Ich erwache sehr früh, vor halb 7 und beschäftige mich ein Stündchen still, bevor ich zum Glück nochmal für zwei Stunden einschlafe. Dann gemütliches Wachwerden und Herumtrödeln im Bett, mit zwei Liebstentelefonaten dazwischen, bis es irgendwann kurz vor 12 Zeit zum Aufstehen und Frühstücken wird. Es gibt herzhafte Stullen, den Rest Wassermelone und Sanddornschorle auf dem Balkon – es ist heiß heute. Ab dann wird es emsig.
Ich räume in meinem Zimmer umher (und sauge ein wenig Staub), um Platz für eine Möbelaufbausituation zu schaffen, bringe den Kompost herunter und reinige den Eimer (inkl. schon wieder diverser Fruchtfliegen in diversen metamorphosen Zuständen. Dann koche ich eine große Kanne Kaffee und lasse den Liebsten herein. Wir trinken beide Kaffee auf Eis – er mit Hafermilch und ich mit Tonic – und hören Musik, während wir das Geburtstagsgeschenk meiner Eltern aufbauen. Fairerweise muss man sagen, dass der Liebste hauptsächlich baut und ich zuarbeite, anreiche usw. Allerdings hat er besagtes Stück auch schonmal aufgebaut und kann sich so schneller in die Anleitung reindenken als ich. Außerdem ist es sein Akkuschrauber… 😉

Nach etwa anderthalb Stunden sind wir fertig. Der Liebste geht nochmal duschen, dann treffen wir den Lieblingsnachbar, der heute Geburtstag hat, auf ein Eis. Für mich gibt es Sorbet – Grapefruit und Kirsch mit Schokostückchen.

Wir schlecken und erzählen und spazieren noch eine Runde, bis erste Tropfen vom Himmel kommen. Dann geht es wieder nach oben und ans Auf- und Einräumen der neuen Zimmergestaltung plus nochmal Saugen, Müll runterbringen, Katzenklos sauber machen und Sachen packen. Inzwischen unwettert es richtig und wir sitzen mit Mate und Radler auf dem Balkon und warten ab. Als der Regenradar günstig aussieht, laufen wir mit Umweg über den Supermarkt los und fahren mit zwei S-Bahnen nach Schöneberg, wo ein Freund des Liebsten zur Sommerparty eingeladen hat.

Auf dessen Dachterrasse wird wie beim letzten Mal gegrillt und wieder ist es eine große, linke, queerfeministische Gesellschaft. (Ich wollte linksgrün schreiben, aber der Liebste wies darauf hin, dass dort niemand grün ist.) Bei der Gelegenheit treffe ich auch endlich mal zwei jahrzehntelangjährige Freund*innen des Liebsten, die ich bisher nur aus Erzählungen bzw. virtuellen Kanälen kenne. Sehr schön. Wir plaudern bei Salaten, Halloumi und Maiskolben – der Liebste auch bei Würsten – und verfolgen nebenbei die stattfindenden Fußballspiele. Besonders das zwischen Niederlande und Türkei ist interessant, da es erstens in Berlin stattfindet und zweitens alle dafür sind, dass die Türkei jetzt rausfliegt, nachdem es gestern schon die Deutschen getroffen hat. Man erhofft sich eine ruhigere letzte EM-Woche dadurch. Der Plan geht auf, der Himmel bleibt auch trocken und so halten wir es noch eine ganze Weile auf der Dachterrasse aus, bis wir uns auf den Heimweg nach Südberlin machen.





















