21.04.2025 – Ein Stück Zeit

Ich liege nachts wieder zwei Stündchen wach, diesmal wohl vor Aufregung. Der Wecker klingelt früh, weil ich mit normaler Morgenroutine geplant habe. Dafür fehlt mir dann aber die Ruhe, ich stehe schon nach einer halben Stunde auf, mache mich reisefertig, bastle Reiseproviant, versorge die Katzen und packe meinen Rucksack. Dann sitze ich noch kurz, trinke die letzte Mate, telefoniere mit dem Liebsten und dem Teilzeitkind, die auch gerade packen, und dann will ich nichts Neues mehr anfangen, sondern gehe einfach los, da ist es halb 9 oder so.

Ich laufe – langsam – zur Tram, fahre zur S-Bahn, die wegen Baustelle seltener fährt, fahre zum Hauptbahnhof. Hier habe ich noch eine ganze Menge Zeit und da der betreffende Bahnsteig sehr voll und ohne Sitzgelegenheiten ist, setze ich mich stattdessen in den Food Court und tue Dinge auf dem Telefon, bis es Zeit ist, wieder zum Gleis zu gehen. Dabei achte ich darauf, vor Costa zu sitzen statt vor Starbucks, amerikanische Läden boykottieren und so. Konsumieren tue ich aber nichts, ich hab ja Proviant dabei.

Der Zug kommt fast pünktlich und fährt fast pünktlich los, mein Sitzplatz ist ganz bequem, nur dass ich den Fuß nicht richtig ausstrecken kann. Direkt vorm Einsteigen kam die Eilmeldung vom Papst (bzw. über ihn) und jetzt setze ich den Tröt ab, der mir dazu spontan einfällt. Dann die erste InterCity-Fahrt seit langem, wenn auch auf recht bekannter Strecke. Ich kümmere mich um die Bloggerei, Französisch, Italienisch, Rätsel, Handyspiel und dann nehme ich mir tatsächlich ein Buch und lese. Trotz Verzögerungen wegen eines Brandes verfliegt die Zeit und die Verspätung ist mir egal, denn beim Umsteigen tief im Westen kann ich auf dem gleichen Bahnsteig bleiben und habe ausreichend Zeit.

Ich setze mich also, esse den Großteil vom Proviant (Bagel mit Kräuterquark und Veganer Schinkenspicker, Gurke, Tomaten), kaufe Pfirsichringe am Automaten und kein Getränk, da ich zu wenig Münzgeld habe und außerdem fast nur amerikanische Marken in Angebot sind. Die Pfirsichringe kommen aus Deutschland – ich hätte auch andere Länder genommen, aber scheinbar sind wir „führend“ in der Fruchtgummiwelt. Und dann ist auch schon der nächste InterCity da, der nach Norden fährt.

Ab jetzt wird die Landschaft für mich spektakulärer. Viel flaches Land, weiter Rapsfelder aber auch viel Weideland mit Kühen und Schafen, immer mehr Windräder und Windmühlen und Gräben und Priele. Nochmal zwei Stunden später ist wieder Aussteigen, wieder mit Verspätung und diesmal muss ich mich sputen, erreiche aber noch den Bus, der extra gewartet hat und recht leer ist. Jetzt kann ich endlich den Fuß hochlegen und Apfelstücke knabbern, während ich draußen kontrolliere, dass die Schafe auf den Deichen noch Locken haben.

Am zweiten Siel steige ich aus und laufe die letzten Meter, da kommen mir auch schon der Liebste und das Teilzeitkind entgegen. Wir beteten die Ferienwohnung, die direkt am Hafen liegt gegen 17:30 und ich begrüße Liebstenmama und Liebstenpapa, werde aufs Sofa beordert und bekomme ein Getränk in die Hand. Baltic Lager, nur weil man an der Nordsee ist, kann man ja trotzdem ordentliches Ostseebier trinken, dachte sich der Liebste wohl beim Kauf. Kurz Durchatmen und erzählen, dann gibt es auch schon Abendbrot – Reste vom Osterlamm mit Bratkartoffeln und grünen Bohnen.

Danach verteilen wir uns auf die verschiedenen Sitz- und Liegegelegenheiten, kämpfen mit dem WLAN und halten Siesta. Ich esse meine ersten Fruchtgummis seit dem Zahnvorfall (vorsichtig auf der anderen Seite kauend) und bin sehr erleichtert, wie gut das geht.

Um 20:15 gibt es Campari Orange und den Krimi im Fernsehen, danach das Heute Journal (die Papst-Sprüche werden im Laufe des Tages nicht pietätvoller) und dann liegt gegen halb 11 die Generation U80 vollzählig im Bett und die U12 schläft sogar schon.

