10.09.2025 – An und aus

Kurz nach 5 schalten die Katzen von Schlafen auf cat fight um und damit ist dann auch meine Nacht vorbei. Wirklich erstaunlich, wie diese beiden reizenden Biester, die etwa elf Jahre lang völlig unauffällig vor sich hin lebten, ungefähr seit Vollenden des zwölften ihre Krallen mehr nutzen (gegen mich), ihre Stimmbänder ausreizen und sich gegenseitig verprügeln. Im Alter wird man wohl wunderlich.

Ich bin bei weitem nicht ausgeschlafen, aber habe so Zeit für gemütlichen morgendlichen Reboot im Bett und dann Balkonfrühstück mit Ostfriesentee.

Danach geht es mit Badesachen unter der Kleidung sehr pünktlich los nach Mitte. Die Wilhelm-Anton-Amo-Straße begrüßt mich mit antirassistischem Enthusiasmus, die Duschen im Fitti hingegen sind heute nicht verfügbar.

Dann eben noch mit Nachtschweiß hinein in den Whirlpool – im eigentlichen Pool tummelt sich noch der vorherige Kurs. Nach einer Viertelstunde sind die durch und dann ziehe ich ein paar Bahnen, bis mein Kurs beginnt. Rhythmisches Chlor-Gestrampel, Fuß und Schulter machen erstaunlich gut mit, keine individuellen Abwandlungen nötig. Hinterher ungeduscht abtrocknen, anziehen und chlorduftig mit der U-Bahn zur Wohnung der Ellis düsen. Briefkasten, Pflanzen, nächste U-Bahn, Tram. Hallo, Wohnung, hallo Katzen!

Hier schon wieder ausziehen und erstmal ausgiebig Duschen und Haarewaschen. Dann ziehe ich wieder etwas an, hänge die nassen Sachen auf und mache mir zum Mittagessen Stüllchen deluxe und Apfelschorle.

Nach dem Essen werde ich schrecklich müde und will mich gerade zum Mittagsschlaf/Nachholschlaf hinlegen, als mir auffällt, dass der Katzenbrunnen auffällig still ist. Aus ist er gar. Ich werde heimwerkerisch aktiv, baue die Pumpe auseinander, reinige alle Teile (große Kalkkrümel vom Berliner Wasser, leicht angegelbt von Katzenspeichel) und dann geht der Brunnen wieder an und plätschert beruhigend zu meiner Siesta.

Gegen 16 Uhr bin ich dann auch wieder an, brauche ein bisschen, um den Nebel im Kopf zu vertreiben und ziehe mich dann schon wieder aus und um für die Abendveranstaltung. Auf dem Weg dahin erfolgt noch ein kleiner Kiezspaziergang, bei dem ich ein Geburtstagsgeschenk abhole und Serendipity-mäßig noch zu Ergänzungen dazu komme. Gut, dass ich wegen des Rückens einen Rucksack dabei habe. Dann geht es mit Tram und U-Bahn wieder nach Mitte, aber diesmal steige ich eine Station früher aus.

Ich verspüre ein leichtes Hüngerchen, freue mich auf das Catering später und hoffe auf ein bisschen Knabberkram zwischendurch. Den gibt es, und zusätzlich auch noch Currywurst mit Baguette, vegan oder mit Fleisch.

Ich sitze draußen und schmause und komme mit zwei anderen Teilnehmenden ins Gespräch. Der Berliner duzt, die Angereiste siezt zunächst, ein Phänomen, das sich durch den Abend zieht. Ich erfahre einiges über den Arbeitsalltag meiner Mitbewohnerin aus anderer Perspektive und dann geht es auch schon hinein zur Verbandssitzung. Schöne Zusammenfassung der Aktivitäten der letzten zwei Jahre, dann unvermeidlicher langer Abstimmungs- bzw. Wahlblock, aber insgesamt erfreulich gut organisiert und ausformuliert. Nach guten zwei Stunden checke ich schon mal für den morgen beginnenden Kongress ein (kein echtes pre:publica-Feeling trotzdem) und dann gibt es endlich Abendbrot.

Zum Essen gibt es Weinschorle und weitere Gespräche mit drei anderen Teilnehmenden, von denen ich eine bereits hier aus Berlin kenne, die anderen sind von außerhalb angereist.

