04.07.2024 – Schlottenburg

Erstaunlich früh aufgewacht heute und dann zumindest den Morgen und Vormittag über viel Zeit gehabt, trotz anberaumten „Termins“. So viel Zeit, dass es nach dem Frühstück (Sanddorn-Joghurt mit Müsli, Orangensaft, Espresso Tonic) noch für Bett neu beziehen, Zimmer aufräumen und Wohnung saugen reicht. Damit bin ich dann gegen 12 fertig und mache mich auf den Weg Richtung Charlottenburg, wo ich eine Verabredung zum Mittagessen habe.

Spinat-Ingwer-Wantans mit Erdnusssauce, Papaya-Salat mit Tofu, Hibiskus-Nelken-Drink

Ich treffe mich mit einer ehemaligen Kollegin am Savigny-Platz (Hier bin ich so gut wie nie, mal wieder schön!) und wir haben uns viel zu erzählen, über Vergangenes, Aktuelles, Gesundheitliches und Karrierewege. Als sich unsere Wege trennen, beschließe ich, noch ein wenig durch diese Gegend zu spazieren und hole mir dazu einen Bubble Tea.

Kirschtee mit Aloe Vera und Litschi-Boba, wenig Zucker, wenig Eis

Ich laufe die Kantstraße hinunter Richtung Lietzensee und schreibe einer Freundin, die hier in der Nähe wohnt. Daraus ergibt sich dann, dass ich noch vor dem Lietzensee abbiege und sie mit ihrer Mama und ihren beiden Kindern an deren Kita treffe. Dann gehen wir gemeinsam Besorgungen machen, teilen uns zu fünft eine riesige Kugel Mangoeis, spielen im Innenhof und gehen dann nach oben in die Wohnung, zu Tee und weiteren Spielen. Als die anderen sich zum frühen Abendbrot niedersetzen, breche ich auf und nehme die S-Bahn nach Hause.

Die Katzen haben mich vermisst und wir verbringen eine kuschelige Zeit zusammen auf der Couch, während ich Stullen zum Abendbrot esse und gucke, was den ganzen Tag über so in der Welt passiert ist. Weil mir fröstelig ist, lege ich mich danach in die Badewanne und dann schon gegen 21 Uhr ins Bett. Eine gute Stunde verbringe ich noch mit Lesen, mit dem Liebsten telefonieren und einem Auge auf den UK-Wahlen, aber ich will dann doch nicht mehr bis zu den Exit Polls warten, sondern mache kurz nach 22 Uhr das Licht aus und hoffe auf langen, erholsamen Schlaf, der dir möglicherweise aufkommende Erkältung in Schach halten kann.

03.07.2024 – Kur zuhause

Für heute habe ich wieder einen Programmpunkt geplant, am späten Vormittag geht es zu kurähnlichen Aktivitäten ins Fitnessstudio – erst AquaFitness, dann ein bisschen Schwimmen, dann Dampfbad, dann zwei Saunagänge. Ein bisschen wie in einer antiken römischen Therme, nur dass alle versuchen, möglichst wenig miteinander zu sprechen und dass ich zwischen den Saunagängen im Ruheraum auf dem Kindle lese. Auf dem Heimweg schreibe ich einer besorgten Kollegin, die mir schon längere Zeit zu einer Kur geraten hatte, dass ich sozusagen Kur zuhause mache.

Dann wird gekocht. Durch das WG-Leben plus in der letzten Woche Besuch gibt es aktuell vier Packungen Eier im Kühlschrank. Ich schnappe mir die mit dem frühesten Mindesthaltbarkeitsdatum, koche alle sechs und bastle mir einen Eiersalat daraus – mit Kapern, sauren Gurken, Dill, Remoulade und Kaviarcreme. Dazu gibt es den Rest Sockeye-Wildlachs mit ordentlich Meerrettich, auf Brot, und den Tonic-Mocktail von neulich.

