06.07.2025 – 145 zu 43

Gegen 6 sind die letzten ins Bett gegangen, gegen 8 sind der Liebste und ich endgültig wieder wach, das Teilzeitkind kurz danach auch. Fazit zur Nacht im Zelt: Geht ganz gut. Wenn die Geräuschkulisse dann noch mehr so norwegischer Fjord als brandenburgisches Familienfest ist, sollten wir darin gut zurechtkommen. Learnings zudem: Am norwegischen Fjord wird mehr Ordnung gehalten werden müssen und Campingstühle gehören über Nacht ins Vorzelt.

Wir sind nicht die ersten die wach sind, aber der Liebste kocht uns trotzdem auf dem Campibgkocher Kaffee (Wildnissimulation und Equipment-Check!). Meine Blase drückt trotzdem und so schleiche ich mich möglichst leise ins Haus und begegne unterwegs dem bereits gärtnernden Freund meiner Cousine, dem hiesigen Hund, dem Geburtstagsonkel samt Schwester und Schwager, die Frühstück vorbereiten, einem meiner Cousins, der schon am Aufräumen ist, und einem weiteren Cousin, der unter der Dusche steht, als ich aufs Klo will. Zum Glück gibts davon mehrere, allerdings muss ich jetzt auch noch die Treppe hoch und bin endgültig hellwach.

Zurück am Zelt dann aber Kaffee mit dem Liebsten im Campingstuhl. Danach verlagern wir uns zum Frühstück in der Weinlaube, wo sich immer mehr Familie sammelt. Es gibt Kuchen, Brötchen, Käse, hausgemachte Marmeladen und viel Kaffee und Kirschen. Dazu familientypische Diskussionen über Politik und Medienlandschaft. Direkt nach dem Frühstück verabschieden sich die ersten Gäst*innen und wir fangen dann auch langsam an, alles wieder abzubauen und zusammen zu packen.

Es ist aber heiß und wir lassen uns Zeit. Zwischendurch gibt es zur Abkühlung und Stärkung Eis, Wassermelone und für die Kinder alkoholfreie Bowle. Gegen Mittag werden Bruder und Freundin zur Bahn gebracht, weil sie heute noch viel vor haben. Eine gute Stunde später brechen wir auch auf und füllen die beiden im Auto freigewordenen Plätze mit der kanadischen Verwandtschaft, die gar nicht weit vom Liebsten wohnen. Wir liefern die beiden ab, fahren noch fix tanken und laden dann das Auto aus. Der Liebste bringt den Mietwagen weg. Als er wieder zurück ist, chillen alle noch eine Runde und dann mache ich mich mit der S-Bahn auf den Heimweg nach Pberg und nutze die Fahrt für Italienisch und Französisch.

Ich komme gegen halb 5 an, begrüße die Katzen, packe meine Sachen aus, springe unter die (nur lauwarme) Dusche und stehe dann frisch und in sauberen Klamotten beim Lieblingsnachbar vor der Tür, der heute seinen 43. Geburtstag feiert.

Es gibt einen kleinen Spritz auf dem Balkon, dann spazieren wir zu einem koreanischen Restaurant hier im Kiez und essen Nudeln und Kimchi.

Yuzu Lime Soda
Kalte Soba-Nudeln mit eingelegten Gurken, Rettich und Rinderschmorbraten

Nach dem Essen geht es zurück auf den Balkon, zu mehr Spritz und außerdem leckerem Salted Caramel Cheesecake.

Wir sitzen und erzählen so ungefähr bis 22 Uhr, dann löst sich die Geburtstagsgesellschaft auf. Ich wechsele zu den Katzen auf meinen eigenen Balkon, telefoniere nochmal kurz mit dem Liebsten, lasse das Wochenende Revue passieren und erledige noch die täglichen Rätsel. Dann falle ich kurz nach 23 Uhr ins Bett.

05.07.2025 – Der 145. Geburtstag #WMDEDGT

Es ist der 5. und wie jeden Monat ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf. Die anderen Beiträge zu “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” findet Ihr hier.

Der Liebstenwecker klingelt um 8, weil er die Gunst des Mietautos nutzen will, um noch Sachen zum Wertstoffhof zu bringen. Erstmal aber gibt es Kaffee im Bett, der in einem Dialog resultiert, der mir meinen bisher erfolgreichsten Thread beschert. Ein merkwürdiges soziales Medium, die Antworten beziehen sich sämtlich auf andere Aspekte als den, den ich rüberbringen wollte und manche sind schlichtweg abstrus. Und nein, ich habe mir das Gespräch nicht ausgedacht, der Liebste redet so, was nicht heißt, dass er alles meint, was er sagt.

Jetzt fährt er jedenfalls zum Wertstoffhof und ich mache Französisch, Italienisch, die NYT-Rätsel und Past Puzzle. Dann ist er auch schon wieder da und es wird auch für mich Zeit, aufzustehen. Während er sich nochmal ausruht und auf die Rückkehr des Teilzeitkinds wartet, gehe ich nochmal fix einkaufen – fürs Frühstück und für den Montagmorgen der Beiden. Ich gehe in Flip Flops, was auf dem Hinweg sehr gut geht, am Ende des Rückwegs hingegen fängt der Fuß an zu schmerzen. Aber Übung macht den Meisterfuß. Wieder zuhause trifft das Teilzeitkind gerade ein (und hat meinen Schlüssel wieder mitgebracht, dafür aber sein Ladekabel vergessen). Wir frühstücken und dann holt der Liebste das Auto vor die Haustür und beginnt es zu beladen, während mein Bruder und seine Freundin mit ihrem Gepäck eintreffen.

Kurz nach 12 sitzen wir zu fünft ins Auto und fahren los. Erst zur Teilzeitkindmama, wo noch ein Schlafsack abzuholen ist (und ein Ladekabel, eine Haarbürste und ein Haarreif) und dann weiter in den Fläming, wo Tantchen und Onkelchen heute ihren 145. Geburtstag feiern. Während der Fahrt gibt es Radau auf der Rückbank, weil das Teilzeitkind und mein Bruder sich bei jedem gelben Auto hauen. Oh to be young again… Nach einer guten Dreiviertelstunde kommen wir an und tragen unser Campingequipment in den Teil des Gartens, der für die Zelte vorgesehen ist. Zum zweiten Mal bauen wir das große Zelt auf, das wir letztes Jahr vor dem #nurregen-Urlaub gekauft haben. Heute Nacht werden wir erstmals darin schlafen.

