12.07.2025 – Rainy Day Woman

Ich erwache zu Regen und die Wettervorhersage lässt für heute auch nicht viel anderes erwarten. Das passt ja eigentlich ganz gut zu so einem freien Wochenendtag. Und natürlich ist der Regen gut, nach all der Dürre. Wie wir aber wissen, wäre öfter und gleichmäßiger Regen viel besser und gesünder für alles. Und noch mehr und: Ich freue mich auch schon wieder auf die Sonne und die sommerlichen Temperaturen, die für die nächste Woche angesagt sind. Verdammtes Paradoxon…

Heute jedenfalls erstmal ganz groß Gemütlichkeit. Ich mache mir ein Wochenendfrühstück mit allen Schikanen (Frühstücksei, Milchkaffee, schwarzer Tee, Bagel mit veganer Schinkenspicker bzw. Butter und Honig, Radieschen, Joghurt mit den letzten Erdbeeren und einem Pfirsich) und esse das warm eingekuschelt auf dem Balkon, während ich in den Regen hinausgucke.

Dann telefoniere ich mit dem Liebsten, der mich auf Ideen bringt und habe kurz einen Anflug von Aktivität, es gäbe heute noch ein Konzert in Potsdam und dazwischen könnte man ja auch noch Kunst gucken gehen. Aber dann fällt mir ein, dass an einem regnerischen Sommersonnabend in Berlin die Galerien bestimmt voller Tourist*innen sind und dass es auch in Potsdam regnet und ich kuschele mich tiefer in meinen Liegestuhl und verwerfe die Aktivität.

Aber an den Schreibtisch setze ich mich dann doch noch kurz, es gibt ein paar Kleinigkeiten zu regeln. Danach beäuge ich Regenradar und Paketverfolgung und schleiche mich kurz zum Supermarkt, ein paar Kleinigkeiten kaufen. Dabei werde ich nur benieselt, das ist OK. Wieder zuhause geht es mit Tee und Musik in den Sessel. Heute fühle ich mich seelisch gefestigt genug, um mir die drei Stunden Doku über globalen rechten Terror, organisierten Hass im Netz und die Zusammenhänge sowohl mit Donald Trump als auch den Reichsbürgern und anderen Faschos in meiner Heimatregion anzuschauen. In der letzten Folge geht es auch um den Widerstand und da kommen einige unterstützenswerte Leute vor, die ich zum Teil in echt und und zum Teil aus dem Internet kenne. Nichts davon ist wirklich ganz neu, aber so geballt ist es nochmal heftig und ich finde es immer schwieriger, über Trump (und Merz, Spahn & Co.) zu lachen.

Resteessen (Chana Masala) an Doku und Noosa

Nach Doku und Mittagessen ist Lesezeit. Ich lese Wir kommen zurecht von Annika Büsing zu Ende und kann eine Empfehlung aussprechen. Ist aber richtig, dass ich mir das Buch mitgenommen habe – deutscher Problemroman ist nicht das Genre des Liebsten, genauso wenig wie deutscher Problemfilm. Zwischendurch klingelt es und meine Crowdfarming-Kiste kommt an. Nachdem sie gestern fehlgeleitet wurde muss ich heute einen der Pfirsiche direkt entsorgen und ein paar angrenzende direkt essen. Boah sind die lecker, fast so aromatisch wie Weinbergpfirsiche, nicht zu vergleichen mit Supermarkt-Plattpfirsichen!

Plattpfirsiche, Pflaumen, Melone und eine aufgegangene Tüte Pistazien

Als das Buch zu Ende ist, mache ich mir dann auch noch Abendbrot – es gibt Salat aus Romana-Salat, Radicchio, Tomaten, Avocado, Aprikosen und Büffelmozzarella mit einem Dressing aus Olivenöl, Balsamico, Knoblauch, Basilikum und Ahornsirup.

Den Abend bestreite ich dann mit zwei Filmen aus dem DVD-Regal. Das Wetter ist danach und irgendwie fehlt mir das Interesse an der Fußball-EM. Stellt sich heraus, dass ich weniger Fußball-Fan als Event-Fan bin und bis auf ein paar Posts auf Social Media findet diese EM in meinem sozialen Umfeld (und in den großen Medien) kaum statt. Also alte Filme. Ich fange mit Garden State an, den ich schon lange nicht mehr gesehen habe und der mich immer noch nicht vom Hocker reißt. Sorry, aber ich bin in dieser Dichotomie Team Elizabethtown, den kann ich immer wieder sehen.

Danach noch Ferris Bueller‘s Day Off, nachdem der Liebste und das Teilzeitkind den letztes Wochenende gesehen haben/sehen wollten. Ich will ja mitreden können und habe den auch nur ein einziges Mal vor ewigen Zeiten gesehen. Wirklich unterhaltsam, aber ich hoffe, das Teilzeitkind nimmt sich kein allzu großes Beispiel an Ferris, habe aber da so meine Befürchtungen. Gibt es Studien, wie der Film das Schwänzverhalten in den 80ern beeinflusst hat? Wenigstens weiß ich jetzt, warum der Liebste letztes Wochenende so enthusiastisch zu Twist and Shout getanzt hat, obwohl er sonst nicht als Beatles- oder Isley-Brothers-Fans auffällt…

11.07.2025 – Bewegung und Gespräch, überraschend viel Zitronengras und Obst

So ein Wecker für halb 8 macht also heute, dass ich halb 7 munter werde. Weil ich denke, dass ich den Wecker für 7 gestellt habe, bleibe ich einfach wach und starte den morgendlichen Reboot, nur um dann um 7 festzustellen, dass sich nochmal einschlafen vielleicht doch gelohnt hätte. Egal. Da die Mitbewohnerin kurz nach 7 aufbricht, traue ich mich kurz danach, für das Frühstück den Mixer anzuwerfen. Ich bereite einen Matcha zu und nutze diesen als Flüssigkeit um Erdbeeren zu pürieren. Eiswürfel und Hafermilch dazu, nochmal durchmixen, fertig ist ein Strawberry Smoothie Iced Matcha Latte. Dazu gibt es Bagel mit Mandelcreme und Honig bzw. Blutorangenmarmelade (inspiriert von den Honigbrötchen, die Momo bei Meister Hora vorgesetzt bekommt – ich könnte viel öfter Honig essen!).