Gegen halb 10 gehen dann langsam die Lichter aus bei mir und ich laufe schnell zur U-Bahn. Die nächsten beiden Tage werden lang und intensiv! Halb 11 bin ich mit Tee im Bett und telefoniere noch mit dem Liebsten, der von seiner ereignisreichen Dienstreise glücklich zu Hause ist. Geschlafen wird mal wieder erst nach Mitternacht. Licht aus!

09.09.2025 – Nah und fern

Gut geschlafen und dann morgendlicher Reboot im Bett, sans Liebstentelefonat, denn der ist auf Dienstreise und dort schon im Büro. Irgendwie fühlt es sich herbstlich an, so dass ein Ostfriesentee als Koffeinschub passend erscheint. Den aber mit Decke und Katzen auf dem Balkon.

Nebenbei wird es wärmer und dann knallt die Sonne wieder so, dass ich schwitze und die Decke weg muss. Telefonat stattdessen mit dem Bruder, dann ist Frühstückszeit. Mehr Tee (Kräuter), Bagel mit Belägen, Gurke, Smoothie aus Orange, Granatapfelkernen und Apfelsaft.

Dann kommt der Fleißteil des Tages. Er beginnt mit Physio-Übungen und Yoga, dann Laptop-Zeit. Mitten in einem Webinar klingelt es an der Wohnungstür. Ich öffne zeitgleich mit der Nachbarin, draußen steht ein junger Mann, der uns etwas verkaufen will, womit wir sparen können. Die Nachbarin und ich sagen unisono: „Sorry, ich bin gerade in einem Call.“ und schließen die Türen wieder. Auf dem Weg zurück ins Webinar fällt mir auf, wie witzig das war und ich schreibe der Nachbarin das. Sie sieht das auch so. Wir versichern uns, dass uns der junge Mann ein bisschen leid tut, schicken uns Fotos von unseren Calls und verabreden uns für demnächst auf ein Getränk. So bringt man Menschen zusammen!

Später am Nachmittag habe ich Lust auf Draußensein und Eis essen, schließlich wollte ich heute ja eigentlich ins Freibad. Dann ist es mir aber schon auf dem Balkon zu fröstelig und ich esse stattdessen den letzten Tiramisu-Schaumkopf und arbeite noch ein bisschen weiter. Dann aber ziehe ich mich wärmer an und gehe mit einer Granatapfel-Dattel-Limo in der Hand nach draußen. Kleine Spazier- und Einkaufsrunde durch den Kiez. Drogeriemarkt, Späti (allerdings überzeugt mich dort die Obst- und Gemüseauswahl ausnahmsweise nicht) und dann doch Discounter. Hier gibt es erstaunlich ansprechendes saisonales Obst und auch die anderen Dinge, die noch fehlen.

Aprikosen, Trauben, Feige, Kiwibeeren

Beim Ostmampfen auf dem Balkon dann endlich Telefonat mit dem Liebsten in der Ferne. Danach entdecke ich ein witziges Bild in diesem Internet („ASAP in Italian means Aperol Spritz and pasta“) und bin inspiriert fürs Abendessen. Bei mir gibt es Sarti Tonic und Pasta, das Getränk hat eine äußerst interessante Färbung.

Ich koche Pasta mit roten Zwiebeln und Zucchini (Am Wochenende bewahrheitete sich, dass man im Sommer nicht aufs Land kann, ohne Zucchini übergeholfen zu bekommen…), unterhalte mich mit der Mitbewohnerin, die sich gerade einen Salat schnippelt und setze mich dann mit Pasta und Laptop wieder auf den Balkon für ein spannendes Webinar, das die ersten Monate Trump 2 aus sprach- und kommunikationswissenschaftlicher Sicht analysiert.

Danach bleibe ich im Thema und höre Pod Save America, während ich die letzten Haushaltsdinge des Tages erledige. (Andere Nachrichtenthemen meines Tages außerdem: Anschlag aufs Stromnetz in Adlershof, Angriff auf Hamas-Führer in Katar, Unruhen in Nepal, Regierungskrise in Frankreich, Wahlergebnisse in Norwegen. Und Katapult gibt es jetzt auch in Sachsen.)