Nach und nach treffen immer mehr Gäste ein und die beiden großen Kaffeetafeln füllen sich mit jeder Menge Familie und den engsten Freund*innen (die Nachbarschaft war gestern schon geladen). Es gibt diverse Sorten Kuchen und Torte, Kaffee, Tee, Kakao, Spaghetti-Eis für die Kinder und später Eiskaffee für alle, die wollen. Die Gästeanzahl wächst und wächst, so dass wir irgendwann unsere Plätze am Tisch frei und verteilen uns auf diverse Sitzgruppen in verschiedenen Ecken des Gartens – Schatten, Sonne, es ist für jeden was dabei.

Bruder, Freundin, zwei Cousins und wir treffen uns an einem Punkt, um gemeinsam die Glückwunschkarte für die Geburtstagskinder zu verfassen. Sie bekommen von uns Karten für ein Konzert einer Balkan Brass Band und freuen sich bei der Übergabe sehr.

Irgendwo spielen Kinder mit ihren Tanten Karten, später springen sie in den Teich und plantschen. Nebenbei heizt der thüringische Teil der Familie schon den Grill an. Es wurden selbstverständliche echte Rostbratwürste mitgebracht, es gibt aber auch Fleisch und Vegetarisches, jede Menge Salate und frisch geräucherten Fisch. Die anwesenden Hunde (ein heimischer und mehrere Gasthunde) sind ganz aus dem Häuschen. Passend zum Essen gibt es jetzt auch Bier vom Fass, Erdbeerbowle mit und ohne Alkohol und später am Abend auch stärkere Getränke.

Irgendwann verabschieden sich nach und nach die Freund*innen und dann sitzt „nur“ noch die Familie (Blutsverwandte, angeheiratete, angehängte usw.) in einem großen deutsch-kanadisch-italienisch-türkischem Kreis von etwa 40 Personen im Alter zwischen 3 und 75 im Garten und erzählt. Wir haben sogar einen Ostwestfalen (den Liebsten) und eine Hessin (die Cousine aus dem Westen) dabei, wir Ossis sind nämlich gar nicht so. 😉 Das kleinste anwesende Kind fordert reihum ältere Familienmitglieder zum Wettlauf auf.

Als es dunkel wird, gibt es eine von drei Familienmitgliedern vorbereitete Feuershow, die in einem Feuerwerk und anschließendem Tanz kulminiert.

Als alle genug getanzt haben, wird eine Feuerschale herangeschafft und weiter erzählt. Die kleinen Kinder werden zuerst ins Bett gebracht, das Teilzeitkind kriecht auch bald ins Zelt, der Liebste folgt gegen Mitternacht und ich gegen 1. Der Rest bleibt noch sehr, sehr lange sitzen und ich schlafe irgendwann über dem Geschnatter und Gelächter ein, das noch bis 6 Uhr morgens vom Feuer herüberdringt. Beste Familie von Welt!

04.07.2025 – Independence Day Date Night

Der Tag beginnt mit einem frühen Liebstentelefonat, was mich dazu motiviert, auch früh aufzustehen und mir ein koffeinhaltiges Getränk zu machen. Das wiederum motiviert mich, dann auch direkt frühstücken zu wollen und so sitze ich schon gegen 8 Uhr (In eine Decke! eingekuschelt!) auf dem Balkon, trinke einen Iced Matcha Orange Latte (mit Erbsenmilch), esse mein selbst gemachtes Aprikosen-Pistazien-Gebäck von gestern, lasse mich von Noosa bekuscheln und lese da das Internet leer und blogge.

Als die Wolken sich verziehen, kann die Decke weg und es wird ein normal warmer, nicht zu heißer Tag. Bevor ich zu meinen Sprachübungen übergehe, wechsle ich in die Badewanne (immer Prozesse optimieren) und weiche ordentlich ein, während ich Französisch, Italienisch und die englischen Rätsel absolviere. Dann Haare waschen, Skincare und anziehen – bereit für den Tag.

Es gibt vor dem Wochenende noch ein paar Dinge zu erledigen, zu organisieren und zu packen. Nachdem das geschehen ist und ich meine Physio-Übungen absolviert habe, setze ich mich mit einem zweiten Frühstück/ersten Mittagessen hin. Bagel mit Zeug, weiterhin Reste vertilgend.

Dann ein erster Ausflug ins Draußen – Müll wegbringen, zur Apotheke und in den Drogeriemarkt. Dabei trage ich nur leichtes Schuhwerk, ich will ja meinen Fuß trainieren. Geht ganz OK auf der kurzen Strecke, aber auf dem Rückweg macht mir das Kopfsteinpflaster zu schaffen. Von Barfußschuhen bin ich noch weit entfernt.

Zuhause packe ich fertig, dann ziehe ich wieder die Zauberstiefel an und mache mich schwer bepackt mit insgesamt vier Gepäckstücken auf den langen Weg nach Südberlin. Da bei der S-Bahn wieder irgendwo gebaut wird, muss ich einmal mehr umsteigen als sonst und habe zusätzliche 15 Minuten Wartezeit. Unterwegs spiele ich Telefonzentrale und Vermittlung zwischen dem Liebsten und dem Teilzeitkind, die sich gegenseitig nicht erreicht haben.

Beim Liebsten angekommen geht es erstmal auf die Couch, atmen und Fuß ausruhen. Dann schmieden wir Pläne und essen eine weitere Mahlzeit – für den Liebsten Frühstück (es ist kurz nach 15 Uhr) für mich zweites Mittagessen oder Kuchenersatz.

Enten-Ramen, verfeinert mit TK-Steinpilzen und Petersilie

Hinterher geht der Liebste los, unser Auto fürs Wochenende abholen, und ich vertiefe mich nochmal ins Internet und mache Dinge. Irgendwann ist der Liebste wieder da, dann auch das Teilzeitkind, das seine Sachen packt, um auswärts zu übernachten und uns versichert, dass wir ruhig schon zu unserer Date Night aufbrechen können, bevor es aus dem Haus ist. Und ja, es wird alle Lichter ausmachen und auch abschließen, es ist ja keine fünf mehr. Allerdings braucht es dafür meinen Schlüssel, da es seinen bei Mama vergessen hat. Ich überreiche meinen Schlüssel, wir hoffen alle das Beste und dann laufen der Liebste und ich los. Im Asialaden holen wir uns ein Wegbier und ein Wegkokoswasser und dann fahren wir mit zwei U-Bahnen zum Großen Sendesaal des rbb.