Müde und pappsatt lege ich mich danach hin und schlafe erstmal ein. Dann lese ich erst The Land Where Lemons Grow zu Ende (es fehlten nur noch die Kapitel über den Karneval von Ivrea und über Cedri/Zitronatzitronen) und dann endlich auch den Zauberberg. Jetzt kann ich endlich ohne Spoiler den Wikipedia-Artikel durchlesen, den ich hier ständig verlinke! Dabei stoße ich auf die beiden Verfilmungen – in der ersten wird Hans Castorp vom Vater eines Bekannten gespielt, die zweite kann man sich auf YouTube ansehen, was ich direkt tue. Gibt dem ganzen Erlebnis nochmal einen ganz anderen Spin, als Film ist das alles viel aufgeregter, spöttischer und lebendiger, als was mir die Stimme in meinem Kopf vorgelesen hat.

Noch später am Abend schaue ich zwei Folgen Succession, man will ja auch da vorankommen. Und dann fange ich vor dem Einschlafen noch das nächste Buch an – ich bleibe im Thema, denn es liegt noch was zum Anlegen auf meinem Bücherstapel: Mann vom Meer. Da fällt dann gleich am Anfang wieder vieles zusammen – Hiddensee, das Schreiben vom Zauberberg, die Liebe zur Ostsee, Elisabeth Mann Borgese, die ich mir immer in ihrem Haus am Strand in Nova Scotia vorstelle… So schläft es sich schön ein.

02.07.2024 – Hallo Trägheit, my old friend

Von der gestrigen Hirn-Überaktivität heute fast schon ins Gegenteil, überbordende Trägheit, gekippt – das ist so auch nicht ideal, es gilt den sweet spot zu finden. Ganz stimmt es auch gar nicht, denn ich nehme heute fast zwei Stunden lang an einem Videocall teil, putze die Katzenklos, nehme eine IKEA-Lieferung an (Aufbau und Bilder demnächst) und mache mir leckeres Essen.

Müsli mit Sanddornquark, Wassermelone, Tee mit Hafermilch, O-Saft
Heilbuttfilet mit Knoblauch, Dill und Zitrone aus dem Ofen, dazu Reis mit Erbsen – does not photograph well aber schmeckt gut
Stulle mit Käse und Tomate, Stulle mit Räucherlachs und Gurke, Aprikosen

Dazwischen heute viel im Zauberberg weitergelesen und quasi als Sekundärliteratur nach über 20 Jahren nochmal Die Manns angeschaut. Das habe ich damals in der Abizeit mehrfach gesehen, zuletzt am Tag vor dem Deutsch-Abi. So konnte ich meinen recht fadenscheinigen Aufsatz über Klaus Manns Mephisto mit jeder Menge biographischer Details anfüttern, was meine damalige Deutschlehrerin dazu brachte, mir komplett unverdiente 13 Punkte zu geben (und mir das auch noch zu sagen). Die Zweitkorrektur brachte realistischere 7 Punkte, woraufhin die Drittkorrektur anstand und ich schließlich 8 bekam – ganz schön schlecht für ein Leistungkursfach, das zog meinen Schnitt ganz schön nach unten. Wir wollen das aber nicht dem Film anlasten, der ist gut.

Ein bisschen Fußball gibt es auch – das Oranje-Spiel habe ich fast komplett gesehen. Beim zweiten Spiel fand ich die Manns dann insgesamt wieder spannender, bekam aber durchs Feuerwerk dann durchaus mit, dass die Türkei den neuen Geheimfavoriten aus dem Turnier gekickt hat.

01.07.2024 – Cool down

Nicht nur gehen sowohl die Temperatur als auch jede Menge Regen runter, ich befinde mich jetzt auch in einer Cool-down-Phase. Während die letzten beiden Wochen noch voller Aktivitäten und Vorbereitungen und Feiereien waren, liegt jetzt eine längere Strecke ohne größere geplante Vorkommnisse vor mir, was mir hoffentlich Gelegenheit geben wird, endlich ein bisschen abzuschalten, zu entspannen, den Stress hinter mir zu lassen und im Hier und Jetzt zu sein. To be statt to do wäre das Ziel.

