25.04.2025 – Letzter Ferientag

Am letzten Tag muss nochmal alles abgehakt werden, was noch auf der To-Do-Liste stand. Da ist fast gut, dass das Buddelschiffmuseum zu hat und es nur 9 Grad sind, so dass selbst das Teilzeitkind fein damit ist, nicht in die Nordsee zu steigen. Stattdessen geht es bald nach dem Frühstück los zu einem kleinen Ausflug in die Umgebung. Der Liebstenpapa war hier schon als Kind oft und er hat vor einigen Jahren ein Buch geschrieben, das in der Gegend spielt und in dem eine Kirche eine bedeutende Rolle spielt. Zu der fahren wir, damit das Teilzeitkind und ich sie auch zu sehen kriegen – ich habe das Buch gelesen, das Teilzeitkind ist auch bald dran. um den Friedhof fliegen lauthals die Kolkraben und genau als wir die Kirche betreten schlägt es Mittag.

Wir fahren ein wenig „über die Dörfer“ zurück und gucken vom Auto aus Schafen auf Deichen zu und bewundern historische Stadtzentren. Zurück im Ort kehren wir dann zu Tee und Torte ein, damit auch die anderen zu ihrer Teezeremonie kommen – der Liebste und ich hatten ja schon zwei.

Für mich Ostfriesentorte, die stand auch noch auf der Liste

Es folgt ein zweiter Besuch im Teekontor, da wir beim ersten einen Gutschein gewonnen haben und noch ein paar Dinge kaufen wollen. Doppelten Gutscheinwert ausgegeben – so geht gutes Marketing. Der nächste Punkt ist eine Bubble-Waffel für das Kindelein, über die wir auch schon seit Ankunft reden. Ich nutze die Gelegenheit für Pfirsich-Johannisbeere und „Unkraut“ (Sanddorn)

Dann gehen die beiden Fußlahmen in die Horizontale, während das Teilzeitkind mit Papa und Oma nochmal ins Salzwasserbad und die Sauna verschwindet.

Hinterher treffen wir uns alle zum letzten gemeinsamen Abendessen in einem Restaurant mit Hafenblick.

Fischsuppe
Schupfnudeln mit Gemüse und Bärlauchpesto

Als wir kurz nach 20 Uhr Nachtisch bestellen möchten… „Leider ist die Küche schon weg“ – das ist echt ein Ding hier, verrückte Welt. Also geht es ohne Nachtisch nach Hause und der Ausklang des Abends besteht aus Kniffel, wobei das Teilzeitkind haushoch gewinnt und damit sind die Ferien ja wohl auf jeden Fall gerettet.

24.04.2025 – Entspannung

Gemessen an den Geburtstagsaufregungen von gestern ist der heutige Tag eher so das Abklingbecken nach dem Saunagang. Das fängt schon damit an, dass das Frühstück eine Stunde später und in aller Ruhe stattfindet. Danach brechen die Liebstenmama und das Teilzeitkind zu einer Fahrt auf die gegenüberliegende Insel auf und der Liebstenpapa, ich und der Liebste legen uns einfach nochmal hin und gehen unseren jeweiligen Interessen nach. Um 12 habe ich dann ein Webinar und die beiden anderen drehen draußen eine kleine Runde und kommen dann mit Kibbeling zum Mittagessen zurück.

Danach verschwindet der Liebste für zwei Stunden ins Meerwasserbad in die Sauna und ich schäle mich endlich aus dem Schlafanzug und gehe ebenfalls nach Draußen. Der Plan ist, in einem Café mit Meerblick herumzusitzen, aber das eine hat Ruhetag, das andere ist vollbesetzt. Die anderen Lokalitäten sind zu niedrig gelegen und schauen nicht über den Deich rüber. Die Teestube von neulich hat ebenfalls Ruhetag und so sitze ich schließlich im Außenbereich der Kneipe und trinke eine Deichbowle, während ich Französisch und Italienisch mache.

Kaum bin ich damit fertig, ist der Liebste schon wieder da und ich völlig durchgefroren. Zum Glück ist inzwischen ein Tisch drinnen frei und wir fröhnen der Teezeremonie und wirklich ganz ausgezeichneten Waffeln.