Hier tritt heute der großartige Josh Johnson auf – zweimal, wir haben Karten für die erste Show. Erstmal jedoch Moe Singleton, der seit einem Jahr in Berlin wohnt und weitgehend erwartbare Witze über das Leben als amerikanischer Schwarzer Expat hier macht. Trotzdem amüsant, aber kein Vergleich zum darauffolgenden Feuerwerk, das Josh Johnson abliefert. Wobei Feuerwerk eher metaphorisch zu sehen ist – er redet halt einfach fast anderthalb Stunden lang entspannt vor sich hin und ist dabei brillant.

Der Typ ist wirklich unglaublich – wir gucken ja jede Woche sein Special, immer mit aktuellem Bezug, immer komplett neu, immer perfekt vorgetragen, nie cringe, immer angenehm und wholesome. Der Mann verdient alle Preise und ich könnte mir von ihm auch das Telefonbuch vorlesen lassen und würde mich dabei wohlfühlen. Das ist das Amerika, das man am 4. Juli feiern sollte. Er wird allerdings heute nur ganz kurz politisch, vielleicht, weil er hier zu Gast ist und uns nicht mit seinem heimischen Ballast belasten will (so ähnlich drückt sich ja auch Bruce Springsteen aus, bevor er aus allen Rohren feuert). Ich hatte angesichts der Big Beautiful Bill und des Datums ein bisschen mehr Zeitbezug erwartet. Aber Josh Johnson funktioniert auch ohne und wir sind hinterher noch völlig in awe und reden auf dem Heimweg mit S- und U-Bahn noch lange darüber, warum der so genial ist. Für alle, die das noch nicht wissen: Jeden Mittwoch gibt’s ein neues Special von ihm auf YouTube.

Als wir wieder in Südberlin sind, ist es erst kurz vor 9 und so kehren wir noch eben beim Stammitaliener ein, auf je einen Campari Spritz und eine Pasta mit Pfifferlingen (OK und einen Montepulciano und einen Nachtisch und der Kellner zaubert uns auch noch eine gratis Vorspeise und einen Absacker hin…)

Danach geht es, immer noch im Hellen nach Hause. Die Tür ist ordentlich abgeschlossen, alle Lichter sind aus. Wenn das Teilzeitkind morgen noch pünktlich zur Abfahrt wieder zuhause ist UND meinen Schlüssel wieder mitgebracht hat, haben wir ein neues Level an „groß“ freigeschaltet. Bis dahin gucken wir (der Liebste nochmal) das dieswöchige Josh-Johnson-Special und gehen dann zeitnah ins Bett.

03.07.2025 – Hitzefrei vorbei

Ich bin ja meistens schrecklich diszipliniert und so ist wie geplant das Hitzefrei heute vorbei. Die Hitze auch, das trifft sich gut. Beim morgendlichen Telefonat mit dem Liebsten krümelt es plötzlich am Zahn und die vor ein paar Tagen unverhofft erfühlte Unregelmäßkeit ist ein Stück größer geworden. Ich werfe also den eigentlichen Tagesplan um, rufe in der Praxis an und habe direkt einen Zahnarzttermin für in zwei Stunden. Das reicht noch für gemütliches Internet leer lesen, Bloggen, Katzen füttern und Frühstücken (Kaffee, Müsli), aber dann muss ich los und mit Tram und Tram nach Friedrichshain.

Der Zahn wird repariert, nebenbei der Rest kontrolliert. Zwei Füllungen müssen erneuert werden werden und die Zahnreinigung steht auch schon wieder an. Ich verlasse den Termin also mit zwei Neuen, wie das immer so ist beim Zahnarzt. Zwischendurch werde ich noch gefragt, ob mein „GöGa“ denn jetzt schon Doktor sei, das sei ja doll. Ich bin kurz verwirrt, weil der Hase, der früher auch diese Praxis frequentierte, weder ein Doktor noch mein GöGa war. Und dann fällt mir ein, dass mein Bruder, der ein Doktor ist aber nicht „jetzt schon“ sondern schon ewig, auch hier Patient ist und ich kläre das Missverständnis auf.

Mit repariertem Gebiss geht es dann mit U-Bahn und U-Bahn weiter nach Mitte. Erst besuche ich die alten Kolleg*innen im alten Büro – sehr beruhigend, dass sich dort nichts gravierendes verändert hat, seit ich das letzte Mal dort war. Dann gehe ich mit dem Kollegenfreund eine Runde spazieren und Besorgungen machen und lasse mir von seinen neuesten Erlebnissen berichten. Ich bringe ihn zurück zum Büro und laufe weiter zu den Ellis, nach der Post sehen (keine), Pflanzen gießen und verderbliche Lebensmittelreste mitnehmen. Mein mitgebrachter Beutel wird voll. Bevor ich in drei Wochen verreise, gibt es noch einiges zu vernichten. Aber ich bin ja grad in Übung.

Mit U-Bahn und Tram geht es dann zurück nach Hause. Erstmal alles auspacken und dann Mittag. Es gibt zwei Sorten Käsebrote, jeweils mit Unterlage von den Ellis (einmal Steinpilzpaté, einmal Ziegenfrischkäse) und dazu Radieschen, Gurke, Pfirsich und kalten Tee (Weißer Tee mit Aloe Vera, Apfelsaft und Limette).

Dann erstmal Französisch, Italienisch und englische Rätsel von heute Morgen nachholen. Am Ende fallen mir die Augen zu (heiße, kurze Nacht) und ich lege ein Mittagsschläfchen auf dem Sofa ein.

Als ich wieder wach werde, hat die Mitbewohnerin Kirschen mitgebracht und ich erledige erstmal ein paar Haushaltsdinge, um den Körper wieder in Schwung zu bringen. Katzenklos, Biomüll, Wäsche… Und dann geht es an den Laptop, die dringendsten verschobenen To Do‘s der beiden Hitzefrei-Tage nachholen, Ergebnisse versenden, Korrespondenzen wieder aufnehmen…

Und schwups ist Abendbrotzeit. Der Zucchino of the day (der letzte der Fünf!) wandert zusammen mit einer großen Kartoffel und Thymian in den Backofen, dazu koche ich einen Zuckermaiskolben und schneide die letzte Crowdfarming-Tomate klein.

