12.01.2025 – Dots and Feathers

Mehrheitlich zufriedenstellende Nacht, dann ruhiger morgendlicher Reboot, der schließlich mit Müsli (Cranberry-Choco, dazu Kiwi) und Tee (weiß mit Rose) am Laptop endet.

Direkt zum Anfang ein Call, dann die übliche tägliche Erledigungsrunde und dann ist erstmal wieder zuklappen angesagt. Die Lektüre von gestern hat mir nämlich Lust auf Yoga gemacht und das muss ich ausnutzen, und zwar richtig mit Räucherstäbchen, warmen Kuschelklamotten und dann 45 Minuten Yin Yoga mit Handy auf „Nicht stören“ – klappt erstaunlich gut! Danach kurz Tee trinken und schauen, was ich in der Zeit verpasst habe und dann kleine Wuselrunde durch den Haushalt bis zum Mittagessen.

Restliche Reisbandnudelsuppe, hauptsächlich Brühe, Algen, Gemüse übrig

Nach dem etwas kargen Essen gibt es direkt noch einen großzügigen Nachtischteller mit lauter Dingen, die ich in der (Vor-)Weihnachtszeit geschenkt bekommen habe: Gin-Stollen vom Bäckerfreund, zwei Sorten Spekulatius von der Hasenmama, Schokoladenbruch von der Lichtenberger Freundin, Lebkuchen von der Liebstentante, Schokopralinen von der Liebstenschwester.

Mit diesem Foto gratuliere ich dann auch noch der Liebstenschwester und dem Neffen zweiten Grades zum Geburtstag. Die eine hat einen Schnapszahlgeburtstag, der andere seinen allerersten. Beide wirken ganz zufrieden mit dem Tag. Dann nehme ich mir die nächste Lektüre vor. Motiviert vom gestrigen Lesemarathon nehme ich mir ein spannendes Sachbuch vor, dass eine Historikerinnenfreundin der Ellis in Nova Scotia empfohlen hat: Ned Blackhawk – The Rediscovery of America. Native Peoples and the Unmaking of U.S. History beleuchtet die amerikanische Geschichte ganzheitlich, unter Einbeziehung der Geschichte und Perspektive der indigenen Bevölkerung, mit dem Fokus auf Kontakten zwischen Indigenen untereinander und mit Europäer*innen, nicht dem der Staatswerdung der USA. Erster mind blown Moment: New Mexico war insgesamt länger Teil des spanischen Königreichs als bislang der USA. Das wird sehr spannend werden, ich muss aber auch feststellen, dass Fachliteratur nicht so leicht wegzulesen ist, wie Belletristik, obwohl ich ja gerade nen Lauf habe. Das Gehirn nimmt zu viele Abzweigungen mit, ich schaffe insgesamt nur etwas über 30 Seiten.

Und dann ist irgendwie schon wieder Zeit für Abendbrotzubereitung. Ich bastle aus dem Rest Blumenkohl, Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer, einer Dose Tomaten, Koriander, Kreuzkümmel, Currypulver (kein Kurkuma im Haus) und grünem Chili ein Aloo Gobhi zu Basmati-Reis und Pfirsich-Churney vom Brüderchen, dazu Zitronenwasser.

Zum Essen schaue ich The Road to Wellville, eine T.C.-Boyle-Verfilmung, die der Autor neulich im „Alles gesagt“-Podcast sehr gelobt hat und die abstrus und unterhaltsam ist. Hab ja noch nicht viel Boyle gelesen, die Basis für den Film hätte auch von John Irving kommen können, mit einem reichlichen Schuss Zauberberg.

Danach beginne ich mit Sullivan‘s Crossing eine weitere kanadische Serie, die in Nova Scotia spielt und gedreht wurde. Erinnert direkt an Virgin River (basieren beide auf Büchern der gleichen Autorin) aber eben auf Kanadisch, dafür mit Luke und Tristan aus Gilmore Girls in zwei der Hauptrollen. Sehr realistisch ist der schlechte Handyempfang in Teilen der Provinz. Der tolerante Umgang mit Queerness und die Repräsentanz von Indigenen (hier eine Métis und ein Cree, die aber anerkennen, dass sie in Mi‘kma‘ki zu Gast sind) sind zumindest exemplarisch für kanadische Popkultur, aber schon auch ein bisschen für die Leute vor Ort (siehe die neue Provinzverordnung gegen Hass und Ungleichbehandlung von 2SLGBTQIA+). „I‘ll catch you later at the Land Acknowledgement“ ist dann aber schon etwas sehr on the nose… Aber so lernen die amerikanischen Schauspieler*innen auch mal was dazu. 😉

Aerial shot der drei Kirchen in Mahone Bay

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