25.12.2025 – Weiter Weihnachten

Heute gibt es großes Frühstück mit Eiern, Speck und frisch gepresstem Orangensaft, für den die Kinder sich bereitwillig an die Saftpresse stellen, nachdem ich die erste ausgepresst habe – der Tom-Sawyer-Effekt, wie die Liebstenmama treffend bemerkt. Ich esse ungewöhnlich viele Brötchen, aber es ist ja auch Weihnachten und anscheinend hat die damit einhergehende Magenweitung erfolgreich stattgefunden.

Nach dem Essen werden obligatorische Weihnachtsfotos in verschiedenen Konstellationen unter bzw. vor dem Weihnachtsbaum gemacht, was mit viel Gelächter einhergeht, vor allem bei dem von allen, das mit Selbstauslöserakrobatik einhergeht. Danach spazieren wir zum Friedhof und legen dem Liebstenpapa ein zusätzliches Quietscheentchen hin. Es ist traurigschön, sonnig und sehr, sehr kalt.

Der Nachmittag vergeht mit Weihnachtsgrußverschickung und -empfangung und der Känguru-Offenbarung, dann liefern wir das Teilzeitkind bei seiner Mama ab und wünschen der dort versammelten Familie ebenfalls frohe Weihnachten. Der Liebste bringt mich danach nach Hause zu Mitbewohnerin und Katzen und dann ist der erste Weihnachtsteil geschafft. Morgen geht es dann weiter mit meiner Familie – die Ellis sind während unserer Feierlichkeiten erfolgreich zurück nach Berlin gereist.

Nachdem ich meine Geschenke aufgebaut und meinen Rucksack ausgepackt habe, mache ich es mir mit den Katzen auf dem Sofa bequem und nasche „nur etwas Obst“ zum Abendbrot. Dann schaue ich mir The Holdovers an, von dem ich so viel Gutes gehört habe und der ist auch wirklich sehr zu empfehlen, allerdings länger und gehaltvoller als ein typischer Weihnachtsfilm.

Und natürlich will der geweitete Magen dann doch noch mehr Futter und bekommt Brot mit veganem Kochschinken, eine Crowdfarming-Gurke und noch jede Menge Plätzchen. Soll ja morgen immer noch viel essen können!

24.12.2025 – Wirklich Weihnachten

Ich wache mit keinem Fieber auf und mit einem deutlich gesünderen Gefühl als gestern. Dafür schon um 4, aber irgendwas ist ja immer. Gegen 6 geht der Wecker vom Teilzeitkind, den es ignoriert. Halb 8 geht der vom Liebsten, den er nach einer Weile ausmacht. Beide Wecker waren ungeplant und beide Menschen schlafen einfach weiter, bis der Liebste gegen 8 aufwacht und ich Kaffee mache. Gemütliches morgendliches Schlürfen und Lesen. Gegen halb 10 gehen wir frühstücken.

Danach geht es für die anderen in den Zoo zum traditionellen Weihnachtsbesuch samt Elefantenfütterung. Für mich geht es in die Küche, denn dieses Jahr (und vielleicht für immer) bin ich für das Weihnachtsessen zuständig – bzw. für weite Teile davon und die Direktive. Ich mache mir meine Weihnachtsplaylist an und lege los. Weil der Braten zu groß für den Bräter ist, muss ich ihn erst zerteilen. Dann wird in Butterschmalz angebraten.

Das kleine Stück Braten, etwa ein Viertel vom ganzen Roastbeef

Als der Braten schließlich im Ofen ist, geht es mit der Sauce weiter. Als alle Komponenten köcheln, mache ich eine Pause mit Tee und der Liebstenmama. Dann wird püriert, passiert und beginnend einreduziert. Dann kommt auch die Zoomannschaft und es gibt Würstchen und Kartoffelsalat.

Symbolbild, es gibt von beidem mehr!