Das frühe Aufstehen macht, dass ich ohne Hektik und mit fast komplettem morgendlichen Reboot das Haus verlassen kann, auf dem Weg zur Tram mit dem Liebsten telefoniere und dann mit Tram und U-Bahn bis zum fancy Fitnessstudio fahren, einchecken, mich umziehen und noch ein paar Minuten vor einer massierenden Whirlpool-Düse sitzen kann, bevor kurz nach 10 der AquaFitness-Kurs beginnt. Spannender Kurs heute, mit ordentlich viel Italo Disco zum Einstieg und einem Fokus auf Bewegung ohne zu viel auf der Stelle zu rennen, das tut dem Fuß gut. Erst gegen Ende (und erst nach der Schulter) fängt er ein bisschen an zu meckern. Hinterher schwimme ich noch zwei Bahnen, dann wechsle ich vom Schwimm- ins Dampfbad. Im Ruheraum hinterher (der hier leider wenig ruhig ist), lese ich weiter in Füreinander sorgen und entscheide mich dann nach etwa einer halben Stunde, weitere Saunagänge für heute bleiben zu lassen und mir stattdessen noch ein Mittagessen zu gönnen.

Wieder draußen setze ich mich erstmal auf eine Parkbank und telefoniere mit dem Liebsten, dann erkunde ich die Mittagsoptionen in der Nähe. Das günstige Business-Lunch-Running-Sushi von früher ist der Pandemie zum Opfer gefallen, aber eins meiner anderen Lieblingsrestaurants aus alten Bürozeiten ist noch da und so lenke ich meine Schritte zum vormals „geheimen Laoten“. Die Bento Box gibt es immer noch, kostet nur wenig mehr als früher und ist immer noch erstaunlich bezahlbar. Ich packe mir Laotisches Curry, vietnamesischen Glasnudelsalat mit Rindfleisch, Lachs- und Avocado-Maki hinein und dazu gibt es wie früher hausgemachten grünen Eistee mit Limette, Zitronengras und Ingwer.

All das für 15 €!

Es schmeckt hervorragend, auch wenn das laotische Curry etwas weniger raffiniert ist als früher. Möglicherweise ging mir das letztes Mal schon so und ich habe es nur vergessen? Oder sie haben einfach am Zitronengras gespart. Am Nebentisch typische Mittagspausengespräche von Menschen, die trotz Freitag heute kein Homeoffice haben – spannend. Dann ruft die Liebstenschwester an und ich gebe Tipps für den Berlinbesuch nächste Woche. Und es gibt einiges an Benachrichtigungen und Nachrichten abzuarbeiten, die aufgelaufen sind, während ich im Gym war. (Hier in Mitte fühlt es sich falsch an, Fitti zu sagen…) Die Regierungskoalition ist möglicherweise dabei, sich selbst zu zerlegen, es ist alles wenig erbaulich – bis auf die Reaktionen der bündnisgrünen und linken Fraktionsspitzen. Das wird noch spannend werden, hoffentlich nicht zu spannend.

Nach dem Essen laufe ich zu meinen Eltern und gucke nach Post und Blumen. Ich nehme eine Anrufbeantworternachricht per Sprachnachricht auf und schicke sie weiter nach Nova Scotia. Sind die Dinger doch noch für was gut. Dann einmal kurz ausruhen und mit der Lichtenberger Freundin besprechen, was wir mit unserem heutigen Treffen genau anfangen. Im Anschluss gehe ich wieder los – durch den Regen, mal wieder – und hole im vietnamesischen Späti noch Obst und eine Mate mit Pfirsich-Zitronengras-Geschmack, bevor ich mit U- und S-Bahn nach Lichtenberg fahre.

Bei der Freundin geht es dann für etwa sieben Stunden einfach aufs Sofa. Die Knochen sind müde und wir haben uns viel zu erzählen. Nebenbei snacke ich ein Pfund Sauerkirschen und mindestens vier große Aprikosen weg (und eine Handvoll gesalzene Erdnüsse) – ich brauche dann heute kein Abendbrot mehr. Gegen 10 mache ich mich auf den Heimweg, der heute ungewöhnlich lange dauert. Der Fußgängertunnel am Ostkreuz ist gesperrt, ich muss einen längeren Umweg machen. Dann fährt die Ringbahn nicht und bevor ich jetzt ewig nach dem Schienenersatzverkehr suche, fahre ich stattdessen zum Alex und nehme von dort die Tram. Bis ich gemütlich im Bett liege vergehen so fast anderthalb Stunden statt der erwarteten Dreiviertelstunde. Mehr als 13.000 Schritte stehen zu Buche, hallo Fuß! Ich lese dann noch weiter im Roman und mache witzigerweise genau um Mitternacht das Licht aus.

10.07.2025 – Lese, lese

Der Tag beginnt jäh mit einem Anruf des Liebsten, der sich melden will, bevor er in sein erstes (sehr frühes) Meeting muss. Und weil ich dann schon mal wach bin, mache ich mir vor allem anderen einen Iced Matcha Latte (mit Holunderblütensirup) und kuschele mich draußen warm eingemummelt auf den Balkon. Hier lese ich das Internet leer und blogge, während die Sonne höher und höher steigt, bis ich die Decke weglegen muss. Dabei kommt mir auch eine Antwort E-Mail des Bekannten von früher unter, hätte ich mir doch denken können, dass eine Trekkie-E-Mail-Adresse von GMX auch 25 Jahre später noch in Gebrauch ist – sehr schön.

Dann ist es Zeit für Frühstück – ich mache mir einen Avo-Bagel, wie er unten im Café heißt – Bagel mit Avocado, Ziegenkäse, Radicchio und Tomaten, dazu Radieschen, Pfirsich, Erdbeeren und vietnamesischen Kaffee. Mehr Koffein!

So gestärkt bin ich bereit für Französisch, Italienisch, Rätsel und dann ist es auch schon Zeit für das erste Webinar des Tages, das ich auch auf dem Balkon wahrnehme. Währenddessen bedeckt sich der Himmel und dann fängt es an zu regnen. Erst sanft, dann monsunartig, aber schnurgerade nach unten, so dass ich weiterhin trocken sitze. Nimbin schläft auf mir, die Blase drückt, aber was soll ich machen? Dann kommt mir der Wettergott zu Hilfe, schrägt den Regen an und fügt Hagelkörner hinzu. Nimbin erwacht unwirsch und geht nach drinnen, jetzt kann ich auch und außerdem den Laptop in Sicherheit bringen.

