03.01.2025 – Zurück ins Weekend-Feeling, mit Politik, Essen und einem Liefer-Rant

Nach dem so produktiven Donnerstag fühlt sich dieser Tag wirklich wie ein Freitag an. Ich wache leider zu früh auf, aber danach wird es ganz angenehm. Allerdings steht nach gemütlicher Morgenroutine (samt Wiedereinnicken beim Versuch zu meditieren), Liebstentelefonat und Müslifrühstück erstmal ein Gang ins kalte Draußen an. Ich packe mich warm ein, nehme Tee im Thermobecher mit und stapfe dann bei Temperaturen um den Gefrierpunkt noch leicht müde Richtung Behörde in der Nähe. Hier habe ich um 11 einen Termin. Entspanntes, hilfreiches Gespräch mit einer freundlichen Dame, die sich nicht anmerken lässt, wie unangenehm es ist, heute arbeiten zu müssen – und dann noch in Präsenz.

Danach stapfe ich wieder zurück und setze mich gleich noch an den Schreibtisch und klicke mich durch Formulare der Behörde. Dazu trinke ich Glüh-Cider aus heißem Apfel-Birnen-Saft – in dem ich eine Gewürzmischung ziehen ließ, die mich einst aus einem Weihnachtspaket aus Nordengland erreichte – und höre Gwen Stefanis neues Album. Und weil ich dann schon wieder so im Flow bin, erledige ich gleich noch andere Dinge, schiebe Papiere hin und her und mache die Nacharbeit zu einem Webinar von vor Weihnachten. Dann ist es auch schon wieder fast 15 Uhr und ich mache mir Mittagessen und telefoniere das nächste Mal mit dem Liebsten, der auch Feierabend hat.

Vegane Teewurst, Gouda mit Forellenkaviar, Avocado mit Paprika-Creme, Karotten

Und weil dann so dieses Freitags-Feiertags-Wochenend-Gefühl einsetzt, entscheide ich mich, das Putzen auf morgen zu verschieben. Es wird ja auch schon langsam dunkel draußen.

Kurzer Einschub: Der Liefer-Rant

Ich habe in den letzten Tagen zwei Bestellungen getätigt, eine letztes Wochenende, in der Annahme, dass sie nach Neujahr ankommt, eine am Neujahrstag, die laut Händler dann am Sonnabend ankommen sollte. Es passierten die folgenden Dinge in chronologischer Reihenfolge.

  1. Montagmorgen: Bestellung 1 wird auf zwei Sendungen aufgeteilt, die jetzt schon am Montag kommen sollen.
  2. Montagabend: Am Montag wird die Zustellung nicht mehr geschafft, jetzt sollen sie am Dienstag kommen. Stresst mich, weil Silvester ist und ich nicht den ganzen Tag zuhause sein werde.
  3. Silvesternachmittag: Sendungen können heute nicht mehr zugestellt werden.
  4. Neujahr: Sendungsstatus unverändert – ist ja auch Feiertag.
  5. Donnerstag: Sendung 1 soll heute kommen, Sendung 2 wurde beschädigt und muss unverpackt werden. Bestellung 2 soll morgen schon kommen.
  6. Freitag: Sendung 1 wird zugestellt, Sendung 2 selber Status wie gestern (nachdem zwischendurch keine Informationen mehr verfügbar waren). Bestellung 2 konnte leider nicht zugestellt werden und wird in die Postfiliale gebracht. Dort kann ich sie mir abholen. Ab Montag. Nachmittag.

Jetzt weiß ich nicht, was da logistisch dahinter steckt, aber boah ist das nervig. Wenigstens kam die wichtigste Sendung an und die Katzen haben gerade rechtzeitig noch Futternachschub bekommen. Trotzdem unklar warum Bestellung 2 nicht zugestellt werden konnte, während ich zeitgleich Sendung 1 angenommen habe.

Einschub Ende

Es klingelt jedenfalls an der Tür während ich gerade den zweiten Meditationsversuch des Tages unternehme, bei dem ich wieder fast einnicke. Ich nehme beduselt ein vom Schnee leicht angeweichtes Paket Katzenfutter entgegen und gehe dann auf die Couch zurück. Jetzt dringend Schlaf nachholen!

Anderthalb Stunden später bin ich wieder wach und kann mich so langsam mit der Abendplanung beschäftigen. Unterhaltungsmäßig steht viel zur Auswahl. Ich habe mir den Film American Honey herausgesucht, meine Cousine spielt ein Neujahrskonzert, das man im Livestream verfolgen kann und im US-Repräsentantenhaus wird der neue Sprecher gewählt. Ich unterbreche den Film nach einer Weile, um kurz in das Neujahrskonzert reinzugucken, bevor es im Repräsentantenhaus spannend wird. Die namentliche Abstimmung nehme ich mir dann mit in die Küche, während ich aus den Kartoffelresten von gestern mein Abendessen koche.

Es wird eine Art pakistanisch-nepalesisches Kartoffelcurry – inspiriert sowohl von diesem oft erprobten Rezept als auch von den Kochgewohnheiten des ehemaligen pakistanischen Mitbewohners. Statt frischen Tomaten gibt es welche aus der Dose, statt frischem Dill weniger und gefrorenen. Ansonsten:

  • Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer und Kurkuma in Öl anbraten
  • Gemörserte Koriandersamen und grüne Chili hinzugeben (bei mir aus dem Glas und ein bisschen zu viel)
  • Gekochte Kartoffeln und Tomaten in Stückchen dazugeben und alles ziehen lassen
  • Mit Salz und Zitrone abschmecken, mit Joghurt (bei mir Quark) servieren.

Sehr lecker, ordentlich scharf, der Quark ist nötig. Nachtisch eine Orange und ein wenig Weihnachtsnaschi.

