14.09.2025 – Familiensonntag

Früh, aber nicht zu früh erwacht, damit kann ich durchaus arbeiten, wenn vorher durchgeschlafen wurde. Nach gemütlicher Morgenroutine im Bett folgt leicht hektisches Aufstehen, Katzen füttern und Packen, denn das Frühstück wird heute erst in Südberlin eingenommen. Die Ringbahn fährt wieder, die U-Bahn mir hingegen vor der Nase weg. Zehn Minuten hungrig herumsitzen am Westhafen, aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Nur drei Minuten nach der Zeit komme ich im Stamm-Frühstückslokal an, etwa drei Minuten vor dem Liebsten und dem Teilzeitkind, dem auch ein Bus vor der Nase weggefahren ist, als es aus Brandenburg anreiste. Jetzt aber wieder: alle drei zusammen. Sofort eskalieren wir bei der Frühstücksbestellung.

Es gibt Eggs Benedict UND Croissant, süßes Frühstück UND French Toast UND Rührei, was muss das muss. Mit vereinten Kräften essen wir alles auf, nur der Taleggio vom italienischen Frühstück des Liebsten bleibt übrig, weil er ihm zu schimmelkäsig ist, dem Teilzeitkind erst recht, und ich einfach komplett vollgefuttert bin. Mit letzter Kraft erreichen wir die heimische Couch und dann braucht yours truly erstmal einen ausführlichen Mittagsschlaf.

Ich wache dazu auf, dass der Liebste die vegane Bolognese für heute Abend ansetzt (und dabei laut Musik hört). Die Gemüsebrühe zog schon seit vor dem Frühstück vor sich hin. Als die komplette Sauce vor sich hinköchelt, gehen der Liebste und ich nochmal für einen Spaziergang nach draußen und obwohl der an der Eisdiele entlang führt, will das Teilzeitkind nicht mit – es ist noch satt vom Frühstück.

Sauerkirsch-Marzipan und Primo-Fiore-Zitrone

Wir drehen eine große Runde durch die angrenzenden Grünanlagen und kommen an Orten vorbei, die wir in der Pandemiezeit oft besucht haben, seitdem kaum noch. Wenn die positiven Zukunftserzählungen fehlen, verfällt man in Nostalgie, habe ich neulich auf dem Kongress gelernt. Dass wir die Pandemiezeit inzwischen nostalgisch sehen, sagt einiges über den Zustand der Welt und die Zukunftsaussichten. Aber nein, nicht in Trübsal versinken, wir brauchen positive Narrative und Zuversicht und vielleicht wird ja doch alles gar nicht so schlimm wie befürchtet. AfD-Politiker verlieren vor Gerichten und bei Stichwahlen und heute bei der NRW-Kommunalwahl verlieren sie im Vergleich zur Bundestagswahl. Das ist doch ein Anfang, vielleicht fällt uns für den Rest auch noch etwas ein.

Wieder zuhause nochmal Ruhen, dann ist es Zeit fürs Abendessen (zu viert mit der Mitbewohnerin) und dann den Sonntagsfilm. Heute endlich Das Leben des Brian. Das Teilzeitkind ist erst verunsichert über Terry Jones als Brians Mutter und ob die Bergpredigt das mit dem geteilten Brot ist und warum das alles von den gleichen Leuten gespielt wird, aber dann hat es doch eine Menge Spaß. Interessant für uns: Es lacht kaum über die vielen Sprachfehlerwitze, die für unsere Generation wohl das Highlight waren. Die Jugend von heute ist erfreulich unableistisch! Aber die Produktionsqualität, die war 1979 noch nicht so gut, muss das Kind anmerken.

Dann geht das Kindelein aufgeregt ins Bett – morgen ist Klassenfahrt – und der Liebste und ich gucken vor dem Schlafengehen noch eine Folge Étoile zusammen, die für die die Serie einen Emmy für die beste Choreographie bekommen hat, obwohl sie bereits abgesetzt war. Überhaupt ist sie wohl nur wegen Quoten abgesetzt, die Bewertungen auf IMDB sind durchweg hervorragend. Schade, schade!

13.09.2025 – Rekuperation

Rekuperation bezeichnet auf dem Gebiet der Technik die Rückgewinnung von Energie, sagt Wikipedia. Ich gewinne heute auch Energie zurück, erst durch etwa zehn Stunden Schlaf mit nur einer kurzen Unterbrechung nach neun Stunden, dann durch sehr viel Nichtstun. Natürlich nicht ganz nichts, wo kämen wir denn da hin.

Relativ früh am Tag schreibe ich einen Rückblick auf den Kongress und nehme Gesprächsfäden mit neuen Kontakten wieder auf, wobei mein LinkedIn-Post ohne LLM auskommt. Dann werde ich mir meiner normalen morgendlichen Routinen wieder gewahr und ich gucke erstmal, was der Rest der Welt so getrieben und geschrieben hat über Nacht, verblogge meinen eigenen Freitag bei Chai Latte, Obst und Pistazien, mache Französisch, Italienisch und englische Rätsel und telefoniere mit dem Liebsten. Alles wieder normal.