Der Regen kommt mir auch ganz gut zupass, weil ich eben anfing, darüber nachzudenken, Dinge zu erledigen, für die ich rausgehen müsste. Das geht jetzt natürlich nicht. Stattdessen gebe ich einen Impuls von heute Morgen nach. Da las ich nämlich bei Leitmedium über die Computerbezüge in Momo und dass es bald einen neuen Momo-Film geben wird. Und ich beschloss, dass ich das Buch nochmal lesen muss. Der Moment ist dann also jetzt. Ich mache es mir im Sessel bequem und lese los und wie erwartet ist da auch heute noch viel Schönes dabei und ich stelle nicht nur Bezüge zu Zeit her, sondern auch „ganz aktuell“ zu KI. Denn „die ganze Zeit, die wir sparen, die wird uns gestohlen“, das galt damals wie heute und heute vielleicht noch mehr als damals. (Den Bezug zu Geld, der auf Wikipedia hergestellt wird, den erkenne ich überhaupt nicht und lese ihn dann später ganz erstaunt.) Ich lasse mir heute jedenfalls keine Zeit stehlen, sondern lese das ganze Buch von vorne bis hinten in Ruhe durch.

Als der Hunger sich wieder meldet, mache ich mir pakistanisches Chana Masala nach diesem Rezept, von dem der Ex-Mitbewohner mir im Nachgang die Authentizität bescheinigt. Ich muss nur ganz wenig abändern – statt Garam Masala nehme ich Dal Masala, das Lorbeerblatt muss ich weglassen, statt Curcuma habe ich komischerweise so komisches gelbes Currypulver da und statt frischem Koriander nehme ich tiefgefrorenen. Ansonsten passt es, Minze für den Joghurt habe ich auf dem Balkon. Es wird sehr lecker und ich esse eine große Portion und habe dann noch mal mindestens so viel für morgen übrig.

Lesekatzen sind eine gute Gesellschaft

In einer Lesepause hole ich das Katzenorakel raus, das mir die beste Freundin zum Geburtstag geschenkt hat, und finde eine passende Karte für heute. Noosa und Nimbin sind einverstanden.

Ansonsten wird die Lektüre vor allem durch Telefonate mit dem Liebsten unterbrochen, durch ein Gespräch mit der heimkehrenden Mitbewohnerin, die mir ein Salted-Caramel-Eis schenkt, durch Planungen für den morgigen Tag und ein weiteres Webinar um 18 Uhr. Kurz nach 20 Uhr bin ich durch mit dem Buch. Dann mache ich mir eine Snackplatte zurecht (Salzstangen, Spreewaldgurken, vegane Schinkenspicker, vegane Köttbullar) und vertiefe mich wieder in den aktuellen Roman. Gegen 23 Uhr wechsle ich ins Bett. Ein guter Tag!

09.07.2025 – Durchatmen

Diese Woche lässt sich wirklich sehr ruhig an, im Vergleich zu den vergangenen terminreichen und auch mit Blick auf die kommende, die sich schon wieder ordentlich mit immerhin Schönem füllt. Heute am frühen Morgen gibt es eine kleine Ausnahme, weswegen der Wecker auf 7 gestellt ist. Ich wache aber schon halb 7 auf und habe so genug Zeit für gemütliches Wachwerden und rebooten, sogar mit (frösteligem) Balkonfrühstück und Bloggen, bevor ich los muss.

Müsli mit Erdbeeren, der Rest O-Saft, Ostfriesentee mit Mascarponesahne

Nach dem besonders gründlichen Zähneputzen geht es durch kühles morgendliches Grau zur Tram, den Liebsten am Telefon dabei. Zwei Tramfahrten später bin ich bei der Zahnärztin und dann werden die beiden letzte Woche beanstandeten Füllungen erneuert. Weil die Ärztin am Anfang sehr zaghaft mit der Schmerzmittelspritze ist, muss noch zweimal nachgespritzt werden, was ein bisschen ärgerlich ist und länger als sonst nachwirkt. Ansonsten aber alles fein und nebenbei sehr lustig, als sich die Zahnärztin und die Zahnarzthelferin über alles mögliche unterhalten. Habe jetzt Lust, den Instagram-Account der Zahnärztin zu finden, aber leider steht ihr Name noch nicht auf der Seite der Praxis, die schon länger nicht aktualisiert wurde und noch eine Vorgängerin zeigt. Mal den Bruder fragen, ob er ihn weiß.

Nach ziemlich genau einer Stunde sind wir fertig und animiert von den Gesprächen der Beiden beschließe ich, nach Hause zu laufen und „Schritte einzusammeln“, obwohl es draußen feinen Sprühregen gibt. Ist ja gar nicht mehr so kalt jetzt. Dank Zauberstiefel an den Füßen und Podcast auf den Ohren geht der Weg schnell und gut vorbei und ich kann unterwegs sogar noch ein paar frische Lebensmittel im Supermarkt einkaufen.

Mittag essen geht hingegen noch nicht, die Betäubung wirkt noch. Also setze ich mich erstmal an den Schreibtisch und nehme am heutigen Webinar teil, während der Magen langsam anfängt zu knurren. Danach darf ich offiziell wieder essen, merke die Betäubung aber immer noch ein bisschen. Egal, es wird Zeit! Es gibt Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl und Frühlingszwiebeln, dazu Spreewaldgurken, ein paar vegane Köttbullar und Obst zum Nachtisch.

Danach arbeite ich die heutigen Französisch- und Italienisch-Aufgaben nach und werde schrecklich müde. Ein Mittagsschläfchen muss her. Hinterher ist die Betäubung endlich ganz weg und mit einem vietnamesischen Kaffee gestärkt bin ich wieder fit genug für den Schreibtisch. Ich mache mir eine passende Playlist an, fliege quasi durch meine Steuererklärung (auch wenn ich am Ende Fristverlängerung beantragen muss, weil noch wichtige Informationen fehlen) und schreibe dann dem Urheber der Playlist und bedanke mich für die Unterstützung. Der ist ein ehemaliger Kollege und sitzt in Frankreich und wir schreiben uns ein bisschen nett hin und her.

