13.01.2026 – Wasserpogo

Ich erwache vor dem Wetter und draußen hat das große Tauen eingesetzt. Es gibt eine Glatteiswarnung, aber bis ich los muss, hat sich die in Wohlgefallen und Schneematsch aufgelöst. Optisch ist das mit dem bald fehlenden Schnee ja schon schade, aber ist auch schön, dass jetzt morgens nicht mehr ganz so viel Wasser innen an den Fenstern hängt und weggesaugt werden muss. Dafür ist es ordentlich neblig heute Morgen.

Ich schaffe den Großteil des morgendlichen Reboots, bevor ich aufstehen muss und mache mir dann zum Frühstück fix ne Stulle mit Käse und Zitronenmarmelade, eine Mandarine und dazu einen vietnamesischen Kaffee, den ich meistenteils dann mit nach draußen nehme. Ohne Eis kann ich auch fehlerfrei im Gehen trinken ohne Angst vor Stürzen haben zu müssen.

Mit Tram und U-Bahn fahre ich nach Mitte (der Fernsehturm versteckt sich geisterhaft) und gehe zum Sport. Ich habe gerade noch genug Zeit, mich eine Viertelstunde lang von den Düsen im heißen Whirlpool massieren zu lassen, bevor mein Kurs losgeht. Der Pool ist weniger tropisch als letztes Mal, aber auch nicht so arktisch wie neulich. Die Trainerin ist sehr cool, macht schon wieder andere Übungen (Wer hätte gedacht, dass AquaFitness so vielseitig ist?) und singt lauthals bei der sehr gut ausgewählten Musik mit. Ich dann natürlich auch. Besonders angetan hat es mir ihre Choreo zu „Should I Stay Or Should I Go“, die genauso auch auf Tanzflächen ohne Wasser hätte stattfinden können. Aber auch Schattenboxen zu „…Baby One More Time“ passt wie die Faust aufs Auge.

Nach dem Kurs geht es erst ins Dampfbad und dann in die Sauna. Kurz kalt duschen, Kreislauf regulieren, warm duschen, eincremen, anziehen, Haare anföhnen (Ist ja nicht mehr so kalt!) und dann bin ich auch schon wieder auf dem Heimweg. Zuhause ist direkt Zeit fürs Mittagessen – eine große Portion vom gestrigen Aloo Gobhi am Schreibtisch, an dem ich meinen täglichen Verpflichtungen nachgehe. Heute gibt es dazu Pflaumen-Chutney, denn Abwechslung muss sein.

Sport und Essen sorgen dann doch recht nachdrücklich für Suppenkoma und ich lege mich bei erster Gelegenheit ein Stündchen hin und mache späten Mittagsschlaf.

Zum danach wieder Hochkommen gibt es leckeren Ostfriesentee (mit Hafermilch statt Kaffeesahne), den letzten Gin-Stollen und Lebkuchen. Dazu lese ich weiter in meinem Geschichtsbuch und lerne heute staunend darüber, wie viele Indigene als Sklaven gefangengenommen wurden und als solche auch nach Europa, Afrika und die Karibik gekommen sind. Es entstanden geradezu Diasporae (Diasporas?), etwa in London. Und wie stark die ersten Kontakte mit Europäer*innen schon vor der Besiedelung Amerikas durch diese die indigene Bevölkerung durch Epidemien reduziert hatten, so dass sie deutlich weniger widerstandsfähig waren, als es dann wirklich losging.

Ich schaffe wieder etwa 30 Seiten, bis es Zeit für die heutigen Webinare ist. Die beleuchten witzigerweise KI von zwei völlig verschiedenen Seiten. Im ersten geht es darum, was man tun kann, um technisch auf dem Laufenden zu bleiben und im Arbeitsleben auch langfristig mithalten zu können. Im zweiten wird das Thema eher politisch beleuchtet – von einer Wissenschaftlerin, einem CEO einer Tech-Firma und einer Europapolitikerin. Tenor: Wir kommen an KI nicht mehr vorbei, aber wir müssen sie anders gestalten, mehr Geld in die Forschung stecken, um Ressourcen zu schonen statt nur die Blase weiter zu füttern, ethischer handeln, regulieren und digital souveräner werden. Spannend!

Zum Abendbrot dann die letzte Süßkartoffel, gebacken, mit Kräuterfrischkäse, Bergkäse, Röstzwiebeln und TK-Petersilie, dazu Tee aus frischem Zitronengras.