20.04.2025 – Ostersonntag und 420

Den dritten „Feier“tag zum heutigen Datum lassen wir einfach mal unter den Tisch fallen. Auf TikTok wieder interessante Parallelen zwischen den heutigen USA und „crazy moustache man“, das reicht.

Da der Elternbesuch schon gestern stattfand und der Rest der Kernfamilie ausgeflogen ist, habe ich heute nichts weiter zu tun und konzentriere mich auf Entspannung, Gutgehenlassen und, OK, Wäsche waschen. Zum Frühstück das letzte Ei, hart gekocht und mit Kaviarcreme bzw. Sardellenpaste. Ein von Mama gebackenes Osterbrötchen (mit Rosinen, Pistazien und Koriandersamen), ein normales Rosinenbrötchen, den Rest Holunderkonfitüre und selbst gemachten Kräuterquark mit Petersilie, Liebstöckel, Zitronenmelisse, Salbei, Thymian, Estragon, Basilikum, Schnittlauch und Dill. Und ein Brownie-Schokohase, den mir die Mitbewohnerin geschenkt hat. Nach zwei kühlen Tagen auch endlich wieder auf dem Balkon.

Ein weiteres Ziel für heute ist, Das Buch vom Meer auszulesen, damit ich morgen drei frische Bücher in den Urlaub mitnehmen kann. Das klappt, bis etwa 13 Uhr auf dem Balkon, dann weiter drinnen auf der Couch.

Eine Zucchini muss auch noch weg, die wird zum frühen Abendbrot in Spaghetti alla Nerano verwandelt, mit dem Rest Ricotta salata statt Provolone und Parmesan. Schmeckt auch, vermischt sich nur nicht so gut.

Dann habe ich mir noch vorgenommen, die erste Staffel Yellowstone zu Ende zu gucken, dafür fehlen mir noch zwei Folgen. Auch das kann ich abhaken. Hinterher noch ein paar Folgen Schitt‘s Creek und dann ist es auch schon spät genug, um in die Wanne und ins Bett zu gehen – der Wecker klingelt morgen früh.

19.04.2025 – Heute mit Ausflug

Es ist Karsamstag und ich habe so viel Essen im Haus, dass ich gar nicht auf die Idee komme, dass ja heute kein Feiertag ist und ich was kaufen könnte, wenn ich wollte oder müsste. Will oder muss aber nicht, also kann ich weite Teile des Tages ganz gemütlich im Bett verbringen und Sachen im Internet und am Telefon machen. Zwischendurch mal kurz aufstehen fürs Frühstück ist natürlich trotzdem drin.

Zwei Spiegeleier, gebraten in der Pfanne vom Salatdressing gestern (aka Knoblauch, Anchovi, Kapern, Peperoni), Rosinenbrötchen mit Käse und veganer Schinkenspicker, Tomate, Basilikum)

Nebenbei werde ich vom Liebsten mit Details zu seiner Odyssee mit zwei Koffern und S-Bahn, S-Bahn, ICE, RegionalExpress und Bus versorgt – es wird nicht langweilig. Am frühen Nachmittag dann stehe ich selbst auf und gehe ins Draußen. Müll wegbringen und dann zur Tram, zur U-Bahn und zu meinen Eltern. Der Fuß kommt damit klar, der Rest von mir, besonders das rechte Bein, findet alles sehr anstrengend. Aber hey, wenigstens keine großartigen Schmerzen!

Rhabarberkuchen mit Eierschecke, Apfel-Mohn-Nusskuchen und selbst geschlagene Sahne

Es gibt Kuchen, Tee und Gespräche, wie immer alles rund um Familienneuigkeiten, Politik hier, Politik in Kanada, Politik in der Welt, Politik in der Lausitz, bisschen Kultur, bisschen Geschichte, dies das.

Die neue, aktualisierte Auflage ist da – kaufen, kaufen, kaufen!

Nach etwa drei Stunden mache ich mich auf den langen Heimweg, nicht ohne noch ein selbst gebackenes, noch aufzubackendes, Osterbrötchen für morgen mitzunehmen.

Dann geht es auf dem gleichen Weg zurück – so langsam, wie ich bin, dauert das eine Stunde. Zuhause finde ich die eben gelieferte Crowdfarming-Gemüsekiste vor, die ich eigentlich schon vor ein paar Tagen erwartet hatte.