Wie dringend das nötig ist, merke ich, als ich nach dem Frühstück auf dem Balkon sitzen bleibe und mich um meine Sprachkurse kümmere – sollte ja eigentlich eine entspannende Tätigkeit sein, ich gehe schließlich meinen Interessen nach, ganz ohne externe Motivation. Und ja, es macht Spaß, aber auch: Ich versuche, möglichst keine Fehler zu machen und so schnell wie möglich durchzukommen, klicke oft schon weiter, sobald das erlösende Häkchen da ist, ohne mir alles in Ruhe durchzulesen oder mir die Lösung nochmal anzuhören. Ich optimiere auf Zwischenergebnisse und Zeit, nicht auf langfristigen Lernerfolg. Und während das passiert, bin ich im Kopf immer schon drei Schritte weiter:

„Was steht als nächstes an, welche Reihenfolge an Schritten ist am sinnvollsten, wäre es nicht viel entspannender, wenn ich noch irgendwie Yoga, Meditation und einen Spaziergang einbaue? Was wollte ich nochmal alles machen, wenn ich endlich Zeit habe? Wie kann ich die frei gewordene Zeit so optimieren, dass ich das Meiste raushole? Achso, ich lerne ja gerade Norwegisch, da war was. Und außerdem wollte ich ja aufhören mich zu optimieren! Du musst Dich jetzt wirklich mal effizient entspannen, Mensch!“ Und so geht das immer weiter.

Ein bisschen hilft, als sich Noosa auf meinen Schoß setzt, kurz bevor ich meinen nächsten Programmpunkt abspielen will und ich dann doch noch etwas länger sitzen bleibe. Zumindest, bis es mir auf dem Balkon zu kühl wird. Dann gehe ich doch rein, lasse mir ein Bad ein und höre mir in der Wanne einen TED-Talk zu Selfcare an. Danach geht es dem Kopf ein bisschen besser. Ich bleibe auch noch eine ganze Weile im Bademantel auf dem Bett liegen und zwinge mich geradezu dazu, erst noch auf dem Handy zu spielen und mit drei Kolleg*innen zu schreiben (ausschließlich über Nicht-Arbeitsdinge, es geht um Konzerte, Wahlergebnisse und hoffentlich bald anstehende Berlinbesuche), bis ich mit meinem Tag weitermache.

Dann kommt Lebensmittel durchsortieren, Essensplan machen, Einkaufen und Mittagessen – es gibt Kartoffelsalat mit geräuchertem Sockeye-Wildlachs, hausgemachtem Honig-Senf-Dressing und Holunderblütenwasser.

Danach lege ich mich wieder hin, lese ein paar Seiten im Zauberberg und schlafe dann für anderthalb Stunden tief und fest ein. Jetzt bin ich ganz zufrieden mit mir und meiner Entspannung und verschiebe meine anderen für heute geplanten Aktivitäten mit angemessener Trägheit auf irgendwann später.

Als ich wieder richtig munter bin, ist es gar nicht mehr lange bis Fußball, also bleibe ich einfach liegen und lese weiter. Die beiden Fußballspiele schaue ich mit mehr oder weniger Konzentration an, während beide Underdogs leider verlieren. In der Pause dazwischen mache ich mir Abendbrot – ich habe trockenes Brot eingeweicht und mache daraus jetzt mit Büffelmozzarella, Tomaten und Basilikum eine Art Salat – sehr lecker!

Weiter gelesen wird auch noch, im Zauberberg und in den Nachrichten – in den USA wird gerade die Demokratie abgeschafft und Trump bekommt ordentlich Aufwind. Das zusammen mit Frankreich, Italien, Slowakei und nicht zuletzt der AfD macht keine gute Laune.

Kurz vor Mitternacht ist das Elfmeterschießen vorbei und ich gehe Zähneputzen und ins Bett.