Es folgt gemütliches Couchen, dann gehe ich nochmal in die Küche und brate Brotwürfel für die Klöße. Die Liebstenschwester kommt dazu: „Willst Du einen Penis?“ Das Nifftenkind und sein Papa haben Plätzchen gebacken und niemandem ist aufgefallen, dass der Ausstecher, den sie zum Junggesellenenabschied geschenkt bekommen hat, zwischen den anderen Ausstechern lag. „Oh, eine Rakete!“ soll das Nifftenkind gewagt haben. Ich beteilige mich hilfreich an der Vernichtung des Kompromats.

Später gibt es mehr Plätzchen, Kaffee und Couchzeit. Der Liebste packt letzte Geschenke ein, die Kinder basteln ihr Geschenk für Oma fertig, die Liebstenschwester spielt Weihnachtslieder auf dem Klavier, der Liebste und das Teilzeitkind proben für ihren Auftritt… Dann geht der Nifftenkindpapa mit den Kindern spielen und wir anderen legen die Geschenke unter den Baum, zünden die Kerzen an und läuten dann das Glöckchen.

Wir singen „Ihr Kinderlein kommet“ und „Oh Tannenbaum“ und das Nifftenkind ist angemessen beeindruckt. Ich glaube aber, dass wir ab nächstem Jahr nicht mehr aufpassen müssen, wenn wir über Geschenke und Bescherung sprechen, es scheint zu ahnen, wo das alles herkommt.

Dann singen der Liebste und das Teilzeitkind zusammen „Morgen Kinder wird‘s nichts geben“ und das Teilzeitkind alleine „O Abies“. Die Liebstenmama bietet das „Kaschubische Weihnachtslied“ dar und der Nifftenpapa liest die traditionelle Weihnachtsgeschichte von Katinka Buddenkötte vor. Und dann wird endlich, endlich ausgepackt! Als alle ausreichend beschenkt und zufrieden sind, gibt es Champagner für die Großen und dann geht es wieder in die Küche. Der Braten wird finalisiert (und braucht nochmal ordentlich Zeit und Wumms, die Niedertemperatur aus dem Rezept hat nicht so funktioniert wie angepriesen. Der Rotkohl wärmt sich, ebenso die Sauce, und der Nifftenkindpapa formt mit den Kindern die Klöße.

Mit etwa einer halben Stunde Verspätung ist der Braten gegen 19:30 bereit und wird vom Liebsten gekonnt tranchiert. Essenszeit!

Zwischen Braten und Nachtisch wünscht sich das Teilzeitkind eine Runde Stadt-Land-Fluss mit neuen Kategorien und so gibt es eine Neuauflage des epischen Weihnachtsbattles 2021 zwischen der Liebstenschwester und mir, den diesmal sie für sich entscheiden kann.

Das Teilzeitkind landet auf dem letzten Platz, wir erklären das mit einem altersbedingten Mangel an Allgemeinbildung, der Liebste liegt aber auch nicht viel weiter vorne…

Dann ist es Zeit für Nachtisch – es gibt Spaghettieis-Torte und zwei Sorten Eis, außerdem Mandarinen.

Hinterher werden nach und nach die Zelte abgebrochen, das Nifftenkind muss dringend ins Bett. Ich bin auch ganz froh, gegen 23 Uhr in den Federn zu liegen und gegen Mitternacht stößt dann auch der Liebste dazu.

23.12.2025 – X Days of Christmas

Weihnachten hat viele Rituale und heute geht es dann also endgültig damit los. Erst einmal aber beginnt der Tag gänzlich unweihnachtlich. Nachdem ich einen großen Tag des morgendlichen Reboots schon am sehr frühen Morgen erledigt habe, schlafe ich noch einmal tief und fest ein und werde dann um 9 vom Telefon geweckt. Eine Frau von der Zeitung möchte mit mir über mein Abo sprechen. Nein, danke. Aber immerhin werden so der Liebste und das Teilzeitkind wach und können sich zum Frühstück fertig machen. Ich bin noch matschig im Kopf und bekomme meins ans Bett serviert.

Dazu den Rest vom morgendlichen Reboot und dann heißt es endgültig aufstehen. Zum Glück führt der Weg aber nur bis zum Sofa, von dem aus ich das Aufstellen und Schmücken des Weihnachtsbaums beaufsichtige und hilfreiche Kommentare abgebe, während ich Ingwertee schlürfe und Mandarinen und Litschis nasche.