Der Lauch Porree wird direkt kleingeschnitten und eingefroren, der Rosmarin zum Trocknen und Duften aufgehängt. Der Rest wandert ins Gemüsefach, in der Hoffnung, dass er sich in meiner Abwesenheit halten wird – ein bisschen was kann ich auch noch vorher knabbern. Die Fave hingegen gibt es direkt zum Abendbrot, aus Mangel an jungem Pecorino eben mit Tilsiter.

Da das als Abendbrot ein wenig dürftig ist, lege ich noch mit Dessert nach und verarbeite Ricotta, Puderzucker und Orangenblütenwasser zu einer Creme, lasse Honig schmelzen, röste Mandeln darin an und vermische das alles zu einer abgespeckten Version von Cassata estiva. So sehr lecker!

Zum und nach dem Abendessen gibt es vier Folgen Yellowstone und dazwischen ein Telefonat mit dem Liebsten und dem Teilzeitkind, die glücklich vereint, frisch geschwommen und gesaunt im Hotelbett liegen, mit Snacks versorgen und jetzt gemeinsam LOL gucken. All was well.

18.04.2025 – Stiller Feiertag, aber anders

Die Qualität dieses Nachtschlafs ist quasi nicht vorhanden. Ich wache auf, als die Mitbewohnerin nach Hause kommt und liege dann etwa drei Stunden weitgehend wach. Es ist warm nach dem heißen Tag, mit den Socken und der Schiene und dem Liebsten mit mir unter der Decke und Nimbin und Noosa auf der Decke. Bewegungsfreiheit massiv eingeschränkt und der Alkohol im Kopf trägt auch noch dazu bei, dass die Ruhe unterbrochen wird. Also Podcast hören, Kreuzworträtsel lösen und irgendwann döse ich dann doch nochmal weg, aber nur bis kurz vor 8. Dann gibt es Kaffee im Bett und Gemütlichkeit, aber in sehr müde und gerädert.

Gegen 10 stehe ich kurz auf und packe einen Koffer, den der Liebste dann gegen halb 11 mitnimmt, erst heute nach Südberlin, dann morgen in den tiefen Westen und dann Montag in den hohen Norden, wo er ihn mir wieder übergeben wird, wenn wir uns das nächste Mal sehen. Fernbeziehungs-Patchworkfamilien-Ferienplanungs-Fußverletzungslogistik deluxe. Als er weg ist, widme ich mich der Bloggerei und meinen Französisch- und Italienischstudien. Dann höre ich den in der Nacht begonnenen Podcast zu Ende und erfülle meine täglichen Pflichten im Handyspiel. Plötzlich ist es mittags und damit eindeutig Zeit fürs Frühstück.

Rosinenbrioche mit Käse, weich gekochtes Ei, Apfel, Gurke, im Bierglas selbstgemachter Eistee mit dem Rest Quittensaft

Mir ist die Logistik bei dieser ganzen Jesusnummer nicht ganz klar, aber so wie ich das verstehe hat er irgendwann dann ne ganze Zeit in einem Grab gelegen und diese Zeit nehme ich mir zum Vorbild für heute, ob das nun am Freitag oder am Sonnabend war, wer weiß das schon. Zum und nach dem Frühstück schaue ich die englischsprachige TV-Debatte zur kanadischen Wahl nächste Woche an – die französischsprachige gabs am Tag vorher, mal schauen, ob ich das auch noch irgendwann mache. Danach geht es bildungsbürgerlich weiter, ich habe noch drei Folgen La Legge di Lidia Poët übrig – brav auf Italienisch mit italienischen Untertiteln.

Dann ist schon wieder Zeit für Abendbrot. Ich habe Reste zu verarbeiten – Brokkoli, Orangen… und suche mir ein passendes Salat-Rezept auf Giallo Zafferano, mit Olivenöl, Knoblauch, Peperoni, Anchovis (Fisch zu Karfreitag!) und Pinienkernen. Nur die Oliven muss ich ersetzen, dafür nehme ich Kapern. Sehr lecker!

Zum und nach dem Essen gibt es die beiden ersten Folgen der neuen Staffel LOL, die beinahe an mir vorbeigegangen wäre, wenn ich nicht nach französischsprachigen Filmen hätte suchen wollen. Die gucke ich dann aber hinterher. Erst war nur Qu’est-ce qu’on a fait au bon Dieu? geplant, aber danach werden mir unvermutet noch Teil 2 und Teil 3 vorgeschlagen, die ich dann auch noch ansehe. Natürlich alles auf Französisch, allerdings mit deutschen Untertiteln, weil keine französischen im Angebot sind. Ich versuche trotzdem, möglichst wenig mitzulesen und komme ganz gut klar. Dann ist es halb 1 und Zeit zu schlafen. Mit all den Sprachen ist der Tag am Ende doch nicht so still gewesen, hätte aber vielleicht doch besser zu Pfingsten gepasst?

