27.10.2025 – Another Monday

Obwohl es morgens – für kurze Zeit – wieder früher hell ist, schlafen die Katzen und ich besser und länger. Merkwürdig. Ausführlicher morgendlicher Reboot im Bett mit einer Tasse Fake-Ostfriesentee. Ich bin zu faul für losen Tee und benutze einfach einen normalen schwarzen Beuteltee, ein Kluntje und den Rest Sahne. Schmeckt trotzdem. Internet leer lesen, Bloggen, Liebstentelefonat, Französisch, Italienisch, Rätsel. Ich überlege kurz, den Laptop ans Bett zu holen, entscheide mich dann aber doch für Aufstehen, Anziehen und den Schreibtisch.

Blaubeer-Cassis-Müsli mit kanarischer Banane

Emsige Schreibtischarbeit nur unterbrochen von einem Webinar zur Mittagszeit. Dann gibt es gegen 15 Uhr eine späte Mittagspause, in der ich mehr Müll wegbringe (der Staubsauger ist seit gestern voll) und dann koche.

Da ich noch keine Lust auf den Rest Kürbis und Süßkartoffeln habe, gibt es heute Essen aus dem Vorratsschrank – Pasta mit Bohnen und Cherrytomaten, jeweils aus der Dose. Dazu eine halbe Crowdfarming-Zwiebel, Butter (in Anlehnung an Marcella Hazan) und diverse getrocknete Kräuter, Parmesan und ordentlich Pfeffer. Sehr lecker, herzhaft, wärmend. Ob das nun um die Uhrzeit (inzwischen ist es 16 Uhr) Mittag oder Abendbrot ist bleibt offen.

Ich telefoniere länger mit Nova Scotia und habe dann noch ein weiteres Webinar mit einigem an Nachbereitung. Dann mache ich mir einen Snack-Teller und lese in einem Rutsch Alison Bechdels Fun Home durch, bei einer Graphic Novel geht das. Sehr zu empfehlen!

Regionaler Bio-Apfel, Crowdfarming-Pistazien, Riegel aus dunkler Schokolade, Nüssen und Meersalz

Gegen 22 Uhr ist das Buch zu Ende und ich stelle fest, dass die Pasta doch nur Mittagessen und der Snack-Teller eben ein Snack-Teller und nicht Abendbrot war. Es gibt also nochmal eine kleine Portion Nudeln, bevor ich ins Bett gehe und das nächste Buch anfange, das mir die Liebstenmama neulich geschenkt hat und das mich kurz vor dem Einschlafen ins Wien der 60er Jahre entführt.

26.10.2025 – Aufräumen

Nachdem am Freitag das Immunsystem und gestern die To-Do-Liste aufgeräumt wurde, sind heute der Kopf und die Wohnung dran. Die Uhrzeit räumt sich größtenteils von alleine auf, bis auf die große Küchenuhr. Die letzte dort war eine Funkuhr, die an Zeitumstellungstagen nachts plötzlich 23 oder 25 Stunden vorstellte und zwar lautstark rödelnd. Und manchmal zwischendurch 24 Stunden, wenn sie den Funkkontakt verlor. Ich begann dann, an Zeitumstellungstagen die Batterie rauszunehmen und am Morgen manuell zu stellen. Irgendwann blieb sie stehen und seitdem habe ich eine neue analoge und überspringe den Zwischenschritt.

Der Rest vom Morgen sehr üblich, dann Frühstück auf dem Sofa und ausführliche digitale Zeitungslektüre, es ist schließlich Sonntag.

Iced Matcha ohne Latte, Crowdfarming-Mango mit Kokosjoghurt und Zimt, Bagel mit Käse und Johannisbeergelee, regionaler Bio-Apfel

Als alle interessanten Tabs geschlossen sind, also am späten Nachmittag, beginne ich mit feministischen Podcasts auf den Ohren mit dem Wohnungsputz – Müll weg, Bett neu beziehen, Wäsche waschen, Staub saugen, Bad und Küche putzen, Böden wischen. Dazwischen Pausen, es ist ja immer noch Sonntag. In einer der Pausen mache ich den Rest Ofengemüse warm, dazu mehr veganes Aioli.

Kurz nach 20 Uhr ist Feierabend, ich telefoniere nochmal mit dem Liebsten, mache mir einen Abendbrotteller und hole mein Buch hervor.