Und dann nutze ich den heißen Backofen und verbacke noch schnell den restlichen Blätterteig mit Aprikosen und einem Rest Pistaziencreme. Nicht schön, aber lecker, Beweisfoto morgen beim Frühstück.

Irgendwie liefen meine Gedankengänge gegen Abend hin zu Musik und Filmen und dann schaue ich seit Ewigkeiten mal wieder Music & Lyrics, freue mich über Hugh Grant und Drew Barrymore und die vielen toll besetzen Nebenrollen (Aasif Mandvi?!) und die Musik und frage mich zum wiederholten Male, wie oft Taylor Swift diesen Film gesehen hat, während sie ihre Bühnenpersona entwickelt hat. Hach schön. Auf dem Second Screen stelle ich außerdem fest, dass die Songs aus dem Film von Adam Schlesinger geschrieben wurden, der außerdem ja auch mit Taylor Hanson in einer Band war UND That Thing You Do! geschrieben hat und damit für den Oscar nominiert war. Das passt wieder dazu, dass ich heute Morgen einen Podcast mit Charlize Theron gehört habe, die ich in diesem Film damals zum ersten Mal wahrgenommen habe. Wie die Dinge manchmal so zusammenhängen…

Nach dem Film noch fix die Wäsche aufhängen und meine Physio-Übungen machen, den Untergang der USA aus der Ferne verfolgen und dann geht es auch schon wieder ins Bett. Voller Tag!

02.07.2025 – Hitzefrei Teil 2 und Biergarten

Heute nun also das bisher heißeste Tag des Jahres (Einschub: Gerade noch gelesen: Das hier wird der kühlste Sommer der nächsten Jahre. Und der friedlichste. Und der wohlhabendste. Alles unschön.) Wie gestern beschlossen also auch heute hitzefrei für mich. Ich beginne den Tag mit dem morgendlichen Reboot, mittendrin allerdings unterbrochen vom Katzen füttern und Bubble Tea machen. Auch in der dritten Zubereitungsart sind die Tapiokaperlen nicht so schön wie im Laden. Damit geht’s dann jedenfalls raus auf den Balkon, solange es dort noch nicht zu heiß ist.

Auf weiteres Frühstück verzichte ich. Als der Bubble Tea alle ist, gibt es Espresso Tonic und Französisch, Italienisch und Rätsel. Der Schatten auf dem Balkon reicht bis etwa halb 12, dann muss ich wirklich nach drinnen wechseln – heute dank viel Koffein gleich aufs Sofa. Ich lese mich wieder nach Italien, diesmal mit Alberto Grandi – Mythos Nationalgericht. Die erfundenen Traditionen der italienischen Küche. Das bekam ich schon letztes Jahr zum Geburtstag, wanderte aber auf dem Bücherstapel immer weiter nach unten. Heute dann aber und direkt durchgelesen! Sehr spannend und mein Bild von Italien vervollständigend. Trotzdem frage ich mich an einigen Stellen, ob es nicht zu zynisch ist und was meine Freundin Fabrizia dazu sagt, deren Mission es ist, genau die regionalen Traditionen, Produkte und ihre Hersteller*innen zu fördern, die hier als künstlich herbeigeführt dargestellt werden. Also nicht genau die aufgelisteten, aber halt ähnliche. Muss ich sie bei Gelegenheit mal fragen.

Zwischendrin mache ich kurz Pause vom Hitzefrei und höre mir ein einstündiges Webinar an. Und ich bereite meinen Zucchino des Tages zu, heute als kalte Joghurtsuppe mit Knoblauch.

Am späten Nachmittag dann wieder ein ins Flatterkleidchen und die Zauberstiefel und dann geht es bei immer noch 37 Grad mit Tram und U-Bahn in den Biergarten in Friedrichshain. Hier findet ein Netzwerktreffen mit meinem Mentoringprogramm statt. Ich trinke Maracujaschorle, knabbere Laugenbrezel und unterhalte mich mit anderen Mentees und Mentor*innen. Zwischendurch kommt eine Freundin vorbei, die in der Nähe wohnt und sich bei mir Sachen abholt, die sie am Sonnabend auf der Party in Südberlin vergessen hat. Und dann sehe ich einen ehemaligen Kollegen am anderen Ende des Biergartens, der dort mit seiner Freundin sitzt.

Als sich unsere Runde auflöst, geselle ich mich zu den Beiden, trinke noch einen Lillet Wild Berry und wir erzählen uns, was seit unserem letzten Treffen im Dezember so passiert ist.

Kurz nach 10 brechen wir dann auf und laufen im Hellen zur Bahn. Gegen 11 bin ich wieder zuhause, setze mich bei 28 Grad auf den Balkon und warte, dass es abkühlt. Das passiert nicht, aber gegen Mitternacht kommt ein wenig Wind auf. Ich sorge in der ganzen Wohnung für Durchzug und lege mich aufs Bett, flankiert von meinen zwei kuschelbedürftigen Katzen. Der Wüstenwind streicht über uns und irgendwann schlafe ich ein.

01.07.2025 – Hitzefrei, Dinner und interessante Gespräche

Heute ist der heiße Tag vor dem heißesten Tag und weil ich es gerade kann, erkläre ich für beide Tage gleich mal hitzefrei. Fühlt sich gleich besser an, vor allem mental. Körperlich ist mir immer noch ganz schön heiß, aber der Druck Sachen zu erledigen ist weg, dafür stellt sich ein Sommerferiengefühl ein, das nicht zu verachten ist.

Nach der Hälfte des morgendlichen Reboots mache ich mir Frühstück. Heute bereite ich den Bubble Tea nach Packungsanleitung zu und das Ergebnis ist nicht besser. Hatte ich also Recht mit meiner Wasserkocherlösung gestern. Für das letzte Tütchen morgen werde ich eine Mischvariante machen und die Tapiokaperlen gleich mit zum Pulver geben, bevor das kochende Wasser dazu kommt. Und dann ist die Bubble-Tea-Zeit zuhause auch schon wieder vorbei. Hat mich aber daran erinnert, auch außer Haus mal wieder Milk statt Green Tea, Tapioka statt Bobas oder Jelly und Honeydew statt Maracuja, Litchi oder anderen Fruchtsirups zu bestellen.