Johnson erhält im ersten Wahlgang nicht genügend Stimmen, es wird spannend. Während des Wartens auf weitere Entwicklungen springe ich wieder rüber zum Neujahrskonzert und bekomme da noch das Finale mit. Dann zurück ins Repräsentantenhaus. Doch nicht mehr so spannend, Johnson konnte zwei Abgeordnete überreden, ihre Abstimmung zu ändern und wird jetzt doch im ersten Wahlgang Speaker (unvergessen die 15 Wahlgänge letztes Mal).

Dann spricht aber erstmal Hakeem Jeffries für die Demokraten und hält eine gute Rede. Beachtlich, dass er jetzt davon redet, die Arbeiterklasse beschützen zu wollen, nachdem es im Wahlkampf nur um die Mittelschicht ging. Doch was gelernt, die Dems. Dann die Rede von Johnson – Amerika ist das einzigartigste und tollste Land der Welt, weil es so amerikanisch ist und wenn die Amerikaner nur weiter so amerikanisch wie möglich sind, wird die Welt am amerikanischen Wesen genesen oder so ähnlich. Wiederholung sämtlicher Wahlkampfversprechen von Trump, die man jetzt umzusetzen gedenkt, Mauer zu, fossile Brennstoffe, dazu viel Gott und Gebet. Christo-Faschismus endgültig an der Macht, nur wird Angst und Bange. Dann werden erst Johnson und dann die Abgeordneten eingeschworen (unspektakulär) und fertig ist das Gartenhäuschen.

Ich kehre zurück zum Film, der teilweise ein anderes Amerika zeigt. Aber auch wieder nicht so mitreißend. Nebenbei mache ich Kreuzworträtsel und weil das noch nicht fertig ist, als der Film zu Ende ist, läuft danach noch eine Folge Virgin River. Auch das holt mich nicht so wirklich ab. Gegen 1 gehe ich ins Bett und lese dann noch eine halbe Stunde in Weiches Begräbnis. Erstaunlich, dass ich mich aktuell besser auf Bücher als auf Bewegtbilder einlassen kann!

02.01.2025 – Auf, auf

Verrückt, ganz plötzlich sind die selbst auferlegten Ferien mental wieder vorbei und ich habe tatsächlichen Tatendrang. Ganz merkwürdig, wie stark das eigene Empfinden von äußerlichen Faktoren und gemeinschaftlicher Stimmung abhängt. Das Kindelein muss wieder in die Schule, das Jahr ist frisch und los geht’s. Es hilft vielleicht auch, dass ich ganz von allein und ziemlich ausgeruht kurz vor halb 8 aufwache, also direkt bevor jahrelang mein Wecker zur Sicherheit klingelte. Da heute kein Termin ansteht, klingelt er nicht, aber ich bin trotzdem wach und kann mich ganz entspannt der morgendlichen Internetrunde, dem Bloggen, dem Spielen, dem Sprachen lernen hingeben. Mit dem Liebsten wird natürlich auch telefoniert und dann stehe ich gegen 10 auf und koche mir ganz selbstfürsorglich erstmal ein Porridge mit gedünsteten Äpfeln und Rosinen, Zimt, Kardamom und Sternanis, dazu Kräutertee für das sanfte Aufwecken des Magens.

Erst danach schiebe ich das Koffein hinterher, heute in Form von einem Espresso Tonic, werfe die erste Waschmaschine an und sitze dann um 11 mit Getränk, Musik und Kater auf dem Schoß am Schreibtisch. Ich arbeite gute zwei Stunden konzentriert an einem Dokument, das ich für einen Termin morgen benötige. Zwischendrin Wäsche aufhängen, nächste Waschmaschine, nochmal aufhängen. Dann ist es kurz nach 1 und draußen lacht die Sonne.

Ich werfe mich also in Außenuniform, schnappe mir meinen Rucksack und gehe ins Draußen. Spaziergang durch den teils noch silvesterbemüllten Kiez – es scheint allerdings schon ordentlich aufgeräumt worden zu sein – und dann Einkäufe im Drogeriemarkt und im Supermarkt (heute mal ein anderer, das dortige Angebot checken). Schwer beladen kehre ich etwa eine Stunde später zurück. Dann nochmal fix ohne Rucksack hinüber zum Lieblingsnachbarn, der zwischenzeitlich das Dokument für mich gedruckt hat und dann ist es Zeit fürs Mittagessen. Jetzt weniger magenschonend, denn ich hatte neulich die Vision eines selbst gebastelten Hot Dogs und habe eben die passenden Brötchen und vegane Würstchen besorgt. Senf, Röstzwiebeln und saure Gurken hatte ich noch. Schmeckt sehr gut und einer reicht völlig, um das mittägliche Loch zu stopfen.

Irgendwo darunter ist ein Würstchen

Danach wusele ich ein wenig durch den Haushalt – hier wird die nächsten Tage ein bisschen Grund reingebracht werden, und als das Hot-Dog-Koma vorüber ist, setze ich mich wieder an den Schreibtisch. Ich schließe meine Buchhaltung fürs letzte Jahr ab und fange die für dieses Jahr an. Dann beschäftige ich mich nochmal knappe zwei Stunden mit einem Online-Kurs und friemele mir danach Erinnerungen für die Hausaufgaben und die nächsten Einheiten in den Kalender.

Hinterher ist es schon nach 7, aber irgendwie habe ich immer noch Schwung übrig und mache dann halt noch eine halbe Stunde Yoga. Bei dieser Einheit kann ich sogar fast alles mitmachen, wobei ich bei einigen Asanas halt mit dem linken Arm weniger weit komme, als angesagt. Läuft heute einfach. Danach ist endlich Zeit für Abendbrot und Feierabend. Ich mache mir Pellkartoffeln mit Leinölquark und Salat, suche mir einen Film für den Abend aus und telefoniere zum dritten oder vierten Mal heute mit dem Liebsten.

