29.12.2025 – Zwischendrin ein Montag

Heute ein Montag mit Wecker, wobei ich aber schon kurz vorher wach bin und so den gesamten morgendlichen Reboot schaffe. Grund für den Wecker ist ein Sportkurs. Ich stehe also früh auf, mache Kaffee und hole meine Matcha Overnight Oats (inspiriert von einem Rezept in NYT Cooking) aus dem Kühlschrank und werfe Kiwi und TK-Himbeeren drauf – schmeckt gut, ich werde mir demnächst auch mal warmes Porridge mit Matcha machen. Habe viel weniger Ahornsirup verwendet als im Rezept.

Dann ziehe ich mich schwimmbeckenfertig und darüber warm an, schnappe mir meine Sporttasche und verlasse das Haus… nur um an der Hausecke wieder umzukehren, der Kurs war (schon wieder!) abgesagt worden. Also wieder zurück umziehen und dann erledige ich noch ein bisschen Kram, wo ich schon auf den Beinen bin. Drogeriebesuch für Klopapier und Geschirrspülertabs. Haustierbedarfbesuch für Katzenstreu. Dann ist es spät genug, um in die „Innenstadt“ aufzubrechen – das Kostümgeschäft öffnet erst um 10.

Ich habe mich vorher schon online umgesehen und kann so recht zielsicher die Dinge zusammensuchen, die der Liebste und ich für die Filmriss-Mottoparty zu Silvester brauchen werden. Ein wenig zusätzliche Bastelei steht noch an, aber das schaffe ich am Silvestertag noch – Fotos werden wohl folgen.

Wieder zuhause verräume ich alle meine Einkäufe und bereite mir dann einen Kartoffelsalat nach Omas Rezept für später zu. Der ist Weihnachten ausgefallen, weil ich ja dann doch nicht alleine in Quarantäne war und es dann keine Gelegenheit mehr gab. Als der fertig ist und abkühlt, bin ich bereit für Mittagessen. Es gibt Stulle, eine mit veganem Kochschinken und Spreewaldgurke und eine mit wokem Käse, Tomate und Basilikum. Dazu eine große Kanne Minztee mit frischer Zitrone. Mit allem geht es an den Schreibtisch.

Auch heute arbeite ich wieder fleißig die lange To-Do-Liste ab und da kein Feiertag ist, telefoniere ich sogar zweimal mit Menschen, die auch arbeiten.

Nach dem frühen Feierabend dann endlich Kartoffelsalat, mit zwei Bio-Wienern und Dijon-Senf.

Dazu gibt es den letzten Downton-Abbey-Film. Ganz nett, aber auch OK, dass das jetzt vorbei ist. Besonders rührend die Montage am Ende und die Widmung an Dame Maggie Smith – von ihrem Tod im letzten Jahr ausgelöst hatte ich ja meinen Rewatch begonnen, eine runde Sache das.

Den Rest des Abends bestreite ich mit Plätzchen und einem beginnenden Ted-Lasso-Rewatch. Der Liebste hat die Serie in den letzten Tagen durchgebinget und da ich zwischendurch irgendwann aufgehört hatte, fange ich lieber nochmal ganz von vorne an, um mitreden zu können. Ist wirklich toll und legt sich sehr gut an Heated Rivalry von gestern an.

28.12.2025 – Fünfter Advent?

In weiten Teilen ähnlich wie gestern – wieder recht früh wach, wieder recht lange im Bett, wieder mit ordentlicher Schreibtisch-Session zum Aufholen der Dinge, die liegengeblieben sind.

Dazwischen aber nehme ich meine neue Challenge ernst, nennen sie #loosyisstdiekücheleer, esse mich mit Fantasie durch das, was da ist, und beginne, das auch auf Instagram zu dokumentieren. Wahrscheinlich sollte ich das auch direkt noch auf Pixelfed tun, aber das funktioniert ganz anders und so lässt sich das Format nicht 1:1 übertragen. Mal sehen.