30.06.2024 – Ganz langsam

Unruhige Nacht und früh aufgewacht, aber alle drei. Als der Liebste kurz vor halb 7 (an einem Sonntag!) aufsteht, um Kaffee zu kochen, ist das Teilzeitkind schon aus den Federn und bereitet sich auf einen Ausflug vor. Ich trinke meinen Kaffee aus und geselle mich dazu – alles eingepackt? Eine gute Stunde später wird das Kindelein abgeholt und wir verziehen uns nochmal ins Bett. Irgendwie bin ich aber jetzt grad wach und relativ energiegeladen, also stehe ich doch wieder auf und räume die Küche auf, während der Liebste wieder einschläft. Ich frühstücke erst Kuchen und dann Nudelsalat und Orangensaft und kümmere mich auf dem Sofa ausgiebig um meine Schlafstudien. Der Liebste kommt dazu, frühstückt Jambalaya und dann liegen wir wieder beide im Bett und ICH schlafe nochmal ein. Zweites Frühstück ist dann Jambalaya und Espresso Tonic und dann habe ich wieder einen Energieschub, ziehe mich an, packe meinen Kram zusammen und fahre nach Hause – immer achtsam sein mit der Energie!

Zuhause erwartet mich eine Wohnung mit nur noch einem (schlafenden) Italiener – der Besuch ist gestern abgereist. Dafür sind Fruchtfliegen eingezogen, um deren Bekämpfung ich mich erstmal ausgiebig und mit Funny-Van-Dannen-Ohrwurm kümmere. Der Rest des Tages wird dann wieder ganz geruhsam.

Ich verbringe den Nachmittag und Abend auf meinem Bett vor der aufklappbaren Glotze und schalte munter zwischen Fußball (England-Slowakei im letzten Drittel spannend und am Ende leider unglücklich für die Slowaken, Georgien-Spanien durchgehend spannend, schade Georgien!), Succession und Kaulitz & Kaulitz hinterher (nach Lektüre dieser guten Einordnung im Musikexpress).

Kapitalismus-TV in drei sehr unterschiedlichen Ausprägungen, davon Succession die unangenehmste, dafür aber wenigstens fiktional. Zwischen all dem auch noch erste Hochrechnungen aus Frankreich, die auf die Stimmung schlagen. Da hilft dann wirklich nur noch K&K-Eskapismus, der wirklich überraschend unterhaltsam ist. Sehr wholesome, die Beiden. Und bei dem Nachnamen und der Herkunft sind die ja auf jeden Fall auch eigentlich Sorben, von daher all power to them!

29.06.2024 – Noch ne Feier

Und damit schließt sich der Kreis, der Monat in dem das Teilzeitkind, ich und der Liebste Geburtstag haben, ist vorbei und heute ist dann der Tag der letzten Feierei. Wir lassen den Morgen noch gemütlich angehen und machen uns gegen 11 auf den Weg, um vorletzte Einkäufe zu erledigen. Einmal Supermarkt und Wochenmarkt bitte. Dazwischen gehe ich auf Wunsch eines einzelnen Kindes mit ebenjenem durch mehrere Schreibwarenläden auf die Suche nach der neuesten äddischn der Stifte, die man haben muss, um auf dem Schulhof mithalten zu können. Im dritten werden wir fündig, nehmen dann aber den Bus für den Rückweg um schneller zu sein.

Dort gibt es Frühstück und danach beginnt die heiße Phase der Vorbereitungen. Ich räume den Tisch ab und mache Nudelsalat, bringe Altglas und Müll weg, stelle Getränke kalt und ziehe nochmal los, um die allerletzten Einkäufe zu erledigen, derweil gehen der Liebste und das Teilzeitkind in den Extrem-Aufräum- und Putzmodus.

Pünktlich mit noch etwas Luftholzeit sind wir fertig und haben dann nochmal Ruhe, bis mit ordentlicher Verspätung nach und nach die Gäst*innen eintrudeln. Als genügend Publikum da ist, koche ich mit dem Teilzeitkind (also das Teilzeitkind kocht und ich assistiere) sein berühmtes Jambalaya.

Es läuft Musik, es wird geschlemmt, die eine oder andere Flasche Sekt wird geöffnet – später ergänzt um Agua de Valencía und Wildberry Lillet. Das Italien-Spiel kriegen wir nur im Nachhinein über Eilmeldungen mit und sind ganz froh, heute nicht beim Stammitaliener zu sitzen. Stattdessen spielen wir Hitster, wie könnte es anders sein, und im Team mit einem Gast aus des Liebsten weit entfernter Jugendzeit räume ich ordentlich ab.

