16.03.2026 – Metermontag

Eigentlich eher Kilometermontag. Mein Schrittzähler hat grad keinen Akku mehr, aber das Handy zumindest behauptet mehr als 13.000, das ist für eine Tag nach dem Lesi-Sonntag ganz ordentlich.

Erst fängt der Tag aber sehr früh mit kuscheligen Katzen an, dann dem morgendlichen Reboot, von dem ich heute irgendwie nur die Hälfte im Bett schaffe, dann ist schon Aufstehzeit. Ich mache mich bürofertig, schmiere mir eine Stulle für mittags, koche einen Tee für unterwegs, stecke eine Apfel ein und schlinge ein Croissant herunter, dann geht’s auch schon los.

Auf dem Weg zur S-Bahn prüfe ich die Referenzmagnolien: Knospen sind schon da, aber noch überhaupt kein Anzeichen von Öffnung. Ist auch wieder kalt geworden in Berlin. In der Bahn mache ich Französisch, komme aber nicht mal ganz durch, da muss ich schon umsteigen. Das letzte Stücke laufe ich dann heute aus Zeitgründen nicht am Wasser entlang, sondern nehme noch die U-Bahn. Alles etwas hektisch.

Im Büro dann erstmal schnell lauter Sachen ausdrucken, die auszudrucken sind, dann kann ich durchatmen. Ich mache mir einen schicken Siebträgermaschinenkaffee mit aufgeschäumter Milch, knabbere meinen Apfel und vertiefe mich in Mails und Aufgaben.

Am späten Vormittag kommt ein Spediteur um all die Sachen abzuholen, die ich letzte Woche und heute gepackt habe. Wir verständigen uns mit Händen und Füßen und kämpfen dann gemeinsam mit einer Kollegin mit dem Lastenfahrstuhl.

Als auch das geschafft ist, ist quasi schon Mittag und der inzwischen draußen eingesetzte Regen macht eine kleine Pause. Also laufe ich los, um eine Viertelstunde entfern ein Paket in einem Späti abzuholen, das angeblich letzten Donnerstag, als wir zu mehreren im Büro waren, nicht zugestellt werden konnte. Es ist schwer und unhandlich, nicht gut verpackt und auf dem Rückweg regnet es wieder ordentlich. Ich fluche viel und bin mehrmals kurz davor, ein Taxi zu rufen, scheue aber den bürokratischen Aufwand hinterher und ziehe dann doch durch.

Wieder oben erstmal Stulle mit Spreeblick und mehr Tee, meine Arme zittern. Muss wohl mehr Sport machen.

Nach dem Essen packe ich das Paket aus und kümmere mich um den Inhalt. Dann habe ich einen längeren Call und lerne schon wieder viele neue Sachen. Hinterher arbeite ich noch einige Kleinigkeiten ab, während ein anderer anwesender Kollege (zu Hochzeiten sind wir heute zu dritt) sehr laut Musik anmacht, mitsingt und mitpfeift. So vergeht der Nachmittag recht schnell und gegen 18 Uhr mache ich Feierabend.

Inzwischen hat der Regen aufgehört und so spaziere ich mit Podcast auf den Ohren ein Stündchen lang hinüber nach Neukölln, dabei kann ich auch das fehlende Laufen am Wasser vom Morgen nachholen.

In Neukölln angekommen gibt es dann erstmal vegetarisches syrisches Abendbrot – sehr lecker!

Und dann geht’s zum Community-Abend in der Flipperia, mit Beerendrink, Tierwitzen, Basketballgeschichten, progressiven Lokalzeitungen und wieder erstaunlichen Verbindungen und Zufällen.

Ich bin aber ziemlich müde und weil der Rest der Woche anstrengend weiter geht, verabschiede ich mich schon kurz nach 9.

Um 10 bin ich zuhause, telefoniere mit dem Liebsten und verräume die Obstlieferung. Halb 11 liege ich im Bett und gucke wenigstens noch ein paar Highlights der gestrigen Oscar-Nacht, bevor kurz nach 11 alle Lichter ausgehen.