Frühstück: Aufback-Breze, zwei Weißwürste, süßer Senf, alkoholfreies Weizen. Danach Obstteller und Sencha mit Ingwer und Zitronengras

Als ich am Schreibtisch eine Pause brauche, erledige ich Haushaltsdinge und gehe dabei auch zweimal raus zum Müllplatz, bei strahlend blauem Himmel. Der Müllplatz selbst hat etwas endzeitmäßiges – Biomüll und gelbe Tonne scheinen kurz vor Weihnachten nochmal geleert worden zu sein, Restmüll und Papiermüll eher nicht, die quellen beide mehr als über und breiten sich apokalyptisch über den Müllplatz aus. Ich kann meinen Teil nur möglichst platzsparend dazustellen und das Beste hoffen – wird leider eine harte erste Schicht für die Menschen von der BSR.

Der schöne Schein trügt

Früher als gestern mache ich Feierabend – ist ja Sonntag, schließlich, und gönne mir einen schönen Süßkramteller.

Gin-Stollen, Whisky-Stollen, Dominosteine, Zimtsterne, Vanillekipferl, Butterspekulatius, Gewürzspekulatius – interessant: Der Butterspekulatius schmeckt auch nach COVID noch vanilliger als die Vanillekipferl

Das Projekt für den Abend ist Heated Rivalry, eine kanadische Serie über Eishockey und queere Liebe, die gerade so richtig durch die Decke geht, Bewertungsrekorde bricht und in meinen Timelines und von Kritiker*innen gefeiert wird. Wirklich, wirklich gut, wobei ich am Anfang erstmal darüber hinwegkommen muss, wie explizit pornös die Sexszenen sind und dass das trotzdem alles große Kunst ist. Mit der Vertiefung der Geschichte wird die Schere im Kopf kleiner und am Ende passt, dass im Abspann die ganzen Förderungen von Québec, Ontario und Kanada an sich aufgeführt wurden. Jetzt ergeben plötzlich die ganzen Social-Media-Posts dazu auch in meinem Kopf Sinn und ich lese mich nochmal durch einiges durch und recherchiere hinterher. Ob ich die Bücher lesen werde, weiß ich nicht, aber wenn Staffel 2 dann irgendwann kommt, bin ich auf jeden Fall am Start. (Wann kommt eigentlich das deutsche Remake, das in der Fußball-Bundesliga spielt, fragt man sich die ganze Zeit. Dann Kettcar-Ohrwurm.)

Abendbrot: Reisnudel-Stirfry, Smashed Cucumber Salad und Mangopudding

27.12.2025 – Antizyklisch

Noch eine unruhige Nacht qua Katzenanhänglichkeit. Beim morgendlichen Reboot dann denke ich (Überraschung) über Essen nach und dass ja heute ausnahmsweise mal die Läden aufhaben. Ich brauche aber nix. In der Woche vor Weihnachten kamen eine Obstkiste und eine Gemüsekiste an und weil ich Anlass hatte zu fürchten, dass ich Weihnachten alleine in meinem Zimmer verbringen würde (und noch neue Schnelltests brauchte) habe ich ja letzte Woche auch noch eine Lebensmittellieferung bekommen. Kühlschrank, Tiefkühlfach, Vorratsschrank etc. sind also gut gefüllt und ich frage mich, wie lange ich mich wohl ausschließlich von Vorräten ernähren kann. Dieses Jahr auf jeden Fall, aber wie weit schaffe ich es in den Januar?

Ich lobe mit mir selbst eine Challenge aus und werde hier im Blog dokumentieren, was ich esse (das sowieso), aber auch, wenn ich etwas nachkaufen muss oder was ich tue, um das zu verhindern. Die Gefahren sind überschaubar, wenn mir dringend etwas fehlt, gehe ich es halt kaufen, wenn ich besondere Gelüste habe, ist da draußen eine Stadt voller Gastronomie – und Ende des Monats kommen wieder Obst- und Gemüsekiste. Einkäufe für den Liebstenhaushalt zählen nicht, ebenso wie Katzenfutter und Drogeriebedarf. Potenzielle Versorgungslücken sehe ich aktuell bei Eiern, Kartoffeln und Pasta, aber da muss ich dann eben kreativ werden. Interessant ist auch, dass ich etwas für das Büffet auf der Silvesterparty beisteuern muss, auch dafür wird es eine Lösung geben.

Dann aber erstmal Frühstück. Das letzte Adventskalender-Porridge, das für Heiligabend, heißt Spekulatius. Dazu eine Crowdfarming-Mandarine und schwarzer Tee mit Yuzu.

