09.09.2025 – Nah und fern

Gut geschlafen und dann morgendlicher Reboot im Bett, sans Liebstentelefonat, denn der ist auf Dienstreise und dort schon im Büro. Irgendwie fühlt es sich herbstlich an, so dass ein Ostfriesentee als Koffeinschub passend erscheint. Den aber mit Decke und Katzen auf dem Balkon.

Nebenbei wird es wärmer und dann knallt die Sonne wieder so, dass ich schwitze und die Decke weg muss. Telefonat stattdessen mit dem Bruder, dann ist Frühstückszeit. Mehr Tee (Kräuter), Bagel mit Belägen, Gurke, Smoothie aus Orange, Granatapfelkernen und Apfelsaft.

Dann kommt der Fleißteil des Tages. Er beginnt mit Physio-Übungen und Yoga, dann Laptop-Zeit. Mitten in einem Webinar klingelt es an der Wohnungstür. Ich öffne zeitgleich mit der Nachbarin, draußen steht ein junger Mann, der uns etwas verkaufen will, womit wir sparen können. Die Nachbarin und ich sagen unisono: „Sorry, ich bin gerade in einem Call.“ und schließen die Türen wieder. Auf dem Weg zurück ins Webinar fällt mir auf, wie witzig das war und ich schreibe der Nachbarin das. Sie sieht das auch so. Wir versichern uns, dass uns der junge Mann ein bisschen leid tut, schicken uns Fotos von unseren Calls und verabreden uns für demnächst auf ein Getränk. So bringt man Menschen zusammen!

Später am Nachmittag habe ich Lust auf Draußensein und Eis essen, schließlich wollte ich heute ja eigentlich ins Freibad. Dann ist es mir aber schon auf dem Balkon zu fröstelig und ich esse stattdessen den letzten Tiramisu-Schaumkopf und arbeite noch ein bisschen weiter. Dann aber ziehe ich mich wärmer an und gehe mit einer Granatapfel-Dattel-Limo in der Hand nach draußen. Kleine Spazier- und Einkaufsrunde durch den Kiez. Drogeriemarkt, Späti (allerdings überzeugt mich dort die Obst- und Gemüseauswahl ausnahmsweise nicht) und dann doch Discounter. Hier gibt es erstaunlich ansprechendes saisonales Obst und auch die anderen Dinge, die noch fehlen.

Aprikosen, Trauben, Feige, Kiwibeeren

Beim Ostmampfen auf dem Balkon dann endlich Telefonat mit dem Liebsten in der Ferne. Danach entdecke ich ein witziges Bild in diesem Internet („ASAP in Italian means Aperol Spritz and pasta“) und bin inspiriert fürs Abendessen. Bei mir gibt es Sarti Tonic und Pasta, das Getränk hat eine äußerst interessante Färbung.

Ich koche Pasta mit roten Zwiebeln und Zucchini (Am Wochenende bewahrheitete sich, dass man im Sommer nicht aufs Land kann, ohne Zucchini übergeholfen zu bekommen…), unterhalte mich mit der Mitbewohnerin, die sich gerade einen Salat schnippelt und setze mich dann mit Pasta und Laptop wieder auf den Balkon für ein spannendes Webinar, das die ersten Monate Trump 2 aus sprach- und kommunikationswissenschaftlicher Sicht analysiert.

Danach bleibe ich im Thema und höre Pod Save America, während ich die letzten Haushaltsdinge des Tages erledige. (Andere Nachrichtenthemen meines Tages außerdem: Anschlag aufs Stromnetz in Adlershof, Angriff auf Hamas-Führer in Katar, Unruhen in Nepal, Regierungskrise in Frankreich, Wahlergebnisse in Norwegen. Und Katapult gibt es jetzt auch in Sachsen.)

Beim Müllrunterbringen treffe ich den Nachbarn mit dem frischen Baby und ich erfahre Neues aus dem Familienalltag. Mit so vielen nahewohnenden Personen an einem Tag habe ich ja ewig nicht gesprochen!