Der Liebste und ich haben noch geschenktechnisches zu finalisieren, die Kindelein spielen mit Adventskalenderinhalten und üben Klavier und die Liebstenmama liest uns rührende warme Worte von vielen Menschen über den Liebstenpapa vor. Dann wechseln wir für Kaffee, Kuchen und Plätzchen an den Kamin.

Von dort wandere ich straks zurück ins Bett und schlafe ein Stündchen, bevor sich alle wieder zum Abendessen (Pasta, Bolognese, Chicorée-Salat, Joghurt mit Zimt und Zucker) zusammenfinden. Hinterher, wie an jedem 23. Dezember, gemeinschaftliches Anschauen vom Kleinen Lord, inklusive Mitsprechen der denkwürdigsten Zitate, Zuprosten und lautem Mitsingen bei „Oh, dem Golden Slippers“, „Oh Come All Ye Faithful“ und „Hark! The Herald Angels Sing“ von Liebstenmama, Liebstenschwester und mir. Ein kleiner Campari Orange ölt die Stimmbänder.

Und dann ist auch schon wieder Schlafenszeit, so ein Virus will ja ausführlich und nachhaltig bekämpft sein!

22.02.2025 – Ein Weihnachtswunder

Ich wache sehr früh auf, gegen 6, und spüre kritisch in mich hinein… Plötzlich gesund ist das nicht, aber auch nicht besonders schlimm. Ich ziehe die beiden Testsorten von gestern Abend hervor und schaue mal… Der, der gestern blütenweiß blieb, ist es auch heute. Vielleicht kaputt, denke ich. Vielleicht zu kalt gelagert worden beim Lieferdienst? Der, der gestern Abend noch einen leichten Strich zeigte, zeigt heute irgendwie auch nix mehr. Aber ich habe einen Anwendungfehler gemacht und hatte weniger als die verlangten vier Tropfen Testflüssigkeit übrig… Hmm. Mal gucken, wann die Apotheke aufmacht.

Kurz vor 8 ziehe ich mich an und laufe im Dunkeln und bei Sprühregen los. In der Apotheke (bemaskt, natürlich) kaufe ich nochmal zwei andere Sorten Tests, außerdem Medikamentennachschub. Wieder zuhause noch zwei Tests – meine Nase macht heute Morgen was mit. Auch Test 3 und 4 sind negativ. Ein Weihnachtswunder!

Das heißt erst einmal: Ich kann an Weihnachten teilnehmen, zumindest in den wesentlichen Punkten. Ich telefoniere mit dem Liebsten, verkünde die frohe Botschaft, mache mir dann Frühstück und lege mich erstmal wieder hin. Es gibt Kaffee, Porridge (der Adventskalender hat heute Wild Berry und Chia für mich) und eine kanarische Crowdfarming-Banane). Als der Liebste Bescheid sagt, dass er jetzt aufsteht, tue ich das auch, mache mich weiter tagfein und packe mein Köfferchen. Die Geschenke sind ja schon fertig gepackt, da der Liebste sie sonst heute abgeholt hätte.

Genau als ich fertig bin, klingelt es und der Liebste gilt nicht nur die Geschenke, sondern auch mich ab. Juhu! Als Nächstes holen wir gemeinsam das Teilzeitkind ab und dann verbringen wir einen ruhigen Nachmittag mit Plätzchen, Erzählen und dem Känguru.

Zum Abendessen treffen wir die Liebstenfamilie im Restaurant, vorher lege ich mich nochmal ein Stündchen hin. Dann großes Hallo und ausreichend Gelegenheit, sich auszutauschen, während sich der Service viel Zeit lässt. Zum Glück haben wir früh reserviert. 18:30 sitzen wir, gegen 19 Uhr bekommen wir Getränke und die Speisekarten, Vorspeisen gegen 19:45 und Hauptgerichte gegen 20:30.