Frühstück mit Bubble Tea, dem Rest Kuchen, Plattpfirsich, Aprikosen, Wasser und Lektüre

Nach dem Frühstück noch Sprachen und Rätsel und dann wechsle ich vom Tisch in den schattigeren Teil des Balkons, mache den Liegestuhl so flach wie möglich und halte es so noch etwas länger als gestern draußen aus. Gegen 11 wird es auch so zu warm und ich lege mich zum Weiterlesen drinnen aufs Bett, mit dem Ventilator an. Das führt dazu, dass ich immer mal wieder einnicke, aber das passt ja zum Urlaubsgefühl. Irgendwann wird es mir dann aber zu bunt – ich stehe wieder auf, schütte mir kaltes Wasser ins Gesicht und setze mich auf die Couch. Dazu wieder Orangensaft-Ginger-Orangenblütenwasser auf viel Eis und weiter mit dem Italo Pop. Ich höre jeweils das besprochene Lied zum Kapitel parallel auf Spotify, arbeite mich so akribisch durch die zweite Hälfte des Buches und lerne immer mehr über Italien.

Das macht natürlich auch irgendwann Hunger und so widme ich mich dem Zucchino des Tages auf italienische Art – als Salat mit Zitrone und Parmesan, dazu eine sehr reife Tomate mit Ricotta und Basilikum, viel gutes Olivenöl, ordentlich Salz wegen der Hitze (daher auch der Rest Chips).

Inzwischen sind auch die Eltern in Nova Scotia wach und wir wünschen uns gegenseitig einen Happy Canada Day, denn heute ist dort Nationalfeiertag und der wird in diesem Jahr besonders intensiv begangen, wie man sich vorstellen und den sozialen Medien entnehmen kann.

Nimbin schläft nach dem Essen

Als ich am späten Nachmittag mit dem Buch durch bin, mache ich dann doch noch etwas halbwegs Produktives und räume meinen Geburtstagsgabentisch auf, sortiere die Geschenke weg – das meiste landet in der Küche oder auf dem Bücherstapel auf dem Nachttisch – und weihe meine neue gelbe Moka ein (die für 3 Tassen, meine für 2 Tassen reicht nicht wirklich, wenn der Liebste da ist, die für 6 Tassen ist zu groß für nur uns Zwei). Einmal gründlich mit warmem Wasser ausspülen, dann zweimal Kaffee kochen und wegkippen. Die dritte Brühung dann trinke ich mit ein wenig Erbsenmilchschaum und der aktuellen Merci-Sommerkollektion, um nochmal etwas wacher zu werden.

Bald darauf ist es Zeit für nochmal Frischmachen und dann Flatterkleidchen und Zauberstiefel anziehen – heute Abend habe ich wieder ein Timeleft-Dinner. Zum Glück muss ich dafür heute nur in den Kollwitzkiez, kann laufen und bekomme so noch etwas Luftzug und Bewegung in den Tag. Es ist wieder ein rein weibliches Dinner (der Dienstag passte mir einfach besser), diesmal mit Teilnehmerinnen aus Italien, Deutschland, den USA und der Ukraine. Ich bin wieder die Älteste, diesmal aber nicht mit so großem Abstand und die Staffelung zwischen Ende 20 und Anfang 40 ist regelmäßiger.

Komisches Licht da drinnen – Dry Aged Beef Burger mit Avocado, Süßkartoffelpommes, Mango-Chili-Mayo, Limetten-Minz-Eistee

Wir reden auch in dieser Runde viel über Berlin – ich bin die einzige halbwegs Nichtzugezogene -, Deutsch lernen, Lebenswege, Wohnungssuche, Clubkultur… Und dann über alles, was sich daraus ergibt, von Christoph Waltz über iCarly und Tokio Hotel bis Haustiere und Kinder. Ein schöner Abend, bei dem ich gerne noch ein zweites Getränk (Lillet Wildberry) bestelle.

Gegen 10 macht der Laden zu und wir verabschieden uns langsam, tauschen Kontaktdaten aus und laufen teilweise noch ein Stück zusammen zur Bahn. Ich laufe dann wieder nach Hause und bin am Ende gegen 11 wieder auf meinem Balkon. Der Fuß hat den langen Marsch heute sehr gut überstanden – es wird, es wird! Anders als gestern kann ich noch bis fast Mitternacht im Flatterkleidchen draußen sitzen, ohne dass mir fröstelt.

Bei meiner abendlichen Runde durchs Internet entdecke ich noch dieses Gespräch von vor ein paar Tagen: Angela Merkel trifft in einem syrischen Restaurant in Berlin Menschen aus Syrien, dem Iran und Afghanistan, die 2015 nach Deutschland geflüchtet sind. Sie berichten von ihren Erfahrungen damals, und ihrem Lebensweg seitdem. Alle sind inzwischen gut angekommen, arbeiten, die meisten sprechen fließend Deutsch und einige haben sogar schon die Staatsbürgerschaft. Man unterhält sich darüber was gut lief und was nicht so, was man verbessern könnte und wie man jetzt damit umgeht, wenn es in den Heimatländern unverhofft evtl. besser wird. Sehr interessantes Gespräch, das ich einer großen Bevölkerungsschicht gerne zur Pflichtlektüre machen würde!

Ich selbst bin während des Anschauens ins Bett gewechselt. Gegen 1 ist es vorbei, dann telefoniere ich nochmal kurz mit dem Liebsten, der auch noch wach ist, und dann ist Schlafenszeit.

30.06.2025 – Halbzeit

Krass, das Jahr ist halb rum, wie und wann ist das denn passiert? Achja, vielleicht während ich ständig irgendwo war oder Sachen gemacht habe oder wegen körperlicher Unbill herumlag und eher nichts tat und gleichzeitig überall irgendwo die Welt unterging Nun ja. Besonders die letzten sechs Wochen waren gespickt mit Unternehmungen, Trips und Sozialklimbim und obwohl da diese Woche noch einiges ansteht, fühlt es sich so an als würde der Hochleistungsturbo endlich, endlich ein wenig herunterfahren. Es ist vermutlich eine rein gefühlte Wahrheit, aber ich möchte das so gerne glauben, dass die zwei Wochen bevor es in den Sommerurlaub geht schon mal zum Vor-Entspannen dienen können, das haben wir alle Drei bitter nötig, besonders natürlich die beiden, die tagsüber einer geregelten Beschäftigung nachgehen.