Brot mit veganem Frischkäse und veganem Lachs, dazu Gurke, Radieschen und zwei Hühnereier

Bis kurz nach Mitternacht lese ich The Salt Path von Raynor Winn zu Ende und habe zwischendurch immer mal wieder irrationale Lust, zu wandern, bzw. einfach unterwegs zu sein. Und am Meer. Und Flashbacks zu meinen Aufenthalten in Südengland. Zum Glück lese ich erst nach Ende des Buches nach, wie kontrovers die Authentizität der angeblich biografischen Geschichte diskutiert wird. Den Film würde ich trotzdem gerne sehen, schon wegen Gillian Anderson und Jason Isaacs.

25.10.2025 – Zurück im Game

Der gestrige Pausentag zur Produktion von Antikörpern stellt sich rückblickend als die genau richtige Entscheidung heraus. Der Arm schmerzt noch ein wenig, aber Matschkopf und Mattigkeit sind beim Aufwachen wie weggeblasen. Nach Beendigung des morgendlichen Reboots im Bett befeuere ich die neue Energie noch zusätzlich mit einem Espresso Tonic und fühle mich dann direkt wie ein neuer Mensch. Zum Kaffee gibt es selbst gemachtes Porridge (die nächste Stufe wäre dann selbst geflockter Hafer) mit kanarischer Banane, dem Rest Heidelbeeren und frisch geknackten Walnüssen aus Anhalt, dazu Ahornsirup und Zimt – alles übrigens nur fast vegan, ich verwende zwar Hafermilch, aber dann doch ein bisschen Butter zum Anrösten der Haferflocken.

So gestärkt geht es für eine außergewöhnlich produktive Session an den Schreibtisch, wo fleißig To-Do-Listenpunkte abgehakt werden. Nach einem längeren Telefonat mit dem Brüderchen finde ich dann noch im Hellen den Weg ins Draußen und mache ein paar Besorgungen in Drogerie- und Supermarkt.

Wieder zuhause direkt in die Abendessenvorbereitung. Es gibt Ofengemüse aus Butternut-Kürbis, Süßkartoffeln und Kartoffeln mit ordentlich Thymian und eine Art veganes Aioli. Weil ich das Rezept nicht richtig lese und die Reihenfolge nicht beachte wird die Emulsion aus Olivenöl und Hafermilch allerdings nicht richtig cremig. Ich helfe mit Kokosjoghurt nach, dann passts. Für den Geschmack kommt außer Knoblauch, Salz und Zitrone noch ein bisschen Estragon dazu.

Zur geistigen Erbauung tragen heute verschiedene Podcasts bei. Wie immer interessant ist Alles gesagt, diesmal mit Cem Özdemir, den ich dadurch etwas runder kennenlerne, mit Licht- und Schattenseiten. Karo Corneli spricht mit Matze Hielscher über Freundschaften und Kumpeleien von früher, was mich an meine eigene Begegnung mit Matze auf dem DJ-Pult einer Indie-Party und das Herumalbern und Beschreiben eines Booklets einer Virginia Jetzt!-CD erinnert (Ohrwurm von Dreifach schön incoming). Und sie spielen Du musst dahin, wo‘s wehtut an, das ich damals für den Soundtrack einer Doku vorgeschlagen habe, an deren Produktion ich beteiligt war. So viele Erinnerungen. Hrishikesh Hirway und Samin Nosrat sprechen in Home Cooking live unter anderem über indische und persische Einflüsse in ihrem Kochen, wie immer hörenswert und appetitanregend. Und dann gibt es noch die ersten zwei Folgen von Der Heimweg, in dem Militsa Tekelieva aus Bulgarien mit dem Zug zurück nach Berlin fährt und über Heimaten nachdenkt.

Außerdem lese ich im Salzpfad-Buch weiter und belese mich spät am Abend weiterhin in Familiengeschichte – immerhin stehe ich heute an hoher Position erstmals als Angehörige in einer Anzeige in einer überregionalen Tageszeitung und einer meiner To-Do-Listen-Punkte war es, eine Hotelbuchung eines Verstorbenen zu stornieren.

Für ein bisschen Seelenstreichelei gibt es eine halbe Tafel Gebrannte-Mandel-Schokolade, die mir vorhin in den Einkaufskorb gehüpft ist. Gut, aber nicht überragend.

