26.07.2024 – Erledidings und Vorbereitungen

Mal wieder gut geschlafen zur Abwechslung, aktuell brauche ich die Schmerztablette am Abend vor allem für die beiden Nähte, bzw. die Fäden darin, die ziepen (und für die Gesamtsituation, wegen der sie notwendig wurden), der Zusammenstoß mit der Parkbankstraße ist überstanden. Ein kurzes Telefonat mit dem Liebsten vor seinem ersten Meeting, dann gemütliches Herumsandeln im Bett. Internet leer lesen, Bloggen, Frühstück machen.

Apfel, Pfirsich, Aprikose, Pflaume, Chai, Müsli mit Hafermilch, Blutorangensaft

Beim Essen Sorbisch, Norwegisch und Italienisch, danach Podcast hörend eine Runde Handyspiel und dann raffe ich mich auf. Die Katzenklos sind mal wieder dran, dann Duschen und mentale Kräfte sammeln für das Telefonat mit dem Internetprovider, denn natürlich hat sich noch immer niemand gemeldet. Diesmal aber habe ich anscheinend eine noch kompetentere Person am Apparat, die das Problem mit dem Vertrag löst und eine zufriedenstellende Lösung für die Zwischenzeit findet. Bekommt hinterher eine gute Bewertung von mir und diesmal dauert es auch nur eine halbe Stunde. Ich berichte dem Mitbewohner die frohe Kunde und mache dann weiter mit den Erledigungen.

Die Änderungsschneiderei hat leider Urlaub, so dass ich unverrichteter Dinge wieder abziehe, dafür ist die Schlange an der Post erfreulich leer und ich kann endlich mal ein lange vorgenommenes Briefchen versenden. Wieder zuhause gibt es den Rest Pappardelle al castello und dann einen leicht komatösen Mittagsschlaf aus dem ich nur langsam wieder herausfinde. Dann Pflanzen gießen und Packen fürs Wochenende. Mit Tram und U-Bahn geht es erst zu den Ellis, nach Blumen und Post gucken, dann mit Bus und S-Bahn weiter zum Liebsten.

Ich ruhe mich kurz aus und blättere durch das Klassenabschiedsbuch des Teilzeitkinds – auch 2024 gibt es noch Leute die Gelb auf Weiß für Überschriften für eine gute Idee halten. Als ich mich akklimatisiert habe, gehen wir raus vor das Haus und bauen unser neues Zelt zum ersten Mal auf – gucken wie es funktioniert, ob alles da und heil ist, und dann gleich mal imprägnieren gegen norwegischen Sommerregen.

Wenn es ernst wird, spannen wir noch besser ab

Das Zelt ist riesig – das Teilzeitkind wird drin stehen können – hat aber zur Schlafkabine auch ein Vorzelt, dass bei schlechtem Wetter als Aufenthaltsraum dienen kann. Der Aufbaumechanismus ist anders als bei allen Zelten, die ich vorher so aufgebaut habe. Hoffentlich kriegen wir da schnell Routine rein, sonst plädiere ich für möglichst wenige Zelt-Standorte und gerade bei schlechtem Wetter für Hüttenübernachtungen. Nach dem Abbau geht der Liebste noch kurz notwendiges einkaufen, dann gibt es Abendbrot und die Eröffnung der Olympischen Spiele (zeitversetzt, weil alles länger gedauert hat mit dem Zelt).

Halloumi, vegane Cevapcici, Bulgursalat, Zaziki, Oliven

Die fast vierstündige Show ist beeindruckend und die meiste Zeit über unterhaltsam, am Ende dann doch ganz schön länglich. Unsere Kommentare haben viel mit der „Rückkehr des Königs“ zu tun, den meisten Spaß haben wir relativ am Anfang an den Referenzen auf die französische Revolution – Guillotine, kopflose Marie-Antoinette, das Haus spritzt Blut! Als wir mit Gucken fertig sind, ist es nach Mitternacht und ich gehe mit Buch ins Bett, während der Liebste noch „echten Sport“ nachgucken muss – irgendwo ist immer ein PUBG-Turnier…

25.07.2024 – Arztbesuch 4/4

Das wird heute der vierte Tag diese Woche mit der vierten Arztpraxis. Zum Glück aber erst mittags, vorher kann ich mich ausgedehnt der morgendlichen Muße widmen – inkl. dem Newsjunkietum Rechnung tragen und die gestrige Rede von Joe Biden aus dem Oval Office nachgucken. Gut, die USA scheinen gerade ohne meine Hilfe klar zu kommen. Dann kann ich mich ja wieder dem alltäglichen Kleinkram widmen, was?

