anstrengenden Traum, in dem ich mit dem Zug irgendwo im Nirgendwo strande, zurück nach Rostock fahre und dann Schwierigkeiten habe, rechtzeitig nach Berlin zurückzukommen für Arbeit und Alltag am nächsten Tag. Ich fühle mich immer noch ein wenig kopfschmerzig (das Teilzeitkind und ich teilten uns gestern Abend eine Tablette) und in meinem Hals fühlt sich etwas komisch an. Mich an ähnliche Situationen erinnernd, schleiche ich mich schnell in die Küche und mache einen COVID-Schnelltest, der aber erfreulich negativ bleibt.

Ich lege mich also wieder ins Bett, lese ein wenig und schlafe dann wieder ein. Das nächste Mal wache ich auf, weil der Liebste aufsteht, um Kaffee zu machen, da ist es kurz vor 10 (große Kinder sind toll!). Wir trinken Kaffee im Bett und lesen und ich lese mein Buch (Thorsten Nagelschmidt – Arbeit) aus. Gegen 11 stehen wir auf. Ich räume nach der gestrigen späten Schlacht die Küche auf, der Liebste macht Frühstück und das Teilzeitkind macht Mathe-Übungen.

Dann gehen erst der Liebste, dann ich, dann das Teilzeitkind ins Bad. Während es duscht, ruft mich die beste Freundin meiner Mutter an und befragt uns zu Reisetipps für ihre Freunde für Kanada für nächstes Jahr. Wir kramen in unseren Erinnerungen nach den Namen der Highlights der letzten beiden Sommer.

Gegen 14 Uhr brechen wir mit Lussekatter, Stollen und Stollenkuchen (aus einem Weihnachtspaket) auf zum Adventskaffeekränzchen bei einer Freundin. Dort sitzen gerade mehrere Erwachsene konzentriert an einem Pfefferkuchenhaus-3D-Puzzle und diverse Kinder toben laut durch die Wohnung. Es wird ein teils gemütlicher, teils sehr lebendiger Nachmittag mit Punsch, Stollen, Lussekatter, Bratäpfeln, Apfel- und Kirschstrudel und diversen Weihnachtsleckereien.

Gegen 17 Uhr fahren der Liebste und das Teilzeitkind zurück nach Südberlin, wo noch mehr Mathe wartet. (Das Pensum in der 4. Klasse ist anders als zu meiner Schulzeit, ich war aber auch auf einer gemütlichen Dorfgrundschule kurz nach der Wende und es war nicht gerade erst Pandemie vorher). Der Rest von uns bleibt noch sitzen. Dann verabschieden sich nach und nach die anderen Kinder mit ihren Eltern und zum Schluss sitzen nur noch die Kinderlosen da und helfen der Gastgeberin dann beim Aufräumen. Zu dritt machen wir uns dann auf den Weg.

Am Ostkreuz verabschieden wir uns und der Lieblingsnachbar und ich nehmen gemeinsam die Bahn nach Hause. Ich füttere hungrige Katzen, nehme mir dann gegen den süßverklebten Magen zum Abendbrot zwei Möhren und zwei Bio-Wiener und schaue dann gemütlich auf der Couch einen Weihnachtsfilm – es wird ja langsam eng, sind nur noch zwei Wochen. „The Holiday“ ist heute dran, der vielleicht beste Weihnachtsfilm dieses Jahrtausends (bisher). Als der fast vorbei ist, kommt der Mitbewohner nach Hause und berichtet von seinem Wochenende. Wir sind beide hundemüde und gehen gegen 23 Uhr ins Bett.

Ich öffne noch meinen Adventskalender für die letzten zwei Tage, telefoniere mit dem Liebsten und beginne dann das nächste Buch: Carla Kaspari – Freizeit.