Schwarzwurzelsüppchen mit Trüffelsahne, sehr fein
Zanderfilet mit Riesling-Sauce und Linsengemüse – überraschend köstlich

Die eigentlich geplante Gans schenke ich mir, das wäre noch zu viel für meinen geschwächten Körper. Zum Glück nimmt der Liebste sie und ich kann Rotkraut, Kloß und Gans bei ihm kosten. Der dazugehörige Bratapfel ist der perfekte Nachtisch für mich.

Klassiker

Gegen 20:50 lasse ich mich vom Liebsten ins Bett bringen, bevor er zu den Anderen zurückkehrt. Ich schlafe tief und fest bis gegen 22 Uhr das Teilzeitkind die Gesellschaft verlässt und dann wieder nachdem gegen 23 Uhr auch der Liebste schlafen kommt.

21.02.2025 – Adventssonntag, nochmal

Nicht mehr ganz so gut geschlafen, Noosa war am frühen Morgen sehr anhänglich. Nach nochmaligem Wegdösen dann aber ganz OK in den Tag gestartet. Interessanterweise fühle ich mich wieder etwas kränker als gestern. Während des morgendlichen Liebstentelefonats, an dem das Teilzeitkind unbedingt teilnehmen will, mache ich den obligaten Test und der ist eindeutig positiv, braucht dafür aber deutlich länger als an den letzten Tagen. Hmm.

Der Adventskalender hat heute angeblich Himbeer-Kokos-Porridge im Gepäck, aber ich schmecke vor allem die deutlich erkennbaren Kirschen, von Himbeeren eher wenig. Dazu Ingwer-Zitrone-Minze-Tee und sehr viel Obst.

Die Mission ist heute sehr klar: Auskurieren, wir haben doch keine Zeit! Nach erfolgreichem morgendlichen Reboot schaffe ich Voraussetzungen: Bett frisch beziehen, Müll aus dem Schlafzimmer bringen, Katzenklo durchsieben, heiß duschen, föhnen und neuen Schlafanzug anziehen. Jetzt zieht es mich statt ans Bewegtbild endlich mal wieder ans Buch.

Allerdings werde ich lange nicht richtig warm, geradezu fröstelig ist mir. Anders als heute Morgen sagt das Fieberthermometer dann auch: 38,2. Huch!

Hunger habe ich trotzdem, also geht es dann am späten Nachmittag in die Küche. Ich verarbeite eine halbe Crowdfarming-Zwiebel und zwei Crowdfarming-Tomaten mit Olivenöl, Salz, getrockneter Crowdfarming-Chili, Anchovis, Oregano, Kapern und Oliven zu einer Pastasauce, dazu gibt es Spaghetti und geröstete Semmelbrösel mit Knoblauch. Sehr gut!

So gestärkt schlafe ich beim Weiterlesen schnell und tief ein, eine gute Stunde lang. Danach nochmal bisschen lesen, immer noch leicht fiebrig, und dann schaue ich mir die Doku über Tolkien und seine Inspirationen für sein Lebenswerk an, sehr spannend und mit vielen Aha-Erlebnissen für mich. Unter anderem lerne ich, dass man in Hogsback, Südafrika, zwar sehr gut Tourismus kann, aber Tolkien nie dort war. Stattdessen hat er seine Landschaften vor allem aus der Schweiz, England und den Schützengräben von Flandern…

Nach der Doku lese ich nochmal und schnurpsele dabei eine Crowdfarming-Gurke mit Salz weg. Fühle mich dann nicht mehr fiebrig, auch wenn das Thermometer noch was anderes sagt. Abends dann noch mal zwei verschiedene Tests zum Vergleich, der eine ist schwach positiv, der andere blütenweiß. Hmm, hmm…

20.02.2025 – Positiv Tag 3

Sehr gute Nacht wieder, die Katzen verhalten sich konstruktiv, schlafen größtenteils durch und nutzen meine Wachphasen zum Rein- und Rausgehen. Nicht so konstruktiv verhält sich der Teststrich, der ist kein bisschen weniger stark als gestern. Hmpf. Dann erstmal Frühstück, der Adventskalender hat Berry-Caramel-Choc-Porridge im Angebot.