Nun aber heutigen zum Tag, der wieder sehr früh beginnt, hitze- und katzenbedingt. Passt aber gut, so bin ich schon hellwach, als der Liebste telefonisch zum morgendlichen Appell ruft. Bald darauf habe ich fertig gebloggt und mache mir die erste „Mahlzeit“ des Tages. Eins meiner Geburtstagsgeschenke war ein Bubble-Tea-Set für Honeydew Milk Tea mit Tapiokaperlen, davon mache ich mir jetzt den ersten. Die Anleitung verwirrt mich, man soll erst das Pulver mit warmem Wasser anrühren, dann die Perlen dazu geben und das ganze in der Mikrowelle erhitzen. Danach dann auf Eiswürfel geben, damit man am Ende ein kaltes Getränk hat. Haben die in Taiwan keine Wasserkocher oder ist das eine Anleitung für ein amerikanisches Publikum? Ich mache es jedenfalls anders, rühre das Pulver direkt mit kochendem Wasser an und umgehe die Mikrowelle. Geschmacklich super, aber die Tapiokaperlen kleben ziemlich aneinander, vielleicht ist da die Mikrowelle hilfreich? Morgen dann mal nach Gebrauchsanleitung.

So ausgestattet mache ich mich auf dem Balkon an Französisch, Italienisch und Worträtsel (aka Englisch). Dann wird es aber draußen auf jeden Fall zu heiß. Das eigentliche Frühstück (mehr Geburtstagskuchen) verspeise ich drinnen und dazu mixe ich mir einen Mocktail aus Orangensaft mit Fruchtfleisch, Ginger Ale und Orangenblütenwasser, ebenfalls auf Eis. Gab’s gestern Abend schon und wurde für gut befunden.

Nach dem Essen erledige ich etwas, das ich schon eine Weile aufgeschoben habe, das aber in den kommenden heißen Tagen nur schlimmer wird: Grundreinigung des Katzenklos im Bad mit komplettem Streuaustausch. Danach geht’s an den Schreibtisch – im abgedunkelten Arbeitszimmer, dafür mit Tageslichtlampe und Ventilator an. Ich arbeite tief im Flow an einem Dokument, bis es Zeit wird, sich fürs Rausgehen fertig zu machen. Duschen, Anziehen, Sachen packen. Ich nehme das alte Katzenstreu mit runter zum Müll, außerdem eine aussortierte Jacke zur Altkleidersammlung. Dann laufe ich zu einem Café in der Nähe, wo ich eine Verbandskollegin treffe.

Wir sitzen mit Kaffee und Kuchen (sie) bzw. Eistee und Sandwich (ich) draußen im Schatten, berichten uns von unseren Erlebnissen seit dem letzten Treffen und sitzen dann gemeinsam über dem Dokument (ich habe den Laptop dabei), bis sie zur Kita muss, um ihr Kind abzuholen. Ich bleibe noch einen Moment sitzen und mache weiter, dann muss auch ich los, zur Physio.

Die Therapeutin und ich gehen die Übungen von letzter Woche nochmal durch, intensivieren sie und schreiben sie als tägliche Routine für mich auf. Dann darf ich noch ein wenig auf dem Hometrainer Fahrrad fahren, während sie sich schon der nächsten Patientin widmet. Ich fahre einen „Kilometer“, dann räume ich den Raum für die Nächsten und mache mich auf den Heimweg mit Umweg über den Supermarkt.

Wieder zuhause bin ich schon ordentlich kaputt. Das Schrittziel ist erreicht, es ist warm. Ich hänge Wäsche auf und setze mich dann raus auf den Balkon – inzwischen ist die Sonne um die Hausecke gewandert und es ist wieder erträglich. Kurzes Telefonat mit dem Liebsten, der jetzt Feierabend hat und Schwimmen geht. Mir bleibt noch eine halbe Stunde bis zu meinem heutigen Webinar. Ich nutze sie zur Essensvorbereitung und widme mich dem nächsten Zucchino meiner persönlichen Zucchinischwämme.

Ein halber Fertig-Blätterteig mit Ricotta, Knoblauch, einer fein gehobelten Zucchini, Salz, Pfeffer, Thymian und Olivenöl

Rechtzeitig vor Beginn des anderthalbstündigen Webinars hole ich das Machwerk aus dem Ofen und lasse es abkühlen. Mittendrin packt mich dann der Hunger und ich verputze das ganze Ding – sehr lecker!

Um 20 Uhr ist dann Feierabend und ich klappe den Laptop zu. Dann hole ich bei den Nachbarn gegenüber ein Päckchen ab, das dort am Freitag abgegeben wurde. Dann reiße ich alle Fenster auf, weil es draußen inzwischen kühler ist als drinnen. Und ich frage beim Lieblingsnachbarn nach, ob er schon zuhause ist. 20 Minuten später treffe ich ihn vor seiner Haustür, als er grad mit dem Fahrrad aus dem Büro kommt. Er trägt sein Fahrrad hoch und wir holen den Kellerschlüssel. Im Keller steht nämlich seine Sackkarre, die uns auf unseren Abendspaziergang begleitet. In der Packstation liegt nämlich Katzenstreu und Katzenfutter für mich, schon seit Donnerstag aber man kommt ja zu nix. Wir laden das riesige Paket auf die Sackkarre und rollen es nach Hause. Vor dem Haus dann öffnen wir es und nehmen die vier Säcke raus. Keiner hat Lust, heute noch die Sackkarre über die Treppe nach oben und wieder runter zu wuchten. Ich bringe den Karton zum Müll und verabschiede den Lieblibgsnachbarn, dann trage ich die vier Säcke in zwei Gängen nach oben und habe dann, gegen halb 10, wirklich Feierabend.

Ich lasse mich in den Liegestuhl auf dem Balkon fallen, telefoniere nochmal mit dem Liebsten, gucke was in der Welt passiert ist und wechsle dann gegen 22 Uhr nach drinnen aufs Sofa, als es mangels Sonnenlicht langsam kühl wird. Dort noch anspruchsloses TikTok-Scrollen, bis mir mehrfach die Augen zu fallen. Kurz nach 23 Uhr mache ich alle Fenster wieder zu und krieche bei offener Balkontür ins Bett.

