Nach vielfachen k(r)atzigen Unterbrechungen wache ich gegen 8 endgültig auf und werfe mich mit Verve ins Leerlesen des Internets. Das erste Liebstentelefonat passiert noch vor der Bloggerei, die Situation ist danach. Nach dem Bloggen in Ruhe Französisch und Italienisch, dann die Rätsel. Und schon ist Aufstehzeit. Ich erledige ein paar Haushaltsdinge, füttere die Katzen, dusche und ziehe mich an und sitze dann mit Frühstück am Schreibtisch.

Emsiges Arbeiten und ein Webinar, dann geht es mit To-Go-Tee hinaus in den herbstlichen Sprühregen. Ich habe mir gestern spontan noch einen Doppel-Impftermin gebucht. In der impfenden Apotheke wie immer amüsantes Personal – die eine trägt Spooktober-taugliche Teufelshörnchen, der andere hält ein ausführliches Schwätzchen mit mir und die impfende Dame selbst hat sowieso einen Clown gefrühstückt. Wir albern viel herum, während ich belehrt werde und einen Piks links und einen Piks rechts bekomme. Die für mich achte COVID-Impfung kommt in die Schulter, auf der ich nachts eh nicht gut liegen kann, die jährliche Grippe-Impfung in den anderen Arm, weil sie vermutlich weniger wehtun wird.

Durch noch mehr Regen geht es wieder nach Hause. Zum sehr späten Mittagessen brate ich eine halbe Crowdfarming-Zwiebel und zwei Crowdfarming-Zucchini lange an, während ich mit dem Liebsten und dem Teilzeitkind telefoniere. Dann wird die Hälfte für morgen beiseite gelegt, aus der anderen Hälfte mache ich mit Nudelwasser, Peperoncini, Basilikum und Parmesan eine Sauce zu Pasta.

Zum und nach dem Essen schaue ich in die neue Staffel The Diplomat hinein, die wie erwartet sehr gut ist. Eigentlich wollte ich ja nochmal zurück an den Schreibtisch, aber manchmal muss man sich ja auch einfach ausruhen, also schaue ich noch eine zweite Folge und fange sogar noch die dritte an.

Da aber ruft der Liebste wieder an und wir telefonieren noch einmal ausführlich. Hinterher bleibt gar nicht mehr so viel Zeit, bevor ich mich für den Abend fertig machen und wieder losgehen muss.
Mit Straßenbahn, U-Bahn und S-Bahn (Herbstferienbedingt ist der Berliner ÖPNV im Moment eine Großbaustelle mit viel SEV, auf den ich keine Lust habe), geht es zum Potsdamer Platz und hier ins gleichnamige Theater. In wenigen Wochen startet dort als Weltpremiere das neue Programm des Cirque du Soleil und ich besuche mit dem Liebsten und dem Teilzeitkind heute die letzte Generalprobe.

Kurz bevor die Show beginnt kommt eine Eilmeldung aufs Handy, die auch Herrn Buddenbohm kurzzeitig aus der Fassung gebracht hat. Ich beschließe, dass ich diese Ereigniskarte jetzt erstmal ignoriere und stelle das Handy auf „Nicht stören“. Wenn die Welt dann untergeht, hatten wir immerhin noch ein tolles Erlebnis zum Schluss. Die Show ist großartig, atemberaubend und auf jeden Fall sehr zu empfehlen. Vor allem, wenn man mal so richtig die Welt (und die Ereigniskarten) da draußen vergessen und im Hier und Jetzt leben will. Vor, zwischen und nach der Show treffen wir auf bekannte Gesichter, die einen erwartbar, die anderen unerwartet aber es ergibt dann doch Sinn, dass sich quebecoise Artist*innen für quebecoise Artist*innen interessieren, wenn sie in der gleichen Stadt sind. Ein schönes Wiedertreffen!
Außerdem gibt es in der Pause Schorle und Berliner Popcorn (Butterkaramell und Tahitivanille) und ich verspreche dem Teilzeitkind einen Besuch in der Popcornmanufaktur, die bei mir um die Ecke ist. Nach dem Ende bringe ich den Liebsten und das Teilzeitkind zu dem Bus, der sie statt SEV und Umsteigen direkt zurück nach Südberlin bringt und steige dann in den, der mich zumindest bis zur Straßenbahn bringt. Gegen halb 12 bin ich zu Hause.
Während der Show fing der linke Arm an, zu schmerzen, der rechte ist zumindest um die Einstichstelle herum etwas empfindlich. Nach und nach kommt jetzt auch ein bisschen Kopfschmerz und Abgeschlagenheit hinzu. Ich nehme eine Tablette und krieche zu den Katzen ins Bett, auf einigermaßen guten Nachtschlaf hoffend.