Frühstück auf dem Balkon mit drei Vertretern aus der Prunus-Familie

Kurz nach 12 breche ich dann auf – erst noch Besorgungen im Drogeriemarkt machen und dann weiter zur Zahnärztin. Traditionell kümmere ich mich seit einigen Jahren immer im Sommer vor dem Urlaub um die jährlichen Vorsorgetermine – Gynäkologin ist in zwei Wochen dran, Zahnärztin heute. Während der Zahnreinigung (jetzt neu im Massagesessel!) wird nur minimal geschimpft, aber ich muss nochmal wiederkommen, um eine Stelle kontrollieren zu lassen und evtl. eine Füllung nachzubessern. Nun denn.

Danach laufe ich weiter zu meinem Bruder, der nur eine Straßenbahnstation weiter wohnt – unterwegs nochmal Drogerie für Zahnpflegeprodukte. Dann geht es die vielen, vielen Treppen hoch in den fünften Stock (Altbau!). Erstmal alles abwerfen und in den Sessel setzen, wieder zu Atem kommen und mit dem Atem die schmerzenden Beine veratmen. Dann gibt es (die halbe Stunde nach Fluoridisierung ist gerade rum) eine kalte Cola aus dem Kühlschrank und vegetarische Gemüsebällchen zum Mittag.

Wir haben ein bisschen was gemeinsam zu arbeiten und beschäftigen uns dann den Rest des Nachmittags mit individuellen Erledigungen. Ich absolviere mein Pensum in Sorbisch, Norwegisch und Italienisch, bringe mein Haushaltsbuch auf den neusten Stand kümmere mich um notwendige Korrespondenz. Dann noch ein bisschen Chillen und schon ist es Zeit, wieder loszuziehen. Wir treffen die Freundin des Bruders auf dem Heimweg von der Arbeit im indischen Restaurant um die Ecke.

Mango-Guaven-Ananas-Litschi-Saft
Gemischte Pakoras als Vorspeise
Okra-Curry, Raita, Bhatura und Reis

Es gibt viel zu erzählen und da das Service-Personal nach Indian Standard Time arbeitet, gibt es dafür auch viel Zeit. Zwischen Abräumen und Bezahlen liegen zum Beispiel fast 40 Minuten. Das Essen ist aber sehr gut. Nächste Station ist der Keller der Beiden, wo ich weitere Ausrüstung für unseren anstehenden Camping-Trip mitnehme – so langsam haben wir fast alles beisammen. Dann laufen die Zwei hoch in den 5. Stock und ich zur Tram.

Zuhause noch Katzen versorgen, mit dem Liebsten telefonieren, elektronische Unterhaltungsmedien und dann irgendwann beim Lesen einschlafen.

24.07.2024 – Medizinischer Marathon

Nach knappen vier Stunden bin ich schon wieder wach und heute klappt es dann nicht mehr mit dem Einschlafen – immer wenn ich kurz davor bin, fällt mir die ungeklärte Internetsituation wieder ein. Mit dem neuen Vertrag, wann auch immer er denn nun kommt, geht ein Wechsel von Kabel zu DSL einher und da ich die Telefondosen in dieser Wohnung noch nie gebraucht habe und so in den letzten zehneinhalb Jahren nicht wahrgenommen habe, laufe ich verstört zwischen 4 und 5 Uhr morgens durch die Wohnung und gucke, wo die eigentlich sind und dass nicht irgendwelche Möbel davorstehen. Sie sind natürlich direkt neben den Kabeldosen und damit frei zugänglich. Nächtliche Irrationalität…

Kurz nach 6 gebe ich die Nacht verloren, der Wecker klingelt eh halb 8, da ich heute einen Termin in einer Spezialklinik habe, auf den ich schon sehr lange gewartet hatte – letzten Donnerstag bekam ich unverhofft einen Anruf (von einer anonymen Nummer) und wurde gefragt, ob es heute geht. Nach ausführlicher Morgenroutine und Müsli mit Obst auf dem Balkon mache ich mich auf den Weg, etwa eine Stunde ist es von Haustür zu Haustür.