Beim Müllrunterbringen treffe ich den Nachbarn mit dem frischen Baby und ich erfahre Neues aus dem Familienalltag. Mit so vielen nahewohnenden Personen an einem Tag habe ich ja ewig nicht gesprochen!

08.09.2025 – Back to School

Nun also wirklich: Der Urlaub ist (schon länger) vorbei, die Ferien jetzt auch, genau wie die Sommersonntage im Radio, und der Sommer neigt sich auch gefährlich dem Ende zu, fürchte ich. Dazu ist auch noch Montag, es passt alles ganz gut zusammen. Mein Terminkalender ist allerdings erstaunlich leer für diese Konstellation, so dass ich den Morgen erstmal ganz ruhig angehen kann. Vollständiger morgendlicher Reboot im Bett (Timelines und Feedreader leer lesen, Bloggen, Französisch, Italienisch, Rätsel, Liebstentelefonat, alles von schnurrenden bzw. schlafenden Katzen bekuschelt und mit Hafer-Cappuccino in der Hand), dann Balkonfrühstück.

Danach kümmere ich mich erst ein wenig um Haushaltsmaintenance (Pflanzen, Katzen, Waschmaschine) und dann geht es an den Schreibtisch. Es gibt wieder einiges zu organisieren, strukturieren, recherchieren, korrespondieren und formulieren, „der Zukunft zugewandt“, sozusagen.

Fleißiger Kater an Birnen-Rosmarin-Limo

Als die wichtigen und dringenden Dinge geschafft sind, mache ich Pause und esse von dem leckeren Borschtsch, den die Mitbewohnerin gekocht hat – mit Paprika, nach dem Rezept ihrer Oma, sehr gut und außerdem besonders, weil die Mitbewohnerin sich normalerweise maximal Pasta mit Pesto macht. „Einmal im Jahr kann man ja“, sagt sie. Unbedingt!

Dann bricht die Mitbewohnerin auf und ich schiebe eine sehr schöne Yoga-Einheit ein, bei der ich ausnahmsweise mal die ganze Zeit sehr gut mitkomme. Liegt vermutlich daran, dass alle Asanas im Liegen stattfinden und vor allem gedehnt und geatmet wird. Trotzdem: Toll und gerne wieder.

Hinterher nehme ich den Laptop mit aufs Sofa und mache noch ein bisschen weiter Kram, bevor ich einen Feierabendbeschluss fasse und Kairos auslese. Gegen Ende wird es wieder ein bisschen weniger gruselig, dafür spannende Darstellung der Ereignisse und um die Wende – das deckt sich mit vielem, was ich aus meinem Umfeld über diese Zeit gehört habe, ist aber gerade für Lesende aus anderen Teilen des Landes (und der Welt) erhellend, wie ich aus Rezensionen weiß. Spannende Lektüre insgesamt.

Zum Abendbrot dann Pellkartoffeln, Quark, Leinöl und Gurkensalat. Dazu schaue ich – gestern war mir das nach dem See zu düster, heute nach dem Buch passt es – die ersten vier Folgen der aktuellen Staffel Wednesday. Wieder sehr viele schöne Details und witzige Oneliner, auch wenn mich die Handlung selbst nicht so fesselt. Ich finde es faszinierend, wie viele Kinder in meinem Umfeld die Serie (zumindest Staffel 1) gesehen haben und wie präsent die Figur in Kinderköpfen ist. Die Serie ist vermutlich zu Recht ab 16 und ich bin nicht sicher, ob das zwölfjährige Teilzeitkind für alle gruseligen Aspekte schon bereit wäre.

Kurz nach 11 gehe ich schlafen und fange zur etwas seichteren Lektüre nach Hans und Katharina erstmal einen Islandkrimi an, der kostenlos auf meinem neuen E-Reader drauf war. Liest sich gut weg auf den ersten Metern bis zum Einschlafen.

07.09.2025 – CCT 2025 – Tag 3

Heute Nacht etwas unruhiger geschlafen, denn nebenan lagen eine Cousine samt kleinem Kind, das mittendrin unvermittelt „Mama, Tee!“ sagte. Ab da nur noch gestückelt gedöst, aber trotzdem insgesamt recht lange geschlafen. Irgendwann fange ich an, das Internet leer zu lesen, zu bloggen und die täglichen Rätsel zu machen. Dann ist schon ordentlich Frühstücksbetrieb und ich schnipple Obst und zeige, wo Sachen sind und decke den Tisch und hole den Sekt raus… Irgendwann sind alle da und setzen sich an die reich gedeckte Tafel.