Dann geht es zurück in die Ferienwohnung und nochmal in die Waagerechte, lesen und so. Kurz nach 18 Uhr beginne ich mit der Abendbrotzubereitung (Schinken-Ei-Käse-Nudeln, Tomate-Mozzarella) und der Liebste geht los um den Rest von der Fähre abzuholen. Das durchgefrorene Teilzeitkind springt unter die Dusche, die Liebstenmama bekommt heiße Gemüsebrühe serviert und dann setzen wir uns alle gemeinsam zum Abendessen. Hinterher gibt es zwei runden Kniffel – eine gewinnt der Liebste, eine ich – und dann schaut die U80-Generation zwei Folgen LOL und die Ü80s gucken einen Krimi. Guter Tag insgesamt!

23.04.2025 – Liebstenmamageburtstag

Der Tag beginnt früh, denn schon um 8 hat das bettflüchtende Geburtstagskind den Frühstückstisch gedeckt und frische Brötchen und Croissants geholt. Es wird ausführlich wenn auch noch fast im Halbschlaf beglückwünscht und besungen und mit dem traditionellen Geburtstagszug fotografiert – „84, so alt war ich noch nie!“. Später geht es für alle unter 85 erstmal Richtung Strand – der Liebstenpapa ist entschuldigt und darf sich noch einmal hinlegen. Kinder, Oma, Liebstenschwester und Liebstenschwager vergnügen sich zwischen Sand und Schlick, während der Liebste und ich meines Fußes wegen langsam die Promenade entlangpromenieren.

Watt issn mit dem Meer los? Das is ja gar nicht da?

Während die anderen weiter zum Spielplatz ziehen, setzen wir uns ganz traditionell in eine Teestube mit Blick auf den Hafen und genießen unsere erste ostfriesische Teezeremonie.

Nächster Programmpunkt ist das Mittagessen in der Fischereigenossenschaft, zu dem mich der Liebste im Auto kutschiert, während die anderen auf dem Deich entlang laufen und die Kinder mit den dort grasenden Lämmern um die Wette niedlich sind.

Nordseekrabben mit Folienkartoffel, nichtamerikanische Limonade

Danach ein kurzes Durchschnaufen in der Ferienwohnung mit Hinlegen, Sprachaufgaben und ein wenig Laptoparbeit. Dann geht es für Kaffee und Kuchen in den örtlichen Gutshof. Wenig später muss die Liebstenschwesterfamilie wieder aufbrechen und wir machen es uns in der nun viel ruhigeren Ferienwohnung gemütlich. Zum Abendbrot gibt es nur noch Stulle mit Rührei, danach Drinks für alle über 11 und je nach Disposition Krimi im Fernsehen oder Internetunterhaltung. Am Ende mache ich mich gegen halb 11 als erste bettfertig und wenn ich es richtig mitbekomme macht das Teilzeitkind gegen Mitternacht als letzte die Augen zu. Sind ja schließlich Ferien.

22.04.2025 – Zurück an der Nordsee

Spannender Tag – erstmals schlafe ich mit beiden Liebsteneltern gleichzeitig unter einem Dach und teile mir mit ihnen das Bad, fällt mir auf. Wenn wir bei ihnen zu Besuch sind, ist das tagsüber und wir schlafen im Hotel, wenn sie bei uns zu Besuch sind, ebenso, außer die Liebstenmama kommt alleine, dann schläft sie auf dem Sofa. Jetzt aber alle zusammen in einer Ferienwohnung, mehrere Tage lang. Potenzial für Unstimmigkeiten ist also reichlich vorhanden, wird aber bislang überhaupt nicht ausgeschöpft. Das kann gerne so bleiben, denn wir mögen uns ja alle sehr.