Die Charité ist jedes Mal verwirrend, quasi ein ganzer Stadtteil. In dem einen Gebäude bin ich geboren, in einem anderen habe ich mal Il Professore besucht, in einem dritten hatte ich zweimal beruflich zu tun. Apple Maps verortet die Adresse zu der ich muss ganz woanders – Straße ungleich Weg! – aber Google Maps leitet mich schließlich korrekt durch das Wirrwarr. Ich finde die Anmeldung, werde aber erstmal zum Nummern ziehen geschickt. Etwa 20 Minuten Warten im Wartebereich, dann Anmeldung, dann Warten im nächsten Wartebereich, dann ins Untersuchungszimmer.

Eine Assistenzärztin nimmt sich viel Zeit für die Anamnese, studiert meine mitgebrachten Unterlagen, untersucht und befragt mich ausführlich. Dann kommen eine Fachärztin und die Professorin dazu, die die Klinik leitet, und schauen sich mich und meine Daten auch nochmal an. Es wird beratschlagt und ein Fahrplan aufgestellt – nächste Woche gehe ich täglich hier in die Tagesklinik, davor folgen noch heute weitere Untersuchungen und hinterher dann vermutlich ein Medikationsplan. Wir bewegen uns hier zwischen zwei möglichen Diagnosen, chronischer Kram, den man nicht braucht. Nicht gefährlich, aber unangenehm und sich in unterschiedlichem Maße auf die Lebensqualität auswirkend. Ich fühle mich in guten Händen.

Nächster Schritt: Fotos machen (der Fotograf ist krank, deshalb nehmen wir mein Handy und schicken die Bilder dann an die Assistenzärztin, Formulare unterschreiben, Unterlagen einscannen lassen, Scheine ausdrucken… Dafür muss ich erstmal wieder die richtige Anmeldung finden – es ist eine andere als die vorhin, das dauert. Dann Labor mit Blutabnahme – die Vene versteckt sich, das dauert etwas länger und Urinprobe. Zum Glück, so langsam drückt die Blase. Dann darf/soll ich selbst tätig werden, einen Teststreifen benutzen und ein Teströhrchen befüllen – ersteres kein Problem, an letzterem scheitere ich – ist ja aber auch nicht meine Aufgabe. Die Laborschwester übernimmt und ich darf wieder in den Wartebereich.

Dann der letzte Akt des Tages, es werden Proben aus mir herausgestanzt, zwei an der Zahl. Vorher Betäubungsspritzen, hinterher zunähen. Das dauert auch nochmal eine ganze Weile und ist wenig angenehm. Dann aber bin ich ganz plötzlich fertig, nach insgesamt fast drei Stunden Prozedere und laufe wieder hinaus in den Sonnenschein. Jetzt bin ich kaputt, verschiebe die eigentlich geplanten Erledigungen auf später und fahre wieder nach Hause, um meinen geschundenen Körper zu schonen und die nächste Schmerztablette einzuwerfen.

Zuhause kurzes Abklatschen mit dem Mitbewohner – dass ich nächste Woche in der Tagesklinik bin, bedeutet auch, dass mein Handy nicht als Hotspot zur Verfügung stehen wird und er sich tagsüber eine andere Internetquelle organisieren muss. Grummel. Es wird eine Lösung geben, aber das ist schon alles sehr doof. Ich mache mir zum Mittag Brote mit veganer Salami und Tomaten, überbacke sie mit Käse (nicht vegan) und dekoriere mit Basilikum, danach erstmal Mittagsschlaf.

Der Rest des Tages vergeht dann mit einer Mischung aus Videos im Internet (Kamala Harris, Katia Mann, Priscilla Presley – manchmal ist es komisch), Telefonaten (der Liebste, die beste Freundin, die Ellis, der Bruder) und Lesen. Zwischendurch kommen noch meine Cousine und ihr Freund vorbei und bringen meine Campingsachen. Wir stehen kurz unten auf der Straße und quatschen, genau als der DHL-Mann kommt und mir mein Crowdfarming-Paket in die Hand drückt. So lange ist er noch gar nicht hier eingeteilt, aber er erkennt mich direkt, schön.

Eine Pflaume und ein Pfirsich haben beim Transport gelitten, die werden gleich beschnitten und verspeist – sehr lecker. Später benutze ich zwei Birnen fürs Abendbrot. Es gibt Pappardelle al castello, mit Salbeibutter, Birnen, Rosinen und Walnüssen – und Knoblauch, das muss schon sein, sonst fühlt es sich zu sehr nach Süßspeise an.