Stand der Challenge übrigens: Seit 20. Dezember keine Lebensmittel nachgekauft, bisher noch keinen echten Mangel gespürt. Manchmal muss ich Dinge ersetzen, etwa Oliven mit Kapern oder Kaffeesahne mit Hafermilch. So langsam ist das Ende in Sicht was frisches Obst angeht (außer Zitronen), aber am Wochenende kommt schon die nächste Obstkiste. An Gemüse habe ich noch einen Kürbis, Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch und die Tage kann ich mir weitere Kartoffeln kostenlos abholen (schon aus Prinzip!). Gemüse habe ich außerdem noch im Tiefkühler (Bohnen und Spinat, dort auch Pflaumen und Himbeeren) und in der Konserve (Bohnen, Mais, Rotkohl und Tomaten). Ansonsten sehe ich noch keine größeren Engpässe auf mich zukommen, weil ich meine Ernährung entsprechend anpasse und zum Beispiel weniger Brot esse. Ich mache eine Liste mit Sachen, die mir fehlen und die ich irgendwann mit als erstes nachkaufen werde und eine gedankliche Liste mit Dingen, die ich essen will, bevor die Saison vorbei ist (Blutorangen und Artischocken, vor allem) – wenn mir die nicht außer Haus irgendwann unterkommen, werde ich sie mal cheatmäßig kaufen müssen. Ansonsten kommt die nächste Gemüsekiste Ende des Monats, mal sehen ob ich bis dahin noch durchhalte.

Abendunterhaltung dann wieder Sullivan‘s Crossing, nicht ganz so spannend wie gestern (mehr Telenovela, weniger Nova Scotia), aber jetzt bin ich hooked

12.01.2026 – Dots and Feathers

Mehrheitlich zufriedenstellende Nacht, dann ruhiger morgendlicher Reboot, der schließlich mit Müsli (Cranberry-Choco, dazu Kiwi) und Tee (weiß mit Rose) am Laptop endet.

Direkt zum Anfang ein Call, dann die übliche tägliche Erledigungsrunde und dann ist erstmal wieder zuklappen angesagt. Die Lektüre von gestern hat mir nämlich Lust auf Yoga gemacht und das muss ich ausnutzen, und zwar richtig mit Räucherstäbchen, warmen Kuschelklamotten und dann 45 Minuten Yin Yoga mit Handy auf „Nicht stören“ – klappt erstaunlich gut! Danach kurz Tee trinken und schauen, was ich in der Zeit verpasst habe und dann kleine Wuselrunde durch den Haushalt bis zum Mittagessen.

Restliche Reisbandnudelsuppe, hauptsächlich Brühe, Algen, Gemüse übrig

Nach dem etwas kargen Essen gibt es direkt noch einen großzügigen Nachtischteller mit lauter Dingen, die ich in der (Vor-)Weihnachtszeit geschenkt bekommen habe: Gin-Stollen vom Bäckerfreund, zwei Sorten Spekulatius von der Hasenmama, Schokoladenbruch von der Lichtenberger Freundin, Lebkuchen von der Liebstentante, Schokopralinen von der Liebstenschwester.

Mit diesem Foto gratuliere ich dann auch noch der Liebstenschwester und dem Neffen zweiten Grades zum Geburtstag. Die eine hat einen Schnapszahlgeburtstag, der andere seinen allerersten. Beide wirken ganz zufrieden mit dem Tag. Dann nehme ich mir die nächste Lektüre vor. Motiviert vom gestrigen Lesemarathon nehme ich mir ein spannendes Sachbuch vor, dass eine Historikerinnenfreundin der Ellis in Nova Scotia empfohlen hat: Ned Blackhawk – The Rediscovery of America. Native Peoples and the Unmaking of U.S. History beleuchtet die amerikanische Geschichte ganzheitlich, unter Einbeziehung der Geschichte und Perspektive der indigenen Bevölkerung, mit dem Fokus auf Kontakten zwischen Indigenen untereinander und mit Europäer*innen, nicht dem der Staatswerdung der USA. Erster mind blown Moment: New Mexico war insgesamt länger Teil des spanischen Königreichs als bislang der USA. Das wird sehr spannend werden, ich muss aber auch feststellen, dass Fachliteratur nicht so leicht wegzulesen ist, wie Belletristik, obwohl ich ja gerade nen Lauf habe. Das Gehirn nimmt zu viele Abzweigungen mit, ich schaffe insgesamt nur etwas über 30 Seiten.

Und dann ist irgendwie schon wieder Zeit für Abendbrotzubereitung. Ich bastle aus dem Rest Blumenkohl, Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer, einer Dose Tomaten, Koriander, Kreuzkümmel, Currypulver (kein Kurkuma im Haus) und grünem Chili ein Aloo Gobhi zu Basmati-Reis und Pfirsich-Churney vom Brüderchen, dazu Zitronenwasser.

Zum Essen schaue ich The Road to Wellville, eine T.C.-Boyle-Verfilmung, die der Autor neulich im „Alles gesagt“-Podcast sehr gelobt hat und die abstrus und unterhaltsam ist. Hab ja noch nicht viel Boyle gelesen, die Basis für den Film hätte auch von John Irving kommen können, mit einem reichlichen Schuss Zauberberg.

