25.10.2024 – Jetzt aber nach Hause

Der Wecker weckt uns, denn der Liebste hat heute Morgen Handwerkerbesuch. Ich darf zum Glück liegen bleiben und trinke gemütlich Kaffee im Bett. Später dann bestellen wir Frühstück, denn nach unserer gestrigen späten Heimkunft ist nicht allzu viel im Haus. Es gibt Pancakes mit Obst, Blaubeerkompott, Crème fraîche und Ahornsirup für alle, dazu für mich einen Bagel mit Frischkäse und Avocado, für den Liebsten ein Brot mit Rührei und Spinat und für das Teilzeitkind Rührei und ein Schokocroissant.

Dann machen sich auch wir anderen für den Tag fertig und ich lasse mich von den Beiden zur S-Bahn bringen, bevor sie ihren Wochenendeinkauf starten. Weil mal wieder gebaut wird, fahre ich mit S-Bahn, S-Bahn und Tram nach Hause, hole die Post aus dem Briefkasten, begrüße die Katzen und hole bei Nachbars das Crowdfarming-Paket mit Mangos, Kakis und Bananen ab, dass DHL nicht geschafft hat, wie von mir gewünscht an der Wohnungstür abzustellen.

Katzen kuscheln und füttern, Katzenstreu auffegen, Paket auspacken und verstauen, Koffer auspacken, Post öffnen… Es dauert einen Moment, bis ich richtig angekommen bin. Dann aber lege ich mich aufs Bett und freue mich darauf, jetzt erstmal nichts mehr zu müssen und auch eine ganze Weile lang nicht mehr zu verreisen. Die Katzen sehen das ähnlich. Gemeinsam schauen wir die beiden Downton-Abbey-Filme, die mir noch zum Abschluss des Rewatch fehlen, weil ich inzwischen so darauf konditioniert bin, schlafe ich dabei für ein Stündchen ein und muss dann zurückspulen.

Danach kümmere ich mich um mein leibliches Wohl – ich möchte nichts groß kochen, habe keine Lust auf Stulle und will nicht schon wieder Essen bestellen. Also hole ich eine der beiden Mystery-Dosen aus dem Tiefkühlschrank und taue auf. Der Inhalt entpuppt sich als Linsensuppe, die entweder der Ex-Mitbewohner oder seine Mamma gekocht haben müssen. Schmeckt gut und der neulich gekaufte Federweißer passt auch sehr gut dazu.

Dazu und danach gucke ich einige Folgen der zweiten Staffel „And Just Like That“, für die ich bislang nicht die Zeit und Muße hatte. Dann ist es schon deutlich nach Mitternacht und wieder Schlafenszeit.

24.10.2024 – Reisetag

Mein Morgen beginnt früh, als jemand aufs Klo geht und wieder einschläft. Ich hingegen bleibe wach und erledige meine gesamte morgendliche Routine bereits, bevor der Wecker des Liebsten klingelt. Dann mache ich Kaffee und Kakao und kurz danach heißt es schon Aufstehen und Frühstücken gehen. Auf dem Weg kommen wir an einem der Seminarräume des Hotels vorbei, „Mediation im Betrieb“ findet dort heute statt. Kurzer Impuls, mich dazuzusetzen, dann fällt mir wieder ein, dass das bestimmt auch Rollenspiele und „lustige“ Sprüche von Teilnehmenden beinhaltet.

Nach dem Frühstück dann also doch Sachen packen, auschecken und ab zu den Liebsteneltern düsen. Dort verbringen wir noch ein paar gemütliche Stunden, mit Rätseln, Gesprächen, Schläfchen und Linsensuppe zum Mittag. Am frühen Nachmittag dann Aufbruch zum Bahnhof, mit dem Bus. Die Bahn macht heute erwartbar wieder Sperenzchen, so dass wir nicht die ursprünglich geplante Verbindung nutzen, sondern bereits einige Stationen früher und in unseren ICE einsteigen. Zum Glück sind unsere reservierten Plätze da bereits leer, überhaupt ist so ein Zug am Donnerstagnachmittag erstaunlich leer.