Das Deutschland-Spiel läuft dann auf dem Fernseher, auch wenn nur eine Hälfte der Anwesenden gebannt zuguckt – aber sonst hätte sich die Runde zu schnell aufgelöst, das kann ja keiner wollen. Erst mit der Unwetterunterbrechung bekommt es die Aufmerksamkeit aller – wir kramen reihum unsere liebsten Songs mit Wetterbezug hervor. Irgendwann während der zweiten Halbzeit geht das Teilzeitkind ins Bett. Wir sitzen noch und erzählen, bis gegen halb 1 auch die letzten Gäst*innen den Heimweg antreten und fallen dann todmüde ins Bett.

28.06.2024 – Für länger

Morgens noch fast im Halbschlaf mit dem Liebsten telefoniert, der einen langen Tag vor sich hat. Dann gemütliches Wachwerden und morgendliche Dinge tun, inkl. schon wieder Balkongießen (Sommerhitze ist noch da), Duschen, Haare an der Luft trocknen lassen und den letzten Rest Geburtstagskuchen zum Frühstück.

Gegen 11 gehe ich nach Draußen und spaziere zur Arztpraxis, wo meine aktuelle Diagnose nochmal bestätigt und die Krankschreibung verlängert wird. Auf dem Heimweg werde ich kurz vor Schluss noch ordentlich nass, als wieder ein heftiger Regenguss niedergeht – ohne Gewitter heute, es bleibt auch danach heiß.

Die Krankschreibung und fortschreitende Abwesenheit in alle Systeme eingetöckelt und kurz mit meiner Chefin geschrieben, dann geht es nochmal nach draußen, ein paar notwendige Dinge einkaufen. Zum Mittag gibt es Salat aus der Supermarkttheke.

Am Nachmittag packe ich meinen Rucksack fürs Wochenende und fahre nach Südberlin zum Liebsten. Dann ist erstmal wieder Chillzeit. Ich schreibe länger mit der Kollegin und Freundin in Frankreich, dann bestellen wir Abendbrot für die freitägliche TV-Dinner-Runde und der Liebste geht auch nochmal schnell was einkaufen.

Erst kommen die Burger und Pommes an, dann ist der Liebste wieder da, dann kommt das Teilzeitkind vom Turnen zurück. Wir machen es uns auf der Couch gemütlich und schauen eine Doku über archäologische Untersuchungen im römischen Reich (Pompeji, Sizilien, Meeresgrund). Mein Kopf bekommt Ideen für die Herbstferien – echt nervig, dass die in Berlin seit ein paar Jahren immer so spät im Jahr liegen.

Hawaii Burger mit Süßkartoffelpommes und Coleslaw

Nach dem Essen backe ich noch einen neuen Geburtstagskuchen, denn morgen steigt die Party des Liebsten. Dank mehrerer Runden Gehzeit kann ich nebenbei zwei Folgen Succession gucken. Gegen halb 1 ist der Backofen wieder soweit abgekühlt, dass er den Kuchen über Nacht aufnehmen kann und wir gehen schlafen.

27.06.2024 – Passiverholung

Nachdem der gestrige Tag körperlich ganz schön anstrengend war, setze ich heute auf die eher passive Art der Erholung. Bis auf ein bisschen Haushalt (Wäsche, Katzenklos, Pflanzen gießen), bleibe ich heute einfach liegen.

