Nun also wirklich: Der Urlaub ist (schon länger) vorbei, die Ferien jetzt auch, genau wie die Sommersonntage im Radio, und der Sommer neigt sich auch gefährlich dem Ende zu, fürchte ich. Dazu ist auch noch Montag, es passt alles ganz gut zusammen. Mein Terminkalender ist allerdings erstaunlich leer für diese Konstellation, so dass ich den Morgen erstmal ganz ruhig angehen kann. Vollständiger morgendlicher Reboot im Bett (Timelines und Feedreader leer lesen, Bloggen, Französisch, Italienisch, Rätsel, Liebstentelefonat, alles von schnurrenden bzw. schlafenden Katzen bekuschelt und mit Hafer-Cappuccino in der Hand), dann Balkonfrühstück.

Danach kümmere ich mich erst ein wenig um Haushaltsmaintenance (Pflanzen, Katzen, Waschmaschine) und dann geht es an den Schreibtisch. Es gibt wieder einiges zu organisieren, strukturieren, recherchieren, korrespondieren und formulieren, „der Zukunft zugewandt“, sozusagen.

Als die wichtigen und dringenden Dinge geschafft sind, mache ich Pause und esse von dem leckeren Borschtsch, den die Mitbewohnerin gekocht hat – mit Paprika, nach dem Rezept ihrer Oma, sehr gut und außerdem besonders, weil die Mitbewohnerin sich normalerweise maximal Pasta mit Pesto macht. „Einmal im Jahr kann man ja“, sagt sie. Unbedingt!

Dann bricht die Mitbewohnerin auf und ich schiebe eine sehr schöne Yoga-Einheit ein, bei der ich ausnahmsweise mal die ganze Zeit sehr gut mitkomme. Liegt vermutlich daran, dass alle Asanas im Liegen stattfinden und vor allem gedehnt und geatmet wird. Trotzdem: Toll und gerne wieder.
Hinterher nehme ich den Laptop mit aufs Sofa und mache noch ein bisschen weiter Kram, bevor ich einen Feierabendbeschluss fasse und Kairos auslese. Gegen Ende wird es wieder ein bisschen weniger gruselig, dafür spannende Darstellung der Ereignisse und um die Wende – das deckt sich mit vielem, was ich aus meinem Umfeld über diese Zeit gehört habe, ist aber gerade für Lesende aus anderen Teilen des Landes (und der Welt) erhellend, wie ich aus Rezensionen weiß. Spannende Lektüre insgesamt.

Zum Abendbrot dann Pellkartoffeln, Quark, Leinöl und Gurkensalat. Dazu schaue ich – gestern war mir das nach dem See zu düster, heute nach dem Buch passt es – die ersten vier Folgen der aktuellen Staffel Wednesday. Wieder sehr viele schöne Details und witzige Oneliner, auch wenn mich die Handlung selbst nicht so fesselt. Ich finde es faszinierend, wie viele Kinder in meinem Umfeld die Serie (zumindest Staffel 1) gesehen haben und wie präsent die Figur in Kinderköpfen ist. Die Serie ist vermutlich zu Recht ab 16 und ich bin nicht sicher, ob das zwölfjährige Teilzeitkind für alle gruseligen Aspekte schon bereit wäre.
Kurz nach 11 gehe ich schlafen und fange zur etwas seichteren Lektüre nach Hans und Katharina erstmal einen Islandkrimi an, der kostenlos auf meinem neuen E-Reader drauf war. Liest sich gut weg auf den ersten Metern bis zum Einschlafen.