Irgendwann gibt es Bagel und mehr Obst zum zweiten Frühstück, dann widme ich mich den beiden gestern angekommenen Paketen, probiere Kleidung an und sortiere nach „Behalten und Waschen“, „Gefällt mir nicht“ (zwei) und „Passt mir nicht“ (zwei). Kategorie 1 kommt in die Waschmaschine, Kategorie 2 und 3 werden auf zwei verschiedene Pakete verteilt und die Retoure vorbereitet. Dann höre ich ein paar Podcasts und wusele dabei durch die Wohnung, den Normalzustand von Anfang der Woche wieder herstellend.

Irgendwann klopft früh der Abendbrothunger an. Ich mache aus einem halben Crowdfarming-Butternut und einer Handvoll Kartoffeln ein Ofengemüse. Nach dem Wäscheaufhängen ist es fertig.

Butternut-Kürbis, Kartoffeln, Knoblauch, Rosmarin, Pfeffer, Salz, Olivenöl, Frischkäse, Parmesan

Es folgt ein Verdauungsspaziergang zur Packstation. Ich hätte auch einfach nur zum Späti gehen können, aber ich hab in den letzten Tagen wirklich genug mit Leuten geredet, die ich nicht kenne. Also ein paar Schritte mehr (auch gut fürs Gesamtgefüge) und dann eben Scannen, Drucken, Kleben. Das sind die Momente, wo ich sehr froh über die Techniken aus der Zukunft bin.

Als ich wieder zuhause bin, will ich es mir gerade auf der Couch gemütlich machen, da klingelt es und die Nachbarin von nebenan bringt versprochene Äpfel und Birnen aus dem Hof vorbei. Sie haben einen Teleskoppflücker und hatten in der Haus-WhatsApp-Gruppe gefragt, wer noch Interesse hat – das Fallobst wird immer so schnell faulig.

Äpfel und Birnen von den Bäumen im Innenhof

Dann aber wirklich Couch! Erstmal ausführliches Telefonat mit den Ellis in Kanada (heute vor einem Jahr bin ich nach Nova Scotia geflogen, die Zeit rennt wirklich!), dann lese ich den neulich begonnenen Island-Krimi (Lilja Sigurðardóttir – Das Netz) zu Ende und höre dabei ganz klischeehaft Björk, was erstaunlich gut zu den weiblichen Hauptfiguren passt. Das Buch ist dann schneller vorbei als gedacht, weil in der eBook-Datei am Ende jede Menge Leseproben sind. Mal schauen, ob ich mir irgendwann den zweiten und dritten Band hole, vielleicht, wenn es sie irgendwo umsonst gibt. Ich bin mit dem aktuellen Ende eigentlich ganz einverstanden und finde das Technologie CH fast erzwungene Weiterlesen irgendwie befremdlich. Die Netflixisierung der Kriminalliteratur oder so.

Stattdessen fange ich erstmal die nächste Trilogie an, deren erstes Buch ich mir in der Bibliothek vorbestellt hatte, nochmal norwegischer Historienroman, diesmal aber Weltliteratur von einer antifaschistischen Autorin: Sigrid Undset – Kristin Lavranstochter. Ich komme allerdings nicht mehr weit, gegen 23 Uhr bin ich schon wieder fast am Einschlafen.

12.09.2025 – Zwischen Schlafen und Wachen

Den ganzen Tag mit Menschen kommunizieren wäre ja voll okay, wenn ich dann nicht auch noch die halbe Nacht mit Katzen kommunizieren müsste. Etwa alle anderthalb Stunden will sich da eine bewegen oder mit mir spielen oder sonst irgendwie Kontakt aufnehmen. Und beim zweiten Mal, kurz nach 3 also, bleibe ich dann heute einfach wach. Vermutlich hat das Nachbarsbaby den Kater geweckt, das schreit nämlich gerade ein bisschen. Dann schläft erst das Baby wieder und dann der Kater und dann kommt stattdessen halt die Katze an und verlangt Zuwendung. Kaum hat die sich endlich gemütlich hingelegt, fängt der Kater wieder an… Es ist kein Runterkommen mehr und dann springt auch noch das Gedankenkarussell an und plötzlich fehlen zum Weckerklingeln nur noch 45 Minuten und dann ist es jetzt also auch egal.

Also: Ausführlichster morgendlicher Reboot noch im Bett (Immer das Positive sehen: Gestern musste ich Italienisch noch in der Tram machen und die Rätsel irgendwann am Nachmittag). Dann Liebstentelefonat (und Teilzeitkind-Telefonat, das trödelt heute Morgen ein bisschen) gegen halb 8, kurz danach aufstehen, anziehen, Katzen füttern und mit Mate los zum Alex und zum Kongresszentrum. Die Mate ist schnell leer und mir bleibt noch Zeit, mir ein Kirschteilchen und einen Cappuccino zu holen.

Damit setze ich mich auf einen Platz in den Kuppelsaal, mache ein Foto, poste das in meine Instastory, will gerade ins Teilchen beißen, da gleitet mir das Handy vom Oberschenkel, ich fasse hektisch mit rechts nach und schütte mir dabei mit der linken Hand großflächig Cappuccino über Blazer, Rock und Telefon. Evtl. wäre mehr Nachtschlaf eine gute Idee gewesen. Ich säubere mich notdürftig mit Taschentüchern, bekrümele mich beim Frühstücken zusätzlich ordentlich mit Blätterteig und trete dann den strategischen Rückzug an, als ich mitbekomme, dass der Minister sich verspätet. Eine nach hinten verschobene Session würde mir den ganzen Zeitplan auseinanderfleddern. Stattdessen also raus, Sitzecke, in Ruhe fertig frühstücken und Cappuccino trinken (erstaunliche Diskrepanz zwischen verschütteten Volumen und besudelter Fläche) und ziehe mich dann auf die Toilette zurück, um mit Wasser und Seife einen bestmöglichen Zustand wiederherzustellen.