Gegen halb 9 gibt es Essen und dazu und danach gucke ich endlich mal Nomadland. Fängt gut an, aber leider reicht meine Konzentration dann nicht mehr, um den ganzen Film über oben zu bleiben, in der zweiten Hälfte habe ich wieder den Second Screen in der Hand, bzw. wird der Fernseher zum Second Screen. Als der Film vorbei ist, ist es fast 11 und nach einem letzten kleinen Ausflug zu TikTok und einem Dominostein als Betthupferl geht es dann rechtzeitig vor Mitternacht ins Bett, wo ich noch ein paar Seiten im Buch schaffe, bevor mir die Augen zu fallen.

01.01.2025 – Anfang

Ich wache zu früh auf, natürlich. Auf einer Luftmatratze neben dem Liebsten, das Teilzeitkind liegt anderthalb Meter weiter auf dem Bett. Daneben liegt sein Handy und das spielt leise, aber laut genug, Harry Potter und der Feuerkelch, gelesen von Rufus Beck. Irgendwann in der Nacht hat das Kind sich das angemacht und wie fast immer vergessen, einen Sleeptimer einzustellen. Ich schleiche mich schnell aufs Klo und mache auf dem Rückweg das Hörbuch aus. Dann lege ich mich nochmal hin und versuche, wieder einzuschlafen. Das klappt mehr schlecht als recht, aber ich muss doch wieder weggewesen sein, als der Liebste sich nochmal Stunden später das erste Mal rührt. Wenig später steht er auf und gesellt sich zu den anderen erwachsenen Frühaufstehern in der Küche. Alle Kinder und Teenager schlafen noch.

Bald darauf krabbelt das Teilzeitkind zu mir auf die Luftmatratze und schnappt sich mein Handy zum Spielen, ich lade derweil sein eigenes wieder auf, das nur noch 1 % Akku hat. Der Liebste kommt, bringt mir Kaffee und dem Kind O-Saft, und geht wieder nach unten. Ich folge ihm bald, denn ohne Handy habe ich hier oben nicht mehr viel zu tun. Unten werden noch Spuren der Nacht beseitigt, diverse Kaffees zubereitet und nach und nach die Leckereien fürs Frühstück herausgeholt. Alle sehen ein wenig lädiert aus, können aber schon wieder Witze machen.

Graved Lachs, Heringssalat, viele Vitamine

Nach und nach wird es in der Küche voller. Das Frühstück zieht sich angenehm lange hin und als wir irgendwann die Tafel aufheben ist es schon gegen 14 Uhr. Wir packen unsere Siebensachen, verabschieden uns und fahren zurück nach Berlin. Die Beiden setzen mich zuhause ab und ich wünsche den Katzen ein gesundes neues Jahr. Sie scheinen die Nacht gut überstanden zu haben, freuen sich aber über Futternachschub und Kuscheleien.

Ich versorge mich mit Getränken und Unterhaltung und begebe mich auf die Couch. Für einen Neujahrsspaziergang bin ich heute zu müde, außerdem dämmert es schon. Ich blogge, mache Italienisch und Französisch, schreibe mir statt Vorsätzen je eine „Need To Do“- und eine „Want To Do“-Notiz ins Handy. Einen der Want-Punkte gehe ich gleich an, mit Online-Recherchen und Termin-Abgleichen mit einer Freundin. Dann lege ich mich in die Badewanne, wasche den Dreck des alten Jahres ab, meditiere und schmiede weiter Pläne fürs Neue. Alles nur willkürlich, dieses Jahreswechsel- und Neuanfangsgefühl, aber weil so viele mitmachen, gibt es doch ein bisschen Extraschwung, den man ja mitnehmen kann.

Frisch gewaschen geht es zurück aufs Sofa, wo ich das erste Buch des Jahres auslese: Johanna Adorján: Ciao. Eine schöne Satire, bei der ich immer wieder schmunzeln muss und obwohl das Buch schon drei Jahre oder so alt ist, passt es immer noch sehr gut in aktuelle Debatten, etwa um alternde blondgelockte Moderatoren.

Dann esse ich aus Vernunftsgründen noch etwas, bleibe aber bei leichter Kost. Es gibt Couscous mit Spinat, nur mit Salz, Estragon und gutem Olivenöl gewürzt. Optisch kein Bringer, aber schmeckt gut und tut dem Verdauungsapparat auch gut.

Ich telefoniere noch einmal mit dem Liebsten, der das Kind heute früh ins Bett stecken muss, weil die Ferien schon wieder vorbei ist – ganz Berlin und Brandenburg sind empört über diesen Unfug. Dann fange ich direkt das nächste Buch an, den Schwung mitnehmen und so. Es wird Fang Fangs „Weiches Begräbnis“, das in der Onleihe gerade verfügbar ist. Ich lese bis etwa 11 auf der Couch, mache mich dann bettfertig, schaffe noch ein paar Seiten im Bett und mache dann kurz vor Mitternacht das Licht aus.

31.12.2024 – Der letzte Rest

Das war nicht so klug mit dem vielen Popcorn gestern und dem späten, unruhigen Schlafen, denn erstens bin ich schon um 7 wieder wach und zweitens habe ich den ganzen Tag über immer wieder Bauchschmerzen. Und das zu Silvester, hmpf. Ich starte dann auch sehr langsam in den Tag, wechsle irgendwann vom Bett auf die Couch und sammle auf dem Weg noch Müsli, frisch gepressten O-Saft und Tee in der Küche ein. Gegen Mittag raffe ich mich nochmal auf und gehe in den Supermarkt, ein paar Kleinigkeiten für die Party am Abend besorgen. Im Supermarkt herrscht natürlich Krieg und ich stehe ewig an der SB-Kasse an, aber ich höre nebenbei auch Podcast und habe es ja nicht eilig.

Danach weiter Herumsumpfen auf der Couch, während der Liebste und das Teilzeitkind in Südberlin Jambalaya kochen. Ich lasse mich von TikTok berieseln, veröffentliche meinen Jahresrückblick und bekämpfe die Bauchschmerzen mit Kirschkernkissen plus Katze drauf, mehr Tee und Fenchelsamen. Dann gibt es nochmal eine vorsorgliche zweite Stullenmahlzeit, bevor ich meine Siebensachen packe und mich in die bereits dunkelnde Silvesternacht wage. Es ist kurz vor 17 Uhr.

