11.04.2026 – Prokrastinationnabend

Nach fast komplett aushäusigem Osterwochenende und voll gepackter kurzer Woche hatte ich mir für heute einen produktiven Tag vorgestellt, mit zwei größeren Aufgaben und ein paar kleineren Erledigungen, bevor ich morgen wieder auswärts im Einsatz bin.

Die Nacht ist relativ kurz, weil die Katzen nach schon wieder mehreren Nächten ohne mich viel Aufmerksamkeit benötigen. Irgendwann zwischen 7 und 8 gebe ich auf und beginne den morgendlichen Reboot. Aufstehen und Frühstück machen ist dann erst gegen halb 11, evtl. habe ich dazwischen das erste Mal heute prokrastiniert. Dafür aber ist es inzwischen sonnig draußen, also Balkonfrühstück!

Es gibt vietnamesischen Kaffee, Brot mit Mangomarmelade, Brot mit Maasdamer und Kaviarcreme (beides Roggenbrot übrigens, mir war beim Einkaufen nach gutem, deutschen Brot) und einen riesigen Smoothie (zwei Bananen, eine Orange, Joghurt, Cranberrysaft, Flohsamenschalen und Wildheidelbeeren), der mir so eingefallen ist, weil gerade das deutsche Hörbuch zu Heated Rivalry erschienen ist – if you know you know.

Bis der Smoothie ausgeschlürft ist und die Sonne um die Hausecke rum ist, bleibe ich dann einfach noch draußen sitzen, höre das aktuelle Album von Jawl (macht nochmal drei Streams oder so) und lese weiter in meinem Buch – „Lady Susan“ zu Ende und „The Watsons“ an. Dann wird es zum Glück schattig und frisch, sonst hätten mich Musik, Buch und lockende Düfte von Cannabis (meine Hausseite) und Knoblauch (die Balkongrillenden auf der anderen Seite) wohl weiter draußen gehalten. Stattdessen gehe ich rein und widme mich dem Programmpunkt Haarpflege. War eigentlich für eine kurze Duschung am Morgen eingeplant, wird jetzt aber zu einer längeren Badung am Nachmittag, so dass ich noch ein bisschen weiterlesen kann.

Danach dann wirklich hartes Prokrastinieren – bevor ich mich wirklich an den Schreibtisch setzen kann, muss ich:

  • Wäsche zusammenlegen und neue Wäsche aufhängen
  • Den Katzenbrunnen auseinandernehmen, komplett reinigen, wieder auffüllen, wieder ans WLAN anschließen (Er hatte schon vor einer Woche oder so die Verbindung verloren)
  • Mein Bett machen
  • Ein bisschen aufräumen
  • Einen Einkaufszettel schreiben
  • Einen Snackteller bauen
Kohlrabi, Oliven, Grana Padano und Pistazien

Damit schaffe ich es dann „schon“ 15 Uhr endlich an den Schreibtisch. Etwa eine Stunde benötige ich, um die Rückfragen des Finanzamts zu meiner Steuererklärung zu beantworten, davon etwa 2/3 damit, das richtige Kontaktformular in ELSTER zu finden. Die Fragen kommen über mein Elsterpostfach, aber als Nachricht ohne Inhalt, sondern mit angehängtem PDF quasi in Briefform. Mit Nachricht gäbe es vielleicht eine „Antworten“-Funktion, so aber nicht. Es gibt in ELSTER keine prominent sichtbare Kontaktmöglichkeit, außer dem Nachreichen von Belegen, um die es aber hier nicht geht. Ich muss dann mehrfach googlen, um über die Suchergebnisse dann auf die richtige Seite in ELSTER zu kommen und finde sie trotz angegebenem Pfad nicht über das Portal selbst wieder. Das Ganze also zweimal, denn es sind zwei verschiedene Rückfragen (von der gleichen sachbearbeitenden Person, die aber nur mit dem [Nachname] unterschrieben hat, so dass ich mit „Hallo“ antworten muss und nicht „Sehr geehrte/r Herr/Frau [Nachname]“ antworten kann und mich unfreiwillig unhöflich finde.

Danach brauche ich erstmal eine Verschnaufpause und ein Telefonat mit dem Liebsten, bevor ich mich der zweiten, größeren Aufgabe widmen kann: Meinem Projekt. Hier hatte ich mir vorgestellt, heute diverse Stunden reinzustecken. Ich habe dann aber nur noch zwei in mir, weil es mit viel Nachdenken und Machen verbunden ist, nicht wie bisher hauptsächlich mit Input aufnehmen und verarbeiten.

Gegen 18 Uhr klappe ich den Laptop zu und setze die Kopfhörer auf. Die anderthalb Stunden Wochendämmerung reichen genau für Einkaufen und Kochen. Beim Einkaufen gehen fällt mir auf, wie mitgenommen ein Großteil des Gemüses am Sonnabendabend bereits aussieht und wie jedes Mal finde ich in diesem speziellen Supermarkt keine Eier. Ich habe den Verdacht, dass sie die seit ihrem Umbau vor ein paar Jahren einfach aus dem Sortiment genommen haben. Klingt unrealistisch, aber ich habe keine andere Erklärung (Und wer will schon fragen?). Letztes Mal bin ich dann noch in den Discounter nebenan gegangen, um Eier zu holen, diesmal bin ich zu vollgepackt. Gibt es eben kein Sonntagseis morgen.

Dafür koche ich mir ein sehr leckeres rotes Thai-Curry mit Zwiebel, Knoblauch, Ingwer, Kurkuma, letzten Karotten, gelber Paprika, braunen Champignons, TK-Bohnen und eingelegten Bambussprossen, dazu Limettensaft, Basmati, schwarzen Sesam und Kresse. Tofu hatte ich auch noch gekauft, den lasse ich aber am Ende weg, weil es sonst insgesamt zu viel wird.

Nach dem Essen lese ich „The Watsons“ zu Ende und fange „Sanditon“ an. Ab 21 Uhr fallen mir immer wieder die Augen zu. Gegen halb 11 schleppe ich mich mit dem Umweg übers Bad endlich ins Bett und schlafe direkt ein…

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