17.04.2025 – Hitzerekord und Date Night

27 Grad heute. Heißester Tag des Jahres bisher, ein Rekord der noch oft gebrochen werden wird, aber macht, dass ich wirklich den ganzen Tag draußen bin und außerdem herzlich wenig Produktives tue.

Frühstück mit Ei-Sardellen-Sandwiches

Natürlich verbringe ich wieder viel Zeit mit Italienisch und Französisch, mit Recherchieren und mit Denken, aber heute finden keine Webinare statt und ich lasse alle Onlinekurse links liegen und Hausarbeit Hausarbeit sein. Lese stattdessen und rätsle und fühle in mich hinein und die größten Anstrengungen kommen vom Optimieren der Sitzposition im Verlauf des Tages.

Für den Abend ist Date Night angesagt. Der Liebste hat zugestimmt, dass wir Essen gehen, aber den möglichen Radius dafür extrem eingeschränkt, damit ich nicht zu viel laufe – es ist hier ein strenges Regime. Wir treffen uns also in einem Lokal, in dem ich bisher nur einmal zum Mittagessen war und probieren aus, wie das so für den Abend ist. Draußen sitzend ist es ganz OK, trotz der großen Straße – Großstadt halt. Die Tourist*innen, die übers lange Wochenende kommen und aus dem S-Bahnhof strömen gucken begeistert. Wären nicht die beiden Herren am Nebentisch, die die ganze Zeit über Autos reden (der eine mit von uns diagnostizierter Schwerhörigkeit plus evtl. Logorrhoe) und zwischendurch auch noch laut Musik auf ihren Endgeräten abspielen, wäre das ein sehr harmonischer Abend. So bonden der Liebste und ich halt mit Witzen über die Skurrilität der Situation, halten uns an Prosecco, Wein und Grappa fest und machen uns über das Essen her.

Auf dem Heimweg noch kurze Einkehr in den Supermarkt für ein paar Kleinigkeiten vor dem morgigen Feiertag, dann geht es zuhause wieder auf den Balkon. Um 20 Uhr sitzen wir bei 20 Grad draußen im Dunkeln und schlürfen Lillet Tonics.

Gegen 22:30 Uhr dann wird es frisch und die viele Luft, das Essen und der Alkohol machen so müde, dass wir ins Bett wanken. 2,8 km heute, ohne Schmerzmittel.

16.04.2025 – Balkontag

26 Grad sind angesagt, es ist Mitte April. Bis die Sonne um die Hausecke rum ist, ist es wirklich sehr warm auf dem Balkon, so warm, dass es die Katzen schnell wieder nach drinnen zieht, wo sie in Ruhe das Bett weiter einhaaren.

Bett umgemacht, weil immer wenn ich es tun wollte, mindestens eine Katze drauflag

Als die Sonne dann rum ist, kann ich mir eine leichte Decke über die Beine legen, so dass Noosa mich gut als Bettchen benutzen kann. Zwischenstatus an der Katzenfront sonst: Sie fressen immer noch wenig, wirken zufrieden dabei. Nimbin hat seit Sonntag nicht mehr gekotzt, hat aber wirklich überhaupt kein Interesse an den Probiotika. Noosa lässt sich ihr Antibiotikum genüsslich schmecken, man muss nur immer einen Moment abpassen, an dem sie gerade gegessen hat, was schwierig ist, da sie nicht beim Füttern isst, sondern halt irgendwann später heimlich.

Ich verbringe die erste Tageshälfte mit Sprachen, Bloggen und Buch lesen (nordnorwegische Kälte gegen Berliner Hitze) und warte nebenbei auf ein Päckchen. Als das dann da ist, wage ich mich ins Draußen, bringe Müll weg und freue mich des Frühlings. Nur kurzer Ausflug heute.

Am Nachmittag beende ich dann den aktuellen Onlinekurs und habe noch ein Webinar. Dann wird gekocht (Brokkoli, Kartoffelbrei, Sauce Hollandaise mit extra Orangensaft) und weiter Italienisch geübt, äh, Serie geguckt.

Gegen 20 Uhr wird es draußen zu kühl und ich wechsle aufs Sofa. Noch später in die Badewanne, noch später ins Bett. Morgen dann 27 Grad.