Ich fahre mit Tram und Tram fast bis in den Partykiez und lande beim besten Freund des Liebsten. Hier gibt es erstmal Kaffee und noch allseits letzte Partyvorbereitungen und Kostümverbesserungen. Als der Liebste und das Teilzeitkind eintreffen, ziehe auch ich mich um. „Peace & Love am Palmenstrand“ lautet das Motto, das von den Gäst*innen auf vielerlei Weise interpretiert wird. Der Liebste und das Teilzeitkind machen einen auf Beach Party, sein bester Freund geht als Hai, ich bin hippiesk aber auch strandtauglich gekleidet. Wir setzen uns in drei Autos und fahren hinaus nach Brandenburg, wo schon mal der Strand im Wohnzimmer ausgelegt wurde.

Hier treffen wir auf weitere Hippies, Surfer und einen Taucher samt Sauerstoffrucksack. Altersstufe grob zwischen 8 und 50, insgesamt etwa 40-50 Personen (?). Die Tanzfläche ist von Anfang an gut besucht, das Buffet reichhaltig, die Stimmung gut. Ich mache mit meinem Bauch immer mal wieder Pausen und halte mich auch beim Alkohol weitestgehend zurück. Wie immer sind die Teenies schon den ganzen Abend über draußen am Zündeln. Kurz vor Mitternacht kommen wir anderen dazu. Es gibt Sekt für alle Großen, Wunderkerzen für alle und wer Lust hat, bedient sich an den reichhaltigen Pyro-Vorräten. Ich habe keine Lust, stoße aber natürlich um Mitternacht an und gucke ein bisschen Feuerwerk.

Gemischte Gefühle bei diesem Jahreswechsel. Angesichts der Weltlage will sich kein großer Enthusiasmus einstellen, es ist mehr so ein „Muss ja“ in mir. Nach einer Weile gehen wir wieder rein und ab da wird es besser. Eine Klampfe wird rausgeholt und wir singen gemeinsam erst „With A Little Help From My Friends“ und „All You Need Is Love“ – fast alle machen mit und scheinbar ist das mit dem Zusammenhalt und Mit- statt Gegeneinander doch eine weiter verbreitete Stimmung, als ich bisher angenommen habe. Um danach wieder in den Partymodus zu kommen, wird als drittes „Rhythm Is A Dancer“ angestimmt. Direkt danach kommen wieder fette Bässe aus den Boxen und es wird nochmal ordentlich getanzt. Je nach Musik bin ich aktiv oder beobachtend dabei.

Das Kindelein wird sichtlich müder und kuschelt sich irgendwann auf meinen Schoß, bevor es gegen halb 2 Richtung Bett verschwindet, um sich „nur mal kurz auszuruhen“. Als ich kurz nach 2 ebenfalls die Segel streiche, schläft es tief und fest. Kurz nach halb 5 geht unten die Musik aus, der Liebste gesellt sich zu uns und auch alle verbleibenden Party People verschwinden in ihren Schlafstätten.

Was auch immer 2025 passiert, wir haben unser Bestes gegeben, um es standesgemäß zu beginnen.

30.12.2024 – Halb raus aus dem Bermuda-Dreieck

Gut geschlafen, bis kurz vor 9 der Liebste anruft – er sitzt schon eine ganze Weile am Schreibtisch und das Teilzeitkind feriengesetzgemäß vor dem Fernseher. Bin ich dann jetzt also auch wach. Und da ich heute wieder raus will aus dem Bermuda-Dreieck des Nichtstuns zwischen den Jahren, gehe ich als erstes raus auf den Balkon und hole mir eine eiskalte Mate, um den Wach-Effekt zu verstärken. Außerdem schmeiße ich wieder das Massagekissen an und lasse Nacken, Schultern und unteren Rücken nacheinander durchkneten, während ich die Runde durchs Internet drehe und sämtliche anderen morgendlichen Routinen erledige.

Irgendwann bin ich damit durch und mache dann etwas ganz verrücktes – nämlich noch vor dem Frühstück eine Runde Yoga. Wieder kann ich wegen Arm nur einen Teil der Asanas mitmachen, aber schon auf der Matte zu sein und mich darauf einzulassen tut gut. Inzwischen hat sich der Arm auch von den vielen Wasser-Übungen neulich erholt, so dass ich eine nächste Mobilierungsrunde wagen kann. Erst danach gibt es Frühstück – erst für die Katzen, dann für mich.

Die Crowdfarming-Avocados reifen erstaunlich langsam nach. Dazu Stollen, Apfel und weißer Tee

Nach dem Essen erledige ich Haushaltsdinge – das Chaos der letzten Rumsumpftage wird beseitigt, das Bett neu bezogen, der Müll runtergebracht, Wäsche zusammengelegt und neue gewaschen (Rauhnächte nicht bei mir). Dann ruft der Lieblingsnachbar an und wir drehen eine kurze Spazierrunde durch den Kiez. Er rekonvalesziert noch von einer Erkältung, mein Körper ist vom vielen Liegen noch ganz steif und außerdem ist ja immer noch schlechte Luft da draußen. Wir verschieben den ausführlichen Spaziergang ins neue Jahr, kehren aber noch kurz beim Haustierbedarf ein. Ich habe zwar Katzenfutternachschub bestellt, es ist aber unklar, ob der noch rechtzeitig eintrifft. Das von mir favorisierte gesunde Futter ist nicht vorrätig, also kaufe ich ein paar Tütchen weniger gesundes, aber hoffentlich leckeres, zur Überbrückung und als Ausgleich für das viele Feuerwerk.