Damit geht es dann ganz antizyklisch an den Schreibtisch. Zwischen den Jahren soll man ja faul rumliegen, möglichst viel essen und sich mit den erhaltenen Weihnachtsgeschenken befassen. Ich habe meine Rumliegphase COVID-bedingt ja schon vor Weihnachten gehabt und jetzt einiges aufzuholen, werde aber versuchen, eine gute Balance zu halten. Die Katzen beteiligen sich fleißig an der Vereitelung von Produktivität.

Schreibtisch aufräumen wäre auch mal wieder dran…

Ich schaffe dann aber doch einen ordentlichen Batzen, bevor ich am frühen Nachmittag eine Pause mache und mit dem Fuß und der Straßenbahn nach Weißensee gondele. In einem Café treffe ich eine ehemalige Mitbewohnerin, die gerade auf Elternbesuch in der Stadt ist (das Phänomen mit den heimfahrenden Zugezogenen zu Weihnachten existiert ja auch andersherum). Bei Kaffee und Heißer Schokolade reden wir über Aktuelles in unseren Leben und auf der Welt im Allgemeinen. Das letzte Mal haben wir uns irgendwann vor der Pandemie live gesehen, da kommt was zusammen.

Nach dem Getränk setzen wir das Gespräch bei einem Gang um den See fort, so viel Tageslicht auf einmal!

Dann geht es für sie zurück zur Familie und für mich an den Schreibtisch. Wie vermutet hat die Pause gut getan und das Treffen mich motiviert (die ehemalige Mitbewohnerin hat einen deutlichen Workaholic-Streak, damals wie heute) und ich lege nochmal eine mehrstündige Session ein, in der ich ähnlich viel schaffe wie am Vormittag. Gegen 18 Uhr reicht es mir dann und ich mache Feierabend.

Zum Abendessen gibt es Reste von vor Weihnachten aus dem Kühlschrank: meine puttanesken Spaghetti von neulich, von denen die zweite Portion dann obsolet wurde, weil ich negativ war und Weihnachten feiern konnte. Heute dann aber, dazu Ginger Ale vom Balkon. Hinterher lese ich endlich mein bereits Mitte November begonnenes Buch, Lucy Worsley – Jane Austen at Home, aus. Irgendwie waren die letzten Wochen eher audiovisuell…

Danach schaue ich eine italienische Weihnachtsserie auf Netflix, solange noch the season t‘is, wa? Sicilia Express ist eine kluge, italienisch-klamaukige und politisch bissige Comedy-Serie mit ordentlich Weihnachtsmagie, die mich in Teilen an Fantozzi erinnert und schön die inneritalienische Zerissenheit zwischen Nord und Süd sowie die legendäre Unzulänglichkeit der italienischen Regierung aufs Korn nimmt. Macht bestimmt auch ohne dieses Hintergrundwissen und auf Deutsch Spaß. (Ich schaue auf Italienisch mit italienischen Untertiteln zur Unterstützung) Die beiden Protagonisten, Picarra e Ficone, sind wie ich hinterher lese ein eingespieltes Duo mit diversen Werken. Da sieht man mal wieder, dass mein italienisches Popkulturwissen laggt, meine Referenzen (siehe Fantozzi) sind deutlich älter.

26.12.2025 – Weihnachten Tag 3

Unruhige Nacht aufgrund kuschelbedürftiger Kätzchen, aber es drängt ja heute nichts, das passt schon. Gemütlicher morgendlicher Reboot im Bett, inklusive langem Liebstentelefonat. Irgendwann stehe ich dann doch auf und es gibt Frühstück. Zwei Adventskalendertürchen sind übrig geblieben, ich nehme chronologisch die 23 und speise Apfel-Pflaumen-Zimt-Porridge, dazu die reifste kanarische Crowdfarming-Banane und vietnamesischen Kaffee. Beim Essen überprüfe und ergänze ich die Benamsung der Dateinamen der digitalisierten Familienvideos und ziehe mir eine Kopie.

Der nächste Programmpunkt findet in der Küche statt: Aus Mandelmehl, Puderzucker, Orangenblütenwasser und Kakao bastle ich Marzipankartoffeln für Mama. Außerdem wird der Rest Quittenkonfekt auf zwei Tütchen verteilt und es werden drei Sorten Stollen vom Balkon geholt. Noch die restlichen Geschenke und Mitbringsel zusammensuchen und in Beuteln bereitstellen und dann sind die Vorbereitungen fürs nächste Weihnachtsessen abgeschlossen (den Wein – drei Flaschen guter sardischer Cannonau) hatte ich neulich schon beim Brüderchen vorbeigebracht.