23.07.2024 – Viel Narf

Erstmal ohne Kopfschmerzen aufgewacht, dann aber doch recht bald eine Tablette eingeworfen: Schranke 1 – loosy 0. Damit ist es dann aber erträglich und ich kann mich ganz der üblichen morgendlichen Routine widmen – mit etwas weniger Sprachlern-Enthusiasmus, zugegeben. Nach einem Balkonfrühstück bei Sonnenschein mache ich mich dann auf den Weg zu einer Erledigung – ich muss für einen morgen anstehenden Facharzttermin noch eine Überweisung bei einer anderen Fachärztin abholen. Wäre der Kopf nicht, würde ich das vielleicht für einen ausgiebigen Spaziergang nutzen, aber ich bleibe vorsichtig und nehme zwei Straßenbahnen.

Im Wartezimmer dann kein Internetempfang, was mich aber dazu bringt, das schon vor Tagen angefangene Buch in der Onleihe weiter zu lesen. Ich lese Frau Nessys Blog schon sehr lange und auch sehr gerne, als Roman liest sie sich nochmal ganz anders. Das Thema ist superinteressant, von daher bin ich gespannt, ob ich in die Sprache auch noch reinfinde, oder ob da immer diese Schere im Kopf bleibt. Als ich die Praxis mit Überweisung und dickem Arztbrief verlasse, beschließe ich zumindest einen Teilspaziergang durch den daneben liegenden Park. Das tut gut, aber ich bin dann auch ganz zufrieden, wieder in die Straßenbahn zu steigen – wieder zwei für den Rückweg.

Auf dem Fußweg nach Hause habe ich eigentlich Lust, gleich Mittagsschlaf zu halten, aber dann ruft mein Bruder an und wir organisieren Dinge und hinterher bin ich munterer und im Erledigungsmodus und wage einen Anruf bei meinem Internetprovider. Die nächste gute Stunde wird reichlich unangenehm, nicht nur wegen der furchtbar anstrengenden Warteschleifenmusik. Die Kombination aus gesetzlicher Umstellung, einer falschen Auskunft durch eine Mitarbeiterin des Providers vor einigen Wochen, einem Systemfehler beim Provider jetzt und einer falschen Auskunft eines Mitarbeiters heute bewirkt, dass ich voraussichtlich ab nächsten Montag für unbestimmte Zeit keinen Internetanschluss zuhause habe. Fernsehen auch nicht, aber wer braucht schon Fernsehen.

Für mich wird das gar nicht so wild, ich bekomme einfach Datenvolumen auf meinen Handyvertrag zugebucht und kann damit easy einen Hotspot betreiben. Aber wenn ich nicht zuhause bin, hat mein Mitbewohner ein Problem und der macht aktuell eine Weiterbildung bei der er den ganzen Tag über in einem Videocall sitzt. Super-GAU. Bitte mal alle Daumen drücken, dass möglichst schnell:

  • Der Systemfehler behoben ist
  • Die zuständige Fachabteilung den fehlerhaften Vertrag rückabwickeln kann
  • Ich angerufen werde, um den neuen Vertrag abzuschließen
  • In dem neuen Vertrag alle Vergünstigungen und Besonderheiten hinterlegt sind, die in dem fehlerhaften Vertrag vereinbart wurden
  • Der neue Vertrag schnell aktiviert wird
  • Mir dann sofort ein WiFi-Router zugeschickt wird
  • Der Techniker für den neuen Anschluss kommt und alles bereit macht, bevor ich in zweieinhalb Wochen für drei Wochen wegfahre

Was für ein Saftladen, echt ey. Den ganzen Frust lade ich erstmal beim armen Liebsten ab, dann sage ich dem Mitbewohner Bescheid, dass es ab Montag mit Internet schwierig wird. Dann mache ich mir den Rest Pad Thai von gestern warm und komme mit etwa zwei Stunden Verspätung doch noch zu meinem Mittagsschlaf.

Am Nachmittag höre ich den Alles gesagt-Podcast mit Matthias Maurer zu Ende, mit dem ich schon eine ganze Weile beschäftigt bin. Normalerweise bin ich ja – im Gegensatz zum Liebsten – gar kein so großer SPACE!!!-Fan, aber der Podcast hat mich dann doch ein wenig neugierig gemacht und weil darin öfter über The Martian gesprochen wird, schaue ich mir den Film dann endlich mal an – standesgemäß mit einer Tüte Mikrowellen-Popcorn (mit Paprika-Geschmack). Der Film ist unterhaltsam und unerwartet witzig, kann man gut machen.