Danach beginne ich mit Sullivan‘s Crossing eine weitere kanadische Serie, die in Nova Scotia spielt und gedreht wurde. Erinnert direkt an Virgin River (basieren beide auf Büchern der gleichen Autorin) aber eben auf Kanadisch, dafür mit Luke und Tristan aus Gilmore Girls in zwei der Hauptrollen. Sehr realistisch ist der schlechte Handyempfang in Teilen der Provinz. Der tolerante Umgang mit Queerness und die Repräsentanz von Indigenen (hier eine Métis und ein Cree, die aber anerkennen, dass sie in Mi‘kma‘ki zu Gast sind) sind zumindest exemplarisch für kanadische Popkultur, aber schon auch ein bisschen für die Leute vor Ort (siehe die neue Provinzverordnung gegen Hass und Ungleichbehandlung von 2SLGBTQIA+). „I‘ll catch you later at the Land Acknowledgement“ ist dann aber schon etwas sehr on the nose… Aber so lernen die amerikanischen Schauspieler*innen auch mal was dazu. 😉

Aerial shot der drei Kirchen in Mahone Bay

11.01.2026 – Sonntagsgefühl

Das ist doch mal schön, ein Tag an dem Kalender und Stimmung so richtig gut aufeinander passen. Ich wache nach etwa acht Stunden brutto Bettzeit auf (netto Schlaf etwas weniger) und beschäftige mich still mit dem morgendlichen Reboot, bis die Blase so drückt, dass ich beim Aufstehen den Liebsten leider mit wach mache. Da ist es aber auch schon fast 10 und er springt sofort in den Autopilot und macht uns Kaffee. Das Teilzeitkind sitzt da schon länger mit selbst zubereitetem Frühstück vor dem Fernseher, wie sich das in dem Alter gehört. (Erinnerung an die Zeiten, in denen ich mir sonntags für die Wiederholung vom Disney bzw. Tigerenten-Club extra den Wecker gestellt habe.) Irgendwann gegen 11 überzeuge ich den Liebsten, dass ich auch Frühstück brauche und dann stehen wir auch auf.

Nach dem Essen lerne ich mit dem Teilzeitkind Englisch-Vokabeln, bis der Liebste es zu einem Geburtstagstermin im Grunewald bringt. Die jungen Leute heutzutage gehen zum Geburtstag also Rodeln. Ist ja auch selten genug, dass das möglich ist, das muss man ausnutzen. Während er weg ist, mache ich mich tagfein und setze mich dann fleißig an den Laptop. Doch nicht ganz sonntäglich, aber dafür habe ich ja Freitag auch größtenteils frei gemacht. Als der Liebste zurück ist, gibt es erst Mittagsruhe und dann spätes Mittagessen.

Hinterher fange ich das erste neue Buch in diesem Jahr an: Isabel Bogdan – Wohnverwandtschaften. Habe ich ja neulich live von der Autorin vorgelesen bekommen, dann auf meinen Wunschzettel gesetzt, gestern ausgepackt und heute – Spoiler – durchgelesen. Große Empfehlung, besonders für Stil und Erzählweise, auch wenn das Thema mich bis zur Lesung eher abgeschreckt hatte.

Nach einer guten Stunde fahren der Liebste und ich nach Zehlendorf, das Kindelein wieder abholen. Auf dem Heimweg steigen die Beiden dann an ihrer Station aus und ich fahre weiter, zurück in den Norden. Im Pberg angekommen versorge ich die Katzen, mache mir Reisbandnudelsuppe von gestern warm und versenke mich dann wieder ins Buch, aber nicht, ohne vorher ein Foto aller meiner Weihnachtsbücher zu machen.

Kurz vor 23 Uhr ist das Buch vorbei, ich mache mich bettfertig und fange im Bett gleich das Nächste an: Volker Kutscher – Westend. Als ich das gegen halb 2 dann auch ausgelesen habe, mache ich ganz schnell das Licht aus, bevor mir noch ein weiteres Buch in die Hand fällt.

10.01.2026 – Action nach dem Sturm

Ein Sonnabend mit Wecker, wie unangenehm ist das denn? Ist aber für einen guten Zweck, nämlich den gemütlichen morgendlichen Reboot. Den schaffe ich komplett und sitze dann rechtzeitig am Schreibtisch, um mein Frühstück noch vor Beginn des heutigen Workshops zu beenden.

Bagel mit Ahornsirupaufstrich bzw. Zitronenmarmelade, Mandarine, vietnamesischer Kaffee

Der Workshop geht viereinhalb Stunden und in den Pausen mache ich mich und die Wohnung tagfein. Als er vorbei ist, ist es höchste Zeit fürs Mittagessen. Ich koche mir ein Süppchen und nehme das Steinpilzeinweichwasser von gestern als Grundlage. Außerdem Zwiebel, Knoblauch, Algen, Spinat, Reisnudeln, ein Ei, Sojasauce, Fischsauce, Chili und Limettensaft. Schmeckt hervorragend und Reste bleiben auch.

Dann kurz verschnaufen, Rucksack packen und das Katzenklo durchsieben, bevor es zum nächsten Programmpunkt geht. Ich treffe den Liebsten und das Teilzeitkind an der S-Bahn und wir stapfen zusammen zum schwedischen Süßigkeitenladen, wo der Liebste uns auf jeweils ein Tütchen Gemischtes einlädt. Es kommen Urlaubsgefühle auf!