Das nimmt im Laufe des Tages immer weiter zu – angefangen hat es ja schon vor Weihnachten. Wieder zuhause bin ich dann rechtschaffen platt und finde, dass es aktivitätsmäßig jetzt auch schon wieder reicht. Ich mache mir den Rest Nudeln von gestern warm, setze mich noch kurz für Erledigungen an den Laptop und versuche mich dann an einer neuen Serie, die mich aber heute nicht fesseln kann. Außerdem wird mir ziemlich kalt. Da ich heute eh noch in die Badewanne will, ziehe ich das jetzt einfach vor und mache mir außerdem noch einen wärmenden Hot Toddy mit dem vorletzten Rest einer Whisky-Flasche, die hier schon seit dem Irland-Urlaub vor zehn Jahren steht.

Ich liege etwa zwei Stunden in der Wanne (mit einmal heißes Wasser nachfüllen) und lese Helga Schuberts „Vom Aufstehen“ zu Ende. Sehr schön geschrieben, wo es um Alltag, Kindheitserinnerungen und die Beziehung zu Menschen geht, an anderen Stellen weniger mitreißend. Nach der Wanne ist es erst halb 9 und ich gehe im Schlafanzug nochmal auf die Couch. Zum „Abendbrot“ gibt es salziges Popcorn und den letzten Rest aus der Whisky-Flasche mit Ginger Ale. Dazu schaue ich endlich in die neueste Staffel Virgin River rein, aber auch die weiß mich nicht richtig zu fesseln, sondern läuft eher im Hintergrund mit.

Kurz vor Mitternacht wechsle ich dann hinüber ins frisch bezogene, warme Bett (morgens hatte ich endlich die Heizdecke unters Laken appliziert) und fange das nächste Buch an, das mir neulich am Wegesrand im Pberg zugelaufen ist. Es liest sich gut und irgendwann ist es schon 1. Da mache ich das Licht aus, kann aber noch lange nicht einschlafen. Popcorn ist zwar an sich nicht schwer, aber durchaus voluminös – vielleicht liegt es daran.

29.12.2024 – Immer noch im Dreieck

Habe ich gestern möglicherweise schriftlich bedauert, dass ich heuer nur so wenige terminfreie Tage zwischen den Jahren habe? Soll man wohl nicht machen…

Vom langsamen Hellerwerden des Draußens geweckt worden und sehr kuschelig mit den Katzen in den Tag gestartet. Es ist gar kein Problem, an die drei Stunden liegen zu bleiben und in den verschiedenen Ecken des Internets nachzusehen, was sich so getan hat, die täglichen Rätsel und Spiele durchzuarbeiten und das Soll in Babbel und Duolingo zu erfüllen. Nachdem ich mir neulich zum Black Friday schon das Babbel Lifetime Abo gegönnt habe (alle Sprachen, für immer, leider ohne die Live-Stunden), kommt heute dank Supersonderneujahrsangebot wieder Super Duolingo dazu. Das haben die gut vorbereitet, da sie die Möglichkeiten beschränkt haben, sich durch Üben Herzen zu erspielen und das Wiederaufladen der Herzen verlangsamt haben, so dass ich oftmals nicht genug Herzen für die Tagesaufgaben hatte und ich mich in meinem Lernpotenzial eingeschränkt sah. Dafür dann jetzt aber mit 60 % Rabatt, das kann ich mir dann doch gönnen, für etwas das ich täglich mit viel Verve betreibe. (Gerade vorm Bloggen noch bei Paul gesehen, dass es das hier gibt. Vielleicht gönne ich mir das dann nächstes Jahr mal – ich nähme auch Geschenke an!)

Außer der Internetrunde telefoniere ich auch mit dem Liebsten, lasse mir den verspannten Nacken vom Massagekissen wärmen und massieren und höre mich durch einiges im Und was machst Du am Wochenende?-Podcast, der unumwunden zu empfehlen ist und mich in den Shownotes schon wieder auf viele neue Wege führt. Als die Blase drückt stehe ich dann doch mal auf, füttere die Katzen und dann mich.

Mango, Mandarine, herzhafte Brote, Kräutertee

Bald darauf kommt die Nachricht, dass ein immer noch positiver Schnelltest auch den Zweittermin für die Familienweihnacht platzen lässt. Kurze Videokonferenz mit der Kernfamilie zur Entwicklung von Maßnahmen. Mama wird das bereits aufgetaute Tier zubereiten und dann wieder einfrieren. Der nächste mögliche Termin ist nächsten Sonntag, bis dahin sollte der Test dann auch wieder negativ sein. Daumen sind gedrückt. Ich informiere den Liebsten und das Teilzeitkind. Das Kindelein kann so mehr Zeit mit seiner Nachmittagsverabredung verbringen, der Liebste und ich können einen weiteren Tag herumschlumpfen – auch OK.

Zum Herumschlumpfen gehört ein bisschen Jahresplanung zu dessen Behufe ich u. a. mit dem Bruder schreibe und mit einer Rostocker Freundin telefoniere. Mein Mai/Juni wird interessant werden – hoffentlich in besserer Manier als dieses Jahr. Dann öffne ich die ARD-Mediathek, um einer Empfehlung aus den Podcasts-Shownotes zu folgen, sehe dann aber direkt die neue Ronja-Räubertochter-Serie aufploppen, auf die ich noch mehr Lust habe. Also los! Der Anfang ist Bild für Bild fast ein Remake der alten Verfilmung, die ich unzählige Male gesehen habe – selbst die Figuren sehen fast gleich aus.