Zum Nachhausefahren und Umziehen fehlt mir die Zeit, die nächste Session wartet schon. Hier treffe ich auf die (inzwischen) Ehefrau eines Freundes und ehemaligen Kollegen und es gibt ein bisschen Smalltalk bevor es losgeht. Danach ist erstmal Kaffeepause (höhö) und ich beschränke mich lieber auf Eistee und ein kurzes Gespräch mit einem Networking-Kontakt von gestern. Hinterher geht es in die nächste, sehr unterhaltsame Session, danach in eine Live-Podcast-Aufnahme mit Bodo Ramelow, die man bereits hier nachhören kann. Große Empfehlung, es geht u. a. um die Geschehnisse im thüringischen Landtag damals, um Kemmerich und seinen Parteiaustritt gestern, um die fragwürdige Haltung der CDU zur Linken und die Fakten hinter Ramelows Hymnen-Shitstorm.

Die Mittagspause verbringe ich draußen im Gespräch mit lauter mir noch fremden Fachkolleginnen, immer schön das Netzwerk erweitern! Eine davon ist nicht auf LinkedIn, ich werde wohl eine E-Mail schreiben müssen, wie ungewöhnlich! Einen coolen Job hat sie trotzdem, das geht also auch (noch).

Nach dem Essen geht es passend zu einer Podiumsdiskussion über die Zukunft des Essens – Nachhaltigkeit, Nahrungssicherheit, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft… Sehr spannend!

Danach wird es sehr witzig mit Ricarda Lang und Carline Mohr. Erwartbar viele Witze (vielfach über Markus Söder), aber auch tiefsinniges, darüber, wie Humor marginalisierten Gruppen Macht und Deutungshoheit (zurück)gibt, oder wie Ricarda in ihrer Zeit als Parteivorsitzende sehr viel Zeit und Energie investiert hat, um nicht als „zu jung“ oder „zu links“ rüberzukommen und darüber ganz vergessen hat, sie selbst zu sein. Nehme das als Mahnung für mich selbst mit, obwohl mir langsam niemand mehr vorwerfen kann, zu jung zu sein. Zu wach auch nicht, ich habe mich extra für was Witziges entschieden, um nicht einzuschlafen.

Zum Abschluss dann noch eine Runde Presseclub, dann geht der Kommunikationskongress ganz schnöde und schnell zu Ende. Kein Konfetti, kein Singen, Dank und Abschluss in zwei Minuten abgefrühstückt – bin etwas unterwältigt. Völlig übermüdet und kaffeebefleckt stapfe ich durch die gleißende Sonne über den Alex zur Tram. Ab der Weltzeituhr singt eine Frau mit Plüschmütze „White Rabbit“ von Jefferson Airplane und das passt irgendwie alles sehr gut zusammen.

Zuhause noch schnell Pakete von Nachbars abholen, dann geht es aufs Bett. Telefonate nachholen mit der besten Freundin, dem Liebsten und der Rostocker Freundin, die gerade in Grenada weilt. Spontane Rostockpläne fassen, weil im Fediverse jemand den Anstoß gibt, das besagte Wochenende noch frei ist und der Liebste eh unterwegs. Und viel atmen. Gegen 18 Uhr koche ich mir Spaghetti aglio olio e peperoncino mit frischem Crowdfarming-Chili, werfe extra Butter und Parmesan rein und Tomaten und Basilikum oben drauf.

Gegen halb 8 überlege ich, ob ich jetzt nicht langsam mal schlafen könnte, gehe dann aber vernünftigerweise doch erst noch mit dem Buch in die Badewanne. Um 9 ist dann aber endlich Schicht im Schacht (und auch eh schon dunkel, verdammter Herbst!)

11.09.2025 – Zwischen Luisa und Joschka

Halb 6 macht eine Katze „Mau?“ – ich weiß nicht welche und es war auch augenscheinlich nicht an mich gerichtet, aber wach bin ich jetzt trotzdem. Und ein bisschen aufgeregt ob des Tagesplans, also versuche ich gar nicht erst, nochmal einzuschlafen. Stattdessen ausführlicher morgendlicher Reboot noch vor dem Weckerklingeln und dann hinein in den Tag.

Gegen 8 verlasse ich das Haus, nehme die Tram zum Alex und laufe dann rüber zum Kongresszentrum, in dem ich noch nie war. Anders als im Haus des Lehrers nebenan. (Kurzer Flashback zu der Nacht im September (?) 2007, als ich erst einmal abends und dann ganz früh morgens da oben auf dem Dach stand, um den Sonnenaufgang über dem Alex (Platz, Bahnhof und im Hintergrund der Fernsehturm) für eine Zeitraffereinstellung zu filmen. Das war für eine Doku, Regisseur war der Vater der Kalkbrenners… Und ich glaube zu DDR-Zeiten war ich auch mal im Haus des Lehrers und habe Apfelkuchen gegessen. Kann das jemand verifizieren?