Ich erwache gegen halb 6, will aber nochmal einschlafen, was dann aber nicht passiert. Um 6 klingelt nämlich der Wecker des Teilzeitkinds in Erwartung eines Schultags. Weder das Kind noch der Liebste lassen sich davon in ihrem Tiefschlaf stören, also mache ich ihn dann aus, bin aber jetzt hellwach und beschäftige mich still, bis der Wecker des Liebsten halb 8 klingelt, das ist aber geplant und wird von ihm wahrgenommen, damit er rechtzeitig um 9 beim Friseur um einen Termin anstehen kann. Der Vorteil für mich ist, dass es jetzt Kaffee gibt und dann sitzen wir gegen halb 9 alle am Frühstückstisch mit frischen Brötchen und Croissants.

Bis der Liebste dann seinen Friseurtermin hat, gehen wir nochmal nach draußen und ich überwinde mein Deichtrauma aus Cuxhaven und steige hier auf den Deich – vorsichtig und den Handlauf fest umklammert.

Auf dem Rückweg kehren wir noch in Teekontor ein, versorgen uns für die nächsten Tage und ich nehme Ostfriesentee und Kluntjes für zuhause mit. Dann geht es für den Liebsten zum Friseur, für mich und die Liebstenmama auf die Couch zum Lesen, für das Teilzeitkind und den Liebstenpapa jeweils ins Bett zum Ausruhen bzw. Fernsehen. Als der Liebste frisch gestriegelt zurückkommt, fahren wir zu zweit einkaufen und gerade als wir wieder zurückkommen, sind auch die Liebstenschwester, der Liebstenschwager und das Nifftenkind eingetroffen. Die Generation U50 geht dann Kibbeling, Pommes und Matjesbrötchen fürs Mittagessen holen.

Spätestens jetzt ist für mich Siesta angesagt, ich halte mindestens anderthalb Stunden Mittagsschlaf, der Liebstenpapa auch. Der Rest der Familie verschwindet ins Hallenbad mit Meerwasserpool und Sauna.

Kurz vor Abendbrot versammeln wir uns wieder alle und dann gibt es im Restaurant allerlei Gutes. Ich koste von der Krabbensuppe des Liebsten, esse dann Fjordlachs, Heilbutt und Eismeergarnelen und hinterher Eis mit hausgemachter Erdbeer-Rhabarber-Sauce.

Als im Restaurant gegen 21 Uhr sprichwörtlich die Bürgersteige hochgeklappt werden, ziehen der Liebste, der Liebstenschwager und ich noch weiter in die Kneipe auf der anderen Hafenseite, für ein letztes Getränk. Und gegen 23:30 Uhr liegen dann alle in ihren Betten.

21.04.2025 – Ein Stück Zeit

Ich liege nachts wieder zwei Stündchen wach, diesmal wohl vor Aufregung. Der Wecker klingelt früh, weil ich mit normaler Morgenroutine geplant habe. Dafür fehlt mir dann aber die Ruhe, ich stehe schon nach einer halben Stunde auf, mache mich reisefertig, bastle Reiseproviant, versorge die Katzen und packe meinen Rucksack. Dann sitze ich noch kurz, trinke die letzte Mate, telefoniere mit dem Liebsten und dem Teilzeitkind, die auch gerade packen, und dann will ich nichts Neues mehr anfangen, sondern gehe einfach los, da ist es halb 9 oder so.

Ich laufe – langsam – zur Tram, fahre zur S-Bahn, die wegen Baustelle seltener fährt, fahre zum Hauptbahnhof. Hier habe ich noch eine ganze Menge Zeit und da der betreffende Bahnsteig sehr voll und ohne Sitzgelegenheiten ist, setze ich mich stattdessen in den Food Court und tue Dinge auf dem Telefon, bis es Zeit ist, wieder zum Gleis zu gehen. Dabei achte ich darauf, vor Costa zu sitzen statt vor Starbucks, amerikanische Läden boykottieren und so. Konsumieren tue ich aber nichts, ich hab ja Proviant dabei.