Angesichts der Aussicht, Weihnachten evtl. schon wieder alleine in meinem Zimmer zu verbringen (und weil die Schnelltests rapide zur Neige gehen) setze ich eine Lebensmittelbestellung ab, die in unter einer Stunde geliefert wird und bin nun größtenteils versorgt. Was noch fehlt, bringt mir der Liebste am Montag mit, wenn er die Geschenke abholt (und wohl eher nicht mich). Richtig, Geschenke, die packe ich jetzt auch ein.

Zu einem der vielen Liebstentelefonate heute kommen dann noch das Teilzeitkind, die Liebstenschwester und das Nifftenkind samt seinem Papa dazu und wir schmieden Pläne und B-Pläne und haben es schön miteinander.

Danach fühle ich mich eigentlich gesund, alle Atemwege frei, innerlich leicht. Ich beschließe, mich weiter fleißig auszuruhen und dass es dann schon irgendwie wird. Also wieder viele Bewegtbilder im Internet. Ein Klassenkamerad vom Liebsten war Donnerstag bei Markus Lanz und hat Fernsehdeutschland mal bisschen erklärt, wie das hier so wird in Zukunft. (Der Abijahrgang des Liebsten ist nicht zu verachten, gefühlt lauter Wissenschaftler*innen und Journalist*innen, da ist aber unter anderem auch eine Sterneköchin drin, bei der ich allerdings immer noch nicht gegessen habe…)

Apropos Essen, mittags nachmittags gibt es die Reste vom Zucchini-Kartoffel-Eintopf von gestern. Später am Tag schaue ich eine Weihnachtsminiserie mit Rowan Atkinson, die bis auf einige Cringe-Momente, Logikfehler und zu vorhersehbare Missgeschicke insgesamt sehr nett anzusehen ist. Zum Abendbrot dann Stulle mit veganer Lyoner und Gouda, die erste Crowdfarming-Gurke und die erste Crowdfarming-Tomate, stilecht angemacht mit Olivenöl, Balsamico, Salz, Pfeffer und Basilikum.

Am späten Abend dann noch einen der albernen Weihnachtsfilme, diesmal Angel Falls Christmas mit Chad Michael Mudface, wie ihn die Gilmore Guys gerne nannten. Die Hauptdarstellerin hat gefühlt 50 Prozent Weihnachtsfilme in ihrer Filmografie. It‘s a thing!

Cat Content

19.02.2025 – Positiv Tag 2

Immerhin macht das verdammte COVID, dass ich ziemlich gut schlafe. Bei jedem Klogang gehen Katzen rein oder raus, ansonsten schlafe ich, bis es hell wird. Erste Amtshandlung am Morgen: Balkontür zu, Heizung an, Schnelltest. Knallpositiv auch heute. Nächste Amtshandlung ist Frühstück. Der Adventskalender hat heute Pflaumen-Mohn-Porridge für mich, ich schicke einen Germknödel-Gedanken an die alte Freundin (diesmal wirklich nur einen Gedanken, keine Nachricht, fällt mir gerade ein). Der Tee besteht heute aus Dreifach Minze, frischem Salbei, Bio-Zitrone und Honig.

Mein Gesundheits- und Geisteszustand hängt stark davon ab, wieviel Schleim gerade in meinem Kopf unterwegs ist, heute ist nämlich großer Naselauftag mit hohem Taschentücherverbrauch. Wenn der Kopf grad frei ist, denke ich ich könnte total komplexe Dinge erledigen, sobald er wieder zu ist, denke ich ich sollte einfach liegen und mich berieseln lassen. Die freien Momente sind sehr kurz und reichen fürs Sichten und Bearbeiten von E-Mails. Ansonsten geben YouTube, Netflix und die Podcast-App heute wieder alles.

Mittagbrot mit veganer Lyoner, Gouda und süßem Senf, dazu Spreewaldgurken

Am Nachmittag kommt die Crowdfarming-Gemüsekiste, unangekündigt mit doppeltem Inhalt, da werde ich ggf. noch einiges weggeben müssen, wenn ich wieder negativ bin.