Damit stapfen wir weiter zum Planetarium, ein Weihnachtsgeschenk für den Liebsten einlösen. Wir sitzen direkt am Projektor und lassen uns eine Stunde lang durchs All fliegen und erklären, warum es ziemlich sicher noch mehr Leben als uns gibt, es aber schwierig wird, das zu entdecken. Der Liebste nickt wissend und hat ein, zwei Korrekturen, mansplaint die aber nur uns und nicht der Vortragenden. Das Teilzeitkind und ich sind angemessen beeindruckt vom Neugelernten und alle drei sind wir geflasht vom Fliegen. Wird – mit anderen Inhalten – auf die Wiederholungsliste gesetzt!

Danach geht es mit Straßenbahn und U-Bahn weiter zu den Ellis, wo heute Teil 2 der familiären Bescherung stattfindet. Erstmal allerdings schließen wir die Essensbestellung fürs Abendbrot ab – es gibt wie meistens Arabisch.

Nach dem Essen dann Geschenke von den Ellis für uns Kinder, den Liebsten und das Teilzeitkind. Die Ellis bekommen noch zu spät Geliefertes vom Brüderchen und das Brüderchen von mir. Die Bruderfreundin sitzt schneesturmbedingt immer noch im Zug und bekommt ihre Geschenke nach ihrer Ankunft kurz nach 21 Uhr. Für mich gibt es neben Parfüm und Büchern – die meisten von meiner Wunschliste – noch Leckeres aus Nova Scotia: Mangokonfitüre vom Farmstand und zwei Sorten politische Schokolade von Peace by Chocolate.

Gegen 22 Uhr dann brechen wir auf und fahren mit Bus und S-Bahn nach Südberlin. Dort gibt es für alle noch Tee zum wieder Aufwärmen und dann geht es ab in die Heia.

09.01.2026 – Ruhe im Sturm

Da ich gestern vorsorglich den Sportkurs gecancelt hatte, klingelt heute kein Wecker und auch sonst stehen keine Termine an, also lasse ich den Morgen sehr ruhig angehen und warte auf Sturm, Schneechaos und Glättekatastrophenmeldungen. All das bleibt, wie von meinem Bruder gestern prognostiziert, aus, zumindest in Berlin. Das Teilzeitkind stapft etwas enttäuscht in die Schule, hört man, aber ist dann doch ganz zufrieden, weil nur ein Drittel der Klasse da ist und so kein normaler Unterricht stattfindet, sondern hauptamtlich Quatsch gemacht wird. Einzig echte Auswirkung im näheren Umfeld ist die Einstellung des Bahnverkehrs in Norddeutschland, die die Teilnahme der Bruderfreundin an unserer Familienbescherung morgen gefährdet.

Ich koche mir zum Frühszück einen Hirsebrei, mit Wasser, Rosinen und einem großzügigen Schluck Hafermilch. Dazu gibt es Kiwi, Zimt und Tee. Dann geht es an den Schreibtisch, aber nur für das Notwendigste und Dringendste, ansonsten ziehe ich wegen Workshop morgen heute einen Wochenendtag vor und kümmere mich um Dinge des Haushalts und des Geistes.

Zum Haushalt höre ich Podcasts, mit Florence Gaub, mit Patti Smith, mit Pepe Lienhard und mit T.C. Boyle. Sie begleiten Fensterwasserabsaugung, Katzenkotzebeseitigung, Bettbeziehung, Wäschezusammenlegung, Neuwäschewaschung (bunt und Wolle) und Wäscheaufhängung, Katzenkloputzung, Gabentischabräumung, Mittagessenzubereitung…

Fürs Mittag koche ich den letzten Blumenkohl und mache aus der Hälfte davon einen Insalata di Rinforzo, mit vorratsbedingten Abwandlungen – ohne Giardiniera, Paprika und Oliven, dafür mit getrockneten Tomaten, eingelegten marinierten Auberginen und eben Sardellen und Kapern. Insalata di Rinforzo aß ich zweimal in Italien – zu Weihnachten beim Papà von Il Professore, der den Salat nach traditionellem Brauch jeden Heiligabend auf den Tisch brachte, obwohl weder seine Frau noch seine Kinder ihn mochten. Ich habe natürlich brav mitgegessen und mache mir den auch heute noch manchmal selbst und denke dann an den Papà.

Apropos Papa, nach dem Essen gehe ich weiter die Plattensammlung der Liebsteneltern durch, die seit Weihnachten jetzt komplett bei mir steht. Passend zum Podcast mit Pepe Lienhard arbeite ich mich durch die 45s durch und entdecke wieder ein paar spannende Raritäten – Magical Mystery Tour als Doppel-EP, die berühmt-berüchtigte Charity-Single von Walter Scheel und Weihnachtsgrüße, die die Liebstenmama in den 50er Jahren im Austauschjahr in den USA ihrer Familie in Deutschland auf Vinyl aufgenommen hat – mit dem Hinweis, man müsse die Platte mit 78 rpm abspielen. Aktuell sortiere und katalogisiere ich nur, aber demnächst probiere ich das nochmal mit dem Plattenspieler…

Nach den 45s brauche ich aber eine Pause und hole mir, inspiriert von Herrn Boyle, mein aktuelles Buch (Stuart McLean – Revenge of the Vinyl Cafe) hervor, dass ich heute endlich auslesen werde, aber erst nach dem Mittagsschlaf, der mich nach wenigen Seiten übermannt.