29.06.2025 – Partykatersonntag

Das Unverschämte am Älterwerden ist ja, dass ich trotz anstrengenden Vortagen und – vergleichsweise – spätem ins Bett Gehen schon um halb 7 wieder wach bin. Da klingelte gestern der Wecker, vermutlich stellt sich mein Biorhythmus zu schnell um. Ich bin hundemüde, aber nicht mehr zum Schlafen zu bewegen. Also lese ich still das Internet leer, bis der Liebste zwei Stunden später auch plötzlich aufrecht im Bett sitzt und dann Kaffee machen geht.

Mit Kaffee dann Bloggen und uns gegenseitig verklagen wie müde, alt und verkatert wir sind. Irgendwann steht der Liebste auf und beginnt, die Partyreste aufzuräumen. Ich mache noch fix Französisch und Italienisch, dann geselle ich mich dazu. Zum Glück sind wir recht schnell und dann liegen wir erstmal auf der Couch und atmen vor uns hin, bis ich mir als erste Frühstück mache.

Johannisbeer-Baiser-Kuchen, O-Saft, Obst

Dann habe ich nochmal einen Energieschub, fotografiere unsere gestern erhaltenen Geschenke und packe dann schonmal die ein, die explizit für mich sind.

Bücher, Spiele, charmanter Quatsch mit Katzen- oder Bubble-Tea-Bezug, Kinokarten, Schnaps, Johannisbeerkonfitüre und Zucchini aus dem Garten

Es folgt eine zweite Frühstücksrunde für mich, die erste für den Liebsten, ebenfalls aus Büffetresten.

Guacamole, Hummus, Tabouleh, Salat, Tomate sans Mozzarella

Dann schauen wir eine Wal-Doku, bei der ich gemütlich ein wenig einschlafe. Als sie vorbei ist, stehe ich endgültig auf, ziehe mich an, packe meine Sachen zusammen und mache mich auf den Heimweg, während der Liebste sich zu einem Nickerchen zurückzieht.

Mit zwei S-Bahnen und vollbepackt geht es zurück in den Pberg. Fröhliche Begrüßung durch die Mitbewohnerin und die beiden Katzen. Ich packe aus und setze mich dann mit einem eiskalten Tonic auf den Balkon und lese weiter im Italo-Pop-Buch. Dabei werde ich schnell wieder schläfrig. Als die Mitbewohnerin zur Arbeit aufbricht, wechsle ich ins Wohnzimmer auf die Couch und ratze nochmal ausgiebigst weg.

Ich wache mit Hunger wieder auf und gehe das Zucchini-Problem an. Aus der letzten Crowdfarming-Kiste ist noch eine übrig, in der aktuellen waren zwei dabei und gestern bekamen wir ich (der Liebste mag die nicht) nochmal zwei geschenkt. Bevor es nächstes Wochenende also aufs Land geht (wo die Wahrscheinlichkeit nicht 0 ist, dass man Zucchini hinterhergeworfen bekommt), gilt also die Devise: A zucchini a day keeps the doctor away. Die heutige gibt es als Spaghetti alla Nerano, ungefähr so, allerdings aus Gründen mit Emmentaler statt Provolone.

Zack, Olivenöl schon wieder alle
Die erste, schöne Portion fürs Internet

Am Abend schaue ich mir mal einen etwas gehaltvolleren Film an, der gerade neu auf Netflix ist, nämlich Contra von Sönke Wortmann mit Christoph Maria Herbst. Ganz gut, aber passt dann auch wieder in die vom Liebsten etablierte Kategorie „Deutscher Problemfilm“, auch wenn er, wie ich dann herausfinde, eine Adaption eines französischen Originalskripts ist – wie viele Wortmann-Herbst-Kollaborationen gerade. Ich frage mich, wie viele arabischstämmige Menschen an der Produktion beteiligt waren und stelle fest: nicht viele. Das merkt man. Der Film stellt die richtigen Fragen, schlampt aber selbst bei der Beantwortung.

Danach geht es in die Badewanne, mit mehr Italo-Pop und dann Politik-Podcasts, und gegen 23 Uhr zu den Katzen ins Bett.

28.06.2025 – Sport und Feierei

Der Wecker klingelt um 6:30, am Wochenende! Eltern sportbegeisterter Kinder ahnen den Grund. Erstmal aber langsames Wachwerden mit Kaffee im Bett, Internet leer lesen (die Eltern schickten des Nachts erste Beweisfotos aus Nova Scotia), Bloggen. Dann stehen wir auf, ich esse sogar noch schnell etwas. 7:45 steht unser Wagen vor der Tür – vorne drin der Papa der Geschwister des Teilzeitkinds, daneben ihr Onkel. Auf der mittleren Bank die beiden größeren Geschwister des Teilzeitkinds (3 und 5) und der Liebste, hinten drin das Teilzeitkind und ich. Gemeinsam geht es auf große Fahrt von Südberlin nach Spandau, wo der Sportverein des Teilzeitkinds (und seines größten Geschwisterchens) heute seinen jährlichen Sommermehrkampf veranstaltet.

Wir steigen aus dem Auto aus, zwei stolze Papas geleiten ihre Kinder zu ihren Riegen, der Onkel trägt die Sporttaschen, ich habe das kleinere Geschwister an der Hand. Und dann beginnt ein Tag mit viel Warterei und kurzen Momenten der Aufmerksamkeit, des Anfeuerns und des Videoaufnehmens, während unsere beiden Sportasse nacheinander Sprint, Weitsprung, Schwimmen, Reck und Bodenturnen bewältigen – manchmal zeit- und immer ortsversetzt, so dass sich das Support Team zwischendurch aufteilen muss. Etwa nach der Hälfte stößt noch die Teilzeitkindmama mit dem jüngsten Geschwister (Das ist so minifutziklein, noch viel minifutzikleiner als die anderen, die ja auch minifutziklein sind!!!) dazu, die eben aus dem Krankenhaus entlassen wurden und mit S- und U-Bahn (und Kinderwagen) hinterher gekommen sind.

