18.03.2025 – Überraschend produktiv

Eigentlich war ja geplant, dass der Liebste und ich im Pub die Nacht durchtanzen und heute den ganzen Tag brauchen, um wieder halbwegs klarzukommen. Nachdem dann aber gestern (vermutlich) das Histamin einen Strich durch unsere Rechnung gemacht hat, sind wir zu einer ziemlich normalen Zeit und in ziemlich normalem Zustand wach. Selbst die Katzen haben uns gemütlich durchschlafen lassen. So folgt nach gemütlichem Kaffee und allen üblichen morgendlichen Verrichtungen und erstaunlich frühes Aufstehen und dann die Suche nach einer Frühstückslocation.

Ich hatte ja gehofft, dass der hippe Brunchladen, bei dem man sonst immer anstehen muss, an einem Dienstagvormittag ein Plätzchen für uns hat. Nun – wir hätten uns an die Theke setzen können oder an einen von drei Tischen, die für mehr als zwei Leute gedacht sind, mit dem Risiko, dass uns jemand dazugesetzt wird. Das ist uns und vor allem dem Liebsten dann für einen Morgen nach dem Pub doch zu heftig. Ins propalästinensische aber sehr gute arabische Restaurant will ich dann nicht schon wieder. Das andere Frühstückslokal in der Gegend hat zu und so landen wir dann endlich mal in dem vergleichsweise neuen äthiopischen Imbiss am Platz. Es gibt guten hausgerösteten Kaffee, für den Liebsten eine äthiopische Rührei-Version (Eier essen gegen den Faschismus) und für mich ein „Kitcha-Fitfit“ – äthiopisches Brot (kein Injera) mit Gewürzbutter und Joghurt. Sehr lecker und – Achtung – exotisch.

Während des Essens befinden wir uns dann aber gedanklich nicht in Äthiopien sondern in Skandinavien und tauschen Urlaubsideen aus. Das #nurregen-Erlebnis vom letzten Jahr will ausgeglichen werden! Als wir fertig sind, bringe ich den Liebsten zur Bahn, hole mir beim Stammspäti einen Obstsalat und gehe wieder nach Hause. Noch schnell einen Tee kochen, dann beginnt das erste Webinar des Tages.

Nach diesem geht es schon wieder ins Draußen – anlässlich der Pankower Wochen gegen Rassismus findet heute auf dem Markt in dem Plattenbau-Kiez mit dem blauen Wahlergebnis ein Aktionstag statt, das will ich mir ansehen. Es gibt eine Bühne, auf der gerade ein älterer deutsch gelesener Berufsjugendlicher gemeinsam mit einem jüngeren Iraner zweisprachig rappt, während ein rothaariger Schüler aus der Schule nebenan die Beatbox macht und von seinen Klassenkamerad*innen bejubelt wird. Drumherum stehen verschiedene Stände mit Infos, Getränken und Aktivitäten. Man kann Dosenwerfen gegen Rassismus, Siebdrucken gegen Rassismus, Sprayen gegen Rassismus (gerade an den Dosen: ein Mädchen mit Hijab, ein ostasiatisch gelesener Junge und ein wild gelocktes Mädchen, das möglicherweise Vorfahren vom Balkan hat?).

Meine Partei hat einen Stand mit Glücksrad, hinter dem sich Fragen zu rassismusnahen Themen (Was sind Stolpersteine? Wie kann ich Menschen helfen, die rassistisch beleidigt werden?) verbergen. Wer sie richtig beantwortet, erhält Preise wie Sticker, Wildblumensamen, Stifte und Co. Betrieben wird der Stand von meiner Stadtteilgruppe – ich geselle mich ein wenig dazu, lerne Mitglieder kennen und helfe beim Unterhalten der Warteschlange. Genau darum ging es ja bei meinen Vorsätzen: Im Kiez engagieren, Communities bilden und so dem Faschismus etwas entgegensetzen. Ein Anfang ist gemacht.

Irgendwann wird es zu kalt – heute Morgen waren noch -3 Grad und ich bin eigentlich nicht für langes Stehen draußen angezogen – und ich verabschiede mich. Wieder zuhause mache ich mir mehr Tee warm – natürlich hatte ich den vorbereiteten Thermobecher im Flur stehen lassen – und setze mich wieder an den Schreibtisch. Jetzt schaue ich mir eine Webinar-Aufzeichnung von heute Morgen an – halb 9 war trotz allem zu früh.

Danach noch etwas Korrespondenz, Organisation und Behördenpingpong, bevor 19 Uhr das letzte Webinar des Tages ansteht – jetzt schon vom Sofa aus. Im Anschluss telefoniere ich nochmal mit dem Liebsten, recherchiere ein wenig und lasse dann den Abend mit einigen Folgen Valeria ausklingen.

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