Ich mache mir einen Podcast auf die Ohren und verschlafe weite Teile der Fahrt. Am Ende kommen wir mit etwa 20 Minuten Verspätung in Berlin an, aber das ist im Vergleich zu vielen anderen Szenarien durchaus verschmerzbar. Mit S- und S-Bahn geht es nach Südberlin. Beim Stammitaliener werfen wir nur kurz unsere Bestellung ab (leider sind die frischen Steinpilze heute schon aus, dafür nehme ich Spaghetti all‘amatriciana) und bringen unser Gepäck nach Hause und das Teilzeitkind und mich auf die Couch. Kurz danach geht der Liebste nochmal los und holt das Essen ab. Tag fertig.

23.10.2024 – Touri-Tag

Das Aufstehen fällt heute besonders schwer, so ein Hotelbett ist schon sehr gemütlich. Erst die erschrockene Erkenntnis, dass das Frühstücksbuffet bald schließt, bringt erheblich Schwung in die Bude. Eine Viertelstunde vor Schluss stürmen wir das Restaurant, laden uns die Teller voll und können dann ganz entspannt und in Ruhe essen.

Hinterher geht es dann wieder ins bzw. aufs Bett – ich schlafe sogar nochmal ein – bis es Zeit ist, zu den Liebsteneltern aufzubrechen, wo wir zum Mittag erwartet werden. Linsensuppe mit Würstchen gute zwei Stunden nach dem Frühstück – ich bleibe bei einer kleinen Portion.

Wenig danach zieht sich der Liebstenpapa zum Mittagsschlaf zurück, der Liebste kehrt ins Hotel zurück, um „Sport“ zu gucken und die Liebstenmama, das Teilzeitkind und ich brechen zum Sightseeing auf.

Durch goldenes Herbstwetter laufen wir zum See und dann an See und Fluss entlang bis in die Altstadt. Erste Station ist die astronomische Uhr im Dom, die wir bestaunen, bis sie zur vollen Stunde schlägt.

Dann ein kurzer Zwischenstopp für einen kostenfreien Toilettengang im Museum und weiter zur nächsten Kirche, mit Himmelsleiter und interessantem Kreuzgang. Das Kind stellt Fragen zu den Besonderheiten des Katholizismus und ist von den Beichtstühlen fasziniert. Es glaubt ja nicht mehr an „dieses Gott-Ding“, aber die noch vorhandenen Sympathien liegen doch unverkennbar im Protestantischen. Am Besten ist der Religionsunterricht aber, wenn sie auf dem Tablet Dinge recherchieren oder Spiele spielen können.

Die dritte Kirche des Tages ist keine mehr, dafür enthält sie ein Kunstwerk von Gerhard Richter, nämlich ein Foucaultsches Pendel, bei dem wir eine ganze Weile sitzen bleiben.

Dann gehen wir zur nächsten Bushaltestelle und fahren zurück in den Vorort, in dem unser Hotel liegt. Schnell Umziehen, dann geht es in den Pool. Der Liebste kommt auch bald dazu, er und ich statten auch der Sauna einen Besuch ab. Nach einem knappen Stündchen ziehen sich alle wieder an, der Liebste fährt seinen Papa holen und dann speisen wir alle hervorragend im Hotelrestaurant – nach 11.000 Schritten auch wieder mit ordentlich Hunger.

Spaghetti mit Champagner-Sauce und Trüffel
Kabeljau mit Kartoffelstampf und Roter Bete
Baskischer Käsekuchen mit Schokoladensauce und Beeren

Gegen 21 Uhr setzen wir die Liebsteneltern ins Taxi und kehren auf unser Zimmer zurück – ein letzter Abend mit Fernsehen und Snacks bis zum Abwinken, bevor es morgen in den Alltag zurückgeht.

22.10.2024 – Familiendinge

Der Wecker klingelt halb 8, damit wir genügend Zeit haben, ausreichend am Frühstücksbuffet zu partizipieren und der Liebste das Teilzeitkind trotzdem rechtzeitig zum Termin mit seiner Oma zu bringen. Ich hingegen lege mich dann wieder hin und er kurz danach auch. Ist ja schließlich Urlaub. Der Termin? Die Generalprobe eines klassischen Konzerts. Im Zuschauerraum. Bei uns hingegen Faulenzerei (Ich lese weiter in Robert Menasses „Die Vertreibung aus der Hölle“), bis wir unseren Termin mit dem Liebstenpapa haben. Faulenzen mit Aussicht.