Es ist alles sehr aufregend (wenn es nicht gerade langweilig ist). Gegen halb 1 sind unsere beiden Stars mit allem durch, bis alle anderen auch fertig sind und die Siegerehrung starten kann, dauert es aber noch anderthalb Stunden. Weil der Liebste und ich heute noch Pläne haben und im Auto eh kein Platz mehr für uns wäre, verabschieden wir uns und spazieren durch große Mittagshitze zur U-Bahn. Nach etwa einer Stunde sind wir zurück in Südberlin. Der Liebste zieht direkt noch weiter und geht einen Kasten Bier holen, da Flaschenpost gestern unsere Bestellung in letzter Sekunde torpediert hat – Mate, Schorle, Prosecco und Sarti kamen an, Bier war plötzlich ausverkauft – und ich packe mich aufs Sofa und mache Französisch und Italienisch.

Danach chillen wir beide kurz und evtl. schlafe ich auch kurz ein. Ab 15 Uhr dann wieder hektische Aktivität. Ich rühre Guacamole an, wärme das Chili auf, schneide Koriander und Salat und erledige weitere letzte Handgriffe in der Küche, der Liebste putzt fertig. Kurz nach 16 Uhr sind wir soweit empfangsbereit, würzen noch das Chili nach und basteln die Playlist für heute Abend – Motto: Ska-Kneipe. Zu 17 Uhr haben wir eingeladen, damit noch etwaige Kinder mitgebracht bzw. junge Eltern noch ein bisschen kommen können.

Das erste Mal klingeln tut es allerdings erst kurz nach 18 Uhr – haben wir das also auch mal ausprobiert. Wenigstens konnten wir so noch ne Stunde auf dem Sofa liegen und den Tag und die Woche veratmen.

Dann geht es aber Schlag auf Schlag – Gäst*innen begrüßen, Getränke verteilen, Geschenke auspacken, Wohnung zeigen und von vorn bzw. alles parallel und gleichzeitig. In sehr kurzer Zeit ist die Wohnung sehr voll und sehr laut (ein Kind und ein Hund sind auch da) und das Büffet füllt sich weiter, mit Brownies, Salat, Aufstrichen, Tomate-Mozzarella und leckerstem Johannisbeer-Baiser-Kuchen. Es werden zunächst viele alkoholfreie Getränke genommen, später steigt der Absatz an Bier, Sekt, Agua de Valencia und Sarti Spritz.

Als erstes verabschieden sich recht früh meine beste Freundin und die Charlottenburger Freundin. Die eine muss ihren Mann bei den Kindern ablösen, weil der auch noch auf einen Geburtstag will, die andere hat zwei kleine Kinder zuhause, die nicht zwingend durchschlafen und morgen wieder früh am Start sind. Die Lichtenberger Freundin samt Kind ist bald danach auch dran. War doch gut, dass wir so früh angefangen haben. Der Hund samt Sitterin geht auch recht früh nach Hause, ansonsten tröpfelt die Situation so langsam aus.

Mit den letzten drei Gäst*innen sitzen wir noch bis nach 1, aber alle haben von hier aus einen langen Weg. Als Rausschmeißersong bekommen die drei noch akadische Fiddle Music aus Cape Breton Island, zu der der Liebste und ich dann noch ein wenig tanzen, während wir die verderblichen Sachen im Kühlschrank unterbringen. Dann falle ich halb 2 ins Bett und der Liebste kurz nach mir auch. What a day!

27.06.2025 – Chillen, Kochen, Raus aufs Dach

Die erste Hälfte des Tages ist eine sehr geruhsame Angelegenheit, wohlweislich, denn danach wird der Turbo angeworfen.

Der Iced Matcha Latte heute mit Granatapfel drin

Gegen Mittag packe ich meine Sachen und bin raus mein Kind (meine Katzen), ich bin auf der Reise nach Südberlin und habe Rückenwind. Eine Stunde später komme ich an, der Liebste steckt noch mitten in der Arbeit. Jetzt beginnt der kulinarische Teil des Tages. Für die morgendliche Party bereite ich aus den vorgestern eingekauften Dingen Leckereien zu – einen großen Topf Chili sin carne, eine große Schüssel Tabouleh. Dann darf das alles durchziehen und ich gehe nochmal zum Supermarkt, ein paar fehlende Dinge holen. Währenddessen hat der Liebste Feierabend gemacht und wirbelt wie Derwisch durch die Wohnung und putzt.

Wieder zurück beginne ich mit der Hummus-Zubereitung, als ich bemerke, dass kein Pürierstab da ist. Das Pürieren gehört nicht zu des Liebsten Küchentätigkeiten, aber bis jetzt hat noch jede seiner Mitbewohnerinnen einen Pürierstab mit in den Haushalt gebracht. Wie sich herausstellt, hat die aktuelle ihren allerdings verschenkt, weil sie ihn so selten nutzt. Ich gehe also nochmal los und kaufe einen Pürierstab. Vielleicht etikettieren wir ihn, damit er langfristig in der Wohnung verbleibt? Dann jedenfalls wird auch der Hummus fertiggestellt und es gibt ein schnelles Abendessen.

Tortellini in brodo

Jetzt müssen wir uns langsam sputen, um 19 Uhr müssen wir in Kreuzberg sein. Wir sind nämlich auf das beste aller Feste auf der Gästeliste eingetragen! Der ehemalige Mitbewohner des Liebsten spielt mit seiner jungen, aufstrebenden Indie-Punkband ein Konzert auf dem Dach eines Hausprojekts und 25 ausgewählte Menschen dürfen dabei sein. Für den langen Anfahrtsweg nehmen wir uns noch Weggetränke mit.

Stilecht zum Punkkonzert

Am Späti noch schnell mit mehr Bier eingedeckt treffen wir am Eingang des Hauses eine der Bewohnerinnen, die uns nach oben führt. Fünf Stockwerke, Altbau, oben aufs Dach gesetzte Extra-Etage mit Dachterrasse. Alles zu und mit meinem kaputten Fuß. Es ist anstrengend, aber lohnt sich.

Gegen 20 Uhr geht es los und Deine Nachbarn spielen ein über 90-minütiges Set plus mehrerer Zugaben.

Wir sind zwar biased aber trotzdem: Große Empfehlung für diese Band!

Weil wir morgen früh raus müssen, brechen wir recht schnell wieder auf, essen noch ein zweites Abendbrot im Sterne-Pommesladen und nehmen dann ganz dekadent ein Taxi nach Hause.

Pommes mit Trüffelmayo, Chili Cheese Pommes, Honey Chicken