30.12.2025 – Strand statt Schreibtisch

Vorgestern auf die Idee gebracht worden, gestern beschlossen, heute umgesetzt: Die Lichtenberger Freundin und ich fahren ans Meer! Ich wache zehn Minuten vor dem Weckerklingeln auf, schaffe einen Teil des morgendlichen Reboots, ziehe mich warm an, backe zwei Kardamomschnecken aus dem Tiefkühlfach auf, koche Tee und dann geht’s los.

Mit der S-Bahn zum Bahnhof, dann rein in den RegionalExpress, wo die Freundin uns schon Plätze gesichert hat. Dann erstmal Frühstück.

Die Zugfahrt vergeht schnell, es gibt genügend zu erzählen und besprechen. Drei Stunden nach Hausverlassen sitzen wir in der S-Bahn vom Rostocker Bahnhof nach Warnemünde und dann sind wir plötzlich da und es ist ganz unwirklich, als hätte man uns in eine Kulisse versetzt.

Ich kenne Warnemünde ja nun wie meine Westentasche, von Kindheitsurlauben und Nachmittagsausflügen aus meiner Zeit in Rostock und als Programmpunkt jedes einzelnen Rostockwochenendes der letzten 17 Jahre (also seit ich in Berlin wohne), aber das ist das erste Mal, dass ich einfach morgens in Berlin in den Zug steige, in Warnemünde bin und abends wieder zurück fahre. Seit das nix mehr kostet (mein letztes Mal 58-Euro-Ticket fahren, bevor es nächsten Monat ein 63-Euro-Ticket wird), müsste ich das eigentlich viel viel öfter machen.

Wir spazieren ganz klassisch den Strom entlang und dann auf die Mole, laufen aber nicht bis zum Leuchtturm, sondern drehen vorher schon bei (der Wind!) und biegen auf den Strand ab. Nicht an der üblichen Stelle, denn dort gibt es heute einen See, über den man nicht trockenen Fußes kommt, sondern so richtig mit Umweg bis zum alten Leuchtturm. Dann aber!

Die Wetter-App bezeichnet den Wind als ruppig, das trifft auch auf die See zu. In der Sonne aber ist es trotzdem sehr angenehm. Es sind einige Kiter auf dem Wasser, die Menschen und das Hotel Neptun werfen lange Schatten. Als dann richtiger Schatten von Wolken aufkommt, geben wir unseren Plan auf, bis nach Wilhelmshöhe zu laufen und laufen stattdessen auf der Promenade zurück Richtung Zentrum.

Obligatorisches bei „Oma und Opa früher“ vorbeigucken.

Ich zeige der Freundin, wo ich meine Kindheitssommer verbracht habe, dann laufen wir den alten Weg zurück zum Strom und setzen uns in eins der Restaurants. Es gibt heißen Sanddornsaft und für mich Dorsch, für die Freundin Grünkohl.

Während das Dessert kommt (Cassis-Sorbet mit Sekt und Früchten), ruft die Bielefelder Freundin an, deswegen gibt es kein Dessertfoto. Sie ist gerade mit ihrem Freund bei ihren Eltern in Rostock und hat Lust, uns zu treffen. Wir spazieren nach dem Essen ein bisschen draußen herum, dann sind die Beiden auch schon da und wir drehen eine zweite Runde zum Strand, jetzt kurz vor Sonnenuntergang und nur bis zum Neptun.

Dann müssen sich die Lichtenberger Freundin und ich auch schon sputen, um zurück zum Bahnhof zu kommen. Im Sinne der Entspannung wollen wir nämlich nicht erst halb 10 wieder zuhause sein, sondern eben zwei Stunden früher. Zum zweiten Mal heute fahre ich durch Rostock durch, ohne es zu sehen (und ohne Törtchen!). Wir erwischen unseren Zug noch und gondeln gemütlich im Dunkeln zurück in die Hauptstadt.

Wir sind ja nämlich intellektuell!

Dort dann wieder S-Bahn und kurz danach bin ich zuhause. Die Katzen bekommen Futter, dann auch ich, und ich telefoniere mit dem Liebsten.

Letzte Crowdfarming-Tomaten, eingelegte Crowdfarming-Aubergine, Breze, zwei Sorten Stollen, Crowdfarming-Mandarine, Tee

Zum Essen schaue ich die erste Staffel Ted Lasso zu Ende und dann lege ich mich noch gemütlich in die Badewanne, nicht ohne vorher jede Menge Ostseeluft aus meinen Haaren zu kämmen.

Hinterlasse einen Kommentar