09.12.2023 – Durchgetakteter Adventssonnabend

  • 7:40 klingelt der Wecker, hektisches Aufstehen, Frühstücken, Anziehen beim Teilzeitkind, etwas gemütlicheres Aufstehen beim Liebsten und mir
  • 8:45, die Teilzeitkindmama samt den beiden Geschwisterkiddies (2 und fast 4) holt uns drei mit dem Auto ab zur Turnhalle
  • 9-11 Uhr, das Teilzeitkind turnt, wir vier sitzen auf einer Matte, die Kleinen spielen und malen, die Großen unterhalten sich über Schule, Weihnachten und Urlaubspläne, alle feuern das Teilzeitkind an
  • 11-13 Uhr, die Teilzeitkindmama und die beiden Kleinen müssen los, der Liebste und ich chillen weiter auf der Matte, trinken Kaffee, essen Brezeln und Waffeln und feuern weiter an
  • 13-14 Uhr, Show-Teil mit den Teenie-Leistungsturnerinnen zu Weihnachtsmusik, danach Siegerehrung pro Jahrgang – wir feiern einen guten Platz 6 von 13.
  • 14-15 Uhr, Heimweg mit dem Bus, dann quasi Frühstück mit Eiern, veganen Nuggets etc.
  • 15-17 Uhr, ich gehe für Backen und fürs Abendbrot einkaufen, brauche danach erstmal dringend Mittagsschlaf
  • 17-20:30 Uhr, das Teilzeitkind und ich backen gemeinsam Lussekatter, während der Teig gehen muss und wenn die Teilchen im Ofen sind, schauen wir „Kevin allein in New York“, der Liebste zockt
  • 20:30-21:30, der Liebste brät Halloumi, das Teilzeitkind deckt den Tisch, ich bastle mit Salat, Tomaten, Zwiebeln, Barbecue-Sauce und Buns die Halloumi-Burger zusammen, wir essen und gucken dann den Film zusammen zu Ende
  • 21:30-23 Uhr, das Teilzeitkind geht ins Bett, wir hängen noch ein wenig auf dem Sofa rum, bis wir die Segel streichen und ich im Bett lese und der Liebste noch ein bisschen zocken darf
  • 0:00 Uhr, mir fallen die Augen ständig zu, ich schlafe dann jetzt

08.12.2023 – Kurz vor Wochenende

Faszinierend, unsere Wecker klingeln gleichzeitig, aber bevor ich noch richtig die Augen aufhabe, ist der Mitbewohner schon in der Küche beim Frühstücken. Als ich soweit bei Sinnen bin, dass ich weiß, welcher Tag ist, was ansteht und langsam gucke, was in der Welt passiert ist, ist er schon fertig und zurück in seinem Zimmer. Ich telefoniere mit dem Liebsten und mache nebenbei den Adventskalender auf – Waldbeerbonbons – und blogge. Dann stehe ich irgendwann auf, mache mir Frühstück (die Katzen liegen noch und kriegen später) und dann bin ich irgendwann (früh genug) am Schreibtisch.

Heute ist zum Wochenschluss mal nicht so wahnsinnig viel los. Ich habe drei Meetings (um 10, um 11 und um 12), ansonsten plätschert der Tag vor sich hin. Mittags treffen der Mitbewohner und ich uns in der Küche und essen Reste von gestern. Nachmittags sitze ich lange an einer Präsentation und schreibe dann noch meinen Wochenbericht. Um 17 Uhr mache ich frühen Feierabend, stelle mich unter die Dusche und ziehe mich an (das war morgens energietechnisch nicht drin). Dann packe ich meinen Rucksack fürs Wochenende und fahre voller Solidarität mit der GDL mit Tram und U-Bahn nach Südberlin.

Dort kurzer Stopp beim Stammitaliener, wo ich mein Stammgetränk aufs Haus bekomme, während die Pizzen backen. Mit denen geht es dann aufs Sofa und wir gucken „Kevin allein zuhaus“ mit dem Teilzeitkind und dann „Ant-Man“ ohne. Gegen 11 liege ich im Bett und lese, bis ich einschleife, während der Liebste noch wikingernd durch die virtuelle Realität geistert.