Der Zug kommt fast pünktlich und fährt fast pünktlich los, mein Sitzplatz ist ganz bequem, nur dass ich den Fuß nicht richtig ausstrecken kann. Direkt vorm Einsteigen kam die Eilmeldung vom Papst (bzw. über ihn) und jetzt setze ich den Tröt ab, der mir dazu spontan einfällt. Dann die erste InterCity-Fahrt seit langem, wenn auch auf recht bekannter Strecke. Ich kümmere mich um die Bloggerei, Französisch, Italienisch, Rätsel, Handyspiel und dann nehme ich mir tatsächlich ein Buch und lese. Trotz Verzögerungen wegen eines Brandes verfliegt die Zeit und die Verspätung ist mir egal, denn beim Umsteigen tief im Westen kann ich auf dem gleichen Bahnsteig bleiben und habe ausreichend Zeit.

Ich setze mich also, esse den Großteil vom Proviant (Bagel mit Kräuterquark und Veganer Schinkenspicker, Gurke, Tomaten), kaufe Pfirsichringe am Automaten und kein Getränk, da ich zu wenig Münzgeld habe und außerdem fast nur amerikanische Marken in Angebot sind. Die Pfirsichringe kommen aus Deutschland – ich hätte auch andere Länder genommen, aber scheinbar sind wir „führend“ in der Fruchtgummiwelt. Und dann ist auch schon der nächste InterCity da, der nach Norden fährt.

Ab jetzt wird die Landschaft für mich spektakulärer. Viel flaches Land, weiter Rapsfelder aber auch viel Weideland mit Kühen und Schafen, immer mehr Windräder und Windmühlen und Gräben und Priele. Nochmal zwei Stunden später ist wieder Aussteigen, wieder mit Verspätung und diesmal muss ich mich sputen, erreiche aber noch den Bus, der extra gewartet hat und recht leer ist. Jetzt kann ich endlich den Fuß hochlegen und Apfelstücke knabbern, während ich draußen kontrolliere, dass die Schafe auf den Deichen noch Locken haben.

Am zweiten Siel steige ich aus und laufe die letzten Meter, da kommen mir auch schon der Liebste und das Teilzeitkind entgegen. Wir beteten die Ferienwohnung, die direkt am Hafen liegt gegen 17:30 und ich begrüße Liebstenmama und Liebstenpapa, werde aufs Sofa beordert und bekomme ein Getränk in die Hand. Baltic Lager, nur weil man an der Nordsee ist, kann man ja trotzdem ordentliches Ostseebier trinken, dachte sich der Liebste wohl beim Kauf. Kurz Durchatmen und erzählen, dann gibt es auch schon Abendbrot – Reste vom Osterlamm mit Bratkartoffeln und grünen Bohnen.

Danach verteilen wir uns auf die verschiedenen Sitz- und Liegegelegenheiten, kämpfen mit dem WLAN und halten Siesta. Ich esse meine ersten Fruchtgummis seit dem Zahnvorfall (vorsichtig auf der anderen Seite kauend) und bin sehr erleichtert, wie gut das geht.

Um 20:15 gibt es Campari Orange und den Krimi im Fernsehen, danach das Heute Journal (die Papst-Sprüche werden im Laufe des Tages nicht pietätvoller) und dann liegt gegen halb 11 die Generation U80 vollzählig im Bett und die U12 schläft sogar schon.

20.04.2025 – Ostersonntag und 420

Den dritten „Feier“tag zum heutigen Datum lassen wir einfach mal unter den Tisch fallen. Auf TikTok wieder interessante Parallelen zwischen den heutigen USA und „crazy moustache man“, das reicht.

Da der Elternbesuch schon gestern stattfand und der Rest der Kernfamilie ausgeflogen ist, habe ich heute nichts weiter zu tun und konzentriere mich auf Entspannung, Gutgehenlassen und, OK, Wäsche waschen. Zum Frühstück das letzte Ei, hart gekocht und mit Kaviarcreme bzw. Sardellenpaste. Ein von Mama gebackenes Osterbrötchen (mit Rosinen, Pistazien und Koriandersamen), ein normales Rosinenbrötchen, den Rest Holunderkonfitüre und selbst gemachten Kräuterquark mit Petersilie, Liebstöckel, Zitronenmelisse, Salbei, Thymian, Estragon, Basilikum, Schnittlauch und Dill. Und ein Brownie-Schokohase, den mir die Mitbewohnerin geschenkt hat. Nach zwei kühlen Tagen auch endlich wieder auf dem Balkon.