Hinterher mache ich mir noch einen Salat zum Abendbrot, während der Mitbewohner sich aus Milliarden Zwiebeln und ein paar Tomaten eine Cipollata kocht. Nicht nur die Zwiebel-Aerosole sorgen für feuchte Augen, auch der Fakt, dass der Mitbewohner die ersten Vorbereitungen für seinen bevorstehenden Auszug trifft. Das war jetzt für uns beide deutlich kürzer als erwartet, aber immerhin gibt es einen erfreulichen (für ihn) Grund. Ich muss mir dann halt demnächst wieder wen Neues suchen.

Aber erstmal eins nach dem anderen – Gesunden, Internetanschluss klären, in den Urlaub fahren – und jetzt erstmal ganz konkret den Abend rumbekommen. Dazu gibt es zwei Folgen The Gentlemen (die erste hatte einen fiesen Cliffhanger, was soll ich machen) und dann noch ein paar Seiten im Buch. Kurz vor Mitternacht ist Schlafenszeit.

22.07.2024 – Meh-Tag

Nach dem schönen Ausflug mit Familie und Meer ist der heutige Tag eher meh. Ich fühle mich schlapp, träge und kränklich, Also erstmal ganz ruhig machen. Ein paar Kleinigkeiten sind zu erledigen – Gepäck auspacken, das noch von gestern rumsteht, Pflanzen gießen, Katzenklos durchsieben, Wäsche waschen, Strandsand wegsaugen. Dann lege ich mich in die Badewanne und entferne letztes Ostseesalz und letzten Strandsand aus allen Körperöffnungen, bevor ich mich nach einem kurzen Schnack mit dem Mitbewohner wieder ins Bett lege.

Im Laufe des Tages wird es nicht besser – dort, wo gestern die Schranke auf mein Gesicht traf, fühlt es sich irgendwie heiß und dick an, der ganze Kopf spannt etwas. Statt zu lesen, unterhalte ich mich mit YouTube und Dokus – immer noch viel US-Politik, Kamala Harris und zwischendurch die Schicksalsjahre einer Kanzlerin – interessanter Einsatz von Musik, wo kurz nach dem Farbfilm das Großstadtgeflüster angespielt wird, allerdings nur als Musikbett, ohne den Text, den sich wohl nur ein Teil des Publikums schlüssig dazudenken kann.

Zwischendurch Nachricht von einer Freundin, die heute Abend beim geplanten Essengehen nicht dabei sein kann, weil sie erkältet ist, mit Kopf und Gliederschmerzen. Das ist mein Stichwort, mal eben einen COVID-Test zu machen, nach all den Menschen in den letzten Tagen. Ist aber alles im grünen Bereich. Trotzdem beschließe ich beim Telefonat mit dem Liebsten, doch nochmal einen Profi auf meinen Kopf gucken zu lassen, denn mein Kopf erinnert mich an meine Weisheitszahn-OPs. Also auf zur Hausärztin, kurz vor Ende der Sprechstunde. Die untersucht mich und kann mich schonmal hinsichtlich Gehirnerschütterung oder Knochenbrüchen beruhigen. Wohl nur eine Prellung, also kühlen, schonen und bei Bedarf Schmerzmittel nehmen. Ich hole mir direkt noch welche aus der Apotheke, zuhause sind keine mehr, und sage die Abendverabredung dann auch ab.

Stattdessen lege ich mich wieder ins Bett, kühle mit einem Eis, bestelle mir thailändische Frühlingsrollen, Pad Thai mit gebackenem Hähnchen und gebackene Ananas mit Honig und verbringe den Abend ansonsten genauso wie den Tag. Dank Schmerztabletten ist es so eigentlich ganz gut auszuhalten.

21.07.2024 – Sunny Sunday

Ich erwache zum ersten Mal nach nur drei Stunden, einerseits weil die Blase drückt, andererseits weil ich beim Zeltaufbau die Neigung nicht richtig beachtet habe und das Zelt genau quer zum Abhang steht und ich quasi „unten“ liege und das gar nicht mal so bequem ist. Nach einem kurzen Ausflug hinter einen Baum und mit Hilfe eines Podcasts schlafe ich dann aber nochmal gute drei Stunden weiter, da wird es dann langsam zu heiß im Zelt und außerdem sind auch andere wach. Ich blogge fix und ziehe mich dann an und gehe zum Frühstück.