Jetzt noch ein bisschen Haushalt, dann ab in die Badewanne. Während die Haare trocknen lese ich weiter in meinem Buch (so langsam ist das Ende in Sicht) und lasse mich weiter von den Katzen bekuscheln.

Kurz vor 15 Uhr Aufbruch, mit Straßenbahn und Straßenbahn nach Fhain. Quasi vor der Haustür des Bruders treffe ich Mama und Papa, die trotz zweitägiger Heimreise und Jetlag erstaunlich pünktlich sind und fit aussehen. Gemeinsam bewältigen wir die fünf Stockwerke Altbau ohne Fahrstuhl und müssen uns dann erstmal kurz ausruhen.

Brüderchen und Freundin reichen Kaffee und Tee an, der Liebste trudelt kurz nach uns auch ein und dann werden erstmal diverse Mitbringsel verteilt. Ich habe ein Buch für die Eltern und einen Artikel für die Bruderfreundin (beides von der Liebstentante) und den USB-Stick mit den Videos. Der Liebste bekam ein kanadisches Buch mitgebracht, der Bruder und ich bestellten kanadischen Gin und die Bruderfreundin nicht bestellten kanadischen Gin.

Dann gibt es drei Sorten Stollen, Cantuccini und Cannoli und dazu Reiseberichte und Austausch aktueller Anekdoten. Im Anschluss dann Bescherung – von Brüderchen und mir, die Eltern sind reisebedingt entschuldigt und ziehen im Januar nach. Mein Weihnachtsbüchercount erhöht sich von drei auf sieben (eins hatte Mama zu mir bestellt), dazu ein Literatenquartett, italienische Leckereien zum Teilen mit dem Liebsten (Bellini, Limoncello-Mayonnaise) und antifaschistische Putzlappen von Sea-Watch.

Wir hören Musik und erzählen bis der Braten die richtige Temperatur hat, dann gibt es Reh und/oder Ente mit Preiselbeeren, Klößen, Rotkraut und Sauce. Ich esse gute zweieinhalb Teller voll und höre dann nur aus Vernunftsgründen damit auf.

Zum Nachtisch gibt es brandenburgisches Eis (Belgische Schokolade und Madagaskar-Vanille) mit warmem Apfel-Tonka-Kompott und Eierlikör.

Danach kann sich keiner mehr richtig rühren – Zeit für Grappa! Bald darauf bricht der Liebste auf in sein wohlverdientes Nachweihnachtswochenende in der Höhle.

Der Rest sitzt noch bis halb 11 zusammen, dann schlittern wir los durch überfrierende Nässe die Ellis mit U-Bahn und U-Bahn nach Mitte, ich mit S-Bahn und S-Bahn nach Pberg. Halb 12 plumpse ich ins Bett und lasse mich von den Katzen in den Schlaf schnurren.

25.12.2025 – Weiter Weihnachten

Heute gibt es großes Frühstück mit Eiern, Speck und frisch gepresstem Orangensaft, für den die Kinder sich bereitwillig an die Saftpresse stellen, nachdem ich die erste ausgepresst habe – der Tom-Sawyer-Effekt, wie die Liebstenmama treffend bemerkt. Ich esse ungewöhnlich viele Brötchen, aber es ist ja auch Weihnachten und anscheinend hat die damit einhergehende Magenweitung erfolgreich stattgefunden.

Nach dem Essen werden obligatorische Weihnachtsfotos in verschiedenen Konstellationen unter bzw. vor dem Weihnachtsbaum gemacht, was mit viel Gelächter einhergeht, vor allem bei dem von allen, das mit Selbstauslöserakrobatik einhergeht. Danach spazieren wir zum Friedhof und legen dem Liebstenpapa ein zusätzliches Quietscheentchen hin. Es ist traurigschön, sonnig und sehr, sehr kalt.

Der Nachmittag vergeht mit Weihnachtsgrußverschickung und -empfangung und der Känguru-Offenbarung, dann liefern wir das Teilzeitkind bei seiner Mama ab und wünschen der dort versammelten Familie ebenfalls frohe Weihnachten. Der Liebste bringt mich danach nach Hause zu Mitbewohnerin und Katzen und dann ist der erste Weihnachtsteil geschafft. Morgen geht es dann weiter mit meiner Familie – die Ellis sind während unserer Feierlichkeiten erfolgreich zurück nach Berlin gereist.