Dann aber geht auch für mich der Terminteil des Tages los. Wir holen den Liebstenpapa ab, fahren ihn zu ein paar Erledigungen und kehren dann gemeinsam im italienischen Restaurant seines Golfclubs ein, damit er seine Sozialkontakte pflegen kann – kein allzu großes Opfer:

Danach setzen wir ihn wieder zuhause ab und begeben uns wieder in eine liegende Position. Der Liebste hat „Sport“ zu gucken und ich fange endlich „Nobody wants this“ an. Nach drei Folgen müssen wir wieder los. Wir sammeln den Liebstenpapa und das Teilzeitkind ein und fahren gemeinsam zu Liebstenonkel und Liebstentante.

Es gibt Kuchen, Kekse und Kaffee samt Konversation. Kurzentschlossen bekommt das Teilzeitkind zum Abschied dann noch zwei Bücher geschenkt – ein 130 Jahre altes Griechisch-Deutsch-Wörterbuch, weil es doch in zwei Jahren in der Schule mit Altgriechisch beginnen wird, und eine neuere Ausgabe dieses Klassikers, die aber bei Oma und Opa wohnen wird, damit sie gleichberechtigt auch vom Nifftenkind besessen werden kann. Auf dem Heimweg halten wir dann noch bei einem Bäcker an und werden mit handgemachtem Spekulatius versorgt. Zurück bei der Liebstenmama gibt es ein ausgiebiges Abendbrot, dann fahren wir zu dritt zurück ins Hotel und verbringen einige Zeit im Pool und in der Sauna, bevor wir den Abend vor den verschiedenen Endgeräten ausklingen lassen. Als ich „Nobody Wants This“ durch habe, ist es schon nach 1…

21.10.2024 – Von Pontius zu Pilatus

So ein Teilzeitkind hat es nicht leicht, die Ferien sind schon so kurz und dann muss man auch noch so viele Verwandten wie möglich darin unterbringen. Es schlägt sich aber sehr tapfer bisher. Früh am Morgen warten wir ab, bis der Liebstenschwager das Nifftenkind in die Kita verfrachtet hat (sonst wäre es wohl nicht gegangen), dann stehen wir auf und gesellen uns zur Liebstenschwester, die extra frei genommen hat), aufs Sofa. Wir schweigen selig gemeinsam, genießen die Ruhe und schauen Saturday Night Live und die Late Show – extra fürs Teilzeitkind mit Untertiteln, das ist aber auch mit meinem Handy sonst ganz zufrieden. Irgendwann gibt es Frühstück und dann bereiten wir uns auch schon auf den Aufbruch vor.

Mit Straßenbahn, RegionalExpress, RegionalExpress und Bus geht es von Bremen nach NRW, von der Liebstenschwester zu den Liebsteneltern. Dort werden wir herzlich empfangen und standesgemäß mit Kaffee und Kuchen begrüßt.

Wir schlemmen und erzählen und schmieden Pläne für die nächsten Tage. Dann schnappt sich der Liebste das Auto seiner Eltern und bringt schonmal die Koffer ins Hotel, die Liebstenmama schnappt sich das Teilzeitkind und verwickelt es in Dinge, die nur zwischen Oma und Enkelkind stattfinden können und von denen wir anderen gar nicht so viel zu wissen brauchen. Der Liebstenpapa und ich haben unterhalten uns in einem Rundumschlag über Arbeit, Reisen, Familiengeschichte und Wehwehchen – haben wir ja schließlich beide. Irgendwann ist der Liebste wieder da und sein Papa verschwindet in der Küche, um das Abendbrot vorzubereiten.

Gegen halb 8 steht der Nudelauflauf nach dem Rezept der Liebstenoma auf dem Tisch. Rechtzeitig zur Tagesschau verabschieden wir Drei uns dann und fahren ins Hotel – mit einem kleinen Umweg über den Supermarkt, um uns mit Snacks und Getränken einzudecken.

Sind ja Ferien schließlich

Der Liebste dreht dann noch eine Runde durch Pool und Sauna, während das Teilzeitkind und ich uns das Halloween-Special von LOL reinziehen und eine Kerbe in die Snackvorräte schlagen. Wir lachen weniger als auch schon, sind aber am Ende schwer beeindruckt. Kurz danach bringt sich das Teilzeitkind ins Bett, der Liebste schaut ESports und ich bringe endlich meinen Downton-Abbey-Rewatch zu Ende (fehlen nur noch die beiden Filme). Gegen halb 1 geht auch das letzte Lichtlein aus.