Zum wieder Wachwerden gibt es dann letzte Dominosteine und Zimtsterne und zwei Scheiben vom Gin-Stollen, dazu schwarzen Tee mit Mango.

Das Buch ist eine Sammlung von Geschichten über eine fiktive Familie, teils aus dem „heutigen“ Alltag in Toronto, teils aus der Kindheit des Vaters auf Cape Breton, Nova Scotia. Einige Geschichten sind super, andere mehr so OK. Auf jeden Fall gut, um das Lesejahr 2026 einzuläuten.

Zum Abendessen gibt es Pappardelle mit Butter, Thymian und rehydrietrten getrockneten Steinpilzen und dazu und danach schaue ich Hope Springs.

In dem Film bringt eine unglücklich verheiratete Meryl Streep ihren widerspenstigen Mann Tommy Lee Jones dazu, eine Paartherapie bei Steve Carell zu machen und der Film ist besser, als es hier klingt, was sicherlich vor allem an den Schauspieler*innen liegt. Ich wollte den Film sehen, seit Carl und Jeff in Bunheads so verrückt nach dem Film waren und mich damit total verwirren, weil ich unter „Hope Springs“ einen ganz anderen Film kannte und mochte, der aber neun Jahre älter ist. Wieder was von der Bucket List gestrichen.

Der Abend endet dann mit Buch, Badewanne und Bett.

08.01.2026 – Ruhe vor dem Sturm

Den Tag über mehren sich die Meldungen zum Wintersturm, der Berlin ab Freitag beschäftigen soll. Auch heute gibt es schonmal ein schönes kleines Schneegestöber, aber angeblich braut sich da ja was Ernsthaftes zusammen. Zum Glück muss ich nicht raus, meinen Sportkurs habe ich vorausschauend abgesagt, weil zu kurzfristige Absagen Geld kosten. Aber heute ist ja erstmal heute und nach der sehr kurzen Nacht gestern schlafe ich im Vergleich ganz schön lange und starte dann sehr geruhsam in den Tag.

Darum geht es mit dem Frühstück – Erdbeer-Müsli und vietnamesischer Kaffee direkt an den Schreibtisch, an dem ich heute so einiges abarbeite. Zwischendurch gibt es immer wieder katzenbedingte Päuschen, denn schließlich hat meine Aufmerksamkeit immer und zuvorderst der Schönheit der beiden Royals hier in der Wohnung zu gelten, finden sie.

Zum Mittagessen gibt es Stullen – mit Frischkäse und letztem veganem Kochschinken bzw. Käse und Spreewaldgurken und hinterher ein Monte.

Zwischendurch bekomme ich Anfragen, ob meine Vorräte nicht langsam zur Neige gehen… Einige, ja. Aber das ändert nichts daran, dass ich hier immer noch wochenlang überleben kann, ohne einkaufen zu gehen. Mein letzter Einkauf war am 20. Dezember, die nächste Obstkiste kommt am 17. Januar. Mein Frischobst wird vermutlich vorher alle sein, aber das war früher im Winter ja auch so. Tatsächlich haushalte ich vor allem mit Eiern (noch zwei) und Milch, schaue ansonsten, dass ich Frisches verbrauche, bevor es schlecht wird und schiebe andere Mahlzeitsoptionen auf später, wenn der Frischkram alle sein wird. Ansonsten muss ich noch gar nicht groß improvisieren. Spannend!

Um 19 Uhr noch ein Webinar und dann ist es Zeit für Abendbrot. Ich zerstampfe die gebackene halbe Knoblauch-Zitronengras-Süßkartoffel von gestern, koche TK-Spinat mit frischem Ingwer auf und erhitzende den Rest Wildlachs von gestern mit Honig und Cayenne-Pfeffer. Schwer zu fotografieren, aber unheimlich lecker zu essen!

Abendunterhaltung ist zunächst der Rest von Ted Lasso. So eine schöne wholesome Serie, genau was es in diesen Zeiten braucht. Inzwischen ist eine vierte Staffel in Vorbereitung, ich bin sehr gespannt, ob und was das wird und wie lange wir noch so progressives Entertainment aus den USA bekommen werden… Und weil Ted mit seinem Team vor einem wichtigen Spiel You‘ve got Mail schaut, hänge ich den gleich auch noch dran. Vorher aber noch Sleepless in Seattle, der Chronologie wegen. Vom zweiten Film schaffe ich dann nur noch die erste Hälfte, bis mir die Augen zufallen…

07.01.2026 – Wintermittwoch

Ich möchte es für alle Mitlesenden betonen: Dass ich heute schon um 4 aufwache und danach nicht wieder einschlafe liegt nicht an den Katzen! Die beiden pennen tief und fest, als ich von einem nicht einmal unangenehmen Traum aus dem Schlaf geholt werde, vorsorglich aufs Klo gehe und dann aber der Kopf unpraktisch anspringt. Ich erledige, was der Kopf mir aufträgt und dann liege ich halt wach und weder Kreuzworträtsel noch Podcasts bringen mich zurück ins Traumland. Also beginnt der morgendliche Reboot sehr früh (und mit Kaffee im Bett) und als ich beim Liebstentelefonat angekommen bin, kann ich bereits vier Stunden Wachsein vermelden.