Nachdem ich meine Geschenke aufgebaut und meinen Rucksack ausgepackt habe, mache ich es mir mit den Katzen auf dem Sofa bequem und nasche „nur etwas Obst“ zum Abendbrot. Dann schaue ich mir The Holdovers an, von dem ich so viel Gutes gehört habe und der ist auch wirklich sehr zu empfehlen, allerdings länger und gehaltvoller als ein typischer Weihnachtsfilm.

Und natürlich will der geweitete Magen dann doch noch mehr Futter und bekommt Brot mit veganem Kochschinken, eine Crowdfarming-Gurke und noch jede Menge Plätzchen. Soll ja morgen immer noch viel essen können!

24.12.2025 – Wirklich Weihnachten

Ich wache mit keinem Fieber auf und mit einem deutlich gesünderen Gefühl als gestern. Dafür schon um 4, aber irgendwas ist ja immer. Gegen 6 geht der Wecker vom Teilzeitkind, den es ignoriert. Halb 8 geht der vom Liebsten, den er nach einer Weile ausmacht. Beide Wecker waren ungeplant und beide Menschen schlafen einfach weiter, bis der Liebste gegen 8 aufwacht und ich Kaffee mache. Gemütliches morgendliches Schlürfen und Lesen. Gegen halb 10 gehen wir frühstücken.

Danach geht es für die anderen in den Zoo zum traditionellen Weihnachtsbesuch samt Elefantenfütterung. Für mich geht es in die Küche, denn dieses Jahr (und vielleicht für immer) bin ich für das Weihnachtsessen zuständig – bzw. für weite Teile davon und die Direktive. Ich mache mir meine Weihnachtsplaylist an und lege los. Weil der Braten zu groß für den Bräter ist, muss ich ihn erst zerteilen. Dann wird in Butterschmalz angebraten.

Das kleine Stück Braten, etwa ein Viertel vom ganzen Roastbeef

Als der Braten schließlich im Ofen ist, geht es mit der Sauce weiter. Als alle Komponenten köcheln, mache ich eine Pause mit Tee und der Liebstenmama. Dann wird püriert, passiert und beginnend einreduziert. Dann kommt auch die Zoomannschaft und es gibt Würstchen und Kartoffelsalat.

Symbolbild, es gibt von beidem mehr!

Es folgt gemütliches Couchen, dann gehe ich nochmal in die Küche und brate Brotwürfel für die Klöße. Die Liebstenschwester kommt dazu: „Willst Du einen Penis?“ Das Nifftenkind und sein Papa haben Plätzchen gebacken und niemandem ist aufgefallen, dass der Ausstecher, den sie zum Junggesellenenabschied geschenkt bekommen hat, zwischen den anderen Ausstechern lag. „Oh, eine Rakete!“ soll das Nifftenkind gewagt haben. Ich beteilige mich hilfreich an der Vernichtung des Kompromats.

Später gibt es mehr Plätzchen, Kaffee und Couchzeit. Der Liebste packt letzte Geschenke ein, die Kinder basteln ihr Geschenk für Oma fertig, die Liebstenschwester spielt Weihnachtslieder auf dem Klavier, der Liebste und das Teilzeitkind proben für ihren Auftritt… Dann geht der Nifftenkindpapa mit den Kindern spielen und wir anderen legen die Geschenke unter den Baum, zünden die Kerzen an und läuten dann das Glöckchen.

Wir singen „Ihr Kinderlein kommet“ und „Oh Tannenbaum“ und das Nifftenkind ist angemessen beeindruckt. Ich glaube aber, dass wir ab nächstem Jahr nicht mehr aufpassen müssen, wenn wir über Geschenke und Bescherung sprechen, es scheint zu ahnen, wo das alles herkommt.