24.10.2025 – Praktikum in der Produktion

Nach erstaunlich guter Nacht stellt sich bald heraus, dass ich den heutigen Tag hauptamtlich mit der Produktion von Antikörpern verbringen werde. Ein bisschen matschig im Kopf und vor allem sehr sehr matt im Rest vom Körper bin ich. Der Arm mit der Schulter, dem Ellenbogen und dem COVID-Impf erlaubt mir nicht, auf ihm zu liegen. Der latente Kopfschmerz erlaubt keine Konzentration auf komplexe Aufgaben und hatte ich die Mattigkeit schon erwähnt? Nach den letzten Tagen eh durchaus angemessen.

Ich sage also Sport und Besuch für heute ab und bleibe auch nach dem ausführlichen morgendlichen Reboot im Bett und widme meine Aufmerksamkeit Netflix. Die dritte Staffel The Diplomat geht genauso gut weiter und zu Ende, wie sie gestern angefangen hat und ist insgesamt witziger, als ich die ersten beiden Staffeln in Erinnerung habe. Das wird unter anderem auch an Bradley Whitford als unwilligem und ausfaserndem First Gentleman liegen, aber auch Allison Janney und Keri Russel haben großartige und slapstickhafte Momente.

Irgendwann dazwischen gibt es lauter Essen. Die erste Mahlzeit hat Müsli, Heidelbeeren, Sharon, Bagel, Käse und Kichererbsen-Feigen-Aufstrich, die zweite eine Art Omelette mit der Zucchini-Mischung von gestern, Oliven und Sriracha. Die dritte Vanilleeis und Granatapfelkerne.

Dank halb so langer Folgen kann ich direkt noch die neue Staffel Nobody Wants This anschließen, die weiter gute RomCom bietet.

Irgendwann sind die Serien durch, dann geht es noch in die Badewanne und gegen Mitternacht dann wieder zurück ins Bett. Hoffentlich sind jetzt ausreichend Antikörper da, morgen hätte ich durchaus wieder Dinge zu erledigen!

23.10.2025 – Protokollarischer Tagesablauf

Nach vielfachen k(r)atzigen Unterbrechungen wache ich gegen 8 endgültig auf und werfe mich mit Verve ins Leerlesen des Internets. Das erste Liebstentelefonat passiert noch vor der Bloggerei, die Situation ist danach. Nach dem Bloggen in Ruhe Französisch und Italienisch, dann die Rätsel. Und schon ist Aufstehzeit. Ich erledige ein paar Haushaltsdinge, füttere die Katzen, dusche und ziehe mich an und sitze dann mit Frühstück am Schreibtisch.

Erdbeermüsli mit Hafermilch und Heidelbeeren

Emsiges Arbeiten und ein Webinar, dann geht es mit To-Go-Tee hinaus in den herbstlichen Sprühregen. Ich habe mir gestern spontan noch einen Doppel-Impftermin gebucht. In der impfenden Apotheke wie immer amüsantes Personal – die eine trägt Spooktober-taugliche Teufelshörnchen, der andere hält ein ausführliches Schwätzchen mit mir und die impfende Dame selbst hat sowieso einen Clown gefrühstückt. Wir albern viel herum, während ich belehrt werde und einen Piks links und einen Piks rechts bekomme. Die für mich achte COVID-Impfung kommt in die Schulter, auf der ich nachts eh nicht gut liegen kann, die jährliche Grippe-Impfung in den anderen Arm, weil sie vermutlich weniger wehtun wird.

Durch noch mehr Regen geht es wieder nach Hause. Zum sehr späten Mittagessen brate ich eine halbe Crowdfarming-Zwiebel und zwei Crowdfarming-Zucchini lange an, während ich mit dem Liebsten und dem Teilzeitkind telefoniere. Dann wird die Hälfte für morgen beiseite gelegt, aus der anderen Hälfte mache ich mit Nudelwasser, Peperoncini, Basilikum und Parmesan eine Sauce zu Pasta.

Zum und nach dem Essen schaue ich in die neue Staffel The Diplomat hinein, die wie erwartet sehr gut ist. Eigentlich wollte ich ja nochmal zurück an den Schreibtisch, aber manchmal muss man sich ja auch einfach ausruhen, also schaue ich noch eine zweite Folge und fange sogar noch die dritte an.

Die Katzen sind Fernseheulen!

Da aber ruft der Liebste wieder an und wir telefonieren noch einmal ausführlich. Hinterher bleibt gar nicht mehr so viel Zeit, bevor ich mich für den Abend fertig machen und wieder losgehen muss.