15.04.2025 – Fressende Katzen, blühende Bäume und sehr viel Kommunikation

Der Tag beginnt recht früh mit hungrigen Katzen (wir nehmen das Thema Diät jetzt vorübergehend ernst, solange es mir qua Anwesenheit möglich ist). Ich protokolliere und versuche Medikamente unterzujubeln. Überraschend klappt das bei Noosa deutlich besser als bei Nimbin. Noosa steht nämlich auf Leckerlis und das lässt sich gut verbinden. Nimbin ist aus dem Thema schon eine Weile raus, der ist mehr Typ Nassfutter oder Trockenfutter, je nach Laune. Sobald dann aber das Medikament untergemischt wird (in Leckerli-Anmutung) merkt er das und verliert das Interesse.

Mein Frühstück hingegen esse ich ohne Wehklagen auf. Es gibt einen grünen Smoothie zur Restevertilgung (Postelein, Avocado, Banane, Orange, Quittensaft, Kokosmilch und ein bisschen Salz), einen Kaffee mit Kakao und einem Schwapps Erbsenmilch und, damit noch was „Richtiges“ im Magen landet ein bisschen Erdbeer-Açaí-Müsli mit Joghurt. Draußen natürlich.

Ich mache wieder sehr ausführliche Sprachübungen, solange die Lust ausreicht, und habe dann ein Webinar. Dann geht eine Runde nach ganz draußen, zum Haustierbedarf. Weniger Schritte als gestern, dafür versuchsweise ganz ohne Schmerzmittel. Läuft ganz gut, pun intended. Ich kaufe ein paar zusätzliche Näpfe, Noosas Lieblingsleckerli und ein bisschen Katzenmilch, um Nimbin auszutricksen – der steht zwar nicht auf Leckerli, aber auf Dickflüssiges.

Immer wieder schön, die veredelten Bäume, die in zwei Farben blühen

Wieder zuhause weiter fun with cats – Wahnsinn, wie wenig sie auf einmal futtern, wenn man es genau beobachtet und mit wie wenig über den Tag verteilt sie auskommen. Die Angaben, die auf den Futterverpackungen stehen, sind nicht nur ein bisschen übertrieben, denke ich. Ich bin da sowieso immer schon weit drunter geblieben, damit die faulen Wohnungskatzis nicht zu dick werden, kann das aber wohl noch deutlich weiter reduzieren, wenn auf viele kleine Mahlzeiten verteilt wird. Interessant wird es, wenn keiner zuhause ist. Und nein, Futterautomaten haben wir hier schon ausprobiert, das wird nix, die hackt Nimbin in seiner Gier.

Zum Mittag gibt es weiter Koreanisch-Reste. Heute Kimchi Jeon mit Dip und den restlichen Sojasprossen.

Zum Abendbrot dann den Rest Bulgogi und Kimchi – geschafft! Ab morgen weiter im eigentlich geplanten Essensprogramm für die Woche.

Der Rest des Tages wird bestimmt von Weiterarbeit am Onlinekurs, noch einem Webinar und dann vier längeren Telefonaten – eine gute Stunde mit der Freundin in Lichtenberg, gute zwei Stunden mit der Freundin in Frankreich (u. a. über meine Fußodyssee, witzig dabei: einige medizinische Begriffe kennen wir beide nicht auf Englisch, wir behelfen uns viel mit thingy und mit dem Aufsagen der Begriffe auf Deutsch bzw. Niederländisch und dann verstehen wir) und je etwa 20 Minuten mit meinen Ellis und mit dem Liebsten. Dazwischen noch ein Schwätzchen mit der Mitbewohnerin und ein wenig Schreiberei mit diversen Leuten und dann ist einfach Schluss für heute und Bettgehzeit.

14.04.2025 – Achievements unlocked

Der Wecker soll 6:45 Uhr klingeln, damit der Liebste und ich noch gemütlich Kaffee im Bett trinken können, bevor er zurück nach Südberlin und pünktlich um 9 im ersten Meeting sitzen muss. Natürlich wache ich also gegen 6:15 auf, immerhin nach durchschlafener Nacht. Inzwischen haben wir das perfektioniert, zu viert im Bett. Nimbin schläft noch an meinem Bauch, Noosa zu meinen Füßen (auf ihrem Platz neben meinem Kopf liegt ja der Liebste). Ich schleiche mich aus dem Zimmer und mache Kaffee, das dauert auf meinem E-Herd deutlich länger als auf des Liebsten Induktionsherd, und kurz vor halb trinken wir dann schon.