07.12.2023 – Flow

Der Lieblingsnachbar fragte nach einer Zwischenbilanz in Sachen Aktiverholung. Zum Zeitpunkt der Frage war ich nach zwei Abenden auswärts, zwei Tagen Büro und einem Abend Workshop völlig platt und nicht erholt. Dafür konnte ich aber von einem Tag berichten, der energie- und stimmungsmäßig ziemlich gut war, bedingt durch Abwechslung statt acht Stunden Schreibtisch:

Der Wecker weckt und ich bin zum Glück einigermaßen ausgeschlafen und stehe einigermaßen früh auf, denn heute geht es schon wieder ins Büro – eigentlich wollte ich ja gestern schon, aber war nach zwei Tagen zu platt und blieb im Homeoffice. Heute dann aber! Ich komme gegen 9 dort an und muss direkt das Frühstück kurz nach hinten verschieben, weil dringende Arbeit drängt. Der Text für eine Pressemitteilung wurde gestern Chicago-Abend noch freigegeben, allerdings mit Änderungen. Die muss ich jetzt noch in meine deutsche Version einpflegen, bevor das Ganze rausgehen kann. Erst danach schütte ich mir Hafermilch ins Müsli, hole mir einen Cappuccino und begrüße die anwesenden Kollegen (alles Männer).

Beim Frühstücken packe ich dann die Pressemitteilung auch auf unsere Unternehmensseite, ebenso wie die Versionen für Frankreich, Großbritannien und die USA. Dann ist der Weihnachtsbaum da und ein Kollege und ich packen ihn aus, stellen ihn in den Ständer und dann darf ich schmücken, während der Kollege zusieht und wir uns unterhalten. Am Ende sieht es ganz nett aus, mit dem Schmuck, der noch da war und meiner executive decision, die kitschigsten Kugeln nicht zu benutzen und wieder in den Lagerraum zu bringen.

Dann noch etwas „Stillarbeit“ am Rechner, bis ich mein wöchentliches Meeting mit meiner Chefin habe. Wir sprechen hauptsächlich über das Großprojekt, an dem wir gemeinsam arbeiten und dann auch ein wenig über Work-Life-Balance. Dadurch bestärkt beschließe ich, in der Mittagspause wieder nach Hause zu fahren – der Baum steht ja jetzt. Ich nehme also wieder die Tram und schmunzle auf dem Heimweg über den Mistelzweig, den jemand vom Balkon baumeln lässt.

Daheim geht es dann mit Stullen direkt wieder an den Schreibtisch. Ich lektoriere eine Übersetzung, brainstorme mit dem Team zu einem Projekt für 2024 und erledige noch einiges an Kleinkram. Gegen 18 Uhr kommt der Hase vorbei und bringt einen Hokkaidokürbis und zehn Eier mit lieben Grüßen von seiner Mama (Danke!!). Ich klappe den Laptop zu und stelle mich in die Küche, es gibt nämlich noch zwei andere (kleine) Kürbisse zu verarbeiten. Die halbiere und leere ich, bestreiche sie mit Olivenöl und schiebe sie in den Backofen. Dann brate ich Zwiebeln, Knoblauch, und gemischtes Bio-Hackfleisch an, gebe Salz, Pfeffer, Cayenne-Pfeffer und Tomatenmark dazu und mische dann Mais und Kidneybohnen darunter. Die Mischung kommt dann in die Kürbishälften und wird mit Käse überbacken. Dazu gibt es einen Obstsalat (Apfel und Birne) mit Chicorée und einem „Dressing“ aus Kokosjoghurt, Orangenblütenwasser, Zitronensaft und Vanillezucker. Sehr lecker alles!

Vor, zum und nach dem Essen höre ich die beiden neuesten Podcast-Folgen von Trevor Noah, mit DaBaby und mit Sam Altman. Danach geht es mit dem Badesalz, das heute im Adventskalender war, und meinem Buch in die Badewanne. Ich telefoniere noch ein viertes oder fünftes Mal heute mit dem Liebsten und dann vertiefe ich mich für zwei Stunden ins Buch, während ich langsam einweiche und schrumpelig werde (ja, ich muss zwischendurch warmes Wasser nachlassen). Kurz nach 23 Uhr wechsle ich ins Bett und lese dann nochmal bis fast halb 1 weiter. Gutes Buch!

