Unanständig früh erwacht und mich dann aber trotzig von Charly Hübner und Caren Miosga wieder in den Schlaf wiegen gelassen. Das nächste Aufwachen kommt dann zwei Stunden später durch einen Anruf von Liebsten und zu einer angemessenen Uhrzeit.
Da der Abend heute lang wird, lasse ich mir beim morgendlichen Reboot Zeit und arbeite in aller Ruhe alle Schritte im Bett ab – Internet leer lesen, Bloggen, Französisch lernen, Italienisch lernen, alle täglichen Rätsel lösen. Dann noch ein längeres Telefonat zur Vorbereitung auf einen Termin und DANN stehe ich auf.

Noch schnell die Fenster trocknen – der Schnee draußen ist zweifellos da, aber schon viel weniger als ich es bei meiner morgendlichen Internetrunde gelesen hatte – und dann geht es an den Schreibtisch.
Mittags (in dem Fall eher nachmittags, aber noch bevor es zu dämmern beginnt), drehe ich mit einem lehrreichen Podcast auf den Ohren eine größere Runde im Draußen und nehme mit, was der Tag an Sonnenschein zu bieten hat.

Dann gibt es die letzten Reste Szechuan-Auberginen und mehr Schreibtischarbeit. Um 18 Uhr dann noch einen längeren Telefontermin und dann verlasse ich gegen 18:40 warm eingepackt das Haus Richtung Weißensee. Nur vier Straßenbahnenstationen entfernt, ganz nah am See, betrete ich zum ersten Mal die Bademeister-Bar, die so aussieht, wie Berliner Bars aussehen sollen (und mit ganz vielen aktivistischen Stickern an den Klowänden). Hier findet im Rahmen der Für immer Bärbel-Reihe eine Lesung mit Markus Pfeifer und Isabel Bogdan statt.
Ich hole mir den Drink der Woche, einen Shy Fizz mit „Gin, Chai, Feige, Zitrone und Tonic“ – sehr gut – und unterhalte mich zum ersten Mal live mit Mek. Dann liest er aus Springweg brennt und das ist vorgelesen noch viel toller, atmosphärischer und auch witziger als selbstgelesen. Evtl. sollte ich mir beim morgendlichen Internetrundgang auch Meks Blogtexte anhören statt lesen, er liest die ja auch alle ein. Hätte ich das Buch nicht schon signiert im Regal, ich würde es direkt nochmal kaufen.

In der Pause treffe ich Frau Casino nach langen Jahren wieder und wir unterhalten uns ein bisschen. Aus ihrem Blog weiß ich ja ungefähr, was gerade bei ihr los ist und kann direkt anknüpfen. Mit Isa rede ich auch kurz, auch zum ersten Mal real. Wäre eine gute Gelegenheit gewesen, auch ihren dritten Roman Wohnverwandtschaften dabei zu haben und signieren zu lassen. Den habe ich aber immer noch nicht – hint hint – obwohl er seit langem auf meiner Wunschliste steht. Im Nachhinein stelle ich dann übrigens noch fest, dass bei uns auch Wortschnittchen stand, die ich aber nicht erkannt habe.

Dann liest Isa und auch hier wieder: Wow! Live und so, wie die Autorin es im Kopf hat, nimmt der Text richtig mit und nachdem ich monatelang prokrastiniert habe, mir das Buch zu besorgen will ich es jetzt ganz dringend lesen. Besonders beeindruckend das Kapitel aus Sicht des Mitbewohners mit fortgeschrittener Demenz. Weniger Gelächter als vorher bei Mek, aber nicht minder emotional und unterhaltsam.
Nach Lesung 2 bin ich plötzlich sehr müde, hungrig und fröstelig und da die Autor*innen direkt von vielen Menschen umstellt sind, ziehe ich mich einfach schnell an und mache mich – cool, abgeklärt, berlinig – auf den Heimweg.
Um 22 Uhr bin ich wieder zuhause und mache mir ein spätes Abendbrot. Inspiriert von Meks Herkunft in den Südtiroler Bergen mache ich mir ein alpenländisch anmutendes Essen mit geschmolzenem Käse, (veganem) Aufschnitt und Apfel, dazu noch ein Monte (monte, Berg! Ha!). Das esse ich dann mit den Katzen vor dem virtuellen Kamin hockend und mich über das Leben in Berlin und im Internet freuend. Gegen Mitternacht schaffe ich den Übergang ins Bett.

Ein Kommentar zu „24.11.2025 – Montag mit Abendhighlight“