Morgens zur normalen Weckerzeit aufgewacht, obwohl der Wecker auf später gestellt ist. Schadet aber nichts, so habe ich die Hälfte vom Reboot schon erledigt, als der Liebste aufwacht und Kaffee macht. Gemütliches Herumsandeln im Bett mit gegenseitigem Zeigen bzw. Vorlesen von Bemerknissen im Internet. Irgendwann müssen wir dann beide aufstehen und an die Arbeit gehen. Hier habe ich wirklich wirklich lange kein Homeoffice mehr gemacht und fühle mich damit fast an Pandemiezeiten erinnert. Ein kurzer Check ergibt, dass auch der inzwischen höhergestellte Schreibtisch des Teilzeitkinds noch kein ergonomisches Arbeitsumfeld für mich ergibt, also holen wir seinen Monitor in die Küche.

Mit Müsli, O-Saft, Kaffee und später Tee geht es durch den Arbeitsvormittag. Spontaner Call mit Mitte, geplanter Call mit Köln, dazwischen jede Menge Kleinkram.

Mittags gibt es Stullen und für mich Apfel, mehr Tee und Gespräche mit dem Liebsten. Dann weiter im Tandem mit Mitte durch den Arbeitstag, bis wir am Nachmittag endlich den Abschluss eines der größten Projekte der letzten Monate feiern können – in das ich erst ziemlich spät eingestiegen bin, das ich seitdem aber verantworte. Schulterklopfen angemessen. Danach atme ich kurz tief durch und habe dann noch einen letzten Call, mit London und Mexico Stadt, bevor offiziell Feierabend ist und wir den Küchenarbeitsplatz für heute wieder abbauen.
Die Mitbewohnerin des Liebsten bringt nämlich Besuch mit zum Kochen und gemeinsamen Essen. Während die Kocherei beginnt, finalisieren der Liebste und ich den Zimmertausch und entstauben und sortieren den Rest seiner Bücher, die noch im Wohnzimmer lagerten. Eins kommt auf meinem SuB zuhause, die anderen verteilen sich im neuen Zimmer und im Wohnzimmerregal.
Bald darauf ist das Essen fertig. Es gibt koreanisches Budae-jjigae, umgangssprachlich „Army Stew“, eine Fusion amerikanischer und koreanischer Arme-Leute-Küche mit Wurzeln im so genannten Koreakrieg. Erstaunlich lecker, obwohl die Baked Beans fehlen und die Köchinnen statt Rinderbrühe Fischsauce verwendet haben!

Wir sitzen in koreanisch-japanisch-chinesisch-deutscher Runde am Tisch, essen und erzählen und lernen alle wieder spannende Sachen über unsere (Ess-)Kulturen. Danach ziehen der Liebste und ich uns in sein Zimmer zurück und überlassen den Freundinnen den Wohnbereich.
Noch ein bisschen gemeinsames Internetleerlesen, dabei gibt es den Rest Osterschokolade (für mich, der Liebste ist dahingehend ein praktischer Freund, der macht sich nichts aus Schokolade) und dann zockt der Liebste noch ein bisschen und ich lege mich gegen halb 11 schlafen.