06.03.2026 – Balkon-Office und Sorbisch (Huch!)

Nach dem gestrigen Abend heute vom Wecker geweckt worden und den Tinto de Verão noch eine ganze Weile im Köpfchen gespürt. Davon lasse ich mich aber nicht beirren, es ist Homeoffice-Tag und ich schaffe trotzdem den gesamten morgendlichen Reboot noch im Bett. Dann schnell Frühstück für die Katzen und für mich und pünktlich um 9 sitze ich am Schreibtisch.

Joghurt, Müsli, Apfel, Earl Grey

Ich bin immer noch jeden Morgen irritiert, wie wenig auf Arbeit passiert, während ich nicht da bin. Heute gibt es genau keine neue E-Mail und nur eine neue Nachricht, von einem Kollegen in Mexiko, der ja natürlicherweise nach mir noch arbeitet. Im alten Job konnte ich zu jeder Tages- und Nachtzeit reinschauen (außer vielleicht am Wochenende) und fand mindestens eine Handvoll E-Mails und Nachrichten vor, meistens mehr. Ich werde wohl noch eine Weile brauchen, mich an dieses Neue zu gewöhnen. (Ähnliches berichteten über die Jahre viele ehemalige Kolleg*innen, meine Erfahrung ist also nicht solitär.)

Um 10 habe ich ein Meeting, das für eine Stunde angesetzt ist, aber heute nur 15 Minuten braucht. Der Einladende verabschiedet uns mit den Worten: „Ich hoffe Ihr macht heute früh Feierabend, mindestens die 45 Minuten früher, die wir jetzt gewonnen haben.“

Ich mache mich beherzt ans Werk und arbeite meine Aufgaben ab. Gegen 11 wird es dank direkter Sonneneinstrahlung auch bei nur 13 Grad auf dem Balkon warm genug, um ins dortige Office zu wechseln.

Um 12:30 habe ich einen Kennenlern-Call mit einem Kollegen, den ich bisher nur in größeren Meetings getroffen habe. Wir unterhalten uns etwas tiefer und stellen dabei überrascht fest, dass wir nicht nur zur gleichen Zeit in der gleichen Stadt studiert haben, sondern auch in der gleichen Gegend (eine gute Stunde entfernt aber kulturell sehr verbunden) aufgewachsen sind. An der Stelle sage ich „Witaj!“ und dann antwortet er mir einfach auf Sorbisch. Jetzt ist mein Obersorbisch ja maximal rudimentär und dazu kommt, dass er Niedersorbisch spricht. Ich verstehe also nur einzelne Worte, weiß dann aber zumindest, dass er aufs Sorbische Gymnasium gegangen ist – und dass ich meinen Sorbischkurs vielleicht doch nochmal wiederholen sollte. Leider muss er dann schon ins nächste Meeting, aber vielleicht lässt sich das ja demnächst fortführen.

Kurz nach 13 Uhr ist der Balkon wieder im Schatten und ich gehe fröstelnd in die Mittagspause. Ich mache mir Pasta mit frischen Tomaten, Knoblauch und Grana Padano und chille ein wenig mit den Katzen auf der Couch.

Dann geht es zurück an den Schreibtisch. Mit den aktuellen Aufgaben bin ich soweit durch, wie ich es heute werden kann ohne Input von Kolleg*innen, die bereits im Wochenende sind. Aber es gibt ja immer noch jede Menge Onboarding-Sachen zu tun, Dokumente zu lesen, Strukturen aufzusetzen, Einstellungen vorzunehmen… Ich langweile mich nicht. Die symbolischen 45 Minuten nehme ich dann aber nochmal vor Feierabend, um die Nachmittagssonne zu nutzen und mit dem Lieblingsnachbar ein Eis essen zu gehen.

Himbeer-Basilikum und Erdbeer-Butterstreusel-Tonkabohne

Dann geht es nochmal eine gute Stunde zurück an den Schreibtisch. Um 18 Uhr mache ich Feierabend und füttere die Katzen. Selbst habe ich nach dem Eis noch keinen Hunger, also wechsle ich nur mit einem Feierabendgetränk aufs Sofa, nehme mir den privaten Laptop und erledige eine Stunde lang Administratives, bevor ich nochmal zwei Stunden ins Projekt stecke. Um 21 Uhr ist es dann Zeit fürs Abendessen.

Fenchel-Blutorangen-Salat mit Oliven, Stulle mit Gouda/Badejunge/Veganer Leberwurst

Dazu gucke ich ein wenig, was heute in der Welt passiert ist. Um 22 Uhr lege ich mich mit Buch in die Badewanne, um 23 Uhr wechsle ich ins Bett und lange vor Mitternacht fallen mir schon wieder die Augen zu…