20.10.2024 – Experimente und Nudeln

Sonntag und gut geschlafen, juhu. Wir lassen uns morgens gaaaaanz viel Zeit und frühstücken ausführlichst, bevor wir alle gemeinsam zum Familienausflug ins Wissenschaftsmuseum aufbrechen, mit Straßenbahn und Bus einmal quer durch Bremen. Dort gibt es dann viel zu sehen, erleben, auszuprobieren und staunen.

Zum Päuschen im Museumscafé gibt es Kaffee, Eis und Slushie, dann wird draußen auf dem Spielplatz weiter experimentiert – Autos in die Luft ziehen, sich in Kegeln kugeln, in die Luft ziehen lassen… Lauter so Späßchen. Irgendwann ist es Zeit für den Heimweg, eine kurze Umziehpause für das Nifftenkind (der Wasserspielplatz!) und dann gehen wir zum Italiener um die Ecke, zu Antipasti, Pizza und Pasta.

Hinterher hat das Nifftenkind Bettgehzeit, wir Großen gucken weiter alte Folgen LOL, bis das Teilzeitkind dabei wegschlimmert – Signal fürs Schlafengehen für alle anderen.

19.10.2024 – Volle Kanne Brem

Furchtbare Nacht durch eine Kombination aus Armweh, eingeschränkter Bewegungsfreiheit durch Teilen der Schlaffläche und die Anwesenheit zweier Mitschläfer*innen im Zimmer, auf die Rücksicht zu nehmen war. Den ganzen Tag dadurch etwas derangiert und misslaunig, ich hoffe, es dringt nicht zu sehr nach außen. Dann aber gemütliches langsames Wachwerden mit Lieblingsmenschen, gleich mit zwei Kaffee noch vor dem Frühstück. Irgendwann sind dann alle fertig und wir spazieren ein paar Meter zum Friedhofscafé, wo es ein sehr tolles und ausgiebiges Frühstück gibt.

Danach spazieren wir weiter durch das Viertel (also nicht DAS Viertel, sondern das in dem wir gerade sind), machen Besorgungen in einer Weinhandlung (und essen dort Pralinen, meine mit weißer Schokolade und Feigen) und laufen am Wasser entlang.

Bevor es wieder nach Drinnen geht, gehen wir in eine Buchhandlung und da bekommen sowohl das Teilzeitkind als auch das Nifftenkind ein Buch von mir. Das für das Nifftenkind ist das neue Neinhorn-Buch, Thema Geburtstag, das ich dann oben gleich vorlese. Danach macht sich das Nifftenkind fertig und geht mit seinem Papa auf einen ebensolchen. Wir anderen nehmen die Straßenbahn in die Innenstadt und lassen uns von der Liebstenschwester, die das früher professionell gemacht hat, ausgiebig stadtführen. Es ist meine dritte Stadtführung durch Bremen (Brem!) – das erste Mal war semiprofessionell durch meinen Bruder und seine damalige Freundin, als sie noch hier wohnten, die zweite professionell beim Kulturprogramm einer Schulung, die ich hier absolviert habe, und dann eben heute, teils wiederholend, teils ergänzend und eben direkt auf uns zugeschnitten. Sehr schön!

Zwischendurch Einkehr in einem Gebäckladen, für mich mit Pistazien-Cheesecake

Bei einem Marktstand auf dem Freimarkt verkosten wir dann Liköre und Weine und ich erstehe eine Flasche mit Hanf aromatisierten Mets für Zuhause. Am frühen Abend dann kehren wir in ein Restaurant für asiatische Tapas ein, das im Gewölbe eines ehemaligen Klosters gelegen ist. Hier stoßen dann auch das Nifftenkind samt Papa und ein weiterer gemeinsamer Freund dazu. Wir schmausen uns einmal durch die Speisekarte (fast) und sind danach pappsatt.