Josh Johnsons dieswöchiges Special wurde letzte Woche in Berlin aufgenommen, allerdings in der zweiten Show, in der wir nicht waren. Das ist aber auch schön, weil sich herausstellt, dass die beiden Shows wie vermutet nicht identisch waren – die gesamte Hot-Dog-Story kam bei uns nicht vor, der Rest dann aber schon.

Omelette mit Ziegenkäse, Tomaten und Thymian

Das bespreche ich dann nochmal mit dem Liebsten, dann mache ich mir Abendbrot und schaue einen Film (In the Land of Women), über den ich neulich mit dem Indiejungen gesprochen hatte – mit hochkarätiger Besetzung aka Meg Ryan, Adam Brody, Kristen Stewart und Makenzie Vega. Der ist über weite Strecken ganz gut, nur etwas seltsam, dass die beiden überforderten weiblichen Hauptrollen im Affekt zum exakt gleichen (scheinbaren) Lösungsmittel greifen und die männliche überforderte Hauptrolle in beiden Fällen mitmacht. Ein bisschen konstruiert und vorhersehbar und klischeehaft, aber mei.

Als der Film vorbei ist, telefoniere ich ein letztes Mal heute mit dem Liebsten, gucke noch ein bisschen TikTok (der Kitten Farmer hat neue Kitten) und lege mich dann ganz zivilisiert mit Buch ins Bett. Ich habe ja eigentlich noch ein anderes in der Mache, aber Sachbücher gehören abends nicht ins Bett. Also fange ich einen neuen Roman an, den der Liebste und ich gemeinsam zum Geburtstag bekommen haben und den ich wohlweislich mit zu mir genommen habe, weil das Genre eher zu mir passt: Annika Büsing – Wir kommen zurecht. Gute Entscheidung, ich lese noch fast zwei Stunden lang, bis mir die Augen zufallen.

08.07.2025 – Drinnen und damals

Nachdem gestern so viel im Draußen los war, ist heute das Drinnen dran. Allerdings weniger innere Einkehr und mehr To Do – das Drinnen hat sich heute ein wenig Aufmerksamkeit verdient. Erstmal aber gibt es Strawberry Iced Matcha Latte, Bagel mit Zeug und Pfirsich.

Darauf folgt eine längere Sequenz des Aufräumens, Putzens und allgemeiner Haushaltsadministration, begleitet von diversen Podcasts. Mittags lege ich ein Päuschen ein und verfolge das Instagram Live einer Freundin, das mich direkt zu weiteren Erledigungen inspiriert. Ich verbringe also nochmal zusätzlich anderthalb Stunden oder so am Schreibtisch, bevor der zweite Akt des Putzens dran ist.

Dann erstmal kurz Durchschnaufen und über Essen nachdenken. Es gibt wieder eine Runde Vorrats- und Resteverwertung, aka Spaghetti mit einer Sauce aus Zwiebeln, Dosenkirschtomaten und Ricotta. Sehr lecker. Bisschen viel Sauce vielleicht für die eine Portion, aber ich kämpfe meine innere italienische nonna nieder und genieße einfach.

Um danach nicht erst in Siestalaune zu verfallen, mache ich mir einen vietnamesischen Kaffee und gehe die letzte Putzeinheit an. Dann noch Müll runterbringen und fertig ist das Tagewerk – fast, denn ein Webinar gibt es natürlich auch noch, anderthalb Stunden lang.

Den Abend über beschäftige ich mich dann mit weiteren Kassetten und der Videokamera und reise noch weiter in die Vergangenheit zurück, in die Jahre 94 bis 98, also mein Alter 11 bis 15. Wandern in Frankreich, Weihnachten mit Oma und Opa, Herbst in der Toscana und dann der große erste Trip nach Kanada (und New York), als ich 13 war. Wieder schicke ich viele Bilder an die Cousins und Cousinen. Wir verabreden ein gemeinsames Ansehen der Aufnahmen bei unserem nächsten Treffen im Herbst, schmunzeln über Frisuren und inzwischen angelegte Dialekte und über das Onkelchen, das dem Tantchen zu Weihnachten übers Telefon ein fröhliches „Rotfront!“ zuschmettert.

Am Kanada-Trip gibt’s auch viel Spannendes, etwa, wo wir damals alles in Nova Scotia waren (und wo nicht, es war nämlich nicht viel) und wie die langen Autofahrten abliefen. Wir haben wirklich sehr viel gefilmt. Es gibt Roadtrip-Aufnahmen, bei denen die Beatles laufen (DJ Papa). Es gibt Roadtrip-Aufnahmen, bei denen die Inchtabokatables (DJ Bruder, bei Regen irgendwo auf Neufundland) laufen. Und es gibt Roadtrip-Aufnahmen, bei denen die Kelly Family läuft, meine Mama tapfer am Steuer sitzt, mein Bruder sich verzweifelt die Stöpsel in die Ohren stopft und mein Papa mich filmt, wie ich schon mit 13 ganz schön witzig bin.

Als alle mir aktuell vorliegenden Kassetten durchgeguckt sind (bei den Ellis liegen noch mehr), gehe ich in die Badewanne und dann ins Bett.

Hier noch ein paar Bilder:

Ich und die Anderen Ebbe. Ein ähnliches Bild gibt es auch vom Teilzeitkind, 28 Jahre später
Brüderchen und ich im Auto, kurz vor einer Prügelei
Das World Trade Center

07.07.2025 – Viel unterwegs

Nach dem vollen Wochenende wäre ja Ausschlafen ganz schön, aber seit die Katzen beim Kuscheln beide immer häufiger ihre Krallen ausfahren, ist das mit dem Ausschlafen so eine Sache. Aber immerhin bleiben wir alle drei lange im Bett liegen, das ist ja auch schon gut. Dann aber Frühstück auf dem Balkon und hinterher Sprachen lernen.

Bagel mit Frischkäse und Camembert, Bagel mit Ricotta und Sauerkirschmarmelade, Radieschen, Aprikosen, Frühstücksei, O-Saft und warmer Matcha Latte

Dann heißt es auch schon fertig machen und ganz besonders gründlich Zähne putzen. Halb 12 gehe ich aus dem Haus, um 12 kann ich im Wartezimmer gerade noch den obligatorischen „Peace & Love“-Geburtstagsgruß an Ringo Starr (heute 85 und im Herbst wieder auf Tour!) losschicken, dann bin ich zur Zahnreinigung eingeplant. Die dauert heute nur eine entspannte halbe Stunde und es gibt viel Lob für mein gutes Putzen. Nur das mit der Zahnseide und den Zwischenräumen… Ihr kennt das sicherlich alle.