Dann singen der Liebste und das Teilzeitkind zusammen „Morgen Kinder wird‘s nichts geben“ und das Teilzeitkind alleine „O Abies“. Die Liebstenmama bietet das „Kaschubische Weihnachtslied“ dar und der Nifftenpapa liest die traditionelle Weihnachtsgeschichte von Katinka Buddenkötte vor. Und dann wird endlich, endlich ausgepackt! Als alle ausreichend beschenkt und zufrieden sind, gibt es Champagner für die Großen und dann geht es wieder in die Küche. Der Braten wird finalisiert (und braucht nochmal ordentlich Zeit und Wumms, die Niedertemperatur aus dem Rezept hat nicht so funktioniert wie angepriesen. Der Rotkohl wärmt sich, ebenso die Sauce, und der Nifftenkindpapa formt mit den Kindern die Klöße.

Mit etwa einer halben Stunde Verspätung ist der Braten gegen 19:30 bereit und wird vom Liebsten gekonnt tranchiert. Essenszeit!

Zwischen Braten und Nachtisch wünscht sich das Teilzeitkind eine Runde Stadt-Land-Fluss mit neuen Kategorien und so gibt es eine Neuauflage des epischen Weihnachtsbattles 2021 zwischen der Liebstenschwester und mir, den diesmal sie für sich entscheiden kann.

Das Teilzeitkind landet auf dem letzten Platz, wir erklären das mit einem altersbedingten Mangel an Allgemeinbildung, der Liebste liegt aber auch nicht viel weiter vorne…

Dann ist es Zeit für Nachtisch – es gibt Spaghettieis-Torte und zwei Sorten Eis, außerdem Mandarinen.

Hinterher werden nach und nach die Zelte abgebrochen, das Nifftenkind muss dringend ins Bett. Ich bin auch ganz froh, gegen 23 Uhr in den Federn zu liegen und gegen Mitternacht stößt dann auch der Liebste dazu.

23.12.2025 – X Days of Christmas

Weihnachten hat viele Rituale und heute geht es dann also endgültig damit los. Erst einmal aber beginnt der Tag gänzlich unweihnachtlich. Nachdem ich einen großen Tag des morgendlichen Reboots schon am sehr frühen Morgen erledigt habe, schlafe ich noch einmal tief und fest ein und werde dann um 9 vom Telefon geweckt. Eine Frau von der Zeitung möchte mit mir über mein Abo sprechen. Nein, danke. Aber immerhin werden so der Liebste und das Teilzeitkind wach und können sich zum Frühstück fertig machen. Ich bin noch matschig im Kopf und bekomme meins ans Bett serviert.

Dazu den Rest vom morgendlichen Reboot und dann heißt es endgültig aufstehen. Zum Glück führt der Weg aber nur bis zum Sofa, von dem aus ich das Aufstellen und Schmücken des Weihnachtsbaums beaufsichtige und hilfreiche Kommentare abgebe, während ich Ingwertee schlürfe und Mandarinen und Litschis nasche.

Der Liebste und ich haben noch geschenktechnisches zu finalisieren, die Kindelein spielen mit Adventskalenderinhalten und üben Klavier und die Liebstenmama liest uns rührende warme Worte von vielen Menschen über den Liebstenpapa vor. Dann wechseln wir für Kaffee, Kuchen und Plätzchen an den Kamin.

Von dort wandere ich straks zurück ins Bett und schlafe ein Stündchen, bevor sich alle wieder zum Abendessen (Pasta, Bolognese, Chicorée-Salat, Joghurt mit Zimt und Zucker) zusammenfinden. Hinterher, wie an jedem 23. Dezember, gemeinschaftliches Anschauen vom Kleinen Lord, inklusive Mitsprechen der denkwürdigsten Zitate, Zuprosten und lautem Mitsingen bei „Oh, dem Golden Slippers“, „Oh Come All Ye Faithful“ und „Hark! The Herald Angels Sing“ von Liebstenmama, Liebstenschwester und mir. Ein kleiner Campari Orange ölt die Stimmbänder.

Und dann ist auch schon wieder Schlafenszeit, so ein Virus will ja ausführlich und nachhaltig bekämpft sein!

22.02.2025 – Ein Weihnachtswunder

Ich wache sehr früh auf, gegen 6, und spüre kritisch in mich hinein… Plötzlich gesund ist das nicht, aber auch nicht besonders schlimm. Ich ziehe die beiden Testsorten von gestern Abend hervor und schaue mal… Der, der gestern blütenweiß blieb, ist es auch heute. Vielleicht kaputt, denke ich. Vielleicht zu kalt gelagert worden beim Lieferdienst? Der, der gestern Abend noch einen leichten Strich zeigte, zeigt heute irgendwie auch nix mehr. Aber ich habe einen Anwendungfehler gemacht und hatte weniger als die verlangten vier Tropfen Testflüssigkeit übrig… Hmm. Mal gucken, wann die Apotheke aufmacht.