Viele sind schon abgereist oder gerade im Aufbruch begriffen, zumindest schmieden alle Pläne dafür. Ich auch und dann packe ich schnell meine Sachen zusammen, stelle meine Campingtasche ins Auto meiner Cousine und alles andere ins Auto meines Onkels. Große Abschiedsrunde, dann fahre ich mit Onkel, Lebensgefährtin und Cousin an den Strand – einen anderen diesmal, den am Gespensterwald. Es ist unheimlich heiß für die Ostseeküste, bis zu 31 Grad. Da kostet das ins Wasser Waten gar nicht sooo viel Überwindung.

Wir schwimmen raus bis zur Boje und wieder zurück, es herrscht ganz schön Strömung. Dann legen wir uns zum Trocknen in den Sand. Nächster Programmpunkt ist dann Mittagessen.

Seelachs in Bierteig, und Beilagen, alles frisch zubereitet und sehr lecker
Sanddornschorle und Sanddorn-Aprikosen-Kuchen
Tschüß, Ostsee!

Nach dem sehr guten Essen mit Meerblick lösen wir unser Auto am Parkplatz aus, was einige technische Schwierigkeiten bereitet und nach Gelingen leider noch beinhaltet, dass mein Gesicht und die Schranke einen unangenehmen Zusammenstoß haben. Autsch. Dann schnelle Fahrt nach Rostock, so dass ich den nächsten Zug nach Hause bekomme. Obwohl es recht voll ist, ergattere ich noch einen der letzten Sitzplätze. Zweieinhalb Stunden später steige ich aus und nochmal eine halbe Stunde später werde ich von den Katzen begrüßt.

Dann bin ich aber auch durch mit dem Tag, lege mich hin und telefoniere mit dem Liebsten. Alles scheint auf einen ruhigen Filmabend hinauszulaufen, bis die Eilmeldung von Bidens Rückzug aus dem Präsidentschaftsrennen eintrudelt. Die Realität ist mal wieder spannender als jeder Film und bis mir gegen 1 die Augen zufallen schaue ich Nachrichten-Livestreams und -ticker. Hoffen wir, dass diese Entscheidung den dringend benötigten Umschwung bringt!

20.07.2024 – Ein Fest

Ich erwache recht früh am Morgen, habe aber scheinbar trotzdem verschlafen, wie die Katze des Hauses (ein Kater, wie ich später lerne), irgendwann aufwachte und rauswollte. Da mein Cousin derjenige war, der die Tür zu unserem (des Katers und meinem) Schlafraum zugemacht hatte, als er ins Bett ging, ist es wohl nur recht und billig, dass er auch derjenige war, der diesen Missstand am frühen Morgen beheben musste. Ich nehme mir ausreichend Zeit für Lesen, Bloggen und Norwegisch (der Streak!) – die anderen Sprachen kommen morgen oder ab Montag wieder dran. Dann stehe ich auf und geselle mich zu den Anderen, die bereits fleißig am Frühstücken sind.

Es ist jetzt etwa halb 10 und schon ordentlich heiß, die Sonne brennt, aber man behilft sich mit Schattenplätzen, Sonnenschirmen und Co. Es werden Strandfahrbeschlüsse gefasst, aber heute schließe ich mich nicht an. Stattdessen lungere ich mit den anderen Hierbleibenden herum, erzähle und genieße die relative Ruhe, bis gegen Mittag der nächste Schwung Gäste ankommt, darunter mehrere Onkels und Tanten und noch ein Cousin, außerdem Bekannte von früher und heute. Es gibt viel zu erzählen. Das Frühstücksbuffet wandelt sich erst zu einem Mittagsbuffet, dann zu einem Kuchenbuffet und schließlich zu einem Abendbrotbuffet, während die Kinder ums Planschbecken toben.

Irgendwann wird das Lagerfeuer wieder entfacht, drinnen wird Musik aufgelegt, es gibt erst Tanzspielchen für die Kleinen und später Disco für die Großen. Irgendwann bin ich mit einer Gruppe von Menschen auf der Tanzfläche (Freund*innen des gastgebenden Cousins), mit denen ich schon vor 20 Jahren zusammen meinen eigenen Geburtstag gefeiert habe – da wohnten der Cousin und ich noch in der gleichen Stadt. Später gibt es den Moment, in dem mein Mitte-60-jähriger Onkel mit uns zu 80er-Jahre-Hits abgeht. Noch später sind ich, eine Cousine und zwei Cousins für eine Weile die einzigen und letzten auf der Tanzfläche. Nach Oasis gehe ich aber ins Zelt, da ist es fast 3 Uhr.