Ein weiteres Ziel für heute ist, Das Buch vom Meer auszulesen, damit ich morgen drei frische Bücher in den Urlaub mitnehmen kann. Das klappt, bis etwa 13 Uhr auf dem Balkon, dann weiter drinnen auf der Couch.

Eine Zucchini muss auch noch weg, die wird zum frühen Abendbrot in Spaghetti alla Nerano verwandelt, mit dem Rest Ricotta salata statt Provolone und Parmesan. Schmeckt auch, vermischt sich nur nicht so gut.

Dann habe ich mir noch vorgenommen, die erste Staffel Yellowstone zu Ende zu gucken, dafür fehlen mir noch zwei Folgen. Auch das kann ich abhaken. Hinterher noch ein paar Folgen Schitt‘s Creek und dann ist es auch schon spät genug, um in die Wanne und ins Bett zu gehen – der Wecker klingelt morgen früh.

19.04.2025 – Heute mit Ausflug

Es ist Karsamstag und ich habe so viel Essen im Haus, dass ich gar nicht auf die Idee komme, dass ja heute kein Feiertag ist und ich was kaufen könnte, wenn ich wollte oder müsste. Will oder muss aber nicht, also kann ich weite Teile des Tages ganz gemütlich im Bett verbringen und Sachen im Internet und am Telefon machen. Zwischendurch mal kurz aufstehen fürs Frühstück ist natürlich trotzdem drin.

Zwei Spiegeleier, gebraten in der Pfanne vom Salatdressing gestern (aka Knoblauch, Anchovi, Kapern, Peperoni), Rosinenbrötchen mit Käse und veganer Schinkenspicker, Tomate, Basilikum)

Nebenbei werde ich vom Liebsten mit Details zu seiner Odyssee mit zwei Koffern und S-Bahn, S-Bahn, ICE, RegionalExpress und Bus versorgt – es wird nicht langweilig. Am frühen Nachmittag dann stehe ich selbst auf und gehe ins Draußen. Müll wegbringen und dann zur Tram, zur U-Bahn und zu meinen Eltern. Der Fuß kommt damit klar, der Rest von mir, besonders das rechte Bein, findet alles sehr anstrengend. Aber hey, wenigstens keine großartigen Schmerzen!

Rhabarberkuchen mit Eierschecke, Apfel-Mohn-Nusskuchen und selbst geschlagene Sahne

Es gibt Kuchen, Tee und Gespräche, wie immer alles rund um Familienneuigkeiten, Politik hier, Politik in Kanada, Politik in der Welt, Politik in der Lausitz, bisschen Kultur, bisschen Geschichte, dies das.

Die neue, aktualisierte Auflage ist da – kaufen, kaufen, kaufen!

Nach etwa drei Stunden mache ich mich auf den langen Heimweg, nicht ohne noch ein selbst gebackenes, noch aufzubackendes, Osterbrötchen für morgen mitzunehmen.

Dann geht es auf dem gleichen Weg zurück – so langsam, wie ich bin, dauert das eine Stunde. Zuhause finde ich die eben gelieferte Crowdfarming-Gemüsekiste vor, die ich eigentlich schon vor ein paar Tagen erwartet hatte.

Der Lauch Porree wird direkt kleingeschnitten und eingefroren, der Rosmarin zum Trocknen und Duften aufgehängt. Der Rest wandert ins Gemüsefach, in der Hoffnung, dass er sich in meiner Abwesenheit halten wird – ein bisschen was kann ich auch noch vorher knabbern. Die Fave hingegen gibt es direkt zum Abendbrot, aus Mangel an jungem Pecorino eben mit Tilsiter.

Da das als Abendbrot ein wenig dürftig ist, lege ich noch mit Dessert nach und verarbeite Ricotta, Puderzucker und Orangenblütenwasser zu einer Creme, lasse Honig schmelzen, röste Mandeln darin an und vermische das alles zu einer abgespeckten Version von Cassata estiva. So sehr lecker!

