18.01.2026 – Sonntagsruhe

Ein ganzer Tag ohne Termine und Verpflichtungen, herrlich! Ich liege morgens nach fertig absolvierten Reboot noch im Bett und überlege, was ich alles sinnvolles tun könnte und habe einiges an Ideen.

Erstmal aber Frühstück, gleich mit etwas mehr Fantasie: Das von gestern einbehaltene Brötchen gibt es mit Butter und Honig bzw. Zitronenmarmelade. Außerdem reichere ich eine Teil des pürierten gebackenen Kürbis‘ mit frisch gemörsertem Koriander, Kreuzkümmel und Chili ab und backe mir dazu eine TK-Breze auf. Ein paar Walnüsse und die letzte Mandarine gibt es auch. Ab jetzt ist außer Zitronen kein Frischobst mehr im Haus, aber die neue Obstkiste kommt ja Dienstag schon.

Nach dem Essen beschäftige ich mich eine Weile mit der Plattensammlung der Liebsteneltern, die ja inzwischen vollständig bei mir lagert, und katalogisiere weiter fleißig. Heutige Highlights unter anderem: Pink Floyd, Leonard Cohen, Klassik, Psychedelik und Politisches („Ich bin emanzipiert“ von Joana). Ich lege mir zwischendurch eine der Platten – irische Pub-Songs, verlegt in den 60ern in Frankreich – auf und stelle so fest, dass mein Plattenspieler also noch funktioniert. Kann aber nur 33 und 45 rpm, für die 78-rpm-Aufnahmen aus den 50ern muss also noch eine andere Lösung gefunden werden.

Ich pausiere nach einer Weile und hebe mir den letzten Schwung Platten für einen anderen Tag auf. Stattdessen denke ich über das 2016-Meme nach, das gerade durch die sozialen Medien geistert. Nach landläufiger Meinung fing die weltweite Misere ja 2016 an, als Bowie starb, der Brexit beschlossen wurde und dann Trump das erste Mal gewählt wurde. Kurz davor war die Welt für viele noch in Ordung und an diese Zeit erinnert man sich jetzt nostalgisch. Ich sehe den Punkt, habe aber das „Problem“, dass 2016 sich für mich irgendwie wie vorgestern anfühlt. Bis auf die großen politischen Verwerfungen war der Alltag gar nicht so anders als heute. Zudem lebte ich mit den gleichen Katzen in der gleichen Wohnung und bekomme von Facebook und Google auch ständig Erinnerungen an diese Zeit vorgesetzt, die nicht sooo anders aussehen als heute.

Klar, privat hat sich bei mir auch einiges getan seit 2016 (Hallo, Liebster, hallo, Teilzeitkind!), aber so richtig bedeutsam als Jahr (und insgesamt sehr anders) war dann eher 2006 – ordentlich Aufruhr im Liebesleben mit starken Coming-of-Age-Vibes, Umzug in meine erste WG, Anfang beim Radio, als rasende Reporterin im Rostocker Nachtleben unterwegs, erstes Immergut, Aufnahme des Master-Studiums… Ich poste ein paar 2006-Fotos und widme mich dann wieder Sullivan‘s Crossing. Staffel 3 ist vor allem menschliches Drama, typisch Nova Scotia sind nur Ausflüge nach Halifax und Lunenburg und die Tatsache, dass die medizinische Versorgung vor Ort schlecht ist und man ewig auf einen Arzttermin wartet. Zum Glück beschließt Maggie im Staffelfinale, eine eigene Praxis aufzumachen…

Als Sonntagssüß bastele ich mir einen Eisbecher aus Lebkuchen, Vanilleeis, heißen TK-Pflaumen und Zimt. Soll ja keiner denken, ich würde darben, nur weil ich immer noch nicht einkaufen war.

Zum Abendbrot gibt es dann die Mystery-Dose aus dem Tiefkühlfach, die sich als Rest eines jamaikanischen Eintopfs mit Kartoffeln, Pastinaken, Möhren, Sellerie, Kokosmilch und Kaffirlimettenblättern entpuppt, sehr lecker!

Ich denke, ich komme noch eine Weile ohne Einkaufen hin. Dienstag die Obstkiste, Mittwoch hole ich mir von den 4000 Tonnen Kartoffeln und der Vorratsschrank hat auch noch ein paar Asse im Ärmel. Ob ich bis Ende des Monats durchhalte, wenn die nächste Gemüsekiste kommt, weiß ich aber nicht, evtl. brauche ich vorher mal Milch und anderes Frisches…