Reis, gebratene Nudeln, Wasserspinat mit Knoblauch, Rindfleisch mit Zwiebeln, geröstete Ente, Garnelenspieße, Hähnchenspieße, gebratener Lachs, vietnamesische Frühlingsrollen, Gyoza, Mangosalat, Algensalat, Avocado-Maki, Schoko- und Mango-Mochi-Eis, dazu Tee, Bier, Wein, Schorlen und für mich Guavensaft

Hinterher nehmen wir die Straßenbahn zurück nach Hause. Das Neinhorn wird ein zweites Mal vorgelesen, dann das Nifftenkind widerstrebend ins Bett gebracht. Danach wollen wir mit dem Teilzeitkind eigentlich das erste Mal „Das Leben des Brian“ schauen, jetzt wo es endlich nicht mehr auf einer konfessionellen Schule ist und wir keine Angst mehr vor Exkommunikation haben müssen, wenn es daraus auf dem Schulhof zitiert. Wir sind auch bereit dafür zu zahlen, aber bei drei verschiedenen Streaming-Anbietern gibt es den Film nur in der Originalversion und erstens ist des Kindeleins Englisch dafür noch nicht gut genug und zweitens muss es erstmal die fantastische deutsche Synchronisation kennen und auswendig lernen, wie wir alle, bevor dann die etwas weniger witzige englische geschaut werden kann. (Nicht umsonst sind im englischsprachigen Raum die Ritter der Kokosnuss beliebter als Brian, anders als bei uns). Also verschieben wir das Erlebnis auf unbestimmte Zeit (Ich habe zuhause die DVD liegen) und gucken stattdessen nochmal das LOL-Weihnachtsspecial, in Vorbereitung auf das anstehende Halloween-Special.

Danach bringt sich das Teilzeitkind wieder selbsttätig ins Bett und wir Erwachsenen gucken noch einen Moment weiter. Ich ziehe aber schnell die Reißleine und lege mich dazu, noch bevor der Timer fürs Harry-Potter-Hörbuch abläuft. Ganz eingeschlafen bin ich da aber noch nicht, dafür braucht es noch ein wenig „Ein weites Feld“.

18.10.2024 – On the Road again

Ich schlafe bis nach 8 Uhr und überaus gut – scheinbar holt sich der Körper so alle acht bis zehn Tage mal alles zurück, was er in der Zwischenzeit entbehren musste. Gemütlich langes Bettliegen, Liebstentelefonat… Dann schaue ich das aktuelle Spitzengespräch auf SPON, mit Ricarda Lang, Philipp Amthor, Gregor Gysi, Marie-Agnes Strack-Zimmermann mit Michel Friedman. Spannend und unterhaltsam, wenn auch nicht unbedingt neuerkenntnisreich. Dazu gibt es Frühstück (Müsli mit Apfel, Kaki und Trauben), teilweise in der Badewanne – das Gespräch ist lang.

Zum Haare trocknen liege ich wieder im Bett und schaue Downton Abbey, dann wird es höchste Zeit, aufzustehen. Das Teilzeitkind hat seit eben Herbstferien und wir fahren weg. Also Sachen packen, Katzen versorgen und dann auf nach draußen. Mit Tram und U-Bahn geht es zu meinen Eltern – Pflanzen gießen und nach der Post sehen – und dann mit Bus und S-Bahn weiter nach Südberlin. Nebenbei immer mit einem Auge auf den Bahn-Updates, denn wegen des Biden-Besuchs sind alle Fahrpläne heute noch ungewisser als so schon.

Wir beschließen, vorausschauend zum Ostbahnhof zu fahren und dort schon in den Zug zu steigen, falls rund um den Hauptbahnhof das große Chaos ausbricht. Also fahren wir erst mit einer S-Bahn, lassen dann die volle Ringbahn vorbeifahren, nehmen eine andere S-Bahn, steigen am Ostkreuz um in eine weitere S-Bahn und sind dann mit einer halben Stunde Vorlauf am Ostbahnhof. Wir holen uns noch Proviant und stehen dann mehr als pünktlich am Gleis. Minuten nach der geplanten Abfahrt kommt die Info, dass der Zug 20 Minuten später losfährt – wegen verspäteter Bereitstellung. (Vorher waren in der App Dinge über verspätetes Personal und eine zu erwartende Baustelle auf der Strecke zu lesen gewesen, ohne konkrete Auswirkungen auf die Fahrtzeiten. Die Baustelle materialisierte sich nicht.) Gänzlich unbeeindruckt von Biden fahren wir dann los, als die Menschen am Hauptbahnhof einsteigen, habe ich mein Sushi schon fast aufgegessen.