Dann aber kommen nach und nach die Unterschiede. Ich bin kurz irritiert, dass Ronja blond ist und dann ganz froh, dass die Haare mit dem Alter nachdunkeln. Trotzdem hat sie dann die Birk-Frisur, was irritierend ist, während Birks Haare glatt und nicht rot sind. Cool ist, dass weitere Perspektiven und Handlungsstränge hinzukommen, auch wenn mir noch nicht ganz klar ist, wohin das am Ende führt. Ich bin jedenfalls sehr froh über viel Fan-Service (die Musik baut auf der von damals auf, nur die Räubertanzmusik ist richtig anders) und sehr erleichtert, als die Rumpelwichte auftauchen und „Wiesu denn bluß“ sagen und dass die Räuber weiterhin nackt durch den Schnee springen – möglicherweise hier aber ein Logikfehler, denn vorher badet Ronja drinnen und es gibt einen Brunnen, wieso dann das Schneebad? Ein zweiter Logikfehler scheint mir in der Geschichte um Mattis und Borka als Kinder zu liegen, aber ich will nicht spoilern. Egal, die sechs Folgen vergehen wie im Flug und jetzt müssen wir wohl alle bis zur neuen Staffel warten, damit Birk und Ronja endlich in die Bärenhöhle kommen.

Irgendwo mittendrin ereilt mich das nächste Hüngerchen, das auch nicht durch Weihnachtsnaschi befriedigt werden kann. Also mache ich mir Pasta mit Cannelini-Bohnen (und Knoblauch, Zwiebeln, Rosmarin, Peperoncini und etwas Tomatenmark) als spätes Mittag- bzw. frühes Abendessen. Dazu gibt es Wasser mit frischer Maracuja.

Und wie ich dann grad so am Serien wegbingen bin, gucke ich danach auch noch die dritte Staffel The Bear zu Ende und warte jetzt auch hier auf die nächste. Im Hinterkopf formieren sich derweil immer wieder reflektierende Jahresendgedanken, es wird wohl am Datum liegen. Möglicherweise kommt da die Tage noch was…

Als sehr späten Nachtisch gibt es dann noch heiße Pflaumen mit Vanilleeis und dem Rest Zimt-Marzipan-Eierlikör.

Danach geht es ins Bett, mit dem nächsten Buch vom Stapel. Ich schaffe die ersten paar Vignetten, dann holt mich gegen 1 Uhr endlich der Schlaf ein, der es tagsüber beim Bingen schon zwei-, dreimal versucht hatte.

28.12.2024 – Bermuda-Dreieck

Ich sah in diesem Internet, dass die Zeit „zwischen den Jahren“ als Bermuda-Dreieck bezeichnet wird. Versteckte Tage ohne Verpflichtungen, an denen nichts, was man tut Konsequenzen hat und niemand Datum oder Wochentag weiß. Von diesen Tagen bleiben mir dieses Jahr genau zwei, möglicherweise auch nur einer, der ist dann aber heute und will weidlich ausgenutzt werden. Laaaaanger Morgen im Bett, dann gibt es Frühstück auf der Couch. Die letzte heiße Schokolade aus dem Adventskalender ist dran, heute mit Pfefferminzgeschmack und Zuckerstangenstückchen. Dazu gibt es Bagel halb und halb – halb herzhaft mit Frisch- und Käse, halb mit Pistaziencreme – und Obst. Weil ich gestern im Vollsortiment-Supermarkt war, kann ich heute Kumquats und gelbe Pitahaya essen – und ein paar Stollenbröckchen gibt’s auch noch dazu.

Während des Essens stellt sich heraus, dass der Lieblingsnachbar kränkelt, also fällt auch die avisierte Spazierrunde als Termin flach. Draußen ist zwar Sonne, aber drinnen ist meine Couch. Im Nachhinein richtig so, die Luftqualität ist schlecht und man soll Bewegung in ihr meiden und auch nicht zu lange lüften. Dafür schmeiße ich den Luftentfeuchter an, der fleißig Dienst tut.

Und ich lese dann ganz in Ruhe Dmitrij Kapitelmans Eine Formalie in Kiew aus, das ich auf der Zugfahrt gen Westen begonnen hatte. Nachdem mir das Internet gestern wiederholt Lust auf Sushi gemacht hatte, gebe ich heute nach und bestelle mir eine großzügige Auswahl zum Abendbrot. Es gibt eine Rainbow Roll mit Lachs, Thunfisch, Red Snapper, Surimi, Avocado und Gurken, Shiitake-Maki, Maki mit Ikura-Kaviar und verschiedene Nigiris (Butterfisch, Surimi, Tintenfisch, Jakobsmuschel und Surimi). Sehr, sehr lecker, da bestelle ich wieder. (Exkurs: Der Liebste nennt Sushi Gollumfisch, weil ja nur Gollum gerne rohen Fisch ist – I beg to differ.)

Zum und nach dem Essen schaue ich endlich The Bear weiter – immer noch eine krude Mischung aus viel zu stressig und total wholesome. Aber eben auch immer mit gutem Essen. Gegen 1 gehe ich zurück ins Bett.

27.12.2024 – Nebeliges Italien-Feeling

Der Tag beginnt mit einem Wecker, weil der Urlaub des Liebsten vorbei ist. Erstmal verschrecktes Aneinanderkuscheln, aber kurz danach steht er auf und macht uns Kaffee. Während er dann losarbeitet, drehe ich meine Runde durchs Internet. Gegen 9 stehe ich auf und treffe das Teilzeitkind, das auch eben seinen Ferientag begonnen hat, auf dem Weg ins Bad. Ich koche uns Tee und dann frühstücken wir Stollen und Kekse und beschäftigen uns noch ein wenig mit den Weihnachtsgeschenken, während der Liebste tapfer am Schreibtisch sitzt.

Danach räume ich die Küche auf und beseitige 80 % der Spuren vom gestrigen Abendessen. Bald wird das Kindelein zu einer Aktivität mit der Mama-Familie abgeholt und ich bereite meine Rückkehr in den Pberg vor. Verabschiedung vom Liebsten und raus in die neblige Suppe, die heute bleischwer über Berlin liegt.