Nach dem Essen wieder ein wilder Mix an Aktivitäten. Die einen waschen ab, die anderen spielen, eine geht werkeln und der Rest führt hochpolitische Gespräche – alles wie immer. Nach und nach verlagert sich das Geschehen dann wieder nach unten an den Steg, bzw. in den See. Ich folge, nachdem ich meine Französisch- und Italienisch-Übungen erledigt habe.

Das Wasser fühlt sich ähnlich an wie gestern, die Luft etwas wärmer. Ich schwimme ordentlich und verabschiede mich innerlich von dem Gedanken, am Dienstag nochmal ins Freibad zu gehen. Der See ist ein viel schönerer Abschluss der Draußenbadesaison und am Mittwoch habe ich eh wieder Drinnen-Chlorstrampeln eingeplant.

Viel zu schnell vergeht der Nachmittag und dann geht auch schon wieder das große Packen, Aufräumen und Resteverteilen los. Die Potsdamer Cousine fährt mit den Kindern als erste los (morgen ist erster Schultag!), ich schließe mich den Friedrichshainer Cousinen im nächsten Auto an. Mein Bruder und seine Freundin bleiben noch bis morgen und genießen die Ruhe nach dem Sturm.

Eine gute Stunde brauchen wir bis zurück in die Stadt und nehmen explizit einen Weg, der uns nicht über das Chaos von A100 und Elsenbrücke führt. Im Radio laufen die 100 besten Disco-Hits, auch der Haussender feiert den letzten Sommersonntag – zum Glück sagt der Wetterbericht anderes, was ja auch der Grund dafür ist, dass die Freibadsaison verlängert wurde.

In Friedrichshain verabschieden wir uns und ich fahre mit U-Bahn und Tram zurück in den Pberg (ab morgen fährt auch die Ringbahn wieder durch, juhu!).

Zuhause erstmal Katzen kuscheln, dann auspacken und auf den Balkon. Ich mag nicht kochen und nicht Stulle essen, also bestelle ich zum ersten Mal seit wirklich langem mal wieder etwas, ist ja Sonntag. Ich bin auch ganz aus der Übung – erst bestelle ich etwas aus Versehen zum Liebsten und muss direkt danach stornieren (Er sitzt auch gerade mit dem Teilzeitkind beim Stammitaliener und feiert Ferienabschluss, sonst könnte er das ja essen…), dann stelle ich eine fast baugleiche Bestellung für hier zusammen, aber das Restaurant nimmt derzeit keine Bestellungen entgegen. Beim dritten Versuch klappt es dann. Ich überbrücke die Wartezeit mit Katzenklos durchsieben und dann ist das Essen auch schon da.

Frühlingsrollen, Wan Tans, gedämpfte Dumplings, Tofu-Spieß, Salat – alles vegan, dazu drei Dips und hinterher Mango-Crêpe-Kuchen. Pflaumen-Kardamom-Limo vom Balkon und im Hintergrund ein Kater-Plüscharsch

Ich telefoniere beim Essen mit dem inzwischen heimgekehrten Liebsten. Dann lese ich in Kairos weiter, nehme das Buch dann mit in die Badewanne (das Seewasser muss aus den Haaren raus) und später mit ins Bett. Draußen ist Blutmond, aber dafür müsste ich raus auf die Straße und das Internet ist eh voll mit Fotos. Also lesen. Die Kost wird immer schwerer, ab der Hälfte ungefähr ist nicht mehr nur der Altersunterschied verstörend, sondern auch (psychischer) Missbrauch. Ich lese bis nach Mitternacht, dann fallen mir die Augen zu.

06.09.2025 – CCT 2025 – Tag 2

Diese Ruhe im Wald! Und die Cousine neben mir schläft viel ruhiger als die Katzen. Außer einer kurzen Unterbrechung gegen 7 schlafe ich wie ein Stein bis nach 9. Dann koche ich mir einen Tee und laufe mit der Tasse zum See hinunter, von wo mir aber schon mein Bruder und die Cousins mit Kaffee in der Hand entgegenkommen, und zwar frisch gebadet. Dann geht es ans Frühstück machen für neun Erwachsene und zwei Kinder.