Der Zug ist brechend voll. Da das Teilzeitkind mein Handy okkupiert, habe ich viel Zeit, den Hund zu beobachten, der schräg gegenüber im Kofferabstellding herumliegt. Der Umstieg in Hannover wird sportlich, aber der Anschlusszug wartet (ohne vorherige Ansage) doch noch auf uns. Noch ein Stündchen Fahrt nach Bremen – jetzt mit Handy, so dass ich Duolingo und Babbel machen kann. Am Bremer Hauptbahnhof ist dann wegen heute begonnenen Freimarkts die Hölle los. Wir kämpfen uns durch die Menschenmassen zur Straßenbahn und fahren bis zur Liebstenschwester samt Familie. Koffer hochtragen und auf dem Sofa kollabieren.

Das Nifftenkind ist aufgedreht und schnappt sich das Teilzeitkind für allerlei Schabernack. Die Erwachsenen liegen herum und halten sich an Bier oder Gin Tonic fest (der gute Gin, aus Nova Scotia). Gegen 10 wird das Nifftenkind ins Bett gebracht, eine halbe Stunde später bringt sich das Teilzeitkind selbst ins Bett. Wir anderen halten noch bis etwa 1 Uhr durch, gibt ja genug zu erzählen.

17.10.2024 – Langsam eingrooven

Früh aufgewacht und das FitBit ist sehr unzufrieden mit meinem Schlaf. Dafür bleibe ich jetzt aber einfach noch lange liegen. Irgendwann ruft nach dem Liebsten auch noch mein Bruder an, das ist dann mein Zeichen, aufzustehen, mir Frühstück zu machen und – wieder ins Bett zu gehen. Es gibt das letzte Chinese Bun aus Toronto, dazu Kaki und Apfel. Und dann ist es wirklich Zeit, aufzustehen, ich habe einen Termin.

Ich fahre mit der Tram nach… Hohenschönhausen, glaube ich, und suche in einem Wohnblock nach der Facharztpraxis, für die ich mir vor zwei Monaten hektisch einen Termin bei Doctolib geklickt habe. Erst als ich im Wartezimmer bin, gucke ich mir die Bewertungen auf Google Maps und die Webseite an. Klingt nicht so dufte und das mulmige Gefühl bestätigt sich dann auch bei der Untersuchung. Ich lasse mir keine der Zusatzleistungen aufschwatzen und bin so schnell wie möglich wieder draußen. Da ich diese Art Facharzt jetzt regelmäßig brauchen werde, suche ich glaube ich doch nochmal gründlicher vor der nächsten anstehenden Untersuchung.

Da das Wetter schön ist und ich Zeit habe, gehe ich den Heimweg zu Fuß, einmal durch den Park, und gucke ein bisschen nach Herbstfärbung. Die ist in Berlin noch nicht so weit wie in Kanada (war ja schon in Toronto nicht so weit wie in Nova Scotia), obwohl Berlin viel weiter nördlich liegt. Ein bisschen gibt es aber doch.

Wieder zuhause mache ich mir Büffelmozzarella mit Tomaten zum Mittagessen, stelle mir einen Wecker und lege mich mit einer Folge Downton Abbey und den Katzen aufs Sofa.

Der Wecker reißt mich dann natürlich aus dem Tiefschlaf. Ich putze weiter die Wohnung, telefoniere nochmal mit dem Liebsten und verabrede mich mit dem Lieblingsnachbar auf einen Spaziergang. Der dauert dann fast zwei Stunden, im Dunkeln durch den Pberg. Er beginnt mit der Übergabe von Mitbringseln und endet im Supermarkt, wo ich glücklich noch eine Flasche Federweißer ergattere. Saison doch nicht verpasst!

Zuhause dann Abendbrot und Downton Abbey, bis mir wieder die Augen zufallen. Kurz nach 22 Uhr liege ich im Bett.

16.10.2024 – Hallo, Jetlag!

Die Nacht macht dem Jetlag-Gedanken alle Ehre. Nachdem ich gehen 21 Uhr im Bett lag, wache ich hellwach und gefühlt ausgeschlafen auf, da ist es noch nicht einmal Mitternacht. Das nächste Mal dann gegen 2. Das dritte Mal gegen halb 5. Ab dann bleibe ich wach, mache aber gegen 7 nochmal kurz die Augen zu und werde dann vom Wecker um 8 aus dem Tiefschlaf gerissen. Ganz tolle Erfindung, dieses schnelle Reisen durch viele Zeitzonen – gähn.

