Kurze Nacht nach langem Abend und am Morgen sind wir alle etwas derangiert. Da es im Hotelzimmer aber keinen Kaffee gibt, drängt der Liebste zum Aufbruch Richtung Frühstückssaal. Wobei Saal eine wohlwollende Untertreibung ist, der betreffende Raum ist kleiner als mein Wohnzimmer, enthält aber fünf Tische für je zwei Personen und zwei Frühstücksbuffets. Ich setze den Liebsten erstmal auf einen freien Platz und versorge ihn mit Kaffee und O-Saft, damit er sich in Ruhe akklimatisieren kann, dann stelle ich mir mein eigenes Frühstück zusammen, mich vorsichtig um die anderen Gäst*innen herumschleichend – es ist eine Herausforderung. So auch die Teeauswahl: Es gibt etwa 20 verschiedene Früchte- und Kräutertees, aber keinen einzigen echten Tee. Muss ich also auch Kaffee aus der Pumpkanne trinken. Ich denke kurz darüber nach, ob es am Kurort liegt, aber dann dürfte es ja auch keinen Kaffee geben, das ist aber in Brandenburg vermutlich undenkbar. Dafür ist die Obst- und Gemüseauswahl beeindruckend.

Gegen 11 checken wir zu viert aus und fahren rüber zum anderen Hotel, wo die anderen beiden noch bei ihrem Frühstück sitzen. Also drehen wir erst einmal eine Runde zum See, der beeindruckend zugefroren ist.




Als es zu kalt wird, gehen wir zurück in die Hotellobby und trinken dort noch einen Kaffee, bis auch die anderen soweit sind. Dann werden wir, unter Umgehung des SEVs, nach Storkow gebracht, von wo aus wir mit einer Regionabahn nach Königs Wusterhausen fahren, wo wir in den RegionalExpress nach Berlin umsteigen können. Am Ostkreuz trennen sich die Wege – das Geburtstagskind fährt weiter zum Hauptbahnhof, um zurück in den Westen zu reisen. Der Liebste und ein Freund nehmen die Ringbahn nach Süden, ich die nach Norden.

Zuhause erstmal aufwärmen und Katzen kuscheln. Dann mache ich mir eine große Kanne Zitronengras-Ingwer-Tee, packe meine Sachen aus und sichte die Vorräte. Die gestrige BrotbackSauna hat mich inspiriert. Ich habe noch einen Rest bald ablaufendes Vollkornmehl, den ich mit normalem Mehl verlängere und dann habe ich ungefähr die doppelte Menge für ein Brotrezept aus dem Internet. Dummerweise habe ich aber nur ein Viertel der Hefemenge da, das lässt sich aber durch längere Gehzeit kompensieren.
Diese nutze ich für einen ausgiebigen Mittagsschlaf. Danach muss ich feststellen, dass meine Kastenform entweder verschollen oder beim Liebsten ist, und parke den Teig stattdessen in einer Auflaufform. Das Ergebnis ist ein geschmacklich gutes Brot in Form eines riesigen Brötchens. Ich teile es in vier Teile und friere drei davon direkt erstmal ein.

Während das Brot backte habe ich mich auch ums Abendbrot gekümmert und eine Brühe mit Gemüsebrühepulver, Algen, Fischsauce, Sojasauce, grüner Chili und Limettensaft angesetzt und darin dann TK-Spinat und chinesische Weizennudeln gekocht. Sehr lecker!

Zum und nach dem Essen schaue ich einen dänischen Film auf Netflix, den sie Mango genannt haben, was wahrscheinlich ein fieser Trick war, damit ich ihn mir ansehe. Aber es gibt schöne Bilder von Andalusien und Mangos und außerdem spielen Hjördis aus Rita und Amir aus Borgen auch mit. Danach brauche ich aber noch etwas mit Substanz und weil mein Kopf noch nicht wieder zum Lesen bereit ist, gucke ich stattdessen weiter Letterkenny, bis ich gegen 23 Uhr ins Bett falle.