05.02.2026 – Essen, Schreibtisch, Curling, Repeat #WMDEDGT

Es ist der 5. und wie jeden Monat ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf. Die anderen Beiträge zu “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” findet Ihr hier.

Ich wache auf, fühle mich ausgeschlafen. Es ist zwar noch dunkel, aber das ist im Winter nicht ungewöhnlich. Also gehe ich aufs Klo, lege mich wieder zu den Katzen, schnappe mir mein Handy und: Es ist 5 Uhr. Hmpf. Aber ich habe über sechs Stunden geschlafen und der Wecker klingelt heute eh halb 7, also ergebe ich mich dem Morgen, lese das Internet leer und blogge. Dann die täglichen Rätsel und nachdem die Mitbewohnerin aufgestanden ist und die Wohnung verlassen hat, kümmere ich mich um die Französisch- und Italienisch-Aufgaben. Gegen 7 könnte ich dann aufstehen, prokrastiniere das aber noch ein bisschen, es fühlt sich einfach falsch an.

Halb 8 dann aber doch. Schon die ganze Zeit höre ich den Eisregen draußen, vielleicht war der es ja, der mich um 5 aus dem Schlaf geholt hat? Beim Lüften trete ich auf den Balkon und schaue mir das viele neue Weiß an, denn Schnee gab’s auch wieder. Ich schlittere auf dem eigenen (überdachten!) Balkon und gee daher schnell wieder rein. Dann füttere ich die Katzen, räume die Küche auf und mache mir Frühstück, das ich bereits am Schreibtisch zu mir nehme.

Selbst gebackenes Brot, Schoko-Nuss-Creme, die letzte kanarische Banane, heißer Sanddorn mit Granatapfel und Flohsamenschalen, Sencha mit Zitronengras

Die letzte Banane esse ich, damit auch das letzte Obst bis auf ein paar Trockenfeigen, Rosinen und Zitronen. Ich beschließe, dass es am offiziellen Tag 40 meiner #loosyisstdieKücheleer-Challenge reicht und ich heute nochmal von Vorräten leben, aber dann morgen, wenn die Glätte weggetaut ist, Lebensmittel einkaufen werde. Tatsächlich habe ich das für diesen Haushalt zuletzt am 20. Dezember getan, es wären also eigentlich 46 Tage, aber als Challenge angenommen habe ich das Thema für mich erst ein paar Tage später. Eine kleine Faktensammlung zur Einordnung und Auswertung:

  • Ich hatte im Dezember generell gut eingekauft, war u. A. auch in einem italienischen Delikatessenladen und im asiatischen Supermarkt. Dann bekam ich kurz vor Weihnachten COVID und bestellte mir noch ein paar zusätzliche Sachen, um notfalls ein genussvolles, traditionelles Quarantäne-Weihnachten in meinem Zimmer zu verbringen, das war der besagte 20. Dezember.
  • Ich bekomme jeden Monat je eine Obst- und eine Gemüsekiste von Crowdfarming. Im Dezember war die Gemüsekiste überraschend in der doppelten Menge, ohne Aufpreis, so dass ich mit einer ungeplanten Masse von Gemüse konfrontiert war.
  • Am 22. Dezember testete ich mich negativ und konnte so Weihnachten doch mit der Familie verbringen.
  • Am 28. Dezember beschloss ich, keine Lebensmittel mehr einzukaufen, bis ich es wirklich nicht mehr aushalte, wissen und sozusagen in Kauf nehmend, dass ich auch im Januar wieder eine Obst- und eine Gemüsekiste erhalten würde.
  • Ich nahm mir kein Ziel vor, dachte aber, dass der komplette Januar evtl. möglich wäre – 40 Tage sind jetzt aber auch eine wirklich schöne runde Zahl.
  • In der Zeit habe ich zweimal für den Haushalt des Liebsten eingekauft, als ich dort war, aber nichts von dem mit nach Hause genommen und das, was ich davon konsumiert habe also als einfaches „Auswärts essen“ verbucht.
  • Ja, ich habe zur Vogelhochzeit die üblichen Vogelhochzeitssüßigkeiten vom Bäcker des Vertrauens bestellt und geliefert bekommen. Das fällt unter Brauchtum und ich habe extra weniger bestellt, damit ich damit nicht zu viele Mahlzeiten extra bestreite. Die Rechnung habe ich übrigens immer noch nicht bekommen, rein technisch also habe ich nichts gekauft.
  • Ich habe während der 40 Tage insgesamt 14 Mahlzeiten auswärts (im Restaurant, beim Liebsten oder bei den Ellis) zu mir genommen. Außerdem 8 um Weihnachten herum, bevor die Challenge offiziell losging. Bei 3 bis 4 Mahlzeiten pro Tag sind 22 an 46 Tagen ganz schön wenig, finde ich. Nur eine dieser Mahlzeiten war ungeplant und damit quasi ein Cheat, weil ich Besuch hatte und mit dem Essen gegangen bin, statt an meine Vorräte zu gehen. Alle Mahlzeiten sind auf meinem Instagram-Account gesammelt dokumentiert, im Blog findet man sie aber auch.
  • Während des Zeitraums kamen dreimal Lebensmittel „für umme“ in meine Wohnung: Zwei Reststücke Käse vom Silvesterfrühstück, die verteilt wurden, ein Sack Kartoffeln von den 4000 Tonnen Kartoffeln für Berlin, von dem erst ein Drittel aufgebraucht ist, und gestern als Werbegeschenke ein Ingwer-Shot und eine Portion Müsli, die ich aber aufgrund Mangels an Milch noch nicht essen konnte. Plus halt die bereits im Voraus bezahlte Obst- und Gemüsekiste im Januar

Ich habe viel mehr selbst zubereitet als sonst, viel improvisiert und ausprobiert und darauf geachtet, möglichst wenig wegzuwerfen und, weil ich alles online dokumentiert habe, noch mehr als sonst auf Abwechslung, Kreativität und Ausgewogenheit geachtet. Es war super spannend und fehlte mir an nichts. Solange ich Wasser und Strom habe, komme ich also ganz schön weit, das ist auch eine gute Erfahrung, im Hinblick auf künftige Krisen, Lockdowns, Schneeeiinbrüche etc. Und: Ich werde jetzt auch keinen Großeinkauf machen, sondern weiter versuchen, vorausschauend zu kaufen und zu verbrauchen. Und wenn es mal wieder zu viel wird, dann ist eben die nächste Challenge dran!

Exkurs Ende.

Ich frühstücke und mache mich dann ans Tagwerk am Schreibtisch. Um 9 habe ich einen Call, um 10 den Zweiten. Danach schaue ich den Rest der Curling-Partie Norwegen-USA und mache eine kleine Pause. Zum Mittag koche ich Kartoffel-Fenchel-Suppe mit Tomaten-Knoblauch-Butter, Estragon und schwarzem Sesam., dazu gibt es eine Pflaume-Kardamom-Limo.

Webinar um 13 Uhr, dann arbeite ich nochmal weiter bis zur Partie Norwegen-Kanada um 14:35, dann schaue ich die. Dann wieder Arbeit, bis 19:05 Kanada gegen Italien spielt. Während dieser Partie, während der Kanada den Lokalfavoriten peinlich vom Eis fegt, koche und esse ich Abendbrot: Gebackenen Kürbis mit Pflaumen- bzw. Pfirsich-Chutney.

Danach geht es direkt in die Badewanne und von da wieder ins Bett, Schlaf aufholen!

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