Kurz vor 8 ziehe ich mich an und laufe im Dunkeln und bei Sprühregen los. In der Apotheke (bemaskt, natürlich) kaufe ich nochmal zwei andere Sorten Tests, außerdem Medikamentennachschub. Wieder zuhause noch zwei Tests – meine Nase macht heute Morgen was mit. Auch Test 3 und 4 sind negativ. Ein Weihnachtswunder!

Das heißt erst einmal: Ich kann an Weihnachten teilnehmen, zumindest in den wesentlichen Punkten. Ich telefoniere mit dem Liebsten, verkünde die frohe Botschaft, mache mir dann Frühstück und lege mich erstmal wieder hin. Es gibt Kaffee, Porridge (der Adventskalender hat heute Wild Berry und Chia für mich) und eine kanarische Crowdfarming-Banane). Als der Liebste Bescheid sagt, dass er jetzt aufsteht, tue ich das auch, mache mich weiter tagfein und packe mein Köfferchen. Die Geschenke sind ja schon fertig gepackt, da der Liebste sie sonst heute abgeholt hätte.

Genau als ich fertig bin, klingelt es und der Liebste gilt nicht nur die Geschenke, sondern auch mich ab. Juhu! Als Nächstes holen wir gemeinsam das Teilzeitkind ab und dann verbringen wir einen ruhigen Nachmittag mit Plätzchen, Erzählen und dem Känguru.

Zum Abendessen treffen wir die Liebstenfamilie im Restaurant, vorher lege ich mich nochmal ein Stündchen hin. Dann großes Hallo und ausreichend Gelegenheit, sich auszutauschen, während sich der Service viel Zeit lässt. Zum Glück haben wir früh reserviert. 18:30 sitzen wir, gegen 19 Uhr bekommen wir Getränke und die Speisekarten, Vorspeisen gegen 19:45 und Hauptgerichte gegen 20:30.

Schwarzwurzelsüppchen mit Trüffelsahne, sehr fein
Zanderfilet mit Riesling-Sauce und Linsengemüse – überraschend köstlich

Die eigentlich geplante Gans schenke ich mir, das wäre noch zu viel für meinen geschwächten Körper. Zum Glück nimmt der Liebste sie und ich kann Rotkraut, Kloß und Gans bei ihm kosten. Der dazugehörige Bratapfel ist der perfekte Nachtisch für mich.

Klassiker

Gegen 20:50 lasse ich mich vom Liebsten ins Bett bringen, bevor er zu den Anderen zurückkehrt. Ich schlafe tief und fest bis gegen 22 Uhr das Teilzeitkind die Gesellschaft verlässt und dann wieder nachdem gegen 23 Uhr auch der Liebste schlafen kommt.

21.02.2025 – Adventssonntag, nochmal

Nicht mehr ganz so gut geschlafen, Noosa war am frühen Morgen sehr anhänglich. Nach nochmaligem Wegdösen dann aber ganz OK in den Tag gestartet. Interessanterweise fühle ich mich wieder etwas kränker als gestern. Während des morgendlichen Liebstentelefonats, an dem das Teilzeitkind unbedingt teilnehmen will, mache ich den obligaten Test und der ist eindeutig positiv, braucht dafür aber deutlich länger als an den letzten Tagen. Hmm.

Der Adventskalender hat heute angeblich Himbeer-Kokos-Porridge im Gepäck, aber ich schmecke vor allem die deutlich erkennbaren Kirschen, von Himbeeren eher wenig. Dazu Ingwer-Zitrone-Minze-Tee und sehr viel Obst.

Die Mission ist heute sehr klar: Auskurieren, wir haben doch keine Zeit! Nach erfolgreichem morgendlichen Reboot schaffe ich Voraussetzungen: Bett frisch beziehen, Müll aus dem Schlafzimmer bringen, Katzenklo durchsieben, heiß duschen, föhnen und neuen Schlafanzug anziehen. Jetzt zieht es mich statt ans Bewegtbild endlich mal wieder ans Buch.

Allerdings werde ich lange nicht richtig warm, geradezu fröstelig ist mir. Anders als heute Morgen sagt das Fieberthermometer dann auch: 38,2. Huch!