Mit blank gewienerten Beißerchen fahre ich ein paar Stationen in der Partytram und lande im Mauerpark. Ich laufe einmal fast durch und suche mir dann im Birkenwäldchen eine Bank zum Lesen. Von meinem Bücherstapel ist jetzt endlich Susanne Mieraus Füreinander Sorgen: Warum unsere Gesellschaft ein neues Miteinander braucht dran. Bald darauf fängt es allerdings an zu regnen, so dass ich in ein Café in der Nähe wechsle und dort bei sehr schöner Musik und einer Rhabarberschorle mit Minze weiterlese, bis es Zeit wird, zur Physio aufzubrechen.

Die ist gleich um die Ecke (und der Grund für die Route durch den Park). Heute gibt es ordentlich manuelle Therapie für die Schulter (der Fuß bekommt einfach weiter tägliche Übungen vorgesetzt). Während ich auf der Liege liege überlegen die Therapeutin und ich, wo sie demnächst in den Urlaub fahren soll und kontemplieren den Baumbestand für die Hängematte und die Anzahl der zu erwartenden Wildschweine in verschiedenen schönen und bergigen Gegenden rund ums Mittelmeer. Danach gibt’s noch 20 Minuten Wärmeliege und dann laufe ich durch beginnenden Regen nach Hause und hole mir unterwegs noch eine große Schale Erdbeeren am Häuschen – erst meine zweite (oder dritte?) diese Saison. Die Histaminintoleranz hat meinen Erdbeerkonsum drastisch verändert.

Zuhause dann aber Mascarpone-Sahne auf Erdbeeren und Telefonat mit den Eltern in Nova Scotia. Danach ist mir eigentlich nach einem Nickerchen, aber irgendwie habe ich doch langsam Hunger und es ist dann auch schon ganz schön spät, also besehe ich mir die Vorräte in der Küche und mache mir dann Kabeljau mit Mais, Salat und einem dekadenten Kartoffelbrei mit Sauerrahm, Schnittlauch und Röstzwiebeln – Fertignahrung mit echten Zutaten nachgebaut, sozusagen.

Und weil ich dann grad so im kulinarischen Mindset bin, fange ich dann doch endlich mal die neue Staffel The Bear an. Nach mehreren kurzen Folgen ziehe ich dann aber doch noch die Notbremse und hebe mir den Rest der Staffel für später auf. Stattdessen nehme ich mir die neulich von den Eltern mitgenommene Videokamera samt Kassetten vor, schließe sie an den Fernseher und sichte die ersten beiden Kassetten.

Hui, was für eine Reise in die Vergangenheit. Verschiedene Aufnahmen aus den Jahren 1999 und 2000. Soll noch einer sagen, die Jugend von heute würde mit ihren Handys nur Quatsch machen! Wir haben das mit ner Videokamera gemacht. Einfach mitgefilmt beim Rumhängen mit Freund*innen, auswendiges Rezitieren von Monty Python, Helge Schneider und ähnlichem. „Unauffälliges“ Filmen der aktuellen Crushes zum späteren stundenlangen Angucken, pubertäres Sprücheklopfen… Ach aber auch irgendwie niedlich und was sahen wir damals alle gut aus, das glaubt man ja in dem Alter gar nicht. Ich fotografiere und filme einiges vom Fernseher ab und schicke es den betreffenden Personen. Die zwei von weiter weg sind nicht zu googlen. Von dem einen habe ich noch eine alte GMX-Adresse und schicke mal ein vorsichtiges „Hallo“ hin.

Ansonsten viele Urlaubs- und Familienaufnahmen, die mich schnell und unmittelbar in die Vergangenheit zurückkatapultieren. Man bleibt halt doch man selbst, auch 25 Jahre später. Die Musikusine freut sich über Filmaufnahmen von sich als Baby, der alte Freund mit dem Häuschen im Brandenburgischen reagiert auch prompt auf die 2-Sekunden-Sequenz aus der Aula und die Cousins- und Cousinenrunde vom Wochenende freut sich über Fotos von der goldenen Hochzeit unserer Großeltern vor 25 Jahren am gleichen Ort. Niemand hat sich nachhaltig verändert – höchstens optisch ein bisschen – und Oma und Opa sind auch genau so, wie wir sie in Erinnerung haben. Schön.

Nach den zwei Kassetten ist es schon ganz schön spät, ab ins Bett und Fortsetzung folgt…

06.07.2025 – 145 zu 43

Gegen 6 sind die letzten ins Bett gegangen, gegen 8 sind der Liebste und ich endgültig wieder wach, das Teilzeitkind kurz danach auch. Fazit zur Nacht im Zelt: Geht ganz gut. Wenn die Geräuschkulisse dann noch mehr so norwegischer Fjord als brandenburgisches Familienfest ist, sollten wir darin gut zurechtkommen. Learnings zudem: Am norwegischen Fjord wird mehr Ordnung gehalten werden müssen und Campingstühle gehören über Nacht ins Vorzelt.

Wir sind nicht die ersten die wach sind, aber der Liebste kocht uns trotzdem auf dem Campibgkocher Kaffee (Wildnissimulation und Equipment-Check!). Meine Blase drückt trotzdem und so schleiche ich mich möglichst leise ins Haus und begegne unterwegs dem bereits gärtnernden Freund meiner Cousine, dem hiesigen Hund, dem Geburtstagsonkel samt Schwester und Schwager, die Frühstück vorbereiten, einem meiner Cousins, der schon am Aufräumen ist, und einem weiteren Cousin, der unter der Dusche steht, als ich aufs Klo will. Zum Glück gibts davon mehrere, allerdings muss ich jetzt auch noch die Treppe hoch und bin endgültig hellwach.

Zurück am Zelt dann aber Kaffee mit dem Liebsten im Campingstuhl. Danach verlagern wir uns zum Frühstück in der Weinlaube, wo sich immer mehr Familie sammelt. Es gibt Kuchen, Brötchen, Käse, hausgemachte Marmeladen und viel Kaffee und Kirschen. Dazu familientypische Diskussionen über Politik und Medienlandschaft. Direkt nach dem Frühstück verabschieden sich die ersten Gäst*innen und wir fangen dann auch langsam an, alles wieder abzubauen und zusammen zu packen.

