27.03.2026 – Bürofreitag mit Aufregungen

Das soll ja so eigentlich nicht sein, aber ich muss heute ins Büro obwohl es Freitag ist, weil für heute „zwischen 9 und 15“ Uhr eine Lieferung angekündigt ist, die ich entgegennehmen soll – idealerweise persönlich, um alles zu überprüfen und abzuzeichnen, aber selbst wenn nicht, es ist nicht zu garantieren, dass sonst jemand anderes im Büro ist und das tun kann, denn es ist ja Freitag. Also wieder ein weniger gemütlicher Morgen, aber durch frühes Aufwachen (resigniertes „Juhu“) habe ich trotzdem genügend Zeit für den kompletten morgendlichen Reboot im Bett. Dann packe ich mir diverse Sachen in den Rucksack und düse los.

Im Büro angekommen ist die Tür nicht abgeschlossen, ist also wohl doch noch jemand da. Dann meldet sich aber der Alarm und weil es mein erstes Mal ist, vertippe ich mich erstmal aufgeregt am Bedienfeld und werde als Einbruch registriert. Den richtig fiesen lauten Alarm kann ich dann sehr schnell abstellen, aber trotzdem kommen dann die Kontrollanrufe an die Geschäftsführung. Ich entschuldige mich bei beiden angerufen Personen für die morgendliche Störung, aber sie lachen das beide weg – waren eh schon wach und außerdem passiert das jedem/r neuen Mitarbeiter*in mindestens einmal. Der Fehler lag ja auch gar nicht bei mir – irgendwer ist gestern gegangen und hat zwar den Alarm angemacht, aber dann nicht abgeschlossen, so dass ich unvorbereitet in die Situation ging. OK, haben wir das jetzt auch erlebt, der Initiationsritus ist absolviert.

Erstmal Milch ins Müsli und ordentlicher Kaffee aus der Siebträgermaschine

Ich mache es mir also alleine nett im Büro, direkt noch mit guter Musik, und starte das Tagwerk. Witzigerweise kommen wenig später beide angerufenen Personen und noch eine weitere Kollegin auch eh ins Büro, hätte ich mich also etwas verspätet, hätte es gar keine Aufregung gegeben. Das hat man nun von seiner Pünktlichkeit.

Dann also Arbeit, Arbeit, Arbeit. Weil ich auf die Lieferung warte, kann ich mittags nicht rausgehen, deswegen gibt es Mitgebrachtes mit Spreeblick.

Zwei Crowdfarming-Avocados mit Salz, Pfeffer und Chili, Körnerbrötchen mit Frischkäse, Butterbrezel, Bionade aus dem Bürokühlschrank

Der Nachmittag beginnt sich dann in die Länge zu ziehen – die dringenden Aufgaben sind abgearbeitet, die Woche war lang… kurz vor Ende des Lieferfensters frage ich nach, ob die Lieferung sich evtl. verspätet. Stellt sich heraus: Ja, denn sie kommt heute gar nicht mehr, sondern erst „Anfang der Woche“. Den instantan aufsteigenden Frust kann ich nur mit mitfühlenden Gesprächen mit Anwesenden und remote arbeitenden Kolleg*innen bekämpfen – und mit dem zweiten Liebstentelefonat heute. Was auch hilft, ist, dass ich mir fünf kostenlose Bücher aus einem Verlagsprogramm aussuchen darf, die dann demnächst – Achtung – geliefert werden. Die heutige Lieferung kann ich dann immerhin noch auf den nächsten Dienstag terminieren, so dass ich nicht am Montag schon wieder außer der Reihe ins Büro muss.

Dann mache ich bald einen frühen Feierabend und spaziere bei Sonnenschein rüber von Kreuzberg nach Friedrichshain. Die Kirschen blühen!

Weiter geht’s dann nach Lichtenberg, wo ich in einem Supermarkt noch ein paar Kleinigkeiten einkaufe. Beim Bezahlen an der Selbstzahlerkasse dann der nächste Aufreger – die integrierte Waage ist so sensibel eingestellt, dass sie reagiert, wenn man beim Einscannen eines Artikels auch nur in die Nähe der Waagefläche kommt und dann eine Fehlermeldung produziert, die von einer genervten Angestellten in mehreren Schritten behoben werden muss, bevor man den Scanvorgang erneut beginnen muss. Nach dem zweiten Versuch gebe ich entnervt auf und stelle mich an der normalen Kasse an. Aus der Schlange beobachte ich, dass es den anderen Kund*innen auch so geht – ein herrliches Chaos beim freitäglichen Wocheneinkauf.

An der normalen Kasse werde ich dann übrigens angemotzt, weil ich die Knoblauchzehe, die Zwiebel und die Ingwerknolle nicht vorher – Achtung – abgewogen habe. Ein Haus, das Verrückte macht.

Noch ein Stück laufen, dann komme ich zeitgleich mit der Lichtenberger Freundin bei ihr zuhause an. Wir erzählen uns unseren Tag und kochen nebenbei und währenddessen kommt noch eine dritte Freundin vorbei. Es gibt Süßkartoffel-Cashew-Suppe mit Fladenbrot, Tofu und Koriander, dazu Sauerkirschsaft mit Zitronenlimonade oder Tee und viel zu besprechen.

Nach dem Essen spielen wir Skip-Bo, hören Musik und erzählen weiter (Collien Fernandes, sexualisierte Gewalt, Neurodivergenz, Therapien, Familiengeschichten, Nazis…). Zwischendurch melden sich der Liebste und das Teilzeitkind, die tief im Westen angekommen sind. Auf der Fahrt haben sie das neue Känguru-Buch gehört und der Liebste musste zweimal so doll lachen, dass er fast Unfälle produziert hätte. Ist dann aber alles gut gegangen.

Gegen 10 schmeißt uns die Gastgeberin raus. Mit zwei S-Bahnen geht es zurück in den Pberg. Dann noch Katzenklo durchsieben, Katzenbrunnen auffüllen und endlich, endlich ins Bett ohne Wecker und/oder morgendliche Verpflichtungen.

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