Eine Stunde später bricht der Liebste auf und mein Tag startet deutlich früher als sonst. Das Internet ist schon leer gelesen, ich blogge und mache sehr ausführlich Französisch und Italienisch und frühstücke dann nur eine Banane, weil ich noch von gestern satt bin. Immerhin auf dem Balkon, wo es schon wieder sehr sonnig und gemütlich ist, und mit den täglichen Rätseln. Dann packt mich der Tatendrang und ich verlasse gegen 10 das Haus Richtung Baumarkt.

Beim Haustierbedarf gibt es montags nicht zuverlässig Katzengras, die Pflanzenabteilung im Baumarkt ist da hingegen wochentagsunabhängig zuverlässig. Außerdem finde ich dort endlich Zitronenmelisse und nehme noch Kriechendes Schönpolster zum Snacken für die Miezen und Lavendel für Optik, Duft und Insekten mit.

Der Fuß verhält sich ganz annehmbar, ist dann aber auch zufrieden, als ich wieder zurück bin, die Pflanzen verteilt und gegossen sind (die Bienenwiesentöpfe zeigen heute erste Triebe!) und wieder auf dem Balkon sitze. 3 km aka 4000 Schritte am Stück scheinen derzeit gut machbar, langsamer und vorsichtiger als sonst halt.

Jetzt aber Ruhepause für die Füße und dafür den Kopf gebrauchen. Ich setze mich an die Hausaufgabe für meine Mentorin und nachdem die ja eine Woche lang in mir mariniert hat, fließt sie ganz easy aus meinem Kopf in meine Finger. Zufrieden schicke ich den Text ab und bin dann eigentlich durch mit dem Tag. Aber erstmal was essen. Der Liebste fand seine Rindfleischsuppe mit Glasnudeln, Ei und Rettich gestern nicht sehr spannend, also werfe ich nach dem Aufwärmen noch einen Teil der Banchans (Kimchi und süß eingelegte Kartoffeln) hinein und streue Koriander drüber. Schmeckt mir sehr gut so.

Dann aber ist wirklich Ausruhen angesagt, denn am Nachmittag droht nochmal ordentlich Aufregung und Anstrengung. Um 17:45 hat sich der Tierarzt angesagt, das heißt, wir müssen ab 17:15 für ihn bereit sein. Die Mitbewohnerin ist zum Glück unterwegs, das macht es einfacher, die Miezen ab 17:15 ins Wohnzimmer zu sperren, das ein Durchgangszimmer mit drei Türen ist. Ich sitze dann in meinem Zimmer und warte auf das Klingeln, während Nimbins Maunzen nebenan immer lauter wird. Diese Katzen sind nicht gerne eingesperrt, vor allem, wenn ich nicht im gleichen Raum bin. Zum Glück kommt der Arzt halbwegs pünktlich, so dass dieser Teil der Tortur nicht allzu lang wird.

Wir gehen rein und natürlich hat sich Noosa hinterm Sofa versteckt, während Nimbin neugierig auf uns wartet und sich auch bereitwillig, wenn auch ein wenig ängstlich streicheln und untersuchen lässt. Unzufrieden wird er erst, als er eine Spritze kriegen soll und daher von mir festgehalten wird, während der Arzt gefühlt ewig in seiner Tasche kramt und raschelt. Die Spritze selbst mag er auch nicht und danach ist er dann auch froh, als ich ihm die Tür aufmache und er raus darf.

Teil 2 wird schwerer, Noosa hat absolut keine Lust auf fremde Menschen, auf eingefangen werden oder hochheben. Im Alltag gurrt und zwitschert sie nur und das immer sehr leise. Jetzt ist sie in Panik und wehklagt in einer Lautstärke, die bei ihr anatomisch gar nicht vorgesehen ist. Nach mehreren Versuchen habe ich sie schließlich – wir nehmen eine Decke zur Hilfe – und sie kann untersucht werden. Ab da ist sie panisch steif und ergibt sich in ihr Schicksal, aber ihr Herzschlag ist sehr, sehr hoch, armes gestresstes Miez. (Nimbins Herzschlag war kaum zu hören, weil er so laut geschnurrt hat.) Auch Noosa kriegt eine Spritze, die zum Glück schneller aufgezogen wird, und darf dann ebenfalls fliehen und verzieht sich beleidigt unter mein Bett.

Ich bekomme noch Instruktionen zur Medikamentengabe in den nächsten Tagen (Nimbin kriegt Pro- und Noosa Antibiotika, das wird ein Spaß…) und dann verabschiedet sich der Tierarzt. Ich rücke die Wohnzimmermöbel wieder an die richtigen Stellen, setze mich erschöpft aufs Sofa und sortiere Medikamente, Gedanken und Updates an die Mitbewohnerin, den Liebsten und den Hasen, der ja quasi der andere Sorgeberechtigte ist.