Zum und nach dem Abendessen gibt es vier Folgen Yellowstone und dazwischen ein Telefonat mit dem Liebsten und dem Teilzeitkind, die glücklich vereint, frisch geschwommen und gesaunt im Hotelbett liegen, mit Snacks versorgen und jetzt gemeinsam LOL gucken. All was well.

18.04.2025 – Stiller Feiertag, aber anders

Die Qualität dieses Nachtschlafs ist quasi nicht vorhanden. Ich wache auf, als die Mitbewohnerin nach Hause kommt und liege dann etwa drei Stunden weitgehend wach. Es ist warm nach dem heißen Tag, mit den Socken und der Schiene und dem Liebsten mit mir unter der Decke und Nimbin und Noosa auf der Decke. Bewegungsfreiheit massiv eingeschränkt und der Alkohol im Kopf trägt auch noch dazu bei, dass die Ruhe unterbrochen wird. Also Podcast hören, Kreuzworträtsel lösen und irgendwann döse ich dann doch nochmal weg, aber nur bis kurz vor 8. Dann gibt es Kaffee im Bett und Gemütlichkeit, aber in sehr müde und gerädert.

Gegen 10 stehe ich kurz auf und packe einen Koffer, den der Liebste dann gegen halb 11 mitnimmt, erst heute nach Südberlin, dann morgen in den tiefen Westen und dann Montag in den hohen Norden, wo er ihn mir wieder übergeben wird, wenn wir uns das nächste Mal sehen. Fernbeziehungs-Patchworkfamilien-Ferienplanungs-Fußverletzungslogistik deluxe. Als er weg ist, widme ich mich der Bloggerei und meinen Französisch- und Italienischstudien. Dann höre ich den in der Nacht begonnenen Podcast zu Ende und erfülle meine täglichen Pflichten im Handyspiel. Plötzlich ist es mittags und damit eindeutig Zeit fürs Frühstück.

Rosinenbrioche mit Käse, weich gekochtes Ei, Apfel, Gurke, im Bierglas selbstgemachter Eistee mit dem Rest Quittensaft

Mir ist die Logistik bei dieser ganzen Jesusnummer nicht ganz klar, aber so wie ich das verstehe hat er irgendwann dann ne ganze Zeit in einem Grab gelegen und diese Zeit nehme ich mir zum Vorbild für heute, ob das nun am Freitag oder am Sonnabend war, wer weiß das schon. Zum und nach dem Frühstück schaue ich die englischsprachige TV-Debatte zur kanadischen Wahl nächste Woche an – die französischsprachige gabs am Tag vorher, mal schauen, ob ich das auch noch irgendwann mache. Danach geht es bildungsbürgerlich weiter, ich habe noch drei Folgen La Legge di Lidia Poët übrig – brav auf Italienisch mit italienischen Untertiteln.

Dann ist schon wieder Zeit für Abendbrot. Ich habe Reste zu verarbeiten – Brokkoli, Orangen… und suche mir ein passendes Salat-Rezept auf Giallo Zafferano, mit Olivenöl, Knoblauch, Peperoni, Anchovis (Fisch zu Karfreitag!) und Pinienkernen. Nur die Oliven muss ich ersetzen, dafür nehme ich Kapern. Sehr lecker!

Zum und nach dem Essen gibt es die beiden ersten Folgen der neuen Staffel LOL, die beinahe an mir vorbeigegangen wäre, wenn ich nicht nach französischsprachigen Filmen hätte suchen wollen. Die gucke ich dann aber hinterher. Erst war nur Qu’est-ce qu’on a fait au bon Dieu? geplant, aber danach werden mir unvermutet noch Teil 2 und Teil 3 vorgeschlagen, die ich dann auch noch ansehe. Natürlich alles auf Französisch, allerdings mit deutschen Untertiteln, weil keine französischen im Angebot sind. Ich versuche trotzdem, möglichst wenig mitzulesen und komme ganz gut klar. Dann ist es halb 1 und Zeit zu schlafen. Mit all den Sprachen ist der Tag am Ende doch nicht so still gewesen, hätte aber vielleicht doch besser zu Pfingsten gepasst?

