19.01.2026 – Vorgezogene Vögel

Ein Aufwachen zu ungünstiger Zeit (gegen 4) führt zu knapp zwei Stunden Wachliegen und dann schlafe ich kurz vor der Resignation doch nochmal für zwei Stunden ein und bin dann eigentlich ausgeschlafen aber trotzdem ziemlich groggy, als der Tag beginnt. (Kurz nachgeschlagen, ob ich das kursivieren muss, weil ich es aus dem Englischen so gar nicht kenne, aber doch, ist ein englischer Begriff. Dort wahrscheinlich noch viel veralteter als im Deutschen.) So hole ich mir das Frühstück ins Bett und fange den Tag langsam an.

Blaubeer-Cassis-Müsli, schwarzer Tee

Ich vollende den morgendlichen Reboot und nehme dann ebenfalls noch vom Bett aus an einem spannenden anderthalbstündigen Webinar teil, bevor ich endgültig aufstehe und dann direkt noch Yoga mache, es läuft!

Sonne über Berlin, glücklicher Kater

Ich lasse Nimbin draußen in der Sonne chillen, während ich das Katzenklo reinige, den Müll wegbringe und nach der Post sehe. Dann ist auch schon Aufbruchzeit und ich fahre mit der S-Bahn rüber zur Grünen Woche, wohin der Dorfbäckermeister die Vogelhochzeit mitgebracht hat. Es ist zwar ein paar Tage zu früh, aber in der Diaspora nimmt man ja, was man kriegen kann. Und so halte ich nach einem kurzen Plausch das wertvolle Backwerk in der Hand und fahre mit der U-Bahn weiter zu den Ellis nach Mitte.

Hier gibt es Tee zu Vögeln und Nestern und weil Mama Mama ist auch noch aufgeschnittene Äpfel und Birnen – hatte ich ja qua Challenge beides schon länger nicht mehr. Außerdem stopft Mama mir eine kaputte Schafwollsocke von Oma und wir unterhalten uns zu dritt über dieses, jenes und welches. Die Zeit verfliegt und es ist schon 19 Uhr, als ich wieder aufbreche und mit U-Bahn und Straßenbahn zurück in den Pberg fahre. Hier wurde inzwischen meine Obstkiste geliefert – zwei Tage später als geplant, aber einen Tag früher als erwartet.

Die Avocados müssen noch nachreifen, also kann ich meinen ursprünglichen Essensplan beibehalten und mich erstmal dem Rest vom pürierten Kürbis widmen. Der wird mit Zwiebeln, Knoblauch, Rosmarin und Wasser zu einer Sauce. Dazu bereite ich die letzten drei Fertigklöße zu, zerkleinere sie in Gnocchi-Größe, vermische sie mit der Sauce und gebe ordentlich Bergkäse und Pfeffer drüber – ein Gedicht, wenn ich so sagen darf!

Zwischendurch kommt die Eilmeldung, dass es draußen Polarlichter zu sehen geben soll, aber von meinem Balkon aus eher nicht so – wohl zu hell hier und ich bin inzwischen zu gemütlich, um nochmal richtig raus zu gehen. Zum Glück tun das genügend andere Leute, so dass ich immerhin jede Menge schöne Fotos sehen kann.

Ich versuche es nach dem Essen kurz mit Weiterlesen im Geschichtsbuch, aber der Kopf ist noch zu voll vom Tag (Gespräche, Geopolitik, dies das). Stattdessen höre ich dann eine kanadischen Bücherpodcast (halb aus Nova Scotia, halb aus Calgary) und komme so gut Richtung Bettschwere und Leselust – jetzt aber Belletristik! Lese ich also im Bett noch ein neues Buch vom Weihnachtsstapel an: Aisha Muharrar – Loved One, bis mir die Augen zufallen. (Aisha ist Drehbuchautorin, unter anderem von Parks & Recreation und The Good Place – zwei der besten Comedy-Serien dieses Jahrtausends und ich kenne sie ursprünglich als Freundin und Stammgästin der Gilmore Guys, ein Gilly ist sie nämlich auch und das merkt man sowohl ihren Serien als auch dem Buch an…)