Wir speisen an der großen Tafel im Wald. Dann müssen die Cousins aufgrund kernfamiliärer Verpflichtungen schon wieder los, zurück an die Ostsee. Für die anderen geht es an Haus- und Gartenarbeiten oder hinunter auf den Steg. Nach einer Weile ziehe ich mich von da zurück für den ausführlichen morgendlichen Reboot. Hinterher sitze ich wieder mit unten und alle warten, dass es die Sonne endlich über die Bäume schafft – Herbst eben. Dann wird aber endlich ausführlichst gebadet und geschwommen, das Wasser hat immerhin immer noch 22 Grad! Hinterher wieder warm werden klappt oben auf der Lichtung im prallen Sonnenschein und mit einer Tasse Tee besser. Als alle wieder wohltemperiert sind, geht es hinüber in den Hafen vom Dorf, Eisbecher essen.

Erdbeerbecher mit bei mir Milchreis-, Haferkeks- und Quark-Orangeneis

Zurück zuhause ist es dann Zeit für den kategorischen Aperitif auf dem Steg – wir können es ja auch nicht ändern!

Zum Glück ist die Küche so klein, dass danach nicht alle Abendbrot machen können. Ein paar von uns bleiben also sitzen und freuen sich über den See.

Dann großes Pastaessen an der Tafel unter den Bäumen – mit Pilzsauce, Tomaten-Gemüse-Sauce und zwei Sorten Pesto, dazu Feta, Salate und Reste vom Grillfleisch, je nach Wunsch. Der Abend klingt dann mit einem Erdbeer-Daiquiri an der Feuerschale aus, gegen Mitternacht schon liegen alle in den Federn…

05.09.2025 – CCT 2025 – Tag 1 #WMDEDGT

Es ist der 5. und wie jeden Monat ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf. Die anderen Beiträge zu “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” findet Ihr hier.

Ich erwache zunächst kurz vor 5 und kann dann erstmal gute zwei Stunden nicht mehr einschlafen – war doch nicht so klug, gestern Abend keine Schmerztablette mehr zu nehmen. Dann ratze ich aber doch noch mal weg bis kurz vor halb 9 der Liebste anruft. Danach dann der übliche morgendliche Reboot (Timelines, Bloggen, Französisch, Italienisch, Wordle, Connections, Strands, Mini Crossword, Spelling Bee, Past Puzzle, Ciddle, Foodguessr), Balkonfrühstück (aus Gründen die Reste panierter Auberginen, Tsatsiki und Pflaumen) und Matcha Latte, dann Medikamente, Physio-Übungen, Rotlicht auf den Rücken, tagfein machen, Rucksack fürs Wochenende machen und dann geht es um 12 aus dem Haus.

Heute beginnt nämlich das jährliche CCT, das Cousins- und Cousinentreffen. Vor Jahren als Enkeltreffen mit Oma gestartet, inzwischen schon seit 13 Jahren ohne Oma… Dafür mit zwei Nichten zweiten Grades (der Neffe zweiten Grades zahnt gerade und bleibt daher zuhause). Dieses Jahr machen wir das Treffen bei Brüderchen und Freundin im Haus am See. Ich fahre mit zwei Trams nach Friedrichshain, steige dort zu Bruder und Freundin ins Mietauto und dann fahren wir raus nach Brandenburg.

Erstmal fahren wir einen Getränke- und einen Supermarkt an und kaufen für ein Wochenende mit neun Erwachsenen und zwei Kindern ein. Dann geht es raus an den See. Auto ausladen, Einkäufe verräumen, Restekuchen aufwärmen und mit Eis dekorieren und dann erstmal Päuschen unter Bäumen.

Die weitere Wartezeit überbrücken wir mit einem traditionellen Sektchen mit Erdbeeren und dann kommt schon das erste weitere Auto an – die Potsdamer Cousine mit ihren beiden Kindern. Sie bekommen eine Führung über das Grundstück, Sekt bzw. O-Saft und dann sitzen wir erstmal unten auf dem Steg.