Unter anderem lese ich wieder viel im Zauberberg weiter und überlege, wie diese Art der Kur wohl für mich wäre – fünf ausgiebige Mahlzeiten am Tag, dazwischen Spaziergänge und lange Liegekuren bei jedem Wetter auf dem Balkon. Eigentlich ganz erstrebenswert, wären da nicht die vielen anderen Patient*innen, mit denen man ständig Kontakt hat und das fehlende WLAN…

In meiner Wohnung ist auch viel Kontakt, der italienische Besuch ist immer noch da und ab und zu schrecke ich auf, weil die Gespräche wie Streit klingen, aber einzelne Wortfetzen und zwischendurch Lachen deuten immer wieder darauf hin, dass sich alle lieb haben. Ich verstehe übrigens viel, wenn sie mit mir reden und wenig, wenn sie untereinander reden, denn natürlich sprechen sie „Dialekt“ – im Italienischen sind diese sehr stark ausgeprägt bzw. oft eher Regionalsprachen. Wie man auf der Karte sieht, ist das Abbruzzesische mit dem Kampanischen verwandt, das ich von Il Professore und seiner Familie kenne und ein bisschen merke ich das beim Zuhören.

Zum Mittagessen gibt es eine Portion vom primo der anderen – Spaghetti, die in der Pfanne gekocht wurden, in der vorher diverse Zwiebeln zubereitet wurden. Die Mamma vom Mitbewohner hat im Biomarkt Zwiebeln entdeckt, die denen aus Tropea ähneln. Die hat sie in der Pfanne angebraten, so lange, bis sie ein weicher Brei wurden, dann mit kochendem Wasser aufgegossen und darin dann die Spaghetti zubereitet, ähnlich wie diese, und am Ende Pecorino darüber gerieben. Danach bin ich so platt, dass ich mehrfach wegdöse. Zum richtigen Mittagsschlaf kommt es aber nicht, weil genau im falschen Moment ein Gewitter losdonnert und ich wieder wach werde, dann regnet es ordentlich, so dass selbst auf meiner Nicht-Wetterseite des Hauses die Fensterscheiben vor Regen schwimmen.

Ich lese also weiter und probiere nebenbei ausgiebig das neue Massagegerät aus – Nacken und Schultern, oberer und unterer Rücken, Beine… Macht Spaß und tut gut. Als ich genug gelesen habe, gucke ich weiter Succession und damit geht dann auch der Abend schnell rum. Die Tage fliegen nur so dahin im Moment.

26.06.2024 – Aktiverholung

Heute ist der Sommertag, also, der Tag in dieser Woche mit durchgehendem Sommerwetter und ohne Gewitterwarnung. Deswegen mache ich heute etwas ganz verrücktes: Ich gehe ins Freibad. Das habe ich in meinem Leben überhaupt erst eine Handvoll Male gemacht. Freibad gehörte nicht zur Klaviatur meiner Sommer, ich war entweder bei Oma im Schwimmbecken oder am See oder bei der anderen Oma am Strand. Insgesamt ein-zwei Mal war ich wohl im Spreebad in Bautzen, einmal in einem auf Klassenfahrt im Elbsandsteingebirge, ein-zwei Mal in einem tief im Westen von Berlin und ein-zwei Mal in einem tief im Osten, das war’s. In dem in meinem Bezirk war ich jedenfalls noch nie und das ändert sich heute.

Frühstück: Müsli mit Platt- und normalen Pfirsichen

Am späten Vormittag packe ich meine Tasche, schmiere Stullen und mache mich dann auf den Weg. Es ist bereits sehr heiß, das Rollo in meinem Zimmer habe ich direkt unten gelassen. Ich fahre S-Bahn und laufe dann noch ein ganzes Stück bis zum Freibad. Dort erstmal Ausweis- und Taschenkontrolle, dann darf ich mit meiner normalen Fitness-Mitgliedschaft kostenlos einchecken. Man läuft noch mal ein ganzes Stück, vorbei an jede Menge Liegewiese, einem Süßigkeitenwagen und einem Imbisswagen, bis man tatsächlich am Wasser ist. Ich suche mir ein schattiges Plätzchen, breite meine Decke aus und stürze mich dann in die „Fluten“. Gegen 12 bin ich im Schwimmerbecken und ziehe gemütlich meine Bahnen, bis 400 m zusammengekommen sind. Dann Abtrocknen und Pause – ich esse die Hälfte meiner Brotdose leer, lese und schlafe unvermeidlich ein.