06.12.2023 – Nikolaus ohne Nikolaus

Nach einem frühen Aufwachen irgendwann halb 2 (wahrscheinlich als der Mitbewohner heimkam), schlafe ich tief und fest durch bis zum Weckerklingeln. Das war bitter nötig, aber ich bin immer noch erschöpft und leicht Kopfschmerzen und entscheide mich dann, nicht ins Büro zu fahren, sondern einen gemütlichen Homeoffice-Tag dazwischen zu schieben und in aller Ruhe die Sachen abzuarbeiten, die in den letzten zwei Tagen liegengeblieben sind. Zum Frühstück gibt es die Trinkschokolade von neulich, dazu Pannetone, Apfel und Clementinen.

Bei Gelegenheit gratuliere ich dem Mitbewohner zum Geburtstag und dann quatschten wir direkt noch ein bisschen, während er Pasta macht – mit Champignons, Tomaten und ordentlich Peperoni. Einen Teil davon nehme ich mir mit an den Schreibtisch. Die tatsächliche Mittagspause verbringe ich dann draußen. Ich bringe zum ersten Mal seit drei Monaten oder so Altglas weg (so viel sammelt sich da bei mir gar nicht) und mache dann noch Besorgungen. In einem irisch-britischen Spezialitätengeschäft hole ich Mince Pies, im Supermarkt Olivenöl und Parmesan.

Eine Packung Mince Pies überreiche ich dem Mitbewohner dann als Geburtstagsgeschenk (er hat mehrere Jahre in England gelebt) und dann serviert er mir doch glatt eine davon mit einem Kaffee. Am Nachmittag schaffe ich es, ein angesetztes Meeting durch ein paar E-Mails und ein Telefonat zu ersetzen und so bleibt nur ein einziges übrig, an dem ich teilnehmen muss. Außerdem versende ich Einladung und Details zu unserem Weihnachtsevent nächste Woche und chatte im Nachgang mit einigen Kolleg*innen dazu. Gegen 18 Uhr mache ich Feierabend, räume die Küche auf, esse noch eine Portion Pasta, fülle die Katzenfutterkiste mit Vorräten aus dem Balkonschrank auf und lege mich dann aufs Sofa.

Ich telefoniere mit dem Liebsten, seiner besten Freundin und dem Teilzeitkind, organisiere Dinge mit dem Bruder, organisiere Dinge mit der Schwester des Liebsten, esse den Schokokuchen im Glas aus dem heutigen Adventskalender und nehme dann knappe zwei Stunden an einem Workshop aus meinem Adulting-Projekt teil. Danach noch ein letztes (viertes) Telefonat mit dem Liebsten für heute, eine Folge West Wing, Durchsieben des Katzenklos und kurz nach 23 Uhr liege ich dann im Bett und schlafe direkt ein. Morgen dafür wieder Büro, da gibt es noch was zu erledigen.

05.12.2023 – Arbeit, Yoga, Runterfahren #WMDEDGT

Es ist der 5. und wie jeden Monat ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf. Die anderen Beiträge zu “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” findet Ihr hier.

Das erste Mal wache ich kurz nach 3 auf, nach guten drei Stunden Schlaf und aus Träumen über den anstehenden Arbeitstag. Vom Blick auf die Uhr genervt, mache ich mein Hörbuch an, drehe mich um und schlafe wieder ein. Das nächste Mal wache ich kurz nach 4 auf, wieder aus dem gleichen (oder einem sehr ähnlichen) Traum. Diesmal komme ich nicht wieder so schnell zur Ruhe und liege bestimmt eine halbe Stunde wach und versuche, statt über den Arbeitstag über den nächsten Sommerurlaub nachzudenken. Bevor ich anfange, schon zu recherchieren mache ich dann doch rechtzeitig wieder das Hörbuch an und schlafe weiter, diesmal bis kurz nach 7. Das ist dann immer noch deutlich früher als nötig, da wir heute später anfangen, aber an sich vertretbar.