Als Nächstes kommen die beiden Rostocker Cousins an, bekommen ebenfalls die Führung springen dann direkt ins Wasser. Kurz darauf trudeln die beiden Friedrichshainer Cousinen plus einem Anhang ein und bekommen die Tour. Der Münchner Cousin hat leider keine Zeit dieses Wochenende.

Jetzt kommt langsam Bewegung in die Meute – zwei Zelte werden aufgebaut, einige springen nochmal in den See, der Grill wird gereinigt, Gemüse wird geschnippelt, Salate werden zusammengebaut und die große Tafel unter den Bäumen wird erweitert und beleuchtet. Als endlich alles fertig ist, ist es schon dunkel. Das Essen ist kaum sichtbar, aber köstlich und die Gesellschaft natürlich wunderbar.

Nach dem Essen gehen die beiden Kinder ein bisschen Fernsehen und bald darauf ins Bett. Die Erwachsenen kümmern sich um den Abwasch und wechseln von der Tafel an die Feuerschale. Es gibt diverse Getränke und viel zu erzählen und zu lachen. Nach und nach verschwinden denn alle in die Betten, ich gehöre gegen 1 zu den Letzten und vergesse diesmal nicht die Schmerztablette.

04.09.2025 – Regeneration

Gestern noch den Sporttermin für heute abgesagt und den Tag dann nach dem morgendlichen Reboot und Kuchenfrühstück mit Rotlichtlampe und sanftem Yoga begonnen – es geht bergauf mit der Schulter. Trotzdem noch unsicher, ob ich es zu meinem Abendtermin schaffe, aber die Zweifel lassen über den Tag hin nach.

Statt Schreibtisch dann heute aber Sofa mit Füße hoch, auch da kann ich produktiv sein. Organisatorisches, ein bisschen Denksport, Recherchen und dann geht sogar noch ein Projekt nach draußen. Läuft. Zum späten Mittagessen gibt es Reste von Auberginen und Tsatsiki, dann dusche ich nochmal heiß, lese beim Haaretrocknenlassen weiter in Kairos und breche dann kurz nach 17 Uhr auf Richtung Mitte.

Dort habe ich noch ein wenig Zeit und erledige Einkäufe im Drogeriemarkt (Wo ich schon den rückenfreundlichen Rucksack dabei habe…) und dann geht es zum Networking-Event. Drei mal 20 Minuten wird an insgesamt fünf Tischen zu verschiedenen Themen diskutiert, danach gibt es Catering und freies Plaudern.

Ich nutze die Zeit neben dem Essen (Caprese-Wrap, Lachs-Avocado-Bagel, Buttermilchhühnchen in scharfer Tomatensauce, Salat mit Ziegenfrischkäse und Feigen…) und spreche nochmal ausführlicher mit ein paar Leuten, die ich in den drei Diskussionsrunden getroffen habe. Es wird dann direkt auf LinkedIn vernetzt und teilweise auf der Heimfahrt schon hin und her geschrieben.

Schon 20:30 ist das Event nämlich wieder vorbei und ich laufe zum x-ten Mal in der letzten Woche wieder durch den Bahnhof Friedrichstraße (auch das sonst nie so oft). Der kommt heute auch im Buch vor, das passt gut. Wieder zuhause ein kurzer Plausch mit der Mitbewohnerin, einen Gin Tonic mixen als Muskelrelaxans und dann geht es auf den immer noch warmen Balkon, weiterlesen.

Als das Getränk alle ist, ist es auch kühl. Noch eine Runde Rotlicht und dann geht es ab ins Bett.

03.09.2025 – Erzwungene Langsamkeit

Verrückt, jetzt ist der Schulter-/Rückenschmerz vom Sonntag zurück, nachdem er schon quasi vergessen war. Mitten in der Nacht weckt er mich und dann ist erstmal alles schwierig. Positionen finden, in denen es kurzzeitig geht, sich unter unterdrücktem Schreien in diese Positionen bewegen, zwischendurch von zwei Katzen bekuschelt, bekrallt und weiter räumlich eingeschränkt werden, diverse Versuche zur Schmerzlinderung (Ibuprofen innerlich, Voltaren äußerlich, Toilettengänge, Physio-Übungen, Massagekissen, Heizdecke unter das Bettlaken applizieren…) jeweils unter Schmerzen… Nach knapp zwei Stunden beginnen sie in der Gesamtheit zu wirken und ich kann nochmal ein bisschen einschlafen.

