13.02.2026 – Double Release Day

Gestern noch überlegt, ob ein Grund für mein regelmäßiges sehr frühes Aufwachen vielleicht der Wecker der Nachbarinnen über mir ist, der nach deren Aussage um 4:15 klingelt, weswegen sie so früh ins Bett gehen, dass ich gestern mein Paket nicht mehr abends abholen konnte. Ich schaue beim Aufwachen auf die Uhr, es ist 4:16. Hmmmmmmm. Blöderweise haben sich Gedanken, Katzen und Schmerzen heute gegen mich verschworen und es gelingt mir nicht, nochmal einzuschlafen. Mittagsschlaf wird zwingend auf die Agenda gesetzt.

Ab kurz vor 6 beginne ich resignierend den morgendlichen Reboot und höre dann noch im Bett das heute neu erschienene „Alive“, neue Album von Angelo Kelly. Gefällt mir musikalisch wieder ziemlich gut, vor allem die Arrangements. Nicht alle Songs sind gleich spannend, aber da ist viel Schönes dabei. Bei den Texten muss ich hingegen mal wieder ein paar Augen zudrücken, sowohl was Kunstfertigkeit als auch Botschaft angeht. Man hört sehr gut durch, wie viel Joe Rogan der Mann während der Pandemie gehört hat und er war ja schon vorher nicht der Modernste in seinen Ansichten… Anyway, da er im März im M.A.U. spielt, meinem Leib-und-Magen-Club in Rostock, fahre ich da natürlich trotzdem hin und gucke mir das auch live an.

Gegen 8 stehe ich dann vollumfänglich im Tag angekommen auf, füttere die Katzen, mache mir Frühstück und setze mich an den Schreibtisch.

Beerenmüsli mit Hafermilch, Mango-Maracuja-Ingwer-Shot, Blutorangensaft mit Kokoswasser, Ostfriesentee mit Yuzu

Ich arbeite Dinge ab, soweit ich kann, denn Nimbin macht es sich dann bald auf meinem Mausarm bequem (bzw. dem Trackpad-Arm, die Maus habe ich schon aus dem Weg gelegt, weil er da auch gerne drauf sitzt.

Ich werkele bis etwa 13 Uhr, dann ist es Zeit für die Mittagspause. Ich koche mir aus dem Rest Kürbis und den beiden Restkartoffeln von gestern mit Ingwer, Kurkuma und Brühe eine Kürbissuppe und verfeinere die mit ordentlich Sriracha. Danach bin ich bettschwer genug für den Mittagsschlaf und ratze gute anderthalb Stunden weg.

Dann nochmal knapp zwei Stunden Arbeit, bevor ich mich für den Ausgehabend vorbereite: In eine angemessene Kluft für ein Punk-Konzert werfen, Perso, Krankenkassenkarte und Bargeld sicher verpackt in die Shoulderbag stecken, eine Weg-Mate zurechtstellen, um ordentlich wach zu werden und dann noch fix etwas in den Magen tun, als Grundlage.

Brot mit Knoblauch-Tomaten-Butter und Käse überbacken, mit veganer Wurst belegt, dazu Oliven und Johannisbeerwasser

Dann geht es gehen 18:30 hinaus in den kalten Schneeregen und mit Straßenbahn, U-Bahn und U-Bahn nach Kreuzberg, wo die Record-Release-Party zum Debütalbum „Brandstiftung“ von Deine Nachbarn stattfindet. Die Platte ist ebenfalls heute rausgekommen (produziert vom Gitarristen von Egotronic!) und hat mich den Nachmittag über schon begleitet. Mein drittes Konzert der Band, deren Schlagzeuger der ehemalige Mitbewohner vom Liebsten ist. (Ich berichtete im Sommer und im Herbst) Dementsprechend ist wieder die halbe Vergangenheit vom Liebsten anwesend, aus Heimatstadt, Schule und Uni-Fachschaft. Alleine unsere „Gruppe“ besteht schon aus etwa 15 Personen. Da insgesamt drei Bands spielen, ist der Laden da natürlich gut gefüllt (und weil die Musik so gut ist natürlich auch!)

Als erstes spielen HerpesGötterSchorf, ein Trio aus Schlagzeug, Gitarre/Ukulele und Tuba. Großartige Kombi, sehr tolle Musik, hochschwangere Tubistin (?), weswegen dankenswerterweise auch im ersten Drittel des Abends nicht geraucht werden darf. Wenn das Kind geboren und aus dem Gröbsten raus ist, muss ich mich mal nach weiteren Gelegenheiten umsehen, die live zu sehen.

Wer erkennts?

Die zweite Band ist 13,12 Mindestlohn. Sie spielen erst relativ stumpfen, mir nichts sagenden Punk, aber werden dann später auch melodischer und interessanter. Spätestens mit ihrem Cover von Silbermonds „Das Beste“, das ich gefühlt als Einzige im Raum erkannt habe, haben sie mich. Zum Schluss covern sie dann sogar noch Deine Nachbarn und dann haben sie eh gewonnen.

Das Beste

Und dann das Highlight des Abends, das Konzert von Deine Nachbarn. Da wird gelacht, getanzt und gesprungen und nachdem ich wegen meines Knies bei den beiden ersten Bands noch vorsichtig war, werfe ich mich jetzt richtig in die Situation (aber nicht bis in den Moshpit!).

Ungehorsam
Kaufland
Verwunderlich
Grenzen müssen sein

Hinterher quatschen wir noch ein bisschen, auch mit dem völlig emotionalisierten Ex-Mitbewohner, dann kaufe ich das Album auf Vinyl und lasse es mir von der Band signieren – man weiß ja nie, wofür das noch gut sein kann.

Weil das alles so richtig Punk und Berlin ist, muss das Konzert übrigens um 23 Uhr zu Ende sein, so dass ich mich dann noch vor Mitternacht auf den Heimweg mache und gegen 1 schon ins Bett falle.