Frühstück gibt es für die Katzen und mich trotzdem erst zu angemessener und gewohnter Zeit. Ich wärme mir zwei Kardamomschnecken aus dem Tiefkühler auf (der Vorrat geht langsam zur Neige, ich könnte aber wohl einfach neue backen, ohne einkaufen zu gehen) und schnipple Kiwi und Mandarine. Dazu gibt es Yuzu-Tee mit frischen Ingwer und frischem Zitronengras.

Dann geht es an den Schreibtisch. Ich habe einen Telefontermin und später ein Webinar und danach lockt mich die Wintersonne nach draußen – bloß nicht wieder den gleichen Fehler wie gestern machen und die Sonne verpassen! Ich drehe eine fast einstündige Runde durch den Kiez, an den allermeisten Stellen ist gut geräumt und/oder gestreut.

So stellte sich der Westen im Kalten Krieg den Ostblock vor, glaube ich

Dabei höre ich einen Podcast von Caspar und Marcus in dem es unter anderem auch um Ost-West-Problematiken geht.

Wieder zuhause muss es mit dem Mittagessen und dem Aufwärmen schnell gehen, also mache ich mir nur fix einen Erdbeer-Vanille-Tee und eine Shrimp-Ramen, ohne zusätzlichen Schnickschnack, bevor ich mich zu einem Mittagsschlaf aufs Bett lege.

Ziemlich genau eine Stunde später wache ich wieder auf und helfe dem Wachwerden mit einer Ration Zucker nach. Ich mache den Gentlemen‘s Stollen alle (vom Gin-Stollen habe ich noch), außerdem die Vanillekipferl. Und esse noch ein paar Zimtsterne, Dominosteine und etwas Spekulatius. Man soll ja passend zum Wetter essen, nicht zu irgendwelchen nicht vorhandenen Neujahrsvorsätzen.

Damit geht es jedenfalls zurück an den Laptop, es gibt noch zu tun. Am frühen Abend folgt das nächste Webinar, danach ist Abendbrotzeit. Ich backe mir eine Süßkartoffel mit Öl, Knoblauch und Zitronengras, mariniere den letzten Wildlachs in Limettensaft und Sojasauce und backe den ein Stück mit. Die Hälfte gibt es heute mit dem letzten Rest Mojo verde, für die andere Hälfte habe ich schon Pläne für morgen.

Abendunterhaltung ist zunächst einmal ein langer Nachruf samt eigener Lebenserinnerungen über bzw. vom Liebstenpapa, garniert mit vielen Fotos, auch vom Liebsten als kleinem Stepke in den USA bzw. in Amsterdam und einigen für mich neuen und interessanten Details aus der Familienchronik. Den Link dazu gibt es für Freunde und Familie gerne auf Anfrage.

Danach opfere ich mich und schaue die neue Staffel von Emily in Paris zu Ende. Wird immer alberner, aber die Bilder von Venedig am Ende sind schön und in den allerletzten Minuten gibt’s dann noch nen Cliffhanger, der evtl. dafür sorgt, dass ich mir auch die sechste Staffel wieder reinquälen werde. Wie ich neulich auf Threads las: Es ist wie ein Autounfall, man will, aber kann nicht wegsehen.

Zur Rehabilitation (sowohl meiner seelischen als auch der meines Images) schaue ich dann noch zwei Folgen Ted Lasso, die mich wieder mit der Welt versöhnen, bevor ich gegen Mitternacht dann doch schlafen gehe.

06.01.2026 – Privilegiendienstag

Heute weckt mich der Wecker, keine Katze. Auch mal schön. Der Wecker klingelt, weil ich am Vormittag einen Termin habe und trotzdem meinen morgendlichen Reboot in aller Ruhe und ohne Stress absolvieren möchte und das klappt auch sehr schön. Irgendwann ist dann Zeit fürs Frühstück und das besteht heute aus Blaubeer-Cassis-Müsli, Hafermilch, der letzten kanarischen Banane, einer Mandarine und einem Espresso Tonic (aufgrund der winterlichen Stimmung ohne Eis).

Die letzte Banane lässt mich daran denken, dass irgendwann in nicht allzuferner Zukunft das letzte Frischobst alle sein wird, ebenso wie das letzte frische Gemüse, das man roh verspeisen kann (Spoiler: heute Abend). Bevor ich dann leben muss wie die Menschen „früher“, also von Lagergemüse und haltbar Gemachtem, habe ich dann immer noch einiges aus dem Tiefkühler zur Verfügung danach halt immer noch: getrocknetes, eingekochtes, fermentiertes, konserviertes. Was für ein Wohlstand – solange der Strom nicht ausfällt, natürlich, solidarische Grüße in den Südwesten der Stadt.

