Vor dem Weckerklingeln um 6 wachgewesen und einen Teil des morgendlichen Reboots (Internet leer lesen, Bloggen) noch im Bett erledigt. Dann Aufstehen, Frühstücken, Katzenversorgen.

Auf dem Weg zur Bahn telefoniere ich mit dem Liebsten und fotografiere dann die Referenzmagnolien, die oben in den Bäumen schon aufblühen.

Mit zwei Straßenbahnen geht es nach Friedrichshain. In beiden muss ich erstmal hüfthohe Steppkes vom Prenzlauer Berg an ihren Rucksäcken weiter ins Innere der Bahn schieben, weil sie direkt an der Tür stehen bleiben und in ihre Handys starren, während sich hinter ihnen Menschenmassen aufstauen.
Pünktlich um 8 sitze ich im Wartezimmer der Zahnärztin und beginne mit dem Rätselteil des Reboots, bis ich dran bin. Dann kommt die provisorische Füllung raus und die neue Teilkrone rein, während die handelnden Damen sich über das Gewicht ihrer jeweiligen Haustiere unterhalten, weswegen ich ein paar mal lachen muss, was die Prozedur erschwert.
Mit erneuertem Gebiss und der nächsten Straßenbahn geht es dann weiter nach Süden. Das letzte Stück über den Fluss nach Kreuzberg laufe ich dann wieder.

Im Büro angekommen, mache ich mir einen Matcha Latte und sitze dann pünktlich um 9 am Schreibtisch.

Am Vormittag habe ich ein Meeting mit Schottland und kümmere mich sonst um diverse Kleinigkeiten in verschiedensten Projekten. Mittags gehe ich dann rüber in die Markthalle und esse taiwanesische Wontons, mit denen ich mich subversiv vor den chinesischen Wonton-Laden setze. Beim Warten aufs Essen kümmere ich mich um Französisch, Italienisch und den Rest der Rätsel. Morgendlicher Reboot abgeschlossen.

Zurück im Büro mache ich mir einen doppelten Espresso und stürze mich in den Nachmittag.

Heute werde ich zum ersten Mal auf meinem Diensthandy angerufen, gleich zweimal! Dann moderiere ich zum ersten Mal das hiesige Townhall-Meeting. Die Kolleg*innen in Süd- und Westdeutschland berichten von Schnee und Graupel, die Berliner*innen können nur mit einem heftigen Regenschauer kontern, der niederging, als ich schon wieder zurück im Büro war. Großbritannien und Mexiko äußern sich nicht zum Wetter, ziemlich verdächtig!
Dann ist auch schon Feierabend und ich laufe mit Podcast auf den Ohren wieder zurück nach Friedrichshain und treffe mich mit dem Brüderchen in einer neapolitanischen Pizzeria. Da wir beide gerade beruflich sehr eingebunden sind, haben wir uns schon eine ganze Weile nicht gesehen und uns viel zu erzählen – und viel zu essen. Außerdem prosten wir dem Onkel und der Nichte zweiten Grades geburtstäglich zu und erhalten im Gegenzug Fotos der beiden Geburtstagsfeiern.



Nach dem Essen laufe ich müde, vollgefressen und fröstelnd zum Ostkreuz – es ist wirklich wieder kalt geworden. Dort dann noch eine kleine Zivilcourage-Aktion. Ein mittelalter, unauffällig aussehender Mann herrscht einen jungen Gen-Z-ler an, der zugegebermaßen regelwidrig auf dem Bahnsteig eine Zigarette raucht und den Stummel dann in den Müll wirft, und droht damit, ihn die Treppe runterzustürzen, wenn er sich nicht benehmen kann. Ich stelle mich neben den jungen Mann und gucke den älteren einfach nur an. Zum Glück fährt dann die Bahn ein und die zwei Parteien steigen in unterschiedliche Wagen ein.
Auf der Bahnfahrt lese ich, dass Die höchste Eisenbahn auf dem Immergut spielen wird. Damit ist der Soundtrack für den Heimweg klar und ich kenne jetzt schon zwei Acts aus dem Line-up, ich bin ja so on fleek!
Kurz nach 22 Uhr bin ich zuhause, füttere die Katzen, telefoniere mit dem Liebsten und dann ist auch schon wieder Schlafenszeit…