Im Adventskalender Trinkschokolade, die gibt es demnächst an einem Homeoffice-Morgen

Ich lese das Internet leer, blogge, telefoniere mit dem Liebsten, kümmere mich um meine Streaks in den drei Sprachlern-Apps (für das gesamte Tagespensum nehme ich mir heute morgen keine Zeit) und stehe dann auf. Schnell Anziehen und Katzen füttern, neues Obst in den noch von gestern gepackten Arbeitsrucksack und dann geht es los – ich werde überpünktlich vor unserem Termin da sein und noch Zeit haben, mich für Kaffee in die Barista-Schlange zu stellen, statt nur an die Maschine zu gehen. In der Tram bringe ich mein Handyspiel auf den neusten Stand und erhalte die Nachricht, dass sich ein Kollege verspäten wird. Die nächste Kollegin ist schon da, als ich komme. Auf die anderen beiden warten wir und bis dann alle, die für den Termin notwendig sind, da sind, ist es eine halbe Stunde später – immerhin habe ich dann meinen Pannetone und die Clementinen gefrühstückt. Grummel. Wieso stresse ich mich eigentlich immer so, wenn alle anderen es dann nicht tun? (Teilantwort: Weil meine normalen Arbeitstage komplett durchgetaktet sind mit diversen Meetings in diversen Konstellationen über diverse Zeitzonen mit Menschen, denen es genauso geht. Der Rest ist wohl Strukturiertheit und Pflichtgefühl, angeboren oder geprägt?)

Den Rest des Vormittags bereiten wir eine gemeinsame Präsentation am Nachmittag vor, für die noch viel diskutiert und abgewogen werden muss. Ich bin dabei gestresst und habe öfter das Gefühl, einen Sack Flöhe in Schach halten zu müssen, damit wir am Ende und vor allem rechtzeitig, ein gutes Ergebnis haben UND noch Zeit bleibt, etwas zu essen. Ein- oder zweimal fällt in dem Zusammenhang das Wort zickig. Ich spare mir einen Vortrag über Genderstereotype und die damit verbundenen Schimpfwörter und mache irgendwann die Ansage, dass wir jetzt los müssen, um noch in Ruhe Essen zu können. Wir gehen wieder zum Vietnamesen an der Ecke – heute esse ich Bun Bo Nam Bo.

Hinterher geht es zurück ins Büro, wo wir das Setting für die Präsentation aufbauen (Einer Kollege und ich wuchten dafür einen massiven Holztisch und ein schweres Sofa durch die Gegend, um dann von einem der anderen zu hören, dass das ja ganz prima aussieht und man also gar nicht umräumen müsste…) und dann noch ein paar Minuten Zeit haben, durchzuatmen, alles noch mal durch zu gehen und uns zu sammeln. Die Präsentation läuft dann ziemlich gut, auch wenn uns zwischendurch noch Sachen einfallen, über die wir zwar letzte Woche gesprochen haben, die wir heute Morgen aber vergessen haben. Das können wir dann aber gut live improvisieren.

Danach heißt es, das Adrenalin langsam wieder runterzufahren. Ich gehe an meinen Schreibtisch und erledige ein paar Dinge, die den Tag über im Postfach eingetrudelt sind (u. a. soll in einem Townhall morgen über den verstorbenen Kollegen gesprochen werden und ich soll über die Folie dazu schauen). Dann sitze ich noch bis kurz nach 18 Uhr mit einem Kollegen zusammen und wir besprechen Organisatorisches, bevor ich zum Yoga aufbreche. Dorthin geht es mit der U-Bahn.

Als alle auf ihren Matten hocken, erzählt der eine, er halte heute lieber ein bisschen mehr Abstand, weil seine Tochter frisch positiv auf Corona getestet sei. Ich frage, wie denn sein Test ausgefallen sei. Er hat sich nicht getestet, weil er ja vor vier Wochen erst Corona hatte. Eigentlich möchte ich explodieren, gehen und mich unter der Bettdecke verkriechen. Stattdessen krame ich hektisch nach einer Maske (die blöderweise aber in der anderen Tasche liegen) und bekomme dann eine OP-Maske von der Yoga-Lehrerin. Mit der ziehe ich dann die Yoga-Stunde durch, in der Hoffnung, dass das alles irgendwie gutgeht. Die anderen bleiben übrigens maskenfrei. Ansonsten läuft das Yoga gut, auch wenn ich den Kopf so natürlich nicht abschalten kann. Beim Shavasana döse ich vor Müdigkeit kurz weg.