Zwei S-Bahnen tragen mich zurück in meinen Kiez. Auf dem Heimweg gehe ich noch in den Supermarkt (heute mal Vollsortiment statt Discount, man gönnt sich ja sonst nichts) und fülle meine Vorräte auf. Dann geht es nach Hause zu zwei hungrigen, kuscheligen Katzen. Ich packe aus, verräume Einkäufe, füttere die Biester und fünf Minuten später liege ich auf der Couch und die Katzen liegen auf mir wie so eine schnurrende Gewichtsdecke. Jetzt ist Chillzeit. Ich mache ausführlich Duolingo und Babbel bzw. Französisch und Italienisch. Dann knurrt mir der Magen und ich mache mir eine Art spanische Tortilla, mit Kartoffeln und Zwiebeln, dazu grüne Bohnen und Knoblauch-Chili-Sauce und gucke beim Essen den Teil von Vaiana nach, den ich gestern verschlafen habe.

Nach dem Film bin ich müde genug, um direkt einen längeren Mittagsschlaf einzulegen, der weiter hilft, die Schlafdefizite der letzten Tage auszugleichen. (Dabei war das Hotelbett so bequem!). Gegen 16 Uhr ruft der Liebste an und vermeldet Feierabend. Ab da bleibe ich dann wieder wach und schaue mir mal wieder Drei Haselnüsse für Aschenbrödel an. Das wurde in der Zeit mit dem Hasen Tradition. Ich denke an die (inzwischen ehemalige) Freundin des Hasenbruders, die großer Fan ist, den Film wahrscheinlich fünfmal pro Saison sieht und ebenfalls ein Faible dafür hat, ihren Tieren wohlklingende Namen zu geben.

Nach dem Film wird es langsam Zeit, umzuswitchen. Ich ziehe mich um, packe mein kleines Konzerttäschchen und gehe wieder hinaus in den Nebel, um mit S- und U-Bahn nach Tempelhof zu fahren.

An der Columbiahalle treffe ich eine meiner Berliner Cousinen samt einer Freundin und dann geht es mitten ins Gewühle. Erst ewig anstehen, um unsere Jacken loszuwerden, dann ewig anstehen, um Getränke zu organisieren (Es gibt Columbia Spritz aus Prosecco und Martini Fiero, stilecht mit Eis und Orangenscheibe). Dann suchen wir uns in der Menge ein Plätzchen mit okayer Sicht und ausreichend Platz und wenig später geht das Konzert der Crucchi Gang los. Deren Alben kannte ich schon länger, dann sah ich sie im Sonmer auf dem Immergut und beschloss, mir Tickets für heute Abend zu holen.

Ich werde nicht enttäuscht, das wird wieder ein wundervolles Konzert, auch wenn die Show fast die Gleiche ist, wie beim Immergut, bis auf ein paar andere Gäste und damit Songs. Francesco Wilking ist wieder herzzereißend glücklich auf der Bühne und führt so durch den Abend, dass er alle anderen mitnimmt. Es wird gesungen, getanzt und gelacht und in Erinnerungen geschwelgt. Nächstes Jahr muss ich nach nun zwei Jahren Pause wirklich dringend mal wieder nach Italien!

La Dolce Vita
Solo Una Parola
Al Mio Locale
Mille Rose
Azzurro

Endlich auch mal (einen Teil von) Von Wegen Lisbeth live gesehen! Dabei fällt mir direkt wieder ein, wie ich vor ein paar Tagen im Auto ein großartiges Gesangsduett mit dem Nifftenkind hatte, das mit seinen fast fünf Jahren Bridge und Refrain von Wenn Du Tanzt auswendig mitsingen kann:

Schließt die Schulen dieser Stadt, weil es keinen Sinn mehr hat /
Noch ein Weltbild zu vermitteln, das schon durch das kleinste Schütteln /
Deines linken Schulterblatts einfach so zusammenkracht /
Und nur Schutt und Asche ist, wenn du dann am Tanzen bist.

Denn dass /

Diese Welt nicht zusammenfällt, liegt nur
Allein an deinen Beinen /
Dass diese Welt nicht zusammenfällt, liegt nur
Allein an deinen Beinen /

Dass diese Welt nicht zusammenfällt, liegt nur
Allein an deinen Beinen /
Dass diese Welt nicht zusammenfällt, liegt nur
An deinen Beinen, wenn du tanzt.“

Nach dem Konzert legt auch, wie davor, Eric D. Clark auf, der den Älteren unter uns noch mit seinem Hit From Disco To Disco bekannt ist. Passend zu unserem Alter hört er aber auch gegen halb 12 auf, so dass wir uns gesittet auf den Heimweg begeben können. Kurz nach Mitternacht liege ich im Bett und höre im Kopf noch weiter Italo Pop, bis ich einschlafe.

26.12.2024 – Heute wieder Weihnachten

Nach etwa acht Stunden brutto sehr erholt aufgewacht, ein ganz vergessenes Empfinden. Ich kuschele mit den Katzen, drehe die Morgenrunde durchs Internet, blogge, lerne Sprachen, telefoniere mit dem Liebsten, mache den ersten Podcast des Tages an (Alles gesagt mit Hape Kerkeling) und irgendwann werden die Tiere unruhig, die Blase drückt und ich stehe auf.

Zum Frühstück gibt es Müsli mit Filmjölk und Apfel und die vorletzte heiße Schokolade aus dem Adventskalender – mit Zimt. Ich liege dann einfach auf der Couch weiter, bis es Zeit wird, meine Sachen zu packen und schon wieder das Haus zu verlassen. Irgendwo zwischen Tram und U-Bahn zu meinen Eltern ist der Podcast zu Ende und ich wechsle zu Und was machst Du am Wochenende mit Olaf Scholz. Bei den Eltern nur ein kurzer, bemaskter Stopp zum Abholen des Stollens, den meine Mama vorher bemaskt geschmiert hat – Covid ist ein Arschloch. Hoffentlich ist Sonntag alles wieder negativ, so dass wir dann unser Familienweihnachten nachholen können.