Mit zwölf sind die beiden ja jetzt theoretisch Senioren, als Wohnungskatzen aber noch hoffentlich weit vom Ende der Fahnenstange entfernt. Organisch scheint alles super, die Zähne sind das einzige „Sorgenkind“ und die Ernährung gehört nochmal optimiert. Die nächsten Tage ist hier Diätprogramm und -protokoll angesagt. Eigentlich bekommen sie weniger, als in allen Fütterempfehlungen steht, trotzdem sind sie beide ganz schön moppelig und vor allem Nimbin erbricht sich aktuell häufiger als man erwarten würde.

Dafür kommt er jetzt auch gleich wieder zu mir und kuschelt und eine Stunde später habe ich auch Noosa wieder auf dem Schoß. Puh. Glück gehabt.

Gegen 20 Uhr mache ich mir Abendbrot und versuche, Nimbin zu seinem die ersten Probiotika einzuverleiben – mit mäßigem Erfolg. Ich hingegen esse meine Portion Reste von gestern (Reis, Korean Fried Chicken, Mandus, Avocado und Tomate) anstandslos auf und gucke dazu und danach die gestern angefangene Woche Richard Osman‘s House of Games zu Ende, bevor ich gegen 22 Uhr todmüde ins Bett falle (die Tierarztrechnung kommt zum Glück erst morgen, sonst würde ich nicht so gut schlafen können).

13.04.2025 – Sunday Sunny Sunday

Die Überschrift ist zu Takt und Melodie des ähnlich lautenden Titels von U2 zu lesen, versteht sich. In Berlin ist dann jetzt nämlich der Sommer ausgebrochen, mit stolzen 22 Grad, in ein paar Tagen sind 26 angesagt. Ich muss mich daran erinnern, dass letztes Jahr die erste Hitzewelle noch früher stattfand, während ich in Valencia saß und fröstelte. Wie der Liebste sagt: Die Temperatur ist nicht gut, aber schön. Wenigstens kommen zwischendurch völlig unabgesprochen ein paar wenige, sehr feine, Regentropfen herunter.

Ansonsten ein physisch überaus chilliger Tag, wie könnte es aktuell auch anders sein – seit drei Wochen der erste ganz ohne Schmerztablette übrigens. Morgen werde ich aber wohl wieder eine einwerfen, da geht es das nächste Mal nach draußen. Heute bewege ich mich nur innerhalb der Wohnung und auf dem Balkon, am meisten beim Bett neu beziehen und Staubsaugen, weil sich der Allergiker auf einen Besuch angesagt hat. Die restliche Zeit bis dahin verbringe ich auf dem Balkon, je nach Sonnenstand und Tageszeit mal im Schlafanzug, mal im Shirt, mal mit Hoodie drüber.

Frühstück mit Pistaziencreme, Holunderkonfitüre, Himbeer-Minz-Wasser, Sencha, Orange und Apfel

Der Liebste kommt dann am Nachmittag, wegen üblicher S-Bahn-Unbill verspätet, dafür aber mit Kuchen.

Käsekuchen, Oreo-Torte mit Blaubeeren, Brownie-Kuchen

Dazu machen wir uns Tee und dann sitzen wir gemeinsam draußen und erzählen. Neben schönen Sachen und Planungen auch über Nazis und Narzissten und ich finde, das wäre auch ein guter Titel für eine Kurzgeschichte, ein Album oder einen Essay. Ich bin natürlich nicht die Allererste mit dem Gedanken, aber der ist ausbaufähig – nicht von mir jedoch, ich beschäftige mich lieber mit schöneren Dingen. Zum Beispiel mit der Essensbestellung und dem kategorischen Aperitif (danke, Känguru!).

Sarti Spritz, mit Zitrone statt Orange, weil die grad schon angeschnitten war

Beim Essen bestellen freute ich mich seit Tagen auf Koreanisch und wählte direkt drei Sachen aus (Kimchi Jeon, Mandus und Korean Fried Chicken). Der Liebste will auch noch zwei Gerichte probieren (eine Rindfleischsuppe und Bulgogi) und dann liefert man uns zu all dem auch noch jede Menge Reis und natürlich Banchan mit und plötzlich sieht der Abendbrottisch so aus:

