11.12.2025 – Koffeinierte Gespräche mit der Zivilgesellschaft

Kaum erklärlich, aber nach dem gestrigen Schlafmangeltag folgt direkt noch einer, obwohl nicht die Katzen, sondern der Liebste neben mir liegen und das Schlafdefizit eigentlich bis Dorthinaus reichen sollte. Nacht wieder gegen halb 4 dabei, zum Glück wird in dieser Konstellation gegen 6 der erste Kaffee ans Bett geliefert, weil auch der Liebste vor dem ersten Weckerklingeln wach ist. Traulich schlürfend (auch den zweiten) liegen wir im Dunkeln beisammen, lesen nach was in der Welt passiert ist und horchen, ob das Teilzeitkind auch rechtzeitig aufsteht und sich für den Schultag fertig macht. Alles im Lot.

Halb 8 schließt das Kindelein nach Verabschiedung die Wohnungstür, bald darauf steht der Liebste auf und geht an die Arbeit. Ich beende meinen morgendlichen Reboot, mache mich auch fertig, frühstücke adventlich Mandarine und Schokolade und breche gegen 9 auf. Mit S- und U-Bahn geht es nach Kreuzberg, wo das Landesnetzwerk Bürgerengagement Berlin und im speziellen das Projekt Lernort Zivilgesellschaft zu einem Workshop zu wertschätzender Kommunikation geladen hat. Schon das zweite kostenfreie Event zur Demokratieförderung in diesem Monat, das macht Hoffnung – die Gelegenheiten sind da, man muss sie nur finden.

Anregungen für den Icebreaker: „Wie bist Du heute hier?“

Möglicherweise der Kostenfreiheit oder der allgemeinen Berlinigkeit geschuldet sind um 10, als der Workshop beginnen soll etwa vier oder fünf Leute da. Wir fangen dann mit dem akademischen Viertel an, da sind es schon mehr als 10. Halb 11 ist die Gruppe dann auch vollständig, eine der zu spät Gekommenen fragt aber gleich, ob wir später früher Schluss machen können. Nichts ist perfekt. Ansonsten ist das eine beeindruckende Gruppe – von zwei männlichen FSJlern im Kindergarten über Leute die beruflich in gemeinnützigen Organisationen arbeiten bis hin zu Rentnerinnen im Ehrenamt, die älteste 79 und deutlich gelernte Ostlerin.

Die Agenda ist prall gefüllt und es gibt viel zu lernen, reflektieren und üben. Und angesichts der vielen verschiedenen Menschen auch direkt mehrere Anwendungsfälle, wo Ansichten und Persönlichkeiten aufeinanderprallen. Auch die Erwartungshaltung an Workshop-Inhalte und -outcome sind erwartbar unterschiedlich. Die Jüngeren wollen möglichst viel Wissen und Skills mitnehmen, die Älteren haben großes Interesse an zwischenmenschlichem Austausch. Alles nachvollziehbar aber nicht ohne Frustpotenzial.

Einig sind wir uns hingegen, dass die Verpflegung super ist. Es ist Kaffee, Tee, Sesam- und Pistazienkekse und ein unglaublich leckeres vegan/vegetarisches Levante-Mittagsbuffet von Refueat, wo wir der Name schon andeutet viele Geflüchtete einen Job gefunden haben. Unbedingt unterstützenswert, ebenso wie die Workshop-Location anígo Space, die man übrigens zu guten Konditionen mieten kann, womit man querfinanziert, dass dort kostenfrei Events von sozialen Projekten stattfinden können. Alles unbezahlte Werbung aus Überzeugung, natürlich.

Der Workshop geht bis 17 Uhr, bis dahin ist mein Gehirn endgültig Matsch. Ich laufe rüber nach Neukölln und fahre mit einer anderen U-Bahn und der Straßenbahn nach Hause in den Pberg. Dort gibt es aufgeregte Katzen, einen kurzen Plausch mit der Mitbewohnerin und dann das Adventskalender-Porridge zum Abendbrot. Apple Cinnamon Crisp übrigens. Dann lümmele ich ein wenig herum und versuche mich wachzuhalten, bis gegen 9 der Liebste anruft und meldet, dass er sicher in Franken angekommen ist. Dort haben seine Schwester und er dieses Wochenende einen familiären Side Quest zu erledigen. Wir drei telefonieren noch eine ganze Weile, dann lege ich mich in die Badewanne und gegen halb 11 final in die Federn.

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