Rauszoomen macht lustige Perspektiven

Heute aber jedenfalls Kongress, zum ersten Mal – sowohl in dem Gebäude als auch auf dem Kommunikationskongress. Die letzten Jahre habe ich den auch schon immer beäugt, dieses Jahr habe ich erstmals Zeit und Budget, dabei zu sein. Erstes Learning: Getränke und Essen sind hier inklusive, es gibt den ganzen Tag über ein flying Buffet. Das erklärt dann u. a., warum das Early Bird Ticket sechsmal so viel kostet, wie das für die re:publica. Hätte ich mir also die Wegmate vom Balkon und die gut gefüllte Brotdose sparen können. Bevor es richtig losgeht, treffe ich noch auf eine der neuen Bekanntschaften von gestern und wir plaudern uns ein wenig warm.

Frühstücksdose

Dann startet der Kongress mit Glückskeksen und einer Trommelgruppe – letzteres trifft mich unerwartet, gut, dass das nicht morgen früh passiert, nach der Partynacht.

Ein paar warme Worte zur Eröffnung und dann gibt es eine mitreißende (und witzige) Keynote von Luisa Neubauer, die erklärt, was an der Klimawandel-Thematik brillante, wenn auch gefährliche Kommunikationsarbeit ist. Die Kurzfassung: Wären die Kommunikator*innen der Fossilindustrie nicht so gut, gäbe es bereits seit den 50er Jahren wirksame Maßnahmen gegen die globale Erwärmung und wir würden das Ganze auch nicht so sehr als individuelle Aufgabe sondern als das strukturelle Problem sehen, das es ist. Gegenmaßnahme erstmal: Positive Geschichten vom Klimaschutz erzählen und erklären, dass es um uns alle geht. Auch gelernt: Das schöne Wort Petromaskulinität.

Nach der Keynote folgt eine Session auf die nächste. Ich habe mir ein Programm zusammengestellt, das zu meinen Interessen passt und laufe von Workshop zu Networking zu Podiumsdiskussion zu Vortrag zu Best-Practice-Beispiel zu Landesgruppen-Lunch zu Erfahrungsaustausch zu nochmal Best Practice zu nochmal Networking zu nochmal Erfahrungsaustausch zu nochmal Keynote, diesmal von Joschka Fischer.

Der ordnet die aktuelle weltpolitische Lage ein, rüttelt auf und mahnt und lobt den Bundeskanzler tatsächlich für seine Außenpolitik. Alles garniert mit ein paar warmen Worten für seine eigene Partei und für die Jugend – und mit Zuversicht. Das gibt nicht unerwartet Standing Ovations und hinterher Selfie-Wünsche von jungen Kommunikator*innen. Ich laviere mich um die Menschentraube herum, werfe mich auf dem Klo in Abendgarderobe und fahre dann mit der S-Bahn rüber zur Friedrichstraße (schon wieder dort!).

Im Admiralspalast findet die Abendveranstaltung statt. Erstmal ordentlich am Buffet eindecken und wieder spannende Gespräche führen. Dann geht es ins eigentliche Theater hinein. Erst eine atemberaubende Tanzperformance (Und im Hinterkopf die Frage, warum das zum Programm gehört… beeindruckend ist es aber trotzdem.) Dann werden Preise verliehen und es gibt ein Live-Gespräch mit einem bekannten Springer-Journalisten und Podcaster – schon der zweite heute, vom ersten habe ich nur die letzten Sekunden mitbekommen, während ich mir einen guten Platz für Joschka gesichert habe. Diesmal geht es um Einblicke ins Berliner Politikprozedere und das ist dann doch ganz spannend.

Danach endet der offizielle Teil und die Party beginnt. Ich überlege noch kurz, was Roulette und Zigarren nun mit Kommunikation zu tun haben, überzeuge mich, dass auf der Tanzfläche vermutlich eh wieder nur die übliche Berliner Tanzmusik gespielt werden wird und entscheide mich dann gegen 22 Uhr für den Rückzug. Mein Akku ist leer, der Kopf ist voll und morgen früh geht’s in Tag 2…

10.09.2025 – An und aus

Kurz nach 5 schalten die Katzen von Schlafen auf cat fight um und damit ist dann auch meine Nacht vorbei. Wirklich erstaunlich, wie diese beiden reizenden Biester, die etwa elf Jahre lang völlig unauffällig vor sich hin lebten, ungefähr seit Vollenden des zwölften ihre Krallen mehr nutzen (gegen mich), ihre Stimmbänder ausreizen und sich gegenseitig verprügeln. Im Alter wird man wohl wunderlich.

Ich bin bei weitem nicht ausgeschlafen, aber habe so Zeit für gemütlichen morgendlichen Reboot im Bett und dann Balkonfrühstück mit Ostfriesentee.

Danach geht es mit Badesachen unter der Kleidung sehr pünktlich los nach Mitte. Die Wilhelm-Anton-Amo-Straße begrüßt mich mit antirassistischem Enthusiasmus, die Duschen im Fitti hingegen sind heute nicht verfügbar.

