22.01.2026 – Oh Canada

Das heutige frühe Aufwachen wird gesponsert von Muskelkater vom Wasserpogo vorgestern. So gesehen ganz gut, dass der Kurs nächsten Dienstag schon ausgebucht ist und ich erst Donnerstag wieder hingehen kann. Nach ausführlichem morgendlichen Reboot setze ich mich schließlich mit Frühstück direkt an den Schreibtisch und beginne die täglichen Verpflichtungen.

Cranberry-Pistazien-Müsli, kanarische Crowdfarming-Banane, Sencha mit Zitronengras mit Mark-Carney-Zitat-Tasse

Dann ein langer Call mit einer ehemaligen Kollegin (Südengland), in dem wir uns auf den neusten Stand bringen und sich Noosa und Maggie (ihre Hündin) nach langer Zeit wieder sehen. Sehr schön. Hinterher beschäftige ich mich mit Vorbereitungen für einen Termin morgen, bis der Hunger zurückkommt, dann geht es in die Küche.

Spaghetti al Limone mit Basilikum und Pistazien

Der Nachmittag vergeht mit Merz-Rede in Davos (kein Kommentar), Judicial-Committee-Hearing in Washington (nur in Auszügen) und weiteren Vorbereitungen. Dann heißt es auch schon in Schale werfen. Kurz nach 17 Uhr verlasse ich die Wohnung und fahre mit S- und U-Bahn nach Charlottenburg.

Der Ku‘damm im Dunkeln gaukelt immer vor, ich würde in einer mondänen Stadt wohnen und wäre entsetzlich underdressed. Zum Glück trage ich Kleid und Blazer unter dem dicken Wintermantel. So passe ich dann ganz gut ins Ambiente des Neujahrsempfangs der Deutsch-Kanadischen Gesellschaft, die dieses Jahr genau wie die deutsch-kanadischen diplomatischen Beziehungen ihr 75jähriges Jubiläum feiert. Ein guter Zeitpunkt, weltpolitisch gesehen.

Ich nehme mir unter Umgehung amerikanischer Softfrinks ein tschechisches Bier (die kanadischen Weinflaschen sind noch zu) und lausche den festlichen Ansprachen. Unter anderem hat die neue kanadische Botschafterin Vera Alexander heute einen der ersten offiziellen Auftritte – und spricht natürlich auch über Premierminister Carneys Rede. Dann stellt sie das Logo zur 75-Jahr-Feier vor: eine Verschmelzung von Ahornblatt und Eichenblatt, rot-weiß und schwarz-rot-gold, entworfen von einer Berliner Künstlerin. Der kleine weiße Zacken unten kommt vom Cursor und gehört nicht zum Logo.

Botschafterin an Logo

Danach widme ich mich dem wieder sehr guten Buffet und Gesprächen mit verschiedensten Anwesenden – Mitgliedern, Botschaftsangehörigen, Austausch-Alumnis, Reiseplanenden…

Beim anschließenden Kanada-Quiz räume ich direkt bei der ersten Frage wieder einen Preis ab (nicht wie im letzten Jahr zwei), weil ich als Schnellste weiß, dass Rod Stewart kein Kanadier ist. Ansonsten wiederholen sich viele Fragen vom letzten Jahr, andere sind nicht mein Fachgebiet (Das wichtigste Exportgut Kanadas nach Deutschland? Eisenerz!). Etwas enttäuschend finde ich (und andere), dass es keine Heated-Rivalry-Frage gibt. Das Quiz verdient Überarbeitung!

Nach dem Quiz ist dann auch der Wein offen und ich trinke noch ein Glas eines zu lieblichen Chardonnays aus Niagra und empfehle einer Frau aus Vancouver Weine aus Nova Scotia. Im Ausgleich erfahre ich, dass Mark Carney seine Rede selbst geschrieben hat – eine andere Gästin war mit in Davos. Und wir reden über North of North und Atarnajuat und was für verstaubte Vorstellungen die Deutschen von den Inuit haben.

Bald darauf mache ich mich auf den Heimweg, morgen geht es wieder früh raus. Mit S- und Straßenbahn geht es zurück in den Pberg und nach einem kurzen Check-in mit dem Liebsten direkt ins Bett.

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