Als ich wieder wach werde, wiederholt sich der Vorgang, jetzt ist es aber schon deutlich voller im Bad, trotzdem kriege ich nochmal 400 m relativ ungestört hin – die meisten Besucher*innen tummeln sich im Spaßbecken, im Planschbecken und bei Sprungturm bzw. Rutsche. Ich hingegen liege dann erstmal wieder, esse die zweite Hälfte auf, lese wieder, schlafe wieder…

Gegen 16:30 will ich eine dritte Runde wagen, diesmal mehr zum Planschen und Abkühlen, aber das Spaßbecken ist inzwischen eine einzige Menschensuppe, man steht quasi dicht an dicht. Also nochmal ins Schwimmerbecken, aber da ist abseits der abgeteilten Bahnen, für die ich nicht schnell genug bin, auch kein Gedanke mehr an geradliniges Schwimmen, also breche ich den Versuch ab und stelle mich stattdessen an der Pommesschlange an. Das dauert eine ganze Weile, aber dann kann ich abhaken, was zum Freibadbesuch wohl dazugehört: Die obligatorischen Freibadpommes.

Danach ist irgendwie die Luft raus – das Bad füllt sich immer noch, jetzt mit den Feierabendgästen, aber ich habe keine Lust mehr und packe meine Sachen zusammen. Kurz nach 18 Uhr bin ich auf dem Heimweg, diesmal mit Tram und Tram, und pünktlich zur Halbzeitpause sitze ich zuhause auf dem Sofa, mit Eis, zur Abrundung des gefühlten Sommerferientages.

Zum zweiten Spiel wechsle ich mit Möhren, Nektarinen und Taralli aufs Bett und nachdem ich heute genau 0 Tippspielpunkte eingefahren habe, mache ich mich dann gegen 23 Uhr schlafbereit, während in der Küche die Mamma des Mitbewohners Abendessen kocht.

25.06.2024 – Jetzt Runterkommen und Mocktail Day

Um halb 7 brüllt der Wecker durch meinen Schlaf – es ist wieder soweit, das Teilzeitkind muss in die Schule. Zum Glück steht nach wenigen Minuten der Kaffee am Bett. Da der Liebste von der gestrigen Feierei noch etwas müde ist, stehe ich heute mal mit auf und kümmere mich um das Thema „Brotdose“ und das Thema „Kind antreiben“. Ausreichend pünktlich macht es sich am Ende auf den Weg, mit Rufus Beck auf den Ohren, wie könnte es anders sein. Wir legen uns wieder hin.

Gemütliches Kaffeetrinken zu Internetrunde und Handyspielerei. Irgendwann muss der Liebste dann aufstehen und arbeiten und das ist dann auch mein Zeichen für den Aufbruch. Die Zeit in der S-Bahn nutze ich für Sorbisch-Norwegisch-Italienisch.

Zuhause angekommen gibt es erst ein spätes Frühstück (die Reste cassata estiva und Obstsalat vom Sonntag) und dann ein frühes Mittagessen – die Mamma vom Mitbewohner hat Pasta mit Zucchini und Krabben gekocht – heute mit Farfalle, nicht wie gestern Abend mit schwarzen Linguine.

Dazu kümmere ich mich weiter um Partyreste – eine angebrochene Flasche Tonic wird im Laufe des Tages als Green Tonic Mocktail dezimiert.

Der Nachmittag vergeht mit Zauberberg-Lesen und Schlafen (abwechselnd) – endlich ist Zeit und Gelegenheit, ein bisschen runterzukommen.

Um 18 Uhr dann schaue ich das Holland-Spiel im Bett (spannend, aber nicht so wahnsinnig schön anzusehen als Oranje-Sympathisantin). In der Halbzeitpause stelle ich mich an den Herd und bereite das Abendbrot zu – Pellkartoffeln mit einem Rest Heringssalat, aufgepeppt mit zusätzlichem Dill, zum Nachtisch Kirschen.

Die beiden 21-Uhr-Spiele können mich dann nicht mehr wirklich fesseln und ich fange stattdessen die zweite Staffel Succession an. Im Nachhinein (zweimal 0:0) war das auf jeden Fall die richtige Entscheidung.