Auf dem Heimweg telefoniere ich endlich ausführlich mit dem Liebsten. Zuhause angekommen mache ich mir eine schnelle Tomatensuppe aus Fertigsugo, Knoblauch, Olivenöl und Kräutern. Dazu gibt es Käsebrot, Apfel und Sanddornsaft. Ich sitze auf dem Sofa und veratme den Tag, gucke im Internet herum, lasse mich von TikTok berieseln, entfolge einigen Creatorn, die der Hamas-Propaganda auf den Leim gegangen sind und dann ist es irgendwann auch schon fast Mitternacht und ich gehe schlafen, die Heizdecke unter und die Katzen neben mir.

04.12.2023 – So much talking

Ich wache schon kurz vor 6 auf, keine Ahnung warum. Das bedeutet, dass ich dann trotz aller Ruhe am Morgen ungewohnt überpünktlich das Haus verlasse, denn heute geht es ausnahmsweise schon an Montag ins Büro – es ist Schulungstag. Wir sitzen zu siebt im Schulungsraum, drei weitere sind hybrid zugeschaltet, der Rest ist krank (eine der Zugeschalteten auch, frisch positiv getestet, isoliert, aber noch nicht so krank, dass sie nicht zuhören kann). Zum Frühstück esse ich Pannetone und Clementinen, dazu jede Menhe Tee. Zum Mittagessen gehen wir zum Vietnamesen um die Ecke und ich bestelle mir eine Pho mit Hähnchen – mit Tofu muss ich wegen Histamin aufpassen, Garnelen mag ich nicht so und Hähnchen ist besser fürs Klima als Rind (dafür leiden Rinder wahrscheinlich weniger als Hühner in der konventionellen Tierhaltung – es ist schwierig).

Die Schulung geht – mit Nachbereitung/Besprechung für morgen – bis 17 Uhr, da beginnt genau mein Teammeeting, an dem ich dann auch noch schnell teilnehme. Das geht bis 18 Uhr. Dann packe ich meinen Kram zusammen und fahre mit der U-Bahn bis zum Gendarmenmarkt, wo wir in kleiner Runde noch ganz schön teuer essen gehen. Der Liebste kommt auch dazu, was den Abend zusätzlich aufwertet. Ich esse Sauerbraten (laut Karte der Gewinner des „besten Sauerbratens“ von Deutschland) mit Apfelrotkohl, Spitzkohl und Kartoffelbrei und zum Nachtisch geeiste Kürbiskernmousse mit Zitrussalat. Die Vorspeise spare ich mir angesichts der Preise – ohne Geldgedanken hätte ich wohl den Tartar als Vorspeise genommen und zum Hauptgang das Kabeljaufilet auf frittierter Artischocke, aber das kam mir unanständig teuer vor und hätte zusammen nochmal 20 € mehr gekostet als meine Wahl.

Es wird ein feucht-fröhlicher Abend, zum Glück haben wir früh angefangen, so dass es erst 10 ist, als wir aufbrechen. Der Liebste und ich beschließen im Sinne von mehr und besserem Nachtschlaf, nicht beide bei mir, sondern jede*r bei sich zu schlafen – er muss früher raus als ich und nach Alkohol schlafen wir beide unruhiger, dazu die Katzen, die für Unterbrechungen und bei ihm für allergische Reaktionen sorgen… Wegen nächtlichen Bauarbeiten nehme ich dann auch noch ein Taxi nach Hause, statt mich mit Schienenersatzverkehr zu quälen und schon hat mich der ganze Tag dann über 90 € gekostet inkl. Trinkgelder. Huiuiui.

Zuhause angekommen noch ein kurzer Schnack mit dem Mitbewohner, Katzen kuscheln und Handy spielen zum Runterkommen und Müdewerden. Gegen Mitternacht ist Schlafenszeit und morgen geht es schon wieder ins Büro – immerhin eine Stunde später.