Dann eben noch mit Nachtschweiß hinein in den Whirlpool – im eigentlichen Pool tummelt sich noch der vorherige Kurs. Nach einer Viertelstunde sind die durch und dann ziehe ich ein paar Bahnen, bis mein Kurs beginnt. Rhythmisches Chlor-Gestrampel, Fuß und Schulter machen erstaunlich gut mit, keine individuellen Abwandlungen nötig. Hinterher ungeduscht abtrocknen, anziehen und chlorduftig mit der U-Bahn zur Wohnung der Ellis düsen. Briefkasten, Pflanzen, nächste U-Bahn, Tram. Hallo, Wohnung, hallo Katzen!

Hier schon wieder ausziehen und erstmal ausgiebig Duschen und Haarewaschen. Dann ziehe ich wieder etwas an, hänge die nassen Sachen auf und mache mir zum Mittagessen Stüllchen deluxe und Apfelschorle.

Nach dem Essen werde ich schrecklich müde und will mich gerade zum Mittagsschlaf/Nachholschlaf hinlegen, als mir auffällt, dass der Katzenbrunnen auffällig still ist. Aus ist er gar. Ich werde heimwerkerisch aktiv, baue die Pumpe auseinander, reinige alle Teile (große Kalkkrümel vom Berliner Wasser, leicht angegelbt von Katzenspeichel) und dann geht der Brunnen wieder an und plätschert beruhigend zu meiner Siesta.

Gegen 16 Uhr bin ich dann auch wieder an, brauche ein bisschen, um den Nebel im Kopf zu vertreiben und ziehe mich dann schon wieder aus und um für die Abendveranstaltung. Auf dem Weg dahin erfolgt noch ein kleiner Kiezspaziergang, bei dem ich ein Geburtstagsgeschenk abhole und Serendipity-mäßig noch zu Ergänzungen dazu komme. Gut, dass ich wegen des Rückens einen Rucksack dabei habe. Dann geht es mit Tram und U-Bahn wieder nach Mitte, aber diesmal steige ich eine Station früher aus.

Ich verspüre ein leichtes Hüngerchen, freue mich auf das Catering später und hoffe auf ein bisschen Knabberkram zwischendurch. Den gibt es, und zusätzlich auch noch Currywurst mit Baguette, vegan oder mit Fleisch.

Ich sitze draußen und schmause und komme mit zwei anderen Teilnehmenden ins Gespräch. Der Berliner duzt, die Angereiste siezt zunächst, ein Phänomen, das sich durch den Abend zieht. Ich erfahre einiges über den Arbeitsalltag meiner Mitbewohnerin aus anderer Perspektive und dann geht es auch schon hinein zur Verbandssitzung. Schöne Zusammenfassung der Aktivitäten der letzten zwei Jahre, dann unvermeidlicher langer Abstimmungs- bzw. Wahlblock, aber insgesamt erfreulich gut organisiert und ausformuliert. Nach guten zwei Stunden checke ich schon mal für den morgen beginnenden Kongress ein (kein echtes pre:publica-Feeling trotzdem) und dann gibt es endlich Abendbrot.

Zum Essen gibt es Weinschorle und weitere Gespräche mit drei anderen Teilnehmenden, von denen ich eine bereits hier aus Berlin kenne, die anderen sind von außerhalb angereist.

Gegen halb 10 gehen dann langsam die Lichter aus bei mir und ich laufe schnell zur U-Bahn. Die nächsten beiden Tage werden lang und intensiv! Halb 11 bin ich mit Tee im Bett und telefoniere noch mit dem Liebsten, der von seiner ereignisreichen Dienstreise glücklich zu Hause ist. Geschlafen wird mal wieder erst nach Mitternacht. Licht aus!

09.09.2025 – Nah und fern

Gut geschlafen und dann morgendlicher Reboot im Bett, sans Liebstentelefonat, denn der ist auf Dienstreise und dort schon im Büro. Irgendwie fühlt es sich herbstlich an, so dass ein Ostfriesentee als Koffeinschub passend erscheint. Den aber mit Decke und Katzen auf dem Balkon.

Nebenbei wird es wärmer und dann knallt die Sonne wieder so, dass ich schwitze und die Decke weg muss. Telefonat stattdessen mit dem Bruder, dann ist Frühstückszeit. Mehr Tee (Kräuter), Bagel mit Belägen, Gurke, Smoothie aus Orange, Granatapfelkernen und Apfelsaft.

Dann kommt der Fleißteil des Tages. Er beginnt mit Physio-Übungen und Yoga, dann Laptop-Zeit. Mitten in einem Webinar klingelt es an der Wohnungstür. Ich öffne zeitgleich mit der Nachbarin, draußen steht ein junger Mann, der uns etwas verkaufen will, womit wir sparen können. Die Nachbarin und ich sagen unisono: „Sorry, ich bin gerade in einem Call.“ und schließen die Türen wieder. Auf dem Weg zurück ins Webinar fällt mir auf, wie witzig das war und ich schreibe der Nachbarin das. Sie sieht das auch so. Wir versichern uns, dass uns der junge Mann ein bisschen leid tut, schicken uns Fotos von unseren Calls und verabreden uns für demnächst auf ein Getränk. So bringt man Menschen zusammen!