Der Wecker klingelt so früh, weil ich diese Woche noch einen Arzttermin brauchte und heute Vormittag die einzige Möglichkeit war. Also quäle ich mich hoch, esse eines der Brötchen aus der Chinese Bakery, werfe Tabletten ein, telefoniere mit dem Liebsten und laufe dann mit einem Tee in der Hand und nicht ganz Herrin meiner Sinne los zur S-Bahn. Aus den Informationen am Bahnhof entnehme ich, dass der Liebste und ich bald wieder über Umwege zueinander finden werden müssen – und dass der nachgeholte Staatsbesuch von Joe Biden jetzt also stattfindet. Sehr nett, dass er auf meine Rückkehr gewartet hat.

Nach der S-Bahn kommt die Tram und dann der Weg durch die Klinik und am Ende bin ich nur fünf Minuten zu spät beim Termin, was angesichts des Füllstands des Wartezimmers kein Problem ist. Als ich aufgerufen werde, überreiche ich mitgebrachte Kekse mit Ahornsirup-Füllung, werde untersucht, bekomme zwei Überweisungen ausgehändigt und zwei Rezepte auf die Versichertenkarte geladen und verlasse die Praxis mit einer bestätigten Wellness-Verabredung übernächste Woche – schon schön, wenn die beste Freundin Medizin studiert hat und das auch noch in einer mir sehr nützlichen Disziplin!

Mit Tram und Tram geht es dann zurück in den Kiez – erst in die Apotheke und dann in den Discounter. Ich kaufe strategisch ein, was ich in den nächsten zweieinhalb Tagen brauche, bevor ich wieder verreise – was ich verbrauchen kann und was sich auch länger hält, bis ich zurück bin. Am Ende kostet der Einkauf mich keine 20 Euro, was a) immer noch viel teurer ist, als es vor fünf Jahren gewesen wäre und b) erstaunlich günstiger, als was ich in Kanada dafür ausgegeben hätte.

Wieder zuhause gibt es aufgetautes Brot mit Frischkäse, Möhren und Tomaten als zweites Frühstück. Dann stelle ich die nächste Waschmaschine an ziehe ich mich mit Trauben und Katzen und einer Folge Downton Abbey auf die Couch zurück, mit der Option auf Einschlafen, die mein Körper sofort nutzt. Die Kombination aus Kälte (Nimbin will unbedingt draußen in der Herbstsonne sitzen, also bleibt die Balkontür offen) und Waschmaschinengeräuschen sorgt dafür, dass ich nicht zu lange schlafe. Dann Französisch und Italienisch und das nächste Liebstentelefonat, bevor ich mir Musik auf die Ohren packe und mit dem Haushalt beginne. (Ich hänge immer noch im Hanson-Dilemma fest – musikalisch bin ich grad komplett angefixt, moralisch in der Zwickmühle.) Wäsche aufhängen, Geschirrspüler aus- und einräumen, Papiermüll zusammenpacken, Staub saugen. Letzteres dauert heute über Gebühr lange, weil ich eine Schneise durch über vier Wochen Katzenhaare und -Streu schlagen muss.

Hinterher geht es noch einmal nach draußen – Müll wegbringen und dann Einkäufe im Drogeriemarkt und beim Haustierbedarf. Danach bin ich durch mit Anstrengendem für den Tag und lege mich wieder aufs Sofa – jetzt aber ohne Einschlafen. Unter anderem gucke ich die Post der letzten viereinhalb Wochen durch, da kommt dann doch ein bisschen was zusammen. Als es draußen dunkel wird, stehe ich auf und mache mir Abendbrot. Es gibt Mezzi Rigatoni mit Wildfenchelpesto, verfeinert mit Rosinen, Peperoncini und Parmesan.

Nach dem Essen kommt der Nachbar von unten drunter vorbei und bringt mir meinen Schlüssel vorbei. Ich bedanke mich für das Katzensitting mit weiteren Ahornsirup-Keksen und dem vereinbarten finanziellen Obolus für das Nachbarskind, das in dieser Zeit zumindest für sich erkannt hat, dass ein Haustier doch zu viel Arbeit und Verantwortung wäre. Der tapfere Papa hat dann übernommen.

Dann weiter Downton Abbey – unterbrochen von einem weiteren Liebstentelefonat und beinahe Einnicken gegen 21 Uhr, bis zum Ende von Staffel 5 – da ist es dann schon fast 1 Uhr und obwohl ich inzwischen wieder hellwach bin, Zeit ins Bett zu gehen.