Mit Bus und S-Bahn geht es weiter nach Südberlin, Feelings mit Sönke Wortmann zu Ende hörend, bei dem ich gestern im ICE eingeschlafen war. Das reicht genau bis vor des Liebsten Haustier. Er hat schon die Geschenke unter den Baum gelegt und ist bei den Essensvorbereitungen. Gemeinsam lassen wir die Ente zu Wasser in den Ofen, decken den Tisch mit Stollen und Plätzchen und warten aufs Teilzeitkind.

Das kommt dann auch bald an und erzählt uns bei Tee und Süßkram von den letzten Tagen. Auf dem Fernseher laufen im Hintergrund die versammelten Super-8-Erinnerungen aus des Liebsten Familie, die wir gestern auf einem USB-Stick mitgebracht haben. Bald kommt auch die Mitbewohnerin nach Hause und draußen wird es dunkel – Zeit für Bescherung Nummer 2. Mitbewohnerin und Teilzeitkind sind sehr begeistert von ihren Geschenken – alles richtig gemacht. Dann kümmern wir uns um Rotkohl (aus dem Glas, wir hatten doch keine Zeit), Klöße und Sauce und schon ist es Zeit fürs Abendessen.

Zum Nachtisch gibt es einfach Schokopudding mit Obst. Danach schauen wir zu viert noch Vaiana (Das Kindelein geht nach den Ferien mit der Klasse Teil 2 im Kino sehen und kennt Teil 1 noch nicht.), wovon ich eine knappe Stunde im Mittelteil komplett verschlafe – das muss ich dann also demnächst nochmal nachholen. Hinterher gucken der Liebste und das Teilzeitkind noch zwei Folgen Percy Jackson und ich schaue mir im Bett noch die Hape-Kerkeling-Doku an, auf die heute morgen im Podcast so viel referiert wurde. Schlafenszeit!

25.12.2024 – Weihnachtspause

Während die internationale Timeline heute weihnachtsmäßig erst so richtig aufdreht, pausieren wir in dieser Hinsicht ein wenig. Kurz nach 9 treffen wir uns zum Hotelfrühstück, das aber auch schon etwas weniger ausschweifend ausfällt – kein Sekt diesmal und keine Weißwurst, nur zwei statt drei Gänge ans Buffet. Ich bin immer noch voll von gestern und vorgestern und vorvorgestern und außerdem hundemüde, nachdem ich heute Nacht schon wieder zwei Stunden wach gelegen habe. Nach dem Frühstück packen wir, checken aus und fahren nochmal zu den Liebsteneltern.

Familiäres Herumlungern, Arbeit an technischen Geräten, Nifftenkindbespielung… Ich bekomme noch ein Buch geschenkt (Es wird gerade entrümpelt.) und dann ist es auch schon Zeit, sich zu verabschieden. Wir rollkoffern zum Bus, fahren zum Bahnhof, holen uns noch Kaffee und Brezel als Proviant und steigen dann fast pünktlich in den Zug nach Berlin. Auf reservierten Plätzen sitzen wir, hören jede*r unsere eigene Unterhaltung, zeigen uns zwischendurch Memes und schlafen beide irgendwann ein. Vier Minuten vor der geplanten Ankunft sind wir am Hauptbahnhof. Wir fahren noch gemeinsam eine Station S-Bahn, dann steigt der Liebste aus und fährt nach Südberlin. Ich fahre noch ein Stück weiter und fahre dann mit der Tram zurück in den Pberg.

Auf dem Heimweg mache ich für eine Familie ein Foto, die sich grad nach dem Weihnachtsbesuch von der Oma verabschiedet. Im Briefkasten liegt die Weihnachtspost – eine Karte von meiner Versicherungsmaklerin. Oben dann warten die Katzen und sind ganz aus dem Häuschen, dass ich wieder da bin. Sie bekommen jede Menge Futter und dann liege ich endlich auf der Couch. Kurzer Check-in mit dem Liebsten und dann Füße hoch und Bauch nach oben.

Fürs Unterhaltungsprogramm fiel mir auf dem Rückweg Mio, mein Mio ein, als ich so im Dunkeln durchs Viertel lief. Den wollte ich eh schon lange wieder sehen und in meiner Erinnerung ist zumindest der Anfang weihnachtlich. Weil die Katzen auf mir liegen, kann ich aber nicht aufstehen und zum DVD-Regal gehen, also suche ich mir eine Streaming-Variante online, die dann auf Englisch ist – Premiere für mich. Weihnachtlich ist es nicht, der Beginn spielt im Herbst, mit Drachensteigen. Aber schön ist es doch. Allerdings deutlich düsterer und gruseliger, als ich es in Erinnerung habe. Jetzt verstehe ich, warum der Liebste den jahrelang zu heftig für das Teilzeitkind fand. In meiner Erinnerung war der herzerwärmende Teil des Films deutlich präsenter.

Nach dem Film mache ich mir ein leichtes Abendbrot (vorher hatte ich überlegt, mir irgendwo einen einfachen Salat zu bestellen, es ist ja wenig im Haus). Da heute der erste Abend von Channuka ist, entscheide ich mich für ein bisschen Jiddischkeit und belege mir einen Bagel mit verschiedenen Schmierungen. Butter und Forellenkaviar, Frischkäse und süßer Hering, Paprikacreme mit Radieschen und vegane Teewurst mit saurer Gurke. Dazu noch mehr Radieschen und einen Apfel – fertig ist die Laube.

Zum und nach dem Essen gucke ich noch ein wenig auf YouTube herum. Ich schaue das Gespräch zwischen Angela Merkel und Barack Obama über ihr Buch zu Ende, das ich gestern Abend angefangen hatte, dann ein aktuelles Bloomberg-Interview mit Alice Weidel und schließlich einen Video-Podcast mit Robert Habeck. Den dann allerdings schon von der Badewanne aus. Gegen 23 Uhr gehe ich ins Bett. Ich gehe noch mein Schlafproblem an, in dem ich einen neuen von der Krankenkasse finanzierten Kurs für erholsamen Schlaf beginne und schlafe dann gegen Mitternacht ganz wundervoll ein. Morgen ist wieder Weihnachten!