Iced Matcha Latte, Pflaumenkuchen, Aprikosen

Beim Aufwachen ist es besser, aber ich bleibe den ganzen Tag eingeschränkt. Ausführliche Physioübungen, mehr Ibuprofen, immer wieder dehnen, immer wieder Massagekissen… So komme ich irgendwie durch den Tag, vermeide aber alle nicht nötigen Anstrengungen. Ein frühmorgendliches Webinar klemme ich mir und werde mir später die Aufzeichnung anschauen. Später sitze ich aber doch am Schreibtisch und bin produktiv. Zwischendrin mache ich mir aus Crowdfarming-Gemüsen panierte Aubergine mit Tsatsiki – sehr lecker!

Danach versuche ich Mittagsschlaf, lese aber schmerzbedingt hauptsächlich in Jenny Erpenbecks Kairos und nicke nur zwischendurch mal kurz weg. Bisher liest es sich gut, wenn ich den Altersunterschied der Protagonist*innen ausblende, kann ich mich auch gut hineinfühlen. Mal gucken, was noch kommt.

Am späten Nachmittag mehr Schreibtischarbeit und nochmal zwei Webinare. Dann mixe ich mir einen Gin Tonic zur (körperlichen) Entspannung und gehe in den monatlichen Call mit meiner Mentorin, der gute Impulse gibt. Für die direkte Umsetzung bin ich aber zu unkonzentriert und kann auch langsam echt nicht mehr sitzen. Stattdessen geht es halb 10 in die heiße Badewanne, um 10 vor die Rotlichtlampe (Ergänzung zu den vorherigen Maßnahmen, ein Vorschlag der Mentorin – ich hatte ganz vergessen, dass ich eine habe…) und dann mit Buch ins Bett. Inzwischen geht es ein bisschen besser und ich kann ganz manierlich einschlafen, durch nicht, aber es gibt keine so furchtbare Phase wie letzte Nacht. Baby Steps…

02.09.2025 – Schön langsam

Nach dem ersten Aufwachen kurz nach 6 nochmal ordentlich weggeratzt und dann erst nach 9 wach gewesen. Wie wundervoll das war! Möglicherweise hatte ich etwas Schlaf nachzuholen. Ausführlicher morgendlicher Reboot noch im Bett und aufstehen dementsprechend erst gegen 11. Manchmal ist es auch schön, Klischees zu entsprechen. Dann mache ich mir aber ganz unklischeehaft ein aufwendiges Frühstück und bereite aus Crowdfarming-Tomaten, -Paprika und -Chilis, einer Zwiebel, Knoblauch und einem Rest passata Shakshuka zu – mit zwei Eiern, TK-Koriander und einem Bagel. Dazu der letzte Joghurt, die letzte Moltebeerenmarmelade und ein grüner Tee.

Damit geht es dann direkt an den Schreibtisch, denn es ist kühl und regnerisch, was möglicherweise zum späten Wachwerden und Aufstehen beitrug. Ich erledige die notwendigen Dinge und nehme dann an einem ganz spannenden Webinar teil, das noch einige Nacharbeiten nach sich zieht.

Am späten Nachmittag zieht es mich dann nochmal aufs Sofa und ich lese Die Möglichkeit von Glück aus. Sehr viele Gedankenanstöße über die Beschaffenheit der ostdeutschen Seelen, auch wenn ich mir daraus keine allgemeingültigen Erklärungen für heutige Wahlergebnisse ableiten mag. Eher mal selbst reflektieren und abgleichen mit meinem Umfeld von damals, den Erzählungen und Erlebnissen. Bei einigem ahne ich schon, dass etwas dran ist, wenn auch nicht in der Vehemenz wie im Buch. Nunja, Denk- und Gesprächsstoff für die nächsten Wochen. Ich lege dann auch gleich noch die nächste Lektüre an und leihe mir Jenny Erpenbecks Kairos aus, das in meiner Blase sehr unterschiedlich besprochen wird, thematisch aber gut anschließt.