Hunger habe ich trotzdem, also geht es dann am späten Nachmittag in die Küche. Ich verarbeite eine halbe Crowdfarming-Zwiebel und zwei Crowdfarming-Tomaten mit Olivenöl, Salz, getrockneter Crowdfarming-Chili, Anchovis, Oregano, Kapern und Oliven zu einer Pastasauce, dazu gibt es Spaghetti und geröstete Semmelbrösel mit Knoblauch. Sehr gut!

So gestärkt schlafe ich beim Weiterlesen schnell und tief ein, eine gute Stunde lang. Danach nochmal bisschen lesen, immer noch leicht fiebrig, und dann schaue ich mir die Doku über Tolkien und seine Inspirationen für sein Lebenswerk an, sehr spannend und mit vielen Aha-Erlebnissen für mich. Unter anderem lerne ich, dass man in Hogsback, Südafrika, zwar sehr gut Tourismus kann, aber Tolkien nie dort war. Stattdessen hat er seine Landschaften vor allem aus der Schweiz, England und den Schützengräben von Flandern…

Nach der Doku lese ich nochmal und schnurpsele dabei eine Crowdfarming-Gurke mit Salz weg. Fühle mich dann nicht mehr fiebrig, auch wenn das Thermometer noch was anderes sagt. Abends dann noch mal zwei verschiedene Tests zum Vergleich, der eine ist schwach positiv, der andere blütenweiß. Hmm, hmm…

20.02.2025 – Positiv Tag 3

Sehr gute Nacht wieder, die Katzen verhalten sich konstruktiv, schlafen größtenteils durch und nutzen meine Wachphasen zum Rein- und Rausgehen. Nicht so konstruktiv verhält sich der Teststrich, der ist kein bisschen weniger stark als gestern. Hmpf. Dann erstmal Frühstück, der Adventskalender hat Berry-Caramel-Choc-Porridge im Angebot.

Angesichts der Aussicht, Weihnachten evtl. schon wieder alleine in meinem Zimmer zu verbringen (und weil die Schnelltests rapide zur Neige gehen) setze ich eine Lebensmittelbestellung ab, die in unter einer Stunde geliefert wird und bin nun größtenteils versorgt. Was noch fehlt, bringt mir der Liebste am Montag mit, wenn er die Geschenke abholt (und wohl eher nicht mich). Richtig, Geschenke, die packe ich jetzt auch ein.

Zu einem der vielen Liebstentelefonate heute kommen dann noch das Teilzeitkind, die Liebstenschwester und das Nifftenkind samt seinem Papa dazu und wir schmieden Pläne und B-Pläne und haben es schön miteinander.

Danach fühle ich mich eigentlich gesund, alle Atemwege frei, innerlich leicht. Ich beschließe, mich weiter fleißig auszuruhen und dass es dann schon irgendwie wird. Also wieder viele Bewegtbilder im Internet. Ein Klassenkamerad vom Liebsten war Donnerstag bei Markus Lanz und hat Fernsehdeutschland mal bisschen erklärt, wie das hier so wird in Zukunft. (Der Abijahrgang des Liebsten ist nicht zu verachten, gefühlt lauter Wissenschaftler*innen und Journalist*innen, da ist aber unter anderem auch eine Sterneköchin drin, bei der ich allerdings immer noch nicht gegessen habe…)

Apropos Essen, mittags nachmittags gibt es die Reste vom Zucchini-Kartoffel-Eintopf von gestern. Später am Tag schaue ich eine Weihnachtsminiserie mit Rowan Atkinson, die bis auf einige Cringe-Momente, Logikfehler und zu vorhersehbare Missgeschicke insgesamt sehr nett anzusehen ist. Zum Abendbrot dann Stulle mit veganer Lyoner und Gouda, die erste Crowdfarming-Gurke und die erste Crowdfarming-Tomate, stilecht angemacht mit Olivenöl, Balsamico, Salz, Pfeffer und Basilikum.

Am späten Abend dann noch einen der albernen Weihnachtsfilme, diesmal Angel Falls Christmas mit Chad Michael Mudface, wie ihn die Gilmore Guys gerne nannten. Die Hauptdarstellerin hat gefühlt 50 Prozent Weihnachtsfilme in ihrer Filmografie. It‘s a thing!

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