Es ist aber heiß und wir lassen uns Zeit. Zwischendurch gibt es zur Abkühlung und Stärkung Eis, Wassermelone und für die Kinder alkoholfreie Bowle. Gegen Mittag werden Bruder und Freundin zur Bahn gebracht, weil sie heute noch viel vor haben. Eine gute Stunde später brechen wir auch auf und füllen die beiden im Auto freigewordenen Plätze mit der kanadischen Verwandtschaft, die gar nicht weit vom Liebsten wohnen. Wir liefern die beiden ab, fahren noch fix tanken und laden dann das Auto aus. Der Liebste bringt den Mietwagen weg. Als er wieder zurück ist, chillen alle noch eine Runde und dann mache ich mich mit der S-Bahn auf den Heimweg nach Pberg und nutze die Fahrt für Italienisch und Französisch.

Ich komme gegen halb 5 an, begrüße die Katzen, packe meine Sachen aus, springe unter die (nur lauwarme) Dusche und stehe dann frisch und in sauberen Klamotten beim Lieblingsnachbar vor der Tür, der heute seinen 43. Geburtstag feiert.

Es gibt einen kleinen Spritz auf dem Balkon, dann spazieren wir zu einem koreanischen Restaurant hier im Kiez und essen Nudeln und Kimchi.

Yuzu Lime Soda
Kalte Soba-Nudeln mit eingelegten Gurken, Rettich und Rinderschmorbraten

Nach dem Essen geht es zurück auf den Balkon, zu mehr Spritz und außerdem leckerem Salted Caramel Cheesecake.

Wir sitzen und erzählen so ungefähr bis 22 Uhr, dann löst sich die Geburtstagsgesellschaft auf. Ich wechsele zu den Katzen auf meinen eigenen Balkon, telefoniere nochmal kurz mit dem Liebsten, lasse das Wochenende Revue passieren und erledige noch die täglichen Rätsel. Dann falle ich kurz nach 23 Uhr ins Bett.

05.07.2025 – Der 145. Geburtstag #WMDEDGT

Es ist der 5. und wie jeden Monat ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf. Die anderen Beiträge zu “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” findet Ihr hier.

Der Liebstenwecker klingelt um 8, weil er die Gunst des Mietautos nutzen will, um noch Sachen zum Wertstoffhof zu bringen. Erstmal aber gibt es Kaffee im Bett, der in einem Dialog resultiert, der mir meinen bisher erfolgreichsten Thread beschert. Ein merkwürdiges soziales Medium, die Antworten beziehen sich sämtlich auf andere Aspekte als den, den ich rüberbringen wollte und manche sind schlichtweg abstrus. Und nein, ich habe mir das Gespräch nicht ausgedacht, der Liebste redet so, was nicht heißt, dass er alles meint, was er sagt.

Jetzt fährt er jedenfalls zum Wertstoffhof und ich mache Französisch, Italienisch, die NYT-Rätsel und Past Puzzle. Dann ist er auch schon wieder da und es wird auch für mich Zeit, aufzustehen. Während er sich nochmal ausruht und auf die Rückkehr des Teilzeitkinds wartet, gehe ich nochmal fix einkaufen – fürs Frühstück und für den Montagmorgen der Beiden. Ich gehe in Flip Flops, was auf dem Hinweg sehr gut geht, am Ende des Rückwegs hingegen fängt der Fuß an zu schmerzen. Aber Übung macht den Meisterfuß. Wieder zuhause trifft das Teilzeitkind gerade ein (und hat meinen Schlüssel wieder mitgebracht, dafür aber sein Ladekabel vergessen). Wir frühstücken und dann holt der Liebste das Auto vor die Haustür und beginnt es zu beladen, während mein Bruder und seine Freundin mit ihrem Gepäck eintreffen.

Kurz nach 12 sitzen wir zu fünft ins Auto und fahren los. Erst zur Teilzeitkindmama, wo noch ein Schlafsack abzuholen ist (und ein Ladekabel, eine Haarbürste und ein Haarreif) und dann weiter in den Fläming, wo Tantchen und Onkelchen heute ihren 145. Geburtstag feiern. Während der Fahrt gibt es Radau auf der Rückbank, weil das Teilzeitkind und mein Bruder sich bei jedem gelben Auto hauen. Oh to be young again… Nach einer guten Dreiviertelstunde kommen wir an und tragen unser Campingequipment in den Teil des Gartens, der für die Zelte vorgesehen ist. Zum zweiten Mal bauen wir das große Zelt auf, das wir letztes Jahr vor dem #nurregen-Urlaub gekauft haben. Heute Nacht werden wir erstmals darin schlafen.

Nach und nach treffen immer mehr Gäste ein und die beiden großen Kaffeetafeln füllen sich mit jeder Menge Familie und den engsten Freund*innen (die Nachbarschaft war gestern schon geladen). Es gibt diverse Sorten Kuchen und Torte, Kaffee, Tee, Kakao, Spaghetti-Eis für die Kinder und später Eiskaffee für alle, die wollen. Die Gästeanzahl wächst und wächst, so dass wir irgendwann unsere Plätze am Tisch frei und verteilen uns auf diverse Sitzgruppen in verschiedenen Ecken des Gartens – Schatten, Sonne, es ist für jeden was dabei.

Bruder, Freundin, zwei Cousins und wir treffen uns an einem Punkt, um gemeinsam die Glückwunschkarte für die Geburtstagskinder zu verfassen. Sie bekommen von uns Karten für ein Konzert einer Balkan Brass Band und freuen sich bei der Übergabe sehr.

Irgendwo spielen Kinder mit ihren Tanten Karten, später springen sie in den Teich und plantschen. Nebenbei heizt der thüringische Teil der Familie schon den Grill an. Es wurden selbstverständliche echte Rostbratwürste mitgebracht, es gibt aber auch Fleisch und Vegetarisches, jede Menge Salate und frisch geräucherten Fisch. Die anwesenden Hunde (ein heimischer und mehrere Gasthunde) sind ganz aus dem Häuschen. Passend zum Essen gibt es jetzt auch Bier vom Fass, Erdbeerbowle mit und ohne Alkohol und später am Abend auch stärkere Getränke.