2 Blumenkohlse, 4 Süßkartoffeln, 2 Butternutse, Zwiebeln, riesige Tomaten und jede Menge Gurken

Da die eine Zucchini angebrochen ist, ist die Mission fürs Abendessen klar. Ich koche aus Vorratskartoffeln und Zucchini eine Art Gemüseeintopf. Crowdfarming-Zwiebeln, Knoblauch, Gemüsebrühe, Crowdfarming-Zitrone, Grana Padano und Pfeffer kommen auch noch dran.

Wie das aussieht, wenn ich aus der Küche wiederkomme…

Neben den ersten Folgen der neuen Staffel von Emily in Paris schaffe ich heute drei Weihnachtsfilme: Best. Christmas. Ever!, Jingle Bell Heist und Falling for Christmas, wobei der mittlere am gehaltvollsten ist. Immerhin haben alle drei bekannte Schauspieler*innen am Start.

18.12.2025 – Déja-vu

Mittelprächtige Nacht. Nach längerer Wachphase schlafe ich nochmal richtig ein, werde dann aber vom Liebstentelefonat geweckt. Dann stehe ich auf und mache den dritten täglichen Corona-Test und diesmal, was soll ich sagen…

Das letzte Mal ist jetzt zweieinhalb Jahre her, aber das hat muscle memory funktioniert noch. Ich setze zuerst eine Maske auf und lüfte das Bad durch, in dem ich eben noch war. Dann schreibe ich der Mitbewohnerin, die noch schläft, mache mir in der Küche alles bereit, was ich die nächsten Stunden so brauche und verziehe mich in mein Zimmer, in dem ich die Maske abnehme. Das Adventskalender-Porridge heißt heute Apple Cinnamon Cookie, dazu gibt es Apfel, Clementine und Ingwertee.

Mein Zimmer ist jetzt Quarantänestation. Einzige Ausnahme sind die Katzen, für die ich regelmäßig die Tür öffne, weil sie rein oder raus wollen. Das war die letzten Male aber auch so und sie schienen sich bzw. meinen damaligen Mitbewohner nie angesteckt zu haben. Dann informiere ich alle, mit denen ich in den letzten Tagen näheren Kontakt hatte und berate mit dem Liebsten zusätzlich nächste Schritte. Zum Glück habe ich ja gestern alle Vorkehrungen getroffen, um ein paar Tage nicht rauszumüssen, jetzt heißt es, rechtzeitig vor Weihnachten wieder negativ zu werden.

Achja, mir geht’s ganz OK, nach zwei Infekten und acht Impfungen, die letzte vor sechs Wochen, fühlt sich das wie eine nicht allzu schlimme Erkältung an und wenn ich nicht Quarantäne einhalten würde, würde ich vermutlich auch mindestens in der Wohnung rumlaufen. In meinem Zimmer hingegen gibt es nur ein Klavier und ein Bett und so nutze ich die Gelegenheit eben, um im Bett zu liegen und die Arbeit mal auszublenden.

Ich mache in Ruhe meinen morgendlichen Reboot und stelle mir dann eine YouTube-Playlist zusammen. In dieser befindet sich auch ein Video über gutes Essen in Berlin und ich will nacheinander alles essen, was da vorgestellt wird. Am Ende bleibe ich bei der Salami-Pizza, bestelle aber keine in New York Style, sondern eine neapolitanische. Statt Pepperoni gibt es kalabrische scharfe Salami, außerdem Büffelmozzarella, Basilikum und scharfen Honig.

Appetit und Geschmacksnerven sind völlig in Ordnung. Ich inhaliere gegen 15 Uhr die komplette Pizza und mache dann einen ausführlichen Mittagsschlaf.

Den Rest des Tages verbringe ich damit, Zoey‘s Extraordinary Playlist zu Ende zu sehen. Die zweite Staffel ist längst nicht so stark wie die erste, aber mein innerer Monk braucht den Abschluss. Es sind noch fünf Folgen, das schaffe ich heute locker. Unterbrochen wird das Ganze mehrfach von Liebstentelefonaten, außerdem bekomme ich eine ganz tolle unangekündigte (also bis heute Morgen) und natürlich distanzierte Lieferung aus der alten Heimat.