Mit Straßenbahn, U-Bahn und S-Bahn (Herbstferienbedingt ist der Berliner ÖPNV im Moment eine Großbaustelle mit viel SEV, auf den ich keine Lust habe), geht es zum Potsdamer Platz und hier ins gleichnamige Theater. In wenigen Wochen startet dort als Weltpremiere das neue Programm des Cirque du Soleil und ich besuche mit dem Liebsten und dem Teilzeitkind heute die letzte Generalprobe.

Kurz bevor die Show beginnt kommt eine Eilmeldung aufs Handy, die auch Herrn Buddenbohm kurzzeitig aus der Fassung gebracht hat. Ich beschließe, dass ich diese Ereigniskarte jetzt erstmal ignoriere und stelle das Handy auf „Nicht stören“. Wenn die Welt dann untergeht, hatten wir immerhin noch ein tolles Erlebnis zum Schluss. Die Show ist großartig, atemberaubend und auf jeden Fall sehr zu empfehlen. Vor allem, wenn man mal so richtig die Welt (und die Ereigniskarten) da draußen vergessen und im Hier und Jetzt leben will. Vor, zwischen und nach der Show treffen wir auf bekannte Gesichter, die einen erwartbar, die anderen unerwartet aber es ergibt dann doch Sinn, dass sich quebecoise Artist*innen für quebecoise Artist*innen interessieren, wenn sie in der gleichen Stadt sind. Ein schönes Wiedertreffen!

Außerdem gibt es in der Pause Schorle und Berliner Popcorn (Butterkaramell und Tahitivanille) und ich verspreche dem Teilzeitkind einen Besuch in der Popcornmanufaktur, die bei mir um die Ecke ist. Nach dem Ende bringe ich den Liebsten und das Teilzeitkind zu dem Bus, der sie statt SEV und Umsteigen direkt zurück nach Südberlin bringt und steige dann in den, der mich zumindest bis zur Straßenbahn bringt. Gegen halb 12 bin ich zu Hause.

Während der Show fing der linke Arm an, zu schmerzen, der rechte ist zumindest um die Einstichstelle herum etwas empfindlich. Nach und nach kommt jetzt auch ein bisschen Kopfschmerz und Abgeschlagenheit hinzu. Ich nehme eine Tablette und krieche zu den Katzen ins Bett, auf einigermaßen guten Nachtschlaf hoffend.

22.10.2025 – Was schön war

  • Etwas ausführlicher ausschlafen und langsamer in den Tag kommen
  • Frühstück mit selbst gemachter Pflaumenmarmelade und Keksresten von gestern
  • Ein Stück Lyrik abtippen und mit sehr speziellem Flattersatz versorgen und damit jemanden sehr glücklich machen
  • Pasta- und Pizzareste zum Mittag
  • Wieder viel goldener Oktober mit buntem Herbstlaub
  • Eine große Flasche Orangina Blutorange
  • Ausgiebiges Katzenkuscheln und vor YouTube versacken am Abend
Girl Dinner?

Ab morgen dann erstmal wieder reguläre Berichterstattung…

21.10.2025 – Was schön war

  • Gemütliches Herbstferienfrühstück mit dem Liebsten und dem Teilzeitkind
  • Emsiges Abarbeiten von Dingen
  • Viele gute Gespräche
  • Cookie-Haul und Spaziergang mit dem Teilzeitkind
  • Sehr schmackofatzige Antipasti und Tagliolini mit Steinpilzen und Trüffeln
  • Nach zwei Folgen Wednesday zu dritt früh ins Bett
  • Dort noch in ein Rabbithole gefallen und alte Artikel gelesen bzw. Videos gesehen und viel gelernt

20.10.2025 – Was schön war

  • Als der Liebste den Wecker des Teilzeitkinds ausgemacht hat, der um 6 klingelte, vom Teilzeitkind aber ignoriert wurde, weil ja Ferien sind
  • Kaffee ans Bett serviert vom Liebsten
  • Eichhörnchen im Herbststadtbild, zweimal
  • Ein gutes Gespräch geführt und mich kurz mal als Herrin der Lage gefühlt
  • Spaziergang und Exklusivzeit mit dem Liebsten
  • Zum Mittagessen Rührei vom Teilzeitkind für alle
  • Aus Gründen den ersten Krustenbraten meines Lebens zubereitet, in einer Küche, die bisher für mich tabu war und mit Le-Creuset-Equipment, ist gelungen!
  • Mit der Liebstenschwester telefoniert und über die Ciddle-Aufgabe des Tages philosophiert
  • Wie der Liebste, das Teilzeitkind und die Liebstenmama gleichstark empört über diesen Kanzler wetterten, die beiden Älteren wegen der perfiden Taktik und der Rhetorik, das Teilzeitkind, weil er mal eben mehr als die Hälfte seiner Klasse an einem Berliner Gymnasium in den Dreck gezogen hat – Arschloch-Situation aber stabile Familie!
  • Nach dem Essen Eis, Kuchen und Campari Orange
Hier ist der Baten schon umgebettet, während im Le-Creuset-Topf die Sauce entsteht.