Irgendwann verabschieden sich nach und nach die Freund*innen und dann sitzt „nur“ noch die Familie (Blutsverwandte, angeheiratete, angehängte usw.) in einem großen deutsch-kanadisch-italienisch-türkischem Kreis von etwa 40 Personen im Alter zwischen 3 und 75 im Garten und erzählt. Wir haben sogar einen Ostwestfalen (den Liebsten) und eine Hessin (die Cousine aus dem Westen) dabei, wir Ossis sind nämlich gar nicht so. 😉 Das kleinste anwesende Kind fordert reihum ältere Familienmitglieder zum Wettlauf auf.

Als es dunkel wird, gibt es eine von drei Familienmitgliedern vorbereitete Feuershow, die in einem Feuerwerk und anschließendem Tanz kulminiert.

Als alle genug getanzt haben, wird eine Feuerschale herangeschafft und weiter erzählt. Die kleinen Kinder werden zuerst ins Bett gebracht, das Teilzeitkind kriecht auch bald ins Zelt, der Liebste folgt gegen Mitternacht und ich gegen 1. Der Rest bleibt noch sehr, sehr lange sitzen und ich schlafe irgendwann über dem Geschnatter und Gelächter ein, das noch bis 6 Uhr morgens vom Feuer herüberdringt. Beste Familie von Welt!

04.07.2025 – Independence Day Date Night

Der Tag beginnt mit einem frühen Liebstentelefonat, was mich dazu motiviert, auch früh aufzustehen und mir ein koffeinhaltiges Getränk zu machen. Das wiederum motiviert mich, dann auch direkt frühstücken zu wollen und so sitze ich schon gegen 8 Uhr (In eine Decke! eingekuschelt!) auf dem Balkon, trinke einen Iced Matcha Orange Latte (mit Erbsenmilch), esse mein selbst gemachtes Aprikosen-Pistazien-Gebäck von gestern, lasse mich von Noosa bekuscheln und lese da das Internet leer und blogge.

Als die Wolken sich verziehen, kann die Decke weg und es wird ein normal warmer, nicht zu heißer Tag. Bevor ich zu meinen Sprachübungen übergehe, wechsle ich in die Badewanne (immer Prozesse optimieren) und weiche ordentlich ein, während ich Französisch, Italienisch und die englischen Rätsel absolviere. Dann Haare waschen, Skincare und anziehen – bereit für den Tag.

Es gibt vor dem Wochenende noch ein paar Dinge zu erledigen, zu organisieren und zu packen. Nachdem das geschehen ist und ich meine Physio-Übungen absolviert habe, setze ich mich mit einem zweiten Frühstück/ersten Mittagessen hin. Bagel mit Zeug, weiterhin Reste vertilgend.

Dann ein erster Ausflug ins Draußen – Müll wegbringen, zur Apotheke und in den Drogeriemarkt. Dabei trage ich nur leichtes Schuhwerk, ich will ja meinen Fuß trainieren. Geht ganz OK auf der kurzen Strecke, aber auf dem Rückweg macht mir das Kopfsteinpflaster zu schaffen. Von Barfußschuhen bin ich noch weit entfernt.

Zuhause packe ich fertig, dann ziehe ich wieder die Zauberstiefel an und mache mich schwer bepackt mit insgesamt vier Gepäckstücken auf den langen Weg nach Südberlin. Da bei der S-Bahn wieder irgendwo gebaut wird, muss ich einmal mehr umsteigen als sonst und habe zusätzliche 15 Minuten Wartezeit. Unterwegs spiele ich Telefonzentrale und Vermittlung zwischen dem Liebsten und dem Teilzeitkind, die sich gegenseitig nicht erreicht haben.

Beim Liebsten angekommen geht es erstmal auf die Couch, atmen und Fuß ausruhen. Dann schmieden wir Pläne und essen eine weitere Mahlzeit – für den Liebsten Frühstück (es ist kurz nach 15 Uhr) für mich zweites Mittagessen oder Kuchenersatz.

Enten-Ramen, verfeinert mit TK-Steinpilzen und Petersilie

Hinterher geht der Liebste los, unser Auto fürs Wochenende abholen, und ich vertiefe mich nochmal ins Internet und mache Dinge. Irgendwann ist der Liebste wieder da, dann auch das Teilzeitkind, das seine Sachen packt, um auswärts zu übernachten und uns versichert, dass wir ruhig schon zu unserer Date Night aufbrechen können, bevor es aus dem Haus ist. Und ja, es wird alle Lichter ausmachen und auch abschließen, es ist ja keine fünf mehr. Allerdings braucht es dafür meinen Schlüssel, da es seinen bei Mama vergessen hat. Ich überreiche meinen Schlüssel, wir hoffen alle das Beste und dann laufen der Liebste und ich los. Im Asialaden holen wir uns ein Wegbier und ein Wegkokoswasser und dann fahren wir mit zwei U-Bahnen zum Großen Sendesaal des rbb.

Hier tritt heute der großartige Josh Johnson auf – zweimal, wir haben Karten für die erste Show. Erstmal jedoch Moe Singleton, der seit einem Jahr in Berlin wohnt und weitgehend erwartbare Witze über das Leben als amerikanischer Schwarzer Expat hier macht. Trotzdem amüsant, aber kein Vergleich zum darauffolgenden Feuerwerk, das Josh Johnson abliefert. Wobei Feuerwerk eher metaphorisch zu sehen ist – er redet halt einfach fast anderthalb Stunden lang entspannt vor sich hin und ist dabei brillant.

Der Typ ist wirklich unglaublich – wir gucken ja jede Woche sein Special, immer mit aktuellem Bezug, immer komplett neu, immer perfekt vorgetragen, nie cringe, immer angenehm und wholesome. Der Mann verdient alle Preise und ich könnte mir von ihm auch das Telefonbuch vorlesen lassen und würde mich dabei wohlfühlen. Das ist das Amerika, das man am 4. Juli feiern sollte. Er wird allerdings heute nur ganz kurz politisch, vielleicht, weil er hier zu Gast ist und uns nicht mit seinem heimischen Ballast belasten will (so ähnlich drückt sich ja auch Bruce Springsteen aus, bevor er aus allen Rohren feuert). Ich hatte angesichts der Big Beautiful Bill und des Datums ein bisschen mehr Zeitbezug erwartet. Aber Josh Johnson funktioniert auch ohne und wir sind hinterher noch völlig in awe und reden auf dem Heimweg mit S- und U-Bahn noch lange darüber, warum der so genial ist. Für alle, die das noch nicht wissen: Jeden Mittwoch gibt’s ein neues Special von ihm auf YouTube.

