Ich erwache nach guter Nacht und bin erstaunt, wie wenig Schmerzen ich jetzt habe. Der Fuß fühlt sich im Prinzip wieder wie vor dem Sturz an (erst als ich ein bisschen herumlaufe, merke ich noch was), dafür mucken Knie und Umgebung jetzt etwas mehr auf. Der Arm tut wieder mehr an den eh vorgesehenen Stellen weh als an dem neuen Bluterguss. Insgesamt scheine ich also diesmal Glück gehabt zu haben. Ich denke nun also tatsächlich darüber nach, die ursprünglichen Sonntagspläne mit dem Liebsten doch anzugehen, bin aber noch etwas zurückhaltend ob der Gefahr erneuter Stürze. Die Motivation des Liebsten hat sich aufgrund eigener körperlicher Befindlichkeiten aber sowieso in die andere Richtung entwickelt, so dass wir uns vertagen und jeweils einen weiteren Tag Ruhe verordnen.

Ich mache mir ein ausgiebiges Sonntagsfrühstück, das diesmal auch Käsebrot und Anchovibrot enthält, Orange und Banane, Espresso mit Kakao, Zitronenwasser, Flohsamenschalen in Johannisbeerwasser… Und dann entwickelt sich der Tag irgendwie zum Filmegucken.
Fast Times at Ridgemont High ist das Drehbuchdebüt von Cameron Crowe, dessen Biographie ich gestern zu Ende gelesen habe. Es ist auch einer der ersten großen Filme mit Sean Penn (und Nicholas Cage…) und der Grund, warum karierte Vans so beliebt sind/wurden. Kann man gut gucken, ein Zeitdokument. Das Spannendste daran ist, dass die Grundlage für das Drehbuch (und vorher Buch) ist, dass sich Cameron Crowe ein Jahr lang undercover an eine kalifornische High School geschmuggelt hat, um das Lebensgefühl der Teenager Ende der 70er/Anfang der 80er einzufangen.
Film Nummer 2 heißt Peace by Chocolate, spielt in Nova Scotia und erzählt eine noch wahrere Geschichte, über eine geflüchtete syrische Familie, die sich in Antigonish noch niederlässt und ein Schokoladengeschäft aufbaut, das heute bis weit über die Grenzen Nova Scotias bekannt ist und zum Beispiel eine eigene NGO gegründet hat. Zu Weihnachten bekam ich zwei Tafeln ihrer Schokolade, die auch echt gut ist, besonders für nordamerikanische Verhältnisse…
Irgendwo zwischendrin mache ich eine Pause und bereite mir Pflaumenknödel zu, aus Kartoffeln, Mehl und TK-Pflaumen, dazu Butter, Zimt und Zucker.

Der dritte Film ist dann Maudie, ebenfalls eine wahre Geschichte, ebenfalls in Nova Scotia und mit Ethan Hawke und Sally Hawkins. Maud Lewis begegnet einem in Nova Scotia ja auf Schritt und Tritt, jetzt weiß ich noch ein bisschen mehr über sie. Große schauspielerische Leistungen natürlich auch. Und die Landschaft macht Vorfreude auf den Sommer (in Peace by Chocolate ist aus künstlerischen Gründen die meiste Zeit Winter).
Zum Abendbrot gibt es nur was Leichtes – eine Chicken-Ramen-Suppe mit viel TK-Spinat und Ingwer und Zitronengras. Dazu und danach schaue ich weiter Letterkenny.

Und dann ist wieder mit-Buch-ins-Bett-Zeit und ich verliere mich in den ersten 100 Seiten von Berit Glanz‘ Unter weitem Himmel – Island, Frankreich, 1906 und 2024 und zwischendurch immer wieder ein Eishai, dem ich ja im letzten Sommer schon im Buch vom Meer begegnete. Bin gespannt, wo das noch hinführt…


