22.02.2026 – Letzter Sonntag vor der Autobahn

Passend dazu, dass das Leben ab morgen mal wieder ein neues Kapitel aufschlägt schon gegen 6 aufgewacht. Zum Glück war ich aber vorgestern ja früh im Bett, so dass ich das locker wegstecke. Ganz geruhsamer morgendlicher Reboot also, Internet leer lesen, Bloggen (erstmals für Gegenleistung, zumindest privat), Französisch, Italienisch, Rätsel, dazwischen telefoniere ich mit dem Liebsten. Irgendwann dann Frühstückszeit.

Die Erkältung muss jetzt langsam mal endgültig weg, deswegen püriere ich eine „ganze halbe“ Zitrone mit Ingwer, gieße mit heißem Wasser auf rühre Honig hinein. Der Rest heißes Wasser kommt einerseits auf Sanddornsaft, andererseits auf vietnamesisches Kaffeepulver. Ansonsten Brot mit Ziegenkäse, Crowdfarming-Orange, Crowdfarming-Zimtapfel und den letzten Chocolate Chip Cookie von gestern.

Zum und nach dem Essen gibt es Podcasts zur Vorbereitung auf morgen und als ich damit durch bin ist es auch schon Zeit für den politischen Höhepunkt des Tages: Das Goldmedaillenspiel der Männer im Eishockey zwischen den USA und Kanada. Meine kanadische Timeline ist sehr aufgeregt, auch weil dieser historische Moment für sie so früh am Tag stattfindet. Ich lasse mich anstecken und gucke mit, auch wenn ich Curling viel entspannter und angenehmer zu verfolgen finde. Das erinnert mich an damals, 2008 kurz vor Weihnachten in einem Vorort von Ottawa. Ich war bei einer Freundin zu Besuch und wir gingen alle zusammen zu einem Hockey-Spiel der örtlichen High-School-Mannschaften. Es gab die Nationalhymne, laute Musik, Showprogramm, Kaffee, Softdrinks und Beaver Tails. Gespielt wurde glaube ich auch, aber nach zwei Dritteln gingen wir nach Hause, denn die Kinder (damals 6, 5 und 2, heute dementsprechend älter, wie ich beim Scrollen durch Instagram immer wieder kopfschüttelnd feststelle) mussten ja ins Bett.

Ähnlich aufmerksam verfolge ich auch das Spiel heute, das Spannende findet in meiner Timeline statt. Also bis die USA in der Nachspielzeit durch ein Golden Goal gewinnen (heißt das beim Eishockey so?). Das ist sehr ärgerlich für die geschundene kanadische Seele und natürlich trutht jemand bei den südlichen Nachbarn kurz danach triumphierend vor sich hin und die Machtzentrale des heißesten Lands der Erde spottet kurz danach ebenfalls in den sozialen Netzwerken. Vielleicht doch ganz gut, dass Olympia dann jetzt vorbei ist. (Kurz Luft anhalten, was diesmal kurz danach für Furchtbarkeiten passieren…)

Ich bestelle mir dann doch keine Trotz-Poutine, sondern koche mir ein Süppchen mit Nudeln, Algen, Chili, Spinat, Zitronengras, Chili, Fischsauce und Limettensaft. Immer noch Mission „Viren raus!“. Dazu gucke ich zur Beruhigung der Nerven How do you know, den mir die Streaming-Plattform wohl als Reaktion auf den gestrigen Film vorschlägt. Ich wundere mich sehr, warum ich diese RomCom noch nicht kenne – mit Reese Witherspoon, Owen Wilson, Paul Rudd und Jack Nicholson als Paul Rudds kriminellem Unternehmervater?? Ist jetzt kein Highlight der Filmgeschichte, aber doch unterhaltsam.

Danach geht es in die Badewanne und gegen 22 Uhr ins Bett, Kräfte sammeln für was kommt.