17.04.2025 – Hitzerekord und Date Night

27 Grad heute. Heißester Tag des Jahres bisher, ein Rekord der noch oft gebrochen werden wird, aber macht, dass ich wirklich den ganzen Tag draußen bin und außerdem herzlich wenig Produktives tue.

Frühstück mit Ei-Sardellen-Sandwiches

Natürlich verbringe ich wieder viel Zeit mit Italienisch und Französisch, mit Recherchieren und mit Denken, aber heute finden keine Webinare statt und ich lasse alle Onlinekurse links liegen und Hausarbeit Hausarbeit sein. Lese stattdessen und rätsle und fühle in mich hinein und die größten Anstrengungen kommen vom Optimieren der Sitzposition im Verlauf des Tages.

Für den Abend ist Date Night angesagt. Der Liebste hat zugestimmt, dass wir Essen gehen, aber den möglichen Radius dafür extrem eingeschränkt, damit ich nicht zu viel laufe – es ist hier ein strenges Regime. Wir treffen uns also in einem Lokal, in dem ich bisher nur einmal zum Mittagessen war und probieren aus, wie das so für den Abend ist. Draußen sitzend ist es ganz OK, trotz der großen Straße – Großstadt halt. Die Tourist*innen, die übers lange Wochenende kommen und aus dem S-Bahnhof strömen gucken begeistert. Wären nicht die beiden Herren am Nebentisch, die die ganze Zeit über Autos reden (der eine mit von uns diagnostizierter Schwerhörigkeit plus evtl. Logorrhoe) und zwischendurch auch noch laut Musik auf ihren Endgeräten abspielen, wäre das ein sehr harmonischer Abend. So bonden der Liebste und ich halt mit Witzen über die Skurrilität der Situation, halten uns an Prosecco, Wein und Grappa fest und machen uns über das Essen her.

Auf dem Heimweg noch kurze Einkehr in den Supermarkt für ein paar Kleinigkeiten vor dem morgigen Feiertag, dann geht es zuhause wieder auf den Balkon. Um 20 Uhr sitzen wir bei 20 Grad draußen im Dunkeln und schlürfen Lillet Tonics.

Gegen 22:30 Uhr dann wird es frisch und die viele Luft, das Essen und der Alkohol machen so müde, dass wir ins Bett wanken. 2,8 km heute, ohne Schmerzmittel.

16.04.2025 – Balkontag

26 Grad sind angesagt, es ist Mitte April. Bis die Sonne um die Hausecke rum ist, ist es wirklich sehr warm auf dem Balkon, so warm, dass es die Katzen schnell wieder nach drinnen zieht, wo sie in Ruhe das Bett weiter einhaaren.

Bett umgemacht, weil immer wenn ich es tun wollte, mindestens eine Katze drauflag

Als die Sonne dann rum ist, kann ich mir eine leichte Decke über die Beine legen, so dass Noosa mich gut als Bettchen benutzen kann. Zwischenstatus an der Katzenfront sonst: Sie fressen immer noch wenig, wirken zufrieden dabei. Nimbin hat seit Sonntag nicht mehr gekotzt, hat aber wirklich überhaupt kein Interesse an den Probiotika. Noosa lässt sich ihr Antibiotikum genüsslich schmecken, man muss nur immer einen Moment abpassen, an dem sie gerade gegessen hat, was schwierig ist, da sie nicht beim Füttern isst, sondern halt irgendwann später heimlich.

Ich verbringe die erste Tageshälfte mit Sprachen, Bloggen und Buch lesen (nordnorwegische Kälte gegen Berliner Hitze) und warte nebenbei auf ein Päckchen. Als das dann da ist, wage ich mich ins Draußen, bringe Müll weg und freue mich des Frühlings. Nur kurzer Ausflug heute.

Am Nachmittag beende ich dann den aktuellen Onlinekurs und habe noch ein Webinar. Dann wird gekocht (Brokkoli, Kartoffelbrei, Sauce Hollandaise mit extra Orangensaft) und weiter Italienisch geübt, äh, Serie geguckt.

Gegen 20 Uhr wird es draußen zu kühl und ich wechsle aufs Sofa. Noch später in die Badewanne, noch später ins Bett. Morgen dann 27 Grad.