Die Katzen sind interessiert, die Hälfte vom Reis nicht mal im Bild

Wir bemühen uns redlich, aber fast die Hälfte wandert am Ende in den Kühlschrank und wird für mich wohl zu einer Aufgabe für die nächsten Tage. Zum und nach dem Essen gucken wir die ersten drei Folgen Yellowstone. Das schlägt mir Netflix schon seit Jahren vor, es wurde mir auch schon von verschiedenen Seiten empfohlen, allerdings nur, für wenn ich mental in ausreichend guter Verfassung bin. Neulich war ich das nicht und habe nach einer Minute wieder ausgemacht, als ein verletztes Pferd erschossen wurde. Der Liebste hat gestern das erste Mal reingeguckt und findet auch, dass ich das gucken sollte und also gehen wir es jetzt gemeinsam an. Ist wirklich gut, aber auch wirklich harter Tobak. Um rechtzeitig wieder runter zu kommen, gibt es danach noch zwei Folgen Richard Osman‘s House of Games und dann liegen wir gegen Mitternacht brav im Bett, lassen uns von den Katzen bekuscheln und schlafen problemlos ein.

12.04.2025 – Heimische Abenteuer

Oder heimliche? Heimelige? Auf jeden Fall weiter zuhause, immer noch wegen Fuß. Weil ich ja die Medikamente ausdünnen soll, beschließe ich, die heute erlaubte Tablette erst vor dem Schlafen zu nehmen und mich halt vorher so durch den Tag zu wurschteln. Bei der Gelegenheig kann ich auch gleich mal überprüfen, wie es wirklich um das Befinden steht. Hui, das tut noch ganz schön weh, auch fast nach drei Wochen. Ich verdränge, dass der Orthopäde gesagt hat, ich würde da noch 6-12 Monate was von haben und klammere mich daran, dass ich die Schiene nur noch gute drei Wochen tragen muss und es dann doch hoffentlich schon deutlichst besser ist.

Auch heute fällt der Balkon ziemlich aus, denn als die Sonne endlich hinter den Wolken hervorkommt, ist sie schon längst um die Hausecke rum. Laut Wetterbericht ist das aber der letzte Tag mit diesem Problem für eine Weile.

Erstes Abenteuer heute dann die Badewanne. In der Zwischenzeit habe ich mir dafür eine Matte gekauft, wie so bei kleinen Kindern oder alten Leuten, damit ich nicht noch zusätzlich ausrutschen kann. Trotzdem wackelig beim Aussteigen und sehr froh, als die Schiene wieder sitzt. Das wird noch ein Spaß, wenn ich sie dann irgendwann abnehme und wieder ohne laufen soll.

Zweites Abenteuer ist ein Ausflug ins Draußen – Müll wegbringen und Post holen steht auf dem Programm, optional noch unten ins Café setzen und die Sonne genießen. Die Treppe erinnert mich bereits daran, wie immobil ich bin, vor allem, als die Mitbewohnerin fröhlich an mir vorbei nach unten trabt. Das Draußen selbst ist dann sehr schön.

So richtiger inyour-face-Frühling
Ich mag die Rot-Gelb-Kombi bei Tulpen
Nachbarskater streicheln, direkt nach mir macht ein japanischer Tourist ein Foto, der wahrscheinlich hier ist, um die Weltkulturerbe-Architektur zu bewundern und sich sichtlich freut, eine echte Bewohnerin zu sehen

Im Café bleibe ich dann doch nicht sitzen, Getränke habe ich auch oben und es ist eh grad kein gemütlicher Stuhl frei. Also wieder hoch und den leicht jammerigen Fuß wieder hoch legen. Ich lese ein bisschen und mache mir dann spätes Mittagessen oder frühes Abendbrot, das dritte Abenteuer heute.

Es gibt scharfen Honig-Lachs nach diesem Rezept in einer Bowl mit Reis, Avocado, gekochten Karotten (nach einem Tipp von Stevan Paul koche ich eine Sternanis-Blüte mit, jep, die bringt wirklich was!), Radieschen, Schnittlauch, Koriander und einem Schuss Mirin. Sehr lecker!

Der Rest des Tages und Abends ist dann wieder Berieselung, immerhin auf dem Sofa und nicht im Bett. Ich schaue allerlei Comedy-Formate nach, ein bisschen Pete Buttigieg bei Jon Stewart, drei Folgen La legge di Lidia Poët (eine auf Italienisch mit italienischen Untertiteln, eine auf Italienisch mit deutschen Untertiteln und eine auf Deutsch, weil ich nebenbei Sachen auf dem Handy recherchiere und nicht die ganze Zeit hingucken kann) und vier Folgen Richard Osman‘s House of Games. Dann ist auch schon wieder spät und Bettgehzeit.