Für den Termin am Vormittag sperre ich die Katzen aus dem Arbeitszimmer aus (auch dieses ein ganz schönes Privileg, ich weiß) und muss dann ganz schön viel lautes Gemaunze ignorieren (privilegierte Katzen sind das auch). Direkt hinterher werden sie erstmal ausführlich bekuschelt und dann haben sie mich wieder lieb.

Bis zum Mittagessenhunger vergeht noch etwas Zeit, aber als es soweit ist, gibt es den Rest Reis von gestern mit Zwiebeln, TK-Bohnen, Ei und Chilisauce.

Danach kümmere ich mich um ein paar Haushaltsdinge, traue mich aber nicht, den Müll rauszubringen, weil ich auf einen angekündigten Anruf von einem Dienstleister warte, für den ich in Schreibtischnähe sein will, um Sachen nachschauen zu können. Der Anruf kommt natürlich nicht, ich bringe den Müll dann erst raus, als das Tageslicht schon weg ist. Hmpf. Danach ist erkläre ich den aktiven Teil des Tages für beendet, mache es mir auf dem Sofa gemütlich und telefoniere.

Am Abend dann nehme ich mir einen großen Batzen Zeit (Privileg!) und gucke die kompletten drei bzw. sechs Teile Ku‘damm 77. Wir auch bei den vorherigen Iterationen habe ich jede Menge verschiedene Emotionen dazu. Historisch ist es spannend und es gibt schön viele starke Frauenfiguren. Man merkt, dass bewusst auf Diversität geachtet wird (Hautfarben, Herkünfte, Sexualitäten), manchmal zu offensichtlich bzw. ahistorisch (die Jugendliche in den 70ern, die allen erklärt, dass die Homosexualität ihres Vaters etwas völlig Normales ist), aber gleichzeitig wird eine Figur (schon in der ersten Staffel) komplett rehabilitiert, die eine Frau vergewaltigt hat und später wird sich sogar verliebt und geheiratet. Ja was denn jetzt, liebe Serie, guckt Ihr mit modernen Ansprüchen auf die Welt oder mit denen von „damals“? Ansonsten wird in den Kritiken bemängelt, dass es jetzt in dieser Staffel. komplett telenovela-artig wird mit unrealistischen Geschehnissen, Plot Twists und neu reingeschriebenen verschollenen Verwandten. Alles richtig, aber das war schon von Anfang an so: Was in den vier Staffeln in der Familie an Drama passiert könnte auch ein ganzes Jahr Marienhof/Verbotene Liebe füllen, mindestens. (Those were the days…)

Zwischendrin gibt’s irgendwann auch noch Abendbrot, nämlich die wirklich allerletzte Gurke als Salat, eine TK-Breze, veganen Kochschinken und Käsewürfel mit Pfirsich-Chutney, dazu letzten Apfelsaft als Schorle. Gaumen und Magen fühlen sich sehr privilegiert und gehen mit dem Rest von mir gegen Mitternacht zufrieden schlafen.

05.01.2026 – Jetzt so richtig Jahresanfang #WMDEDGT

Es ist der 5. und wie jeden Monat ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf. Die anderen Beiträge zu “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” findet Ihr hier.

Die ganze Nacht immer mal wieder von Katzentatzen im Gesicht geweckt worden. Mir gefällt diese neue Angewohnheit der Biester so gar nicht, ich habe aber einen (unbelegbaren) Verdacht, woran es liegen könnte. Es gibt nämlich seit ungefähr einem guten halben Jahr in der Wohnung unter uns ein Baby, das auch öfter nachts wach ist. Möglicherweise finden die Katzen, ich solle das Geräusch abstellen? Anyway, kurz nach 7 beende ich die Nacht und widme mich dem morgendlichen Reboot.

Kleine Tour durch die sozialen Medien (Facebook, Instagram, Mastodon, BlueSky, Threads – in letzterem ist meine Timeline inzwischen fast ausschließlich kanadisch, inkl. sehr viel Nova Scotia), Feedreader leer lesen, selbst Bloggen, mit dem Liebsten telefonieren, Französisch-Lektionen, Italienisch-Streak nicht abreißen lassen, Wordle, Connections, Strands, Crossword Mini, Spelling Bee, Past Puzzle, Ciddle, FoodGuessr, Bandle und schon kann ich aufstehen. 😉

Die Katzen bekommen ihr Frühstück, dann auch ich. Es gibt einen Rest Quark mit einem Rest Johannisbeergelee, die vorletzte kanarische Banane, eine Kiwi und eine Handvoll getrocknete Wildfeigen, dazu schwarzen Tee mit Yuzu.

Damit geht es direkt an den Schreibtisch, wo heute erstmal richtiger Jahresanfang stattfindet. Ich hänge bzw. stelle die beiden neuen Kalender auf, melde mich für weitere Veranstaltungen an, beende die Buchhaltung fürs letzte Jahr und richte mir die für dieses Jahr ein, weihe meine neue Kreditkarte ein (die alte ist seit 31.12. nicht mehr aktiv) und ändere an verschiedenen Stellen mein Zahlungsmittel, bestelle mir eine neue Maus (die alte ist einem katzenbedingten Sturz zum Opfer gefallen, natürlich) und setze einen LinkedIn-Post zum neuen Jahr ab.