Gin-Yuzu-Stollen, Gentlemen‘s Stollen mit Whisky und Aronia-Dinkel-Stollen mit Cranberries – der Nachtisch für Weihnachtsessen Nr. 2 ist gesichert!

Noch später unterbreche ich ein weiteres Mal für ein leichtes weihnachtliches „Abendbrot“. Es gibt Joghurt mit kanarischer Banane, Kiwi und Clementine und dazu ein Potpourri aus Weihnachtsleckereien aus meinem Vorrat: Mandelspekulatius, Butterspekulatius, Zimtsterne, Dominosteine, Vanillekipferl, Quittenkonfekt. So muss ich ja schnell gesund werden!

Nach dem Ende der Staffel bin ich kurz versucht, gleich die neue Staffel Emily in Paris anzufangen, die seit heute verfügbar ist, dann merke ich aber, wie müde ich bin und entscheide mich stattdessen fürs Schlafen. Um die Situation mit den Katzen etwas einfacher zu gestalten und gleichzeitig für bessere Luft zu sorgen, mache ich die Balkontür einen Spalt auf. So haben sie etwas mehr Auslauf und und Zugang zu einem Klo. Tatsächlich lassen sie mich weitestgehend schlafen und nutzen nur meine eigenen Klogänge, um raus oder rein zu kommen. Yay!

17.12.2025 – Nur noch schnell…

Unruhige Nacht mit längerer Wachphase und danach nur noch Dösen. Das tut der Erkältung gar nicht gut, das wenige Schlafen. Oder vielleicht tut die Erkältung auch dem Schlaf nicht gut. Tagsüber ist sie aber sehr auszuhalten und der Corona-Test ist weiterhin negativ. Also erstmal Dienst nach Vorschrift. Der morgendliche Reboot erfolgt im Bett, dann mit Porridge an den Schreibtisch (heute Mohn-Vanille). Um 10 habe ich einen Call mit meiner Mentorin, danach brauche ich erstmal Sonne und frische Luft. Gegen Mittag geht es also ins Draußen, wo die Schatten schon wieder länger werden.

Ich drucke Dinge im Drogeriemarkt aus, hole ein paar Kleinigkeiten im Supermarkt und bevorrate mich im Haustierbedarf. Dann gibt es zuhause erstmal eine längere Pause auf dem Sofa, dazu Bagel mit Crowdfarming-Avocado und veganer Lyoner bzw. Gouda und eine gebackene Birne mit Joghurt und Zimt.

Hinterher setze ich mich noch einmal eine Weile an den Schreibtisch, bis der Kopf zu sehr wehtut. Ich überlege, mich hinzulegen oder rauszugehen und entscheide mich für noch einen Spaziergang, bestellte Bücher abholen. Damit habe ich dann nämlich alle Weihnachtsgeschenke im Haus, falls das mit den Kranksein doch noch schlimmer wird. Das klappt auch ganz gut und hinterher geht es mir wieder ein bisschen besser.

Ich mache mir Kartoffelpuffer mit Johannisbeermarmelade zum Abendbrot. Auf die Puffer habe ich schon länger Appetit, jetzt hat man sie beim Am-Weihnachtsmarkt-Vorbeilaufen auch immer in der Nase und Channukah ist ja auch noch gerade – bestes Timing für Latkes!

Damit geht es ins letzte Webinar des Tages und danach ist es auch gut mit Produktivität. Ich schaue noch Jay Kelly auf Netflix und ein bisschen weiter Zoey‘s Extraordinary Playlist und dann versuche ich es wieder mit Schlafen.

16.12.2025 – So viel Leben

Okayisch viel geschlafen trotz einer guten Stunde Wachliegen mittendrin. Dann erstmal sehr entspannter Morgen mit komplettem Reboot im Bett – ich habe einen Termin am späteren Vormittag, so richtig losfleißeln lohnt sich also nicht. Allerdings ist es draußen wieder winterlich und so kalt, dass die Scheiben innen beschlagen sind, der Fenstersauger kommt wieder zum Einsatz und wird fast voll in Schlafzimmer, Küche und Wohnzimmer.