Später am Nachmittag habe ich Lust auf Draußensein und Eis essen, schließlich wollte ich heute ja eigentlich ins Freibad. Dann ist es mir aber schon auf dem Balkon zu fröstelig und ich esse stattdessen den letzten Tiramisu-Schaumkopf und arbeite noch ein bisschen weiter. Dann aber ziehe ich mich wärmer an und gehe mit einer Granatapfel-Dattel-Limo in der Hand nach draußen. Kleine Spazier- und Einkaufsrunde durch den Kiez. Drogeriemarkt, Späti (allerdings überzeugt mich dort die Obst- und Gemüseauswahl ausnahmsweise nicht) und dann doch Discounter. Hier gibt es erstaunlich ansprechendes saisonales Obst und auch die anderen Dinge, die noch fehlen.

Aprikosen, Trauben, Feige, Kiwibeeren

Beim Ostmampfen auf dem Balkon dann endlich Telefonat mit dem Liebsten in der Ferne. Danach entdecke ich ein witziges Bild in diesem Internet („ASAP in Italian means Aperol Spritz and pasta“) und bin inspiriert fürs Abendessen. Bei mir gibt es Sarti Tonic und Pasta, das Getränk hat eine äußerst interessante Färbung.

Ich koche Pasta mit roten Zwiebeln und Zucchini (Am Wochenende bewahrheitete sich, dass man im Sommer nicht aufs Land kann, ohne Zucchini übergeholfen zu bekommen…), unterhalte mich mit der Mitbewohnerin, die sich gerade einen Salat schnippelt und setze mich dann mit Pasta und Laptop wieder auf den Balkon für ein spannendes Webinar, das die ersten Monate Trump 2 aus sprach- und kommunikationswissenschaftlicher Sicht analysiert.

Danach bleibe ich im Thema und höre Pod Save America, während ich die letzten Haushaltsdinge des Tages erledige. (Andere Nachrichtenthemen meines Tages außerdem: Anschlag aufs Stromnetz in Adlershof, Angriff auf Hamas-Führer in Katar, Unruhen in Nepal, Regierungskrise in Frankreich, Wahlergebnisse in Norwegen. Und Katapult gibt es jetzt auch in Sachsen.)

Beim Müllrunterbringen treffe ich den Nachbarn mit dem frischen Baby und ich erfahre Neues aus dem Familienalltag. Mit so vielen nahewohnenden Personen an einem Tag habe ich ja ewig nicht gesprochen!

08.09.2025 – Back to School

Nun also wirklich: Der Urlaub ist (schon länger) vorbei, die Ferien jetzt auch, genau wie die Sommersonntage im Radio, und der Sommer neigt sich auch gefährlich dem Ende zu, fürchte ich. Dazu ist auch noch Montag, es passt alles ganz gut zusammen. Mein Terminkalender ist allerdings erstaunlich leer für diese Konstellation, so dass ich den Morgen erstmal ganz ruhig angehen kann. Vollständiger morgendlicher Reboot im Bett (Timelines und Feedreader leer lesen, Bloggen, Französisch, Italienisch, Rätsel, Liebstentelefonat, alles von schnurrenden bzw. schlafenden Katzen bekuschelt und mit Hafer-Cappuccino in der Hand), dann Balkonfrühstück.

Danach kümmere ich mich erst ein wenig um Haushaltsmaintenance (Pflanzen, Katzen, Waschmaschine) und dann geht es an den Schreibtisch. Es gibt wieder einiges zu organisieren, strukturieren, recherchieren, korrespondieren und formulieren, „der Zukunft zugewandt“, sozusagen.

Fleißiger Kater an Birnen-Rosmarin-Limo

Als die wichtigen und dringenden Dinge geschafft sind, mache ich Pause und esse von dem leckeren Borschtsch, den die Mitbewohnerin gekocht hat – mit Paprika, nach dem Rezept ihrer Oma, sehr gut und außerdem besonders, weil die Mitbewohnerin sich normalerweise maximal Pasta mit Pesto macht. „Einmal im Jahr kann man ja“, sagt sie. Unbedingt!

Dann bricht die Mitbewohnerin auf und ich schiebe eine sehr schöne Yoga-Einheit ein, bei der ich ausnahmsweise mal die ganze Zeit sehr gut mitkomme. Liegt vermutlich daran, dass alle Asanas im Liegen stattfinden und vor allem gedehnt und geatmet wird. Trotzdem: Toll und gerne wieder.

Hinterher nehme ich den Laptop mit aufs Sofa und mache noch ein bisschen weiter Kram, bevor ich einen Feierabendbeschluss fasse und Kairos auslese. Gegen Ende wird es wieder ein bisschen weniger gruselig, dafür spannende Darstellung der Ereignisse und um die Wende – das deckt sich mit vielem, was ich aus meinem Umfeld über diese Zeit gehört habe, ist aber gerade für Lesende aus anderen Teilen des Landes (und der Welt) erhellend, wie ich aus Rezensionen weiß. Spannende Lektüre insgesamt.

Zum Abendbrot dann Pellkartoffeln, Quark, Leinöl und Gurkensalat. Dazu schaue ich – gestern war mir das nach dem See zu düster, heute nach dem Buch passt es – die ersten vier Folgen der aktuellen Staffel Wednesday. Wieder sehr viele schöne Details und witzige Oneliner, auch wenn mich die Handlung selbst nicht so fesselt. Ich finde es faszinierend, wie viele Kinder in meinem Umfeld die Serie (zumindest Staffel 1) gesehen haben und wie präsent die Figur in Kinderköpfen ist. Die Serie ist vermutlich zu Recht ab 16 und ich bin nicht sicher, ob das zwölfjährige Teilzeitkind für alle gruseligen Aspekte schon bereit wäre.