19.07.2024 – Familienzeit

Morgens kurz nach 5 bin ich wach, obwohl sogar die Kinder noch schlafen. Ich lese etwas und mir fallen auch immer wieder die Augen zu, aber sobald ich das Telefon weglege und mich zum Wiedereinschlafen einkuschele, bin ich wieder hellwach. Nach einer guten Stunde versuche ich es nochmal mit einem Podcast (über Kopfhörer, um die neben mir schlummernde Cousine nicht zu wecken) und das hilft dann doch, nochmal länger (und tiefer) wegzudösen. Leider nicht für länger, denn kurz nach 7 sind dann auch die Kindelein am Start, spätestens halb 8 ist die Nacht für alle Beteiligten endgültig vorbei.

Erstmal gibt es Tee für die Großen und Snacks und Unterhaltung für die Kleinen, dann werden Brötchen und Croissants geholt und es gibt ein ausführliches Frühstück. Bald danach fahren wir los zu einem nahegelegenen Strand, wo dann die Ostsee so richtig eröffnet wird (gestern im Haff war es eher flach, algig und quallig, der Badegenuss über den Erfrischungseffekt hinaus überschaubar). Nun also richtig Strand, mit etwas kühlerem Wasser, dafür weniger salzig, weniger algig und weniger quallig.

Nach einer ersten ausführlichen Badung gibt es erst Eis, dann Fischbrötchen und Pommes – auch mal außerhalb der Box denken! Ich probiere ein Heilbuttbrötchen, was ganz lecker ist und hoffentlich weniger Histamin hat als Matjes oder Bismarck.

Am frühen Nachmittag brechen wir wieder auf, es ist Zeit für den Mittagsschlaf. Das Kleinkind geht dafür ins Bett, die anderen lesen, dösen oder spielen – ich ratze nochmal zwei Stunden lang komplett weg, auf meiner Picknickdecke im Gras. Dann gibt es Kuchen, Obst und mehr Tee, bevor wir zum eigentlichen Anlass unseres Besuchs im Norden aufbrechen – die mehrtägige Geburtstagsfeier unseres Cousins.

Die findet in einem alten Gutshaus auf dem Land statt, das heute vor allem Kulturbetrieb bietet. Als wir ankommen sind schon eine Menge Leute da (der Cousin feiert gemeinsam mit zwei Freund*innen) und es gibt ein großes Hallo. Ich baue als erstes mein Zelt auf, später wird sich aber herausstellen, dass heute noch ein Bett frei ist, weil ein anderer Cousin erst morgen anreist.

Es gibt ein leckeres Buffet mit Chili, Salaten, Brot und Aufstrichen, viele Menschen in meinem Alter mit viel zugehörigem Nachwuchs, eine sehr lebensfrohe und wenig schüchterne Katze und später am Abend ein schönes flackerndes Lagerfeuer.

Gegen halb 1 ziehe ich mich in das freie Bett zurück, die Katze schläft fast die ganze Nacht über auf dem Sofa neben mir, toleriert meine Anwesenheit aber vorbildlich.

18.07.2024 – Roadtrip-Feeling und Vitamine Sea

Heute weckt mich der Wecker um 8, denn es gibt einen Zeitplan. Für die erste Stunde sieht er aber erstmal gemütliches Rumlümmeln im Bett vor, mit Internet Leerlesen, Bloggen und mit dem Liebsten Telefonieren. Dann aber geht es los, der Mitbewohner und ich jonglieren umeinander herum – beide müssen frühstücken, ins Bad und Sachen packen, beide werden für einen Trip gen Norden abgeholt – er zu einem Festival, wo er mit seiner Band auftritt, ich ans Wasser. Meine Mitfahrgelegenheit verspätet sich aber ein wenig, so dass ich noch genug Zeit habe, Sorbisch, Norwegisch und Italienisch zu machen. Bevor es dann auf die Straße geht, packe ich noch ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk aus, das wie die Faust aufs Auge passt.