19.10.2025 – Was schön war

  • Frühstück mit fast perfekt reifer Crowdfarming-Mango, perfekt reifer Sharon und Matcha Latte
  • Energische zwölfjährige Katzengeschwister beim Cat Fight
  • Blauer Oktoberhimmel an goldenem Blattwerk
  • Die Teilzeitkindgeschwister mal wieder gesehen und von den beiden größeren High Fives eingesammelt
  • Den Liebsten und das Teilzeitkind zu wiederverwendbaren statt Pappbechern influenced
  • Endlich wieder Schwimmen und Sauna
  • Mit dem Liebsten und dem Teilzeitkind kuschelnd ferngesehen

18.10.2025 – Noch ein voller Sonnabend

Die Tradition der vollen Sonnabende setzt sich fort, heute mit Weckerklingeln halb 8, das mich tatsächlich aus dem Schlaf reißt. Ich schaffe die Runde durchs Internet und telefoniere mit dem Liebsten, dann aber ist schon Aufstehzeit. Ich füttere die Katzen, esse eine kanarische Banane und ein paar Trauben, mache mir einen vietnamesischen Kaffee zum Mitnehmen und bin dann auf dem Weg nach Kreuzkölln, zurück ins Loft von gestern Abend. Die Zeit in Straßen- und U-Bahn reicht genau fürs Bloggen.

Wieder geht es unangenehm viele Stufen nach oben, ich komme mit dem Zählen durcheinander, aber es sind vier oder fünf Etagen bei sehr hoher Deckenhöhe. Oben treffe ich auf die Menschen von gestern plus/minus eine Person. Es gibt ein ruhiges Ankommen und einen Schoko-Nuss-Riegel, dann steigen wir noch eine Etage höher und setzen uns in einen Meetingraum. Es folgen gute drei Stunden Workshop, unterbrochen von einer kurzen und einer längeren Pause. In der längeren Essen wir das vegane Essen von gestern weiter (so, so gut, aber hinterher gibt es wie gestern Bauchschmerzen für mich – ob es an den vielen Kichererbsen, an den Dressings oder am Tofu liegt bleibt unklar) und steigen dann noch zum Durchatmen nochmal eine Treppe höher.

Gegen 13 Uhr verabschieden wir uns voneinander und ich trete den Heimweg an.

Zuhause nochmal Liebstentelefonat, dann ausgiebiges Couchen. Zwischendurch denke ich über Mittagsschlaf nach, aber irgendwann ist der Zeitpunkt verpasst. Gegen 19 Uhr breche ich dann wieder auf, Ziel diesmal Fhain.

Ich treffe den Liebsten, seinen besten Freund und dessen Frau in einem chinesischen Lokal. Es gibt viel zu reden, erzählen und verdauen. Dazu Edamame in Knoblauch und Chili, Algensalat, Pak Choi mit Pilzen, Nudeln mit Ente, Schweinebauch, Dim Sum…

Nach dem Essen laufen wir die Straße runter zu einer versteckten Punkkneipe, in der heute drei Bands spielen, darunter die vom ehemaligen Mitbewohner des Liebsten. Wir spenden was zum Eintritt, beim Bierholen habe ich die Möglichkeit, Geld in zwei Spardosen zu stecken – eine für Trinkgeld, eine für Anwaltskosten.

Es sind noch weitere Freund*innen und Bekannte des Liebsten da – der ostwestfälische Klüngel ist wirklich überall. Die erste Band kommt auch aus der Ecke und ist eine echte Entdeckung für uns, der Liebste und ich sind gleichermaßen begeistert (sie covern auch „Farbfilm“ und „Die Gedanken sind frei“). Die zweite Band ist die, wegen der wir hier sind und auch dieser Auftritt ist natürlich großartig, aber die Kräfte lassen langsam nach. Bevor es Mitternacht wird und die Sängerin der ersten Band Geburtstag hat, während die dritte Band aufbaut, verabschieden wir uns. Der Liebste fährt nach Südberlin, ich in den Pberg. Morgen sehen wir uns wieder und auch das wird ein langer Tag werden…