Kurz nach 11 gehe ich schlafen und fange zur etwas seichteren Lektüre nach Hans und Katharina erstmal einen Islandkrimi an, der kostenlos auf meinem neuen E-Reader drauf war. Liest sich gut weg auf den ersten Metern bis zum Einschlafen.

07.09.2025 – CCT 2025 – Tag 3

Heute Nacht etwas unruhiger geschlafen, denn nebenan lagen eine Cousine samt kleinem Kind, das mittendrin unvermittelt „Mama, Tee!“ sagte. Ab da nur noch gestückelt gedöst, aber trotzdem insgesamt recht lange geschlafen. Irgendwann fange ich an, das Internet leer zu lesen, zu bloggen und die täglichen Rätsel zu machen. Dann ist schon ordentlich Frühstücksbetrieb und ich schnipple Obst und zeige, wo Sachen sind und decke den Tisch und hole den Sekt raus… Irgendwann sind alle da und setzen sich an die reich gedeckte Tafel.

Nach dem Essen wieder ein wilder Mix an Aktivitäten. Die einen waschen ab, die anderen spielen, eine geht werkeln und der Rest führt hochpolitische Gespräche – alles wie immer. Nach und nach verlagert sich das Geschehen dann wieder nach unten an den Steg, bzw. in den See. Ich folge, nachdem ich meine Französisch- und Italienisch-Übungen erledigt habe.

Das Wasser fühlt sich ähnlich an wie gestern, die Luft etwas wärmer. Ich schwimme ordentlich und verabschiede mich innerlich von dem Gedanken, am Dienstag nochmal ins Freibad zu gehen. Der See ist ein viel schönerer Abschluss der Draußenbadesaison und am Mittwoch habe ich eh wieder Drinnen-Chlorstrampeln eingeplant.

Viel zu schnell vergeht der Nachmittag und dann geht auch schon wieder das große Packen, Aufräumen und Resteverteilen los. Die Potsdamer Cousine fährt mit den Kindern als erste los (morgen ist erster Schultag!), ich schließe mich den Friedrichshainer Cousinen im nächsten Auto an. Mein Bruder und seine Freundin bleiben noch bis morgen und genießen die Ruhe nach dem Sturm.

Eine gute Stunde brauchen wir bis zurück in die Stadt und nehmen explizit einen Weg, der uns nicht über das Chaos von A100 und Elsenbrücke führt. Im Radio laufen die 100 besten Disco-Hits, auch der Haussender feiert den letzten Sommersonntag – zum Glück sagt der Wetterbericht anderes, was ja auch der Grund dafür ist, dass die Freibadsaison verlängert wurde.

In Friedrichshain verabschieden wir uns und ich fahre mit U-Bahn und Tram zurück in den Pberg (ab morgen fährt auch die Ringbahn wieder durch, juhu!).

Zuhause erstmal Katzen kuscheln, dann auspacken und auf den Balkon. Ich mag nicht kochen und nicht Stulle essen, also bestelle ich zum ersten Mal seit wirklich langem mal wieder etwas, ist ja Sonntag. Ich bin auch ganz aus der Übung – erst bestelle ich etwas aus Versehen zum Liebsten und muss direkt danach stornieren (Er sitzt auch gerade mit dem Teilzeitkind beim Stammitaliener und feiert Ferienabschluss, sonst könnte er das ja essen…), dann stelle ich eine fast baugleiche Bestellung für hier zusammen, aber das Restaurant nimmt derzeit keine Bestellungen entgegen. Beim dritten Versuch klappt es dann. Ich überbrücke die Wartezeit mit Katzenklos durchsieben und dann ist das Essen auch schon da.

Frühlingsrollen, Wan Tans, gedämpfte Dumplings, Tofu-Spieß, Salat – alles vegan, dazu drei Dips und hinterher Mango-Crêpe-Kuchen. Pflaumen-Kardamom-Limo vom Balkon und im Hintergrund ein Kater-Plüscharsch

Ich telefoniere beim Essen mit dem inzwischen heimgekehrten Liebsten. Dann lese ich in Kairos weiter, nehme das Buch dann mit in die Badewanne (das Seewasser muss aus den Haaren raus) und später mit ins Bett. Draußen ist Blutmond, aber dafür müsste ich raus auf die Straße und das Internet ist eh voll mit Fotos. Also lesen. Die Kost wird immer schwerer, ab der Hälfte ungefähr ist nicht mehr nur der Altersunterschied verstörend, sondern auch (psychischer) Missbrauch. Ich lese bis nach Mitternacht, dann fallen mir die Augen zu.

06.09.2025 – CCT 2025 – Tag 2

Diese Ruhe im Wald! Und die Cousine neben mir schläft viel ruhiger als die Katzen. Außer einer kurzen Unterbrechung gegen 7 schlafe ich wie ein Stein bis nach 9. Dann koche ich mir einen Tee und laufe mit der Tasse zum See hinunter, von wo mir aber schon mein Bruder und die Cousins mit Kaffee in der Hand entgegenkommen, und zwar frisch gebadet. Dann geht es ans Frühstück machen für neun Erwachsene und zwei Kinder.

