Es ist ganz erstaunlich, wie wenig mir der frühe Wecker inzwischen ausmacht. Zumal ich meist eh noch früher aufwache, als er klingelt. Die anfallende Schlafdauer ist langfristig zu gering, aber ich bin morgens trotzdem erstaunlich fit und leichtfüßig unterwegs. Heute reicht die Zeit trotzdem nicht für den kompletten morgendlichen Reboot, der wird dann im Laufe des Tages an passenden Stellen nachgeholt. Ich entsteige dem Bett halb 8, versorge die Katzen, mache mich bürofertig, nehme Müsli mit und eine Mate für den Weg.
Auf dem Weg durch die Straße mit den Referenzmagnolien, im Rheinland und in München blühen sie schon fast, sagt die Timeline, in Berlin eher noch nicht, nehme ich mir ein Zu-verschenken-Buch mit, dass auf einem Fensterbrett liegt. Dann geht es mit zwei S-Bahnen nach Fhain und über die Brücke über nach Xberg. Es ist immer noch ein bisschen komisch, im Alltag dort langzulaufen, wo sonst fast nur Touristen und Partypeople sind. Jedes Mal mindestens ein Straßenmusiker, die East Side Gallery, die Oberbaumbrücke… Aber auch: Jedes Mal die Spree entlang, das ist sehr schön, ich laufe ja generell am liebsten am Wasser entlang, in jeder Stadt, an jedem Ort.
Im Büro bin ich dann eine der ersten, vielleicht muss ich doch länger schlafen, da reißt sonst was ein. Ich mache mir Milch ins Müsli, fahre den Laptop hoch und merke beim Gespräch mit den Kolleginnen im Raum, wie wenig wach mein Sprechapparat noch ist. Aber es wird besser, als wir über unsere SUBs (Stapel ungelesener Bücher) sprechen. Ich bin mit meinen meist zwischen zehn und zwanzig Büchern im Vergleich total harmlos, es gibt Kolleg*innen, die werden erst nervös, wenn die Zahl dreistellig wird.
Der Vormittag plätschert mit Gesprächen und Erledigungen vor sich hin. In der Mittagspause gibt es dann Flammkuchen, Kuchen und Sekt samt Knabbereien, denn zwei Kolleginnen begehen heute ihren letzten (Büro-)Tag vor dem Mutterschutz. Dazu sind für einen Donnerstag erstaunlich viele Menschen ins Büro gekommen, so dass ich nochmal einige neue zum ersten Mal IRL treffe, unter anderem den Sorbischsprecher.

Am Nachmittag ein paar physische Verrichtungen, ein Call mit mexikanischen Kolleg*innen und dann herzliche Abschiede. Die eine Mutterschutzkollegin hat schon ab morgen Urlaub, die andere ist noch die nächste Woche über da, kommt aber aus Termingründen dann nicht mehr ins Büro.

Auf dem Heimweg blendet die Sonne mich über Spree-Bande. Zuhause ist der Briefkasten überraschend voll, aber zum Glück alles nur für die Mitbewohnerin. Mein Paket hingegen liegt beim Nachbarn, der aber nicht da ist. Naja, morgen haben wir beide Homeoffice, dann wird das schon.
Ich schnappe mir ein alkoholfreies Weizen vom Balkon und gucke mir eine Webinar-Aufzeichnung an. Dann gibt es mehr Colcannon von gestern, mehr Hörbuch und mehr Puzzelei. Es geht voran.

Weil ich irgendwann im Flow bin und noch den zweiten Quadranten abschließen möchte, ist es dann plötzlich schon Mitternacht, upsi. Schnell ins Bett!
Love the mix of city walks, books, and puzzles, plus sparkling wine with colleagues is a perfect touch.