Dann setze ich mich mit dem Frühstück (Adventskalender-Porridge heute: Berry Banana, aber mit erstaunlich geringem Fruchtanteil, keine Empfehlung) doch an den Schreibtisch und drehe zumindest meine morgendliche Runde durchs Internet. Zwischendurch kommt ein Blumenbote und gibt einen Strauß mit Pralinen und einem Fläschchen für die Nachbarin ab.

Plötzlich eine Nachricht: Die Freundin, die ich eigentlich in gut anderthalb Stunden von der Narkose abholen soll, ist unerwartet jetzt schon fertig. Jetzt kommt Tempo in den Tag. In nur 15 Minuten füttere ich die Katzen, werfe mich in Schale und packe meinen Kram zusammen, dann bin ich auch schon unterwegs. Mit Fußweg, S- und U-Bahn brauche ich noch etwa 40 Minuten nach Lichtenberg, am Ende bin ich immerhin eine Dreiviertelstunde früher da als ursprünglich geplant.

Wir spazieren gemütlich und bei schönstem Sonnenschein von der Klinik zur Freundin nach Hause und erzählen. Zwischendurch gibt es einen Stop beim Discounter (krass misstrauische Sicherheitsvorkehrungen überall) und einen beim Stammrestaurant der Freundin, von dem wir uns Essen mitnehmen. Dann hoch, Tee, ausruhen, mehr erzählen. Mein Mittagessen ist ein indisches Lammcurry mit Brokkoli.

Hinterher machen wir gemütlich Siesta, die Freundin in ihrem Bett, ich auf dem Sofa. Bald darauf kommt das Kind der Freundin aus der Schule und es gibt mehr Tee, Stollen und Mandarinen. Dann verabschiede ich mich von Beiden und mache mich auf den Weg zur nächsten Station. Ich laufe hinüber nach Fhain, nehme dort die S-Bahn nach Mitte und laufe an der Spree entlang zur Wohnung meiner Eltern.

Dort wie immer Pflanzen gießen, nach der Post sehen… Ich räume auch noch ein bisschen auf, weil die Beiden ja nächste Woche schon wieder nach Hause kommen. Dann noch mal fix aufs Klo und ab nach Hause – dachte ich. Tatsächlich stelle ich fest, dass das Klo ein wenig verstopft ist. Sehr ungünstiges Timing. Ich finde keinen Pömpel, rufe in Nova Scotia an und frage danach, aber es gibt keinen. Per Videotelefonat über den Atlantik und mit nebenbei Googlen probiere ich nach Anleitung verschiedene Techniken aus. Am Ende hilft die Kombination aus Natron, heißem Wasser aus größerer Höhe und einem improvisierten Pömpel aus zerschnittener Plastikflasche. Wieder was gelernt!

Jetzt aber wirklich nach Hause, es ist spät, ich habe noch zu tun und so langsam melden sich die Erkältungssymtome wieder, die gestern Abend zum ersten Mal von sich hören machten. Mit U-Bahn und Straßenbahn fahre ich in den Pberg, füttere wieder die Katzen, mache mir einen Ingwertee und telefoniere dann mit dem Liebsten, um letzte Weihnachtsgeschenke zu koordinieren und zu bestellen.

Danach gibt es schnell zubereitetes Abendbrot, ich bin platt. Eine Ramen-Suppe mit Grilled-Chicken-Geschmack verfeinere ich mit grünem Chili, Limettensaft und Koriander und dann werfe ich noch von einen eingelegten Auberginen hinein für ein bisschen echtes Gemüse und ordentlich Knoblauch. Schmeckt gut!

Gegessen wird dann auf dem Bett liegend, während ich mit der Freundin in Frankreich telefoniere. Das letzte Mal war vor drei Monaten, es gibt jede Menge Informationen aufzuholen. Mittendrin holt die Nachbarin ihre Blumen ab.

Kurz nach 22 Uhr lege ich auf, mache mich bettfertig und will dann „nur noch schnell was nachgucken“, was mein Einschlafen nochmal um eine Stunde nach hinten verschiebt…