Dann ist auch schon Mittagszeit. Es gibt einen Bagel mit Kräuterfrischkäse, Räucherlachs und süßem Senf, dazu die vorletzte Gurke mit Dill und Wasser mit Holunderblütensirup.

Hinterher gehe ich ins Draußen, die Katzen brauchen Futternachschub – mein eigenes Futter reicht noch eine ganze Weile, kein Nachkauf nötig.

Wieder zurück mache ich mir einen weißen Tee mit Rosenblättern und gehe zurück an den Schreibtisch – Vorbereitung für einen Termin morgen. Zwischendurch ein kurzer Plausch mit der Mitbewohnerin, die ich heute auch das erste Mal dieses Jahr sehe (Sie war über Silvester weg und danach arbeiten, wenn ich wach war.)

Feierabend ist dann gegen 18 Uhr und der führt mich direkt wieder in die Küche. Heute gibt es die zweite Hälfte vom gestrigen Butternut-Kürbis – im ganzen geröstet, mit Öl, Knoblauch und Rosmarin, gefüllt mit Baked Beans und am Ende mit Käse überbacken, dazu Basmati- und Wildreis mit getrockneten Cranberries – ein insgesamt recht indigen amerikanisches Essen. Deshalb unterlege ich den dazugehörigen Insta-Post zu meiner #loosyisstdiekücheleer-Challenge (keine neuen Lebensmittel gekauft seit 20.12.) auch mit passender Musik von Northern Cree.

Bald nach dem Essen geht es mit dem gestern vom Nachbarn ertauschten Entspannungstee in die Badewanne und danach sehr früh mit Buch ins Bett.

04.01.2026 – So‘n Sonntag

Grad zum ersten Mal dieses Jahr beim Datum verschrieben, wieso das denn? Bisher lief es doch so gut…

Gemütliches Aufwachen mit dem Liebsten, bzw. neben dem Liebsten, denn er rührt sich erst, als ich schon blogge und steht auf, um Kaffee zu machen. Als wir irgendwann bereit sind, aufzustehen, fragen wir das Teilzeitkind im Scherz, ob es uns Eier braten und Frühstück ans Bett bringen würde. Es sagt sofort zu und ist dann empört, dass das nur ein Scherz war. Es würde es ja entspannter finden, wenn wir nicht auch noch in der Wohnung herumwuseln würden. Selbst hat es da schon sehr viel ferngesehen und Omelette gefrühstückt. Wir stehen dann aber trotzdem auf und essen halt alleine unser eigenes Frühstück.

Dann setze ich mir für ein Stündchen produktiv mit dem Laptop aufs Sofa, anfänglich noch unterstützt vom Liebsten für Rat und Tat. Währenddessen imprägnieren die nicht schneetauglichen Stiefel des Kindes auf dem Balkon vor sich hin. Hinterher wagen wir uns zu dritt hinaus in den Park. Schön ist das!

Auf unserer Runde kommen wir der Konditorei gefährlich nahe, der Liebste schlägt selbst vor uns einzuladen und da sagen wir natürlich nicht nein, sondern kaufen was zum Mitnehmen und für das Kindelein einen Kakao und to go.

Wieder zuhause mache ich zur Resteverwertung zwei Bratäpfel mit Butter, Ahornsirup, Mandeln und Zimt für das Kind und mich, dann gibt es Torte für alle, inkl. der neuen Mitbewohnerin samt Freund, die koreanischen Ingwertee beisteuern.

Eine sehr gemütliche Runde haben wir da, mit vielen guten Gesprächen. Schön, auch, wie das Teilzeitkind inzwischen fast alles versteht, was wir auf Englisch bereden und selbst auch fleißig mitredet – noch mit vielen deutschen Wörtern dazwischen, aber es wird, es wird. Nach dem Tischabräumen gehen alle wieder ihren Dingen nach. Die Mitbewohnerin richtet weiter ihr Zimmer ein, ihr Freund beendet eine Hausaufgabe für die Uni, das Teilzeitkind kümmert sich um Englisch und Latein, der Liebste macht ein Nickerchen und ich mache mich auf den Heimweg. Mit Umweg über Schöneberg – ich bringe einer Freundin und ihren Kindern etwas von unserer Dubai-Schokolade – brauche ich gute anderthalb Stunden nach Hause. Es schneit schon wieder auf das Gestreute und ist teilweise ordentlich glatt.

Zuhause füttere ich die Katzen und mache mich an die Abendbrotvorbereitung. Ein Nachbar bekommt meinen letzten Salbei zur Schmerzlinderung, ich erhalte dafür einen Entspannungstee und werfe stattdessen Thymian auf den Kürbis.

Letzter Blumenkohl-Linsen-Salat, gebackener Kürbis mit Knoblauch und Thymian, Leinölquark, eingelegte Aubergine

Zum und nach dem Essen noch ein paar Folgen Ted Lasso und dann ist auch schon wieder Schlafenszeit…