Als wir wieder in Südberlin sind, ist es erst kurz vor 9 und so kehren wir noch eben beim Stammitaliener ein, auf je einen Campari Spritz und eine Pasta mit Pfifferlingen (OK und einen Montepulciano und einen Nachtisch und der Kellner zaubert uns auch noch eine gratis Vorspeise und einen Absacker hin…)

Danach geht es, immer noch im Hellen nach Hause. Die Tür ist ordentlich abgeschlossen, alle Lichter sind aus. Wenn das Teilzeitkind morgen noch pünktlich zur Abfahrt wieder zuhause ist UND meinen Schlüssel wieder mitgebracht hat, haben wir ein neues Level an „groß“ freigeschaltet. Bis dahin gucken wir (der Liebste nochmal) das dieswöchige Josh-Johnson-Special und gehen dann zeitnah ins Bett.

03.07.2025 – Hitzefrei vorbei

Ich bin ja meistens schrecklich diszipliniert und so ist wie geplant das Hitzefrei heute vorbei. Die Hitze auch, das trifft sich gut. Beim morgendlichen Telefonat mit dem Liebsten krümelt es plötzlich am Zahn und die vor ein paar Tagen unverhofft erfühlte Unregelmäßkeit ist ein Stück größer geworden. Ich werfe also den eigentlichen Tagesplan um, rufe in der Praxis an und habe direkt einen Zahnarzttermin für in zwei Stunden. Das reicht noch für gemütliches Internet leer lesen, Bloggen, Katzen füttern und Frühstücken (Kaffee, Müsli), aber dann muss ich los und mit Tram und Tram nach Friedrichshain.

Der Zahn wird repariert, nebenbei der Rest kontrolliert. Zwei Füllungen müssen erneuert werden werden und die Zahnreinigung steht auch schon wieder an. Ich verlasse den Termin also mit zwei Neuen, wie das immer so ist beim Zahnarzt. Zwischendurch werde ich noch gefragt, ob mein „GöGa“ denn jetzt schon Doktor sei, das sei ja doll. Ich bin kurz verwirrt, weil der Hase, der früher auch diese Praxis frequentierte, weder ein Doktor noch mein GöGa war. Und dann fällt mir ein, dass mein Bruder, der ein Doktor ist aber nicht „jetzt schon“ sondern schon ewig, auch hier Patient ist und ich kläre das Missverständnis auf.

Mit repariertem Gebiss geht es dann mit U-Bahn und U-Bahn weiter nach Mitte. Erst besuche ich die alten Kolleg*innen im alten Büro – sehr beruhigend, dass sich dort nichts gravierendes verändert hat, seit ich das letzte Mal dort war. Dann gehe ich mit dem Kollegenfreund eine Runde spazieren und Besorgungen machen und lasse mir von seinen neuesten Erlebnissen berichten. Ich bringe ihn zurück zum Büro und laufe weiter zu den Ellis, nach der Post sehen (keine), Pflanzen gießen und verderbliche Lebensmittelreste mitnehmen. Mein mitgebrachter Beutel wird voll. Bevor ich in drei Wochen verreise, gibt es noch einiges zu vernichten. Aber ich bin ja grad in Übung.

Mit U-Bahn und Tram geht es dann zurück nach Hause. Erstmal alles auspacken und dann Mittag. Es gibt zwei Sorten Käsebrote, jeweils mit Unterlage von den Ellis (einmal Steinpilzpaté, einmal Ziegenfrischkäse) und dazu Radieschen, Gurke, Pfirsich und kalten Tee (Weißer Tee mit Aloe Vera, Apfelsaft und Limette).

Dann erstmal Französisch, Italienisch und englische Rätsel von heute Morgen nachholen. Am Ende fallen mir die Augen zu (heiße, kurze Nacht) und ich lege ein Mittagsschläfchen auf dem Sofa ein.

Als ich wieder wach werde, hat die Mitbewohnerin Kirschen mitgebracht und ich erledige erstmal ein paar Haushaltsdinge, um den Körper wieder in Schwung zu bringen. Katzenklos, Biomüll, Wäsche… Und dann geht es an den Laptop, die dringendsten verschobenen To Do‘s der beiden Hitzefrei-Tage nachholen, Ergebnisse versenden, Korrespondenzen wieder aufnehmen…

Und schwups ist Abendbrotzeit. Der Zucchino of the day (der letzte der Fünf!) wandert zusammen mit einer großen Kartoffel und Thymian in den Backofen, dazu koche ich einen Zuckermaiskolben und schneide die letzte Crowdfarming-Tomate klein.

Und dann nutze ich den heißen Backofen und verbacke noch schnell den restlichen Blätterteig mit Aprikosen und einem Rest Pistaziencreme. Nicht schön, aber lecker, Beweisfoto morgen beim Frühstück.

Irgendwie liefen meine Gedankengänge gegen Abend hin zu Musik und Filmen und dann schaue ich seit Ewigkeiten mal wieder Music & Lyrics, freue mich über Hugh Grant und Drew Barrymore und die vielen toll besetzen Nebenrollen (Aasif Mandvi?!) und die Musik und frage mich zum wiederholten Male, wie oft Taylor Swift diesen Film gesehen hat, während sie ihre Bühnenpersona entwickelt hat. Hach schön. Auf dem Second Screen stelle ich außerdem fest, dass die Songs aus dem Film von Adam Schlesinger geschrieben wurden, der außerdem ja auch mit Taylor Hanson in einer Band war UND That Thing You Do! geschrieben hat und damit für den Oscar nominiert war. Das passt wieder dazu, dass ich heute Morgen einen Podcast mit Charlize Theron gehört habe, die ich in diesem Film damals zum ersten Mal wahrgenommen habe. Wie die Dinge manchmal so zusammenhängen…

Nach dem Film noch fix die Wäsche aufhängen und meine Physio-Übungen machen, den Untergang der USA aus der Ferne verfolgen und dann geht es auch schon wieder ins Bett. Voller Tag!