Das Loslesen muss ich aber verschieben, denn ich habe heute tatsächlich noch einen Termin im Draußen und muss mich also stadtfein machen und rechtzeitig das Haus verlassen. Sonst bin ich quasi nie in Neukölln und noch viel nier am Tempelhofer Feld, jetzt häufen sich die Male plötzlich. Ich bin ein bisschen zu früh am Treffpunkt und schaue also nochmal kurz auf dem Feld nach dem Rechten. Es ist gerade Regenpause und sofort wieder voll. Verstehe jetzt inzwischen die Leute, die jegliche Randbebauung ablehnen.

Um 19 Uhr dann Treffen mit einer Timeleft-Bekanntschaft von vor dem Urlaub. Wir setzen uns vor ein Bistro in ihrem Kiez, essen und trinken sehr gut und haben uns viel zu erzählen. Anders als letzte Woche in Kreuzberg taucht aber nicht gleich die halbe Nachbarschaft auf und verwickelt mich in Gespräche. Dafür gehen wir zu zweit sehr tief ins Detail und schmieden gegen Ende noch ordentlich Pläne. Ein schöner Abend!

Rote-Bete-Spätzle mit Walnüssen, Pfifferlingen und Babyspinat, Yuzu-Holunder-Spritz, später noch Ingwer-Tee

Gegen halb 11 wird es kühl, ich werde müde und der Rücken goutiert den Stuhl nicht mehr. Also fahre ich mit U-Bahn und Tram nach Hause, versorge die Katzen und mache mich bettfertig. Dann lade ich mir noch Tidal herunter und ziehe meine Musik von Spotify dahin um (mit nur sehr wenig Streuverlust, es fehlen am Ende fünf Songs von meinen 1611 Lieblingssongs, das werde ich verschmerzen können). Bis meine Premium-Mitgliedschaft bei Spotify abläuft, werde ich beides noch parallel nutzen, dann Spotify nur noch zum Hitster spielen und halt bei Bedarf, aber mit Werbung.

01.09.2025 – September und Berlin fast ohne Besuch

Gegen 6 klingelt der Wecker der Mitbewohnerin, gegen 7 verlässt sie das Haus, gegen 8 klingelt der Wecker des Besuchs und als sie eine halbe Stunde später los ins Büro fährt, bin ich auch schon aufgestanden für eine vernünftige Verabschiedung. Danach gibt es Matcha Latte und Pflaumenkuchen zum Balkonfrühstück und einen ausführlichen morgendlichen Reboot inklusive endlich wieder Physio-Übungen. Hinterher versetze ich die Wohnung nachbesuchlich wieder in ihren Originalzustand zurück und setze mich eine erste Runde an den Schreibtisch.

Gegen Mittag fahre ich hinüber zum alten Büro und gehe mit dem Besuch und drei anderen ehemaligen Kolleg*innen essen. Für mich gibt es ein Sushi-Menü und vietnamesischen Eistee mit unter anderem Pfirsich.

Dann geht es noch auf einen Kaffee hoch ins alte Büro, ein bisschen gucken, was sich seit dem letzten Mal verändert hat (nicht so wahnsinnig viel) und dann heißt es endgültig Abschied nehmen vom Besuch – für sie geht es nach Feierabend direkt zum Flughafen und nach Hause nach Madrid. Die anderen sehe ich bestimmt früher wieder, aber sie bekommen auch eine Verabschiedung. Dann fahre ich wieder zurück nach Hause und setze mich mit Limettenwasser und Nimbin wieder an den Schreibtisch.

Einigermaßen früher Feierabend heute, ich bin ein bisschen ausgelaugt von den vielen vielen Schritten und Worten der letzten Tage und gönne mir ein ausgiebiges Nachmittagsschläfchen mit beiden Katzen auf der Couch. Danach gibt es Tomatenbrot (südstaatlerisch mit Mayo), Pflaumen und Schokolade zum Abendbrot, außerdem ein von der Mitbewohnerin spendiertes Eis.

Den Rest des Abends vertiefe ich mich völlig in Anne Rabes Die Möglichkeit von Glück, das mich ganz schön mitnimmt und durchschüttelt. Ich lese es mit Noosa und dem Rest Federweißer (jetzt fast zuckerfrei) auf der Couch, später in der Badewanne und noch später im Bett. Eigentlich könnte ich es auch gleich ganz durchlesen, aber dann übermannt mich die Müdigkeit doch noch, bevor der Besuch gegen 1 in Madrid landet. Dann also morgen!