Dann fahren wir los, aus Berlin raus und ab in den Norden. Das Autoradio ist alt, als wir aus dem Sendegebiet von radioeins raus sind, müssen wir auf CDs wechseln, konkret auf ein Best-of-Album von Simon & Garfunkel, was anderes ist nicht da. Fühlt sich nostalgisch an, wie Roadtrips früher. Zwischendurch eine Pause an einem Rasthof, mit Fish & Chips. Nach gut zweieinhalb Stunden kommen wir an im Bungalow am Wasser, begrüßen die anderen und hängen dann erstmal in und am Wasser rum – die Ostsee ist eröffnet!

Wegen der anwesenden Kinder gibt es ein frühes Abendessen und dann hinterher nochmal Aktivitäten draußen – Kleinkind mit Roller beaufsichtigen, das munter die Straße rauf- und runterwetzt zum Beispiel. Dann Sonnenuntergang gucken um halb 10.

Wieder drinnen geht das Kleinkind ins Bett und wir spielen noch ein bisschen Karten mit dem Großkind. Dann geht das auch ins Bett und wir bleiben mit Würfeln und Weinchen noch bis etwa Mitternacht wach.

17.07.2024 – Bits ‘n’ Bobs

Ein Tag ohne größere Vorhaben steht an, als ich schon wieder recht früh erwache. Die Katzen sind in ihrer Zuneigung gerade am frühen Morgen oft etwas stürmisch und irgendwie habe ich eine Noosakralle in der Nase, bevor ich überhaupt die Augen aufhabe – ganz lieb gemeint natürlich. Hmpf. Statt größerer Vorhaben kümmere ich mich heute um einige kleinere Dinge im Haushalt, mache z. B. meine Wanderschuhe „sauber“ bzw. befreie sie von den schlimmsten Dreckkrusten, damit ich sie demnächst im Urlaub nutzen kann. Ein paar vertrocknete Balkonpflanzen wandern in den Müll, ebenso einiges mehr, die Katzenklos duften wieder gut nach Streu, eine Geschenkkarte wird geschrieben… Sowas.

Zwischendrin Telefonat mit dem Liebsten und dem Teilzeitkind, dass sein Zeugnis in Empfang genommen hat. Nach eigenen Worten ist es „Das schlechteste Zeugnis, dass ich je hatte, aber ich war ja schon auf dem Gymnasium angenommen, deshalb hab ich mich nicht so angestrengt.“ Das Kind hat den bewährten Spruch seiner Oma tief verinnerlicht – ein gutes Pferd springt nicht höher, als es muss – und wird es noch weit bringen im Leben. Das schlechteste Zeugnis hat übrigens im Durchschnitt immer noch eine sehr stabile 1 vorm Komma.

In des Mitbewohners Mittagspause besprechen wir die nächsten Tage und Wochen, während er sein Essen zubereitet und isst. Als er wieder am Schreibtisch sitzt, koche ich mir Pasta al limone und verspeise diese zusammen mit Salat und Zitronenmelissengetränk auf dem Balkon.

Dann erinnere ich mich an meine eigenen guten Vorsätze und mache Mittagsschlaf – lang, tief und intensiv. Hinterher bin ich ganz düsig und entscheide mich dann achtsam, doch nicht noch mehr Dinge zu erledigen, sondern lieber drinnen zu bleiben und Filme zu gucken.

  • A Family Affair – harmlos nette Netflix-Komödie, kann man machen. Zac Efron war aber doch gerade noch ein blutjunger Teenager, der im High School Musical durch die Gegend hüpfte, wie kann der denn jetzt mit Nicole Kidman? Ich werde alt.
  • Spieleabend – deutsche harmlos nette Netflix-Komödie, zwischendurch bisschen platt, aber auch mit ganz interessanten Momenten drin.
  • Es ist nur eine Phase, Hase – deutsche RomCom mit Christiane Paul und Christoph Maria Herbst und da das Drehbuch von Malte Welding ist, ist die mehr als nett.
  • One for the Road – deutsche Tragikomödie über Alkohol. Darüber hatten Kurt Krömer und Freddy Lau schon in Feelings gesprochen und die ist wirklich gut – und natürlich thought provoking, wenn man mal kritisch ins eigene Umfeld guckt. Empfehlenswert!

Zwischen Film 2 und 3 mache ich mir Abendbrot, aus Reisnudeln, Spinat, Staudensellerie, Ei, Röstzwiebeln, Soja- und Sweet-Chili-Sauce.

Nach Film 4 ist es schon wieder ganz schön spät, der Mitbewohner kommt von seiner letzten Bandprobe vorm Festivalauftritt am Wochenende zurück und ich gehe ins Bett.