Wir speisen an der großen Tafel im Wald. Dann müssen die Cousins aufgrund kernfamiliärer Verpflichtungen schon wieder los, zurück an die Ostsee. Für die anderen geht es an Haus- und Gartenarbeiten oder hinunter auf den Steg. Nach einer Weile ziehe ich mich von da zurück für den ausführlichen morgendlichen Reboot. Hinterher sitze ich wieder mit unten und alle warten, dass es die Sonne endlich über die Bäume schafft – Herbst eben. Dann wird aber endlich ausführlichst gebadet und geschwommen, das Wasser hat immerhin immer noch 22 Grad! Hinterher wieder warm werden klappt oben auf der Lichtung im prallen Sonnenschein und mit einer Tasse Tee besser. Als alle wieder wohltemperiert sind, geht es hinüber in den Hafen vom Dorf, Eisbecher essen.

Erdbeerbecher mit bei mir Milchreis-, Haferkeks- und Quark-Orangeneis

Zurück zuhause ist es dann Zeit für den kategorischen Aperitif auf dem Steg – wir können es ja auch nicht ändern!

Zum Glück ist die Küche so klein, dass danach nicht alle Abendbrot machen können. Ein paar von uns bleiben also sitzen und freuen sich über den See.

Dann großes Pastaessen an der Tafel unter den Bäumen – mit Pilzsauce, Tomaten-Gemüse-Sauce und zwei Sorten Pesto, dazu Feta, Salate und Reste vom Grillfleisch, je nach Wunsch. Der Abend klingt dann mit einem Erdbeer-Daiquiri an der Feuerschale aus, gegen Mitternacht schon liegen alle in den Federn…

05.09.2025 – CCT 2025 – Tag 1 #WMDEDGT

Es ist der 5. und wie jeden Monat ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf. Die anderen Beiträge zu “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” findet Ihr hier.

Ich erwache zunächst kurz vor 5 und kann dann erstmal gute zwei Stunden nicht mehr einschlafen – war doch nicht so klug, gestern Abend keine Schmerztablette mehr zu nehmen. Dann ratze ich aber doch noch mal weg bis kurz vor halb 9 der Liebste anruft. Danach dann der übliche morgendliche Reboot (Timelines, Bloggen, Französisch, Italienisch, Wordle, Connections, Strands, Mini Crossword, Spelling Bee, Past Puzzle, Ciddle, Foodguessr), Balkonfrühstück (aus Gründen die Reste panierter Auberginen, Tsatsiki und Pflaumen) und Matcha Latte, dann Medikamente, Physio-Übungen, Rotlicht auf den Rücken, tagfein machen, Rucksack fürs Wochenende machen und dann geht es um 12 aus dem Haus.

Heute beginnt nämlich das jährliche CCT, das Cousins- und Cousinentreffen. Vor Jahren als Enkeltreffen mit Oma gestartet, inzwischen schon seit 13 Jahren ohne Oma… Dafür mit zwei Nichten zweiten Grades (der Neffe zweiten Grades zahnt gerade und bleibt daher zuhause). Dieses Jahr machen wir das Treffen bei Brüderchen und Freundin im Haus am See. Ich fahre mit zwei Trams nach Friedrichshain, steige dort zu Bruder und Freundin ins Mietauto und dann fahren wir raus nach Brandenburg.

Erstmal fahren wir einen Getränke- und einen Supermarkt an und kaufen für ein Wochenende mit neun Erwachsenen und zwei Kindern ein. Dann geht es raus an den See. Auto ausladen, Einkäufe verräumen, Restekuchen aufwärmen und mit Eis dekorieren und dann erstmal Päuschen unter Bäumen.

Die weitere Wartezeit überbrücken wir mit einem traditionellen Sektchen mit Erdbeeren und dann kommt schon das erste weitere Auto an – die Potsdamer Cousine mit ihren beiden Kindern. Sie bekommen eine Führung über das Grundstück, Sekt bzw. O-Saft und dann sitzen wir erstmal unten auf dem Steg.

Als Nächstes kommen die beiden Rostocker Cousins an, bekommen ebenfalls die Führung springen dann direkt ins Wasser. Kurz darauf trudeln die beiden Friedrichshainer Cousinen plus einem Anhang ein und bekommen die Tour. Der Münchner Cousin hat leider keine Zeit dieses Wochenende.

Jetzt kommt langsam Bewegung in die Meute – zwei Zelte werden aufgebaut, einige springen nochmal in den See, der Grill wird gereinigt, Gemüse wird geschnippelt, Salate werden zusammengebaut und die große Tafel unter den Bäumen wird erweitert und beleuchtet. Als endlich alles fertig ist, ist es schon dunkel. Das Essen ist kaum sichtbar, aber köstlich und die Gesellschaft natürlich wunderbar.

Nach dem Essen gehen die beiden Kinder ein bisschen Fernsehen und bald darauf ins Bett. Die Erwachsenen kümmern sich um den Abwasch und wechseln von der Tafel an die Feuerschale. Es gibt diverse Getränke und viel zu erzählen und zu lachen. Nach und nach verschwinden denn alle in die Betten, ich gehöre gegen